Sie ist die Hauptstadt Kubas, die zweitgrößte Metropole der Karibik und wunderschön noch dazu: Havanna. Eine Stadt der Kontraste, wie man sie auf Kuba nur einmal findet. Dabei erfüllt sie natürlich auch das Klischee von Oldtimern und verfallenen Kolinialbauten. Sie ist das wirtschaftliche und politische Zentrum mit einer breiten Museumslandschaft. Urlauber erleben in Havanna erfüllte Tage – vorausgesetzt, sie wissen, wo und wie. Unser Havanna-Reise-Guide! Text: Ulrike Klaas und Frank Störbrauck

Anreise. Mit Condor geht es aktuell zweimal in der Woche direkt von Frankfurt a.M. nach Havanna. Die Flugzeit beträgt rund zehn Stunden. Bei rechtzeitiger Buchung ist man für rund 500 Euro dabei. Edelweiss Air bedient die Strecke von Zürich aus, ebenfalls zweimal in der Woche. Hier muss etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden (ab ca. 860 Schweizer Franken).

Tipp: Fahrt vom Flughafen in die Stadt – und Touristenkarte

Flughafen. Der Aeropuerto Internacional José Martí befindet sich rund 15 Kilometer südlich des Zentrums von Havanna. Leider könnt ihr keine öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt nutzen. Wer vorab keinen Hoteltransfer gebucht hat, muss auf die Taxen zurückgreifen. Achtet darauf, dass es sich um lizenzierte Taxifahrer handelt. Klärt vor Beginn der Fahrt den Preis ab. In der Regel kostet die Fahrt vom Flughafen in die Stadt 25 bis 30 CUC!

Flughafen Havanna

Frank Störbrauck

Visum. Die Einreise nach Kuba für einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen erfordert zwar kein Visum, aber eine Touristenkarte, die bei der Einreise zusammen mit einem noch sechs Monate gültigen Reisepass vorgezeigt werden muss. Die Touristenkarte muss vorher von der Botschaft ausgestellt werden. Kostenpunkt: etwa 22 Euro. Was man dazu braucht? Das entsprechende Formular, die Gebühr in bar, ein Passbild, das Rück- oder Weiterflugticket sowie der Nachweis einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung. Wer keine Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen hat, kann eine Police am Flughafen Havanna für umgerechnet zwei bis drei CUC pro Tag abschließen.

Alternativ kann die Touristenkarte auch über eine Fluggesellschaft oder ein lizenziertes Reisebüro organisiert werden. Bei Condor zum Beispiel könnt ihr die Touristenkarten für 25 Euro am Flughafenschalter erwerben. Bei einem Pauschalurlaub übernimmt diese Formalitäten meistens der Veranstalter – dessen Stempel sollte unbedingt auf der Rückseite der Touristenkarte vorhanden sein.

In der Botschaft der Republik Kuba, Stavangerstr. 20, 10439 Berlin kann auch die Touristenkarte (ca. 22 Euro) beantragt werden. Tel. 030 44719658.

CUP oder CUC – das Wirrwarr bei der Währung

Währung. Eines gleich vorweg: Das wohl nervigste in Kuba ist die Währung. In dem Land gibt es nämlich zwei: den Peso cubano (CUP) und den Peso convertible (CUC). Klingt kompliziert? Ist es auch. Zumindest am Anfang. Grob gesagt gilt: Touristen zahlen in der Regel mit dem CUC. Vorteil: Man weiß ziemlich schnell, wie viel man zu zahlen hat, denn grob gesagt gilt gegenüber dem Euro ein Kurs von 1:1. Ihr zahlt damit in den Hotels, beim Mietwagenverleih, in Taxen, Supermärkten, Kaufhäusern und vielen Restaurants. Nachteil: Billig ist das nicht. Ihr zahlt in der Regel das, was ihr auch in Europa zahlen würdet. Ein Mojito kostet in entsprechenden Lokalitäten meist vier CUC (vier Euro), ein Hauptgericht in einem Restaurant zwischen 8 und 20 CUC.

Frau hält kubanische Pesos in der Hand

BobNoah/Shutterstock.com

Mit dem Peso cubano (CUP) zahlen die Kubaner dagegen für Dinge des täglichen Bedarfs. Das gilt zum Beispiel für Käufe bei Obst- und Gemüsehändlern auf dem Markt, bei Händlern auf der Straße, in kleinen Verkaufsbüdchen, in öffentlichen Stadtbussen sowie in Imbissbuden und einfachen Restaurants, die sich ganz offensichtlich an Kubaner richten. Für einen Euro erhaltet ihr rund 25 CUP.

Gesunden Menschenverstand beim Bezahlen einschalten!

Für reichlich Verwirrung sorgt, dass man als Kuba-Neuling nicht weiß, welche der beiden Währungen nun gilt. Denn der Preis wird schlicht nur in Peso ausgewiesen. Das Preiszeichen dafür, sowohl beim CUC als auch beim CUP: $. Ob CUC oder CUP gemeint ist, darf man als Tourist dann raten …

Tipp: Schaltet euren gesunden Menschenverstand ein. Geht ihr in ein Café oder eine Bar, in der sich vor allem Touristen aufhalten, zahlt ihr in CUC. Seid ihr in einer Gegend unterwegs, wo sich nur Kubaner aufhalten und die Pizza am Verkaufsstand für 10$ verkauft wird, könnt ihr sicher sein, dass es sich um CUP handelt. In dem Fall kostet die Pizza also nicht umgerechnet 10 Euro, sondern lediglich 40 Cent.

Geld (CUC!) bekommt ihr in Havanna an Geldautomaten. Je nach Örtlichkeit können sich aber schon vormittags Schlangen bilden. Kommt also früh. Es empfiehlt sich, Bargeld mitzunehmen und es im Hotel oder in Wechselstuben oder Banken umzutauschen.

Menschen vor Geldautomaten in Havanna, Kuba

Frank Störbrauck

April ist der beste Monat für eine Reise nach Havanna

Klima. Das Klima in Havanna ist tropisch. In der Stadt herrschen das ganze Jahr über sehr hohe Temperaturen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 27°C. Meist ist der wärmste Monat der Juni. Dann zeigt das Thermometer bis zu 34°C an. Von Juni bis Oktober kann es auch mal regnen. Zwischen Februar bis April ist es dagegen trockener.

Reisezeit. Die beste Zeit für eine Reise nach Havanna ist der April. Es fällt wenig Regen, und die Hitze hat die Stadt noch nicht ganz im Griff.

Altstadt von Havanna

Ulrike Klaas

Sprache. In Kuba wird Spanisch gesprochen. Castellano, wie die spanische Sprache auch genannt wird, ist die offizielle Amtssprache. Trotz der vielen Touristen sucht man englischsprachige Beschriftungen in Museen etc. meist noch vergebens. Generell gilt: Wer individuell durch das Land reist, sollte der spanischen Sprache zumindest ein bisschen mächtig sein. Mit Englisch kommt man in Havanna aber in der Regel auch gut zurecht.

W-Lan: Was ihr in Havanna beachten solltet

Allen Unkenrufen zum Trotz: Natürlich kommt ihr mittlerweile auch in Kuba ins Internet. In vielen Hotels und guten Restaurants gibt es W-Lan. Aber längst nicht überall. Und selbst dort, wo es W-Lan gibt, kommt ihr nicht einfach so ins Netz. Und schon gar nicht gratis – es sei denn, euer Hotel bietet es kostenlos an.

Die staatliche Telefongesellschaft Etecsa betreibt ein öffentliches W-Lan-Netz im ganzen Land, vor allem in Havanna. Ihr müsst euch in einem der Etecsa-Geschäfte eine Karte mit Freischaltcode besorgen. Die Karte kostet aktuell ein CUC pro Stunde. Sie wird aber in verschiedenen Zeitkontigenten angeboten. Anschließend müsst ihr herausfinden, wo sich die öffentlichen W-Lan-Hotspots in Havanna befinden. Ihr könnt aber auch einfach so losgehen und die Augen offen halten – an den Plätzen, wo besonders viele Kubaner zu surfen scheinen, dürfte sich ein W-Lan-Hotspot befinden …

Achtung: Sobald ihr das Handy nicht mehr benutzt, werdet ihr nach rund 30 Sekunden automatisch aus dem W-Lan-Netz geworfen. Ihr braucht euch also nicht extra ausloggen, um euer Zeitkontingent zu schonen. In einem Hotel, das W-Lan gratis anbietet, hat das freilich den Nachteil, dass ihr euch jedes Mal neu einloggen müsst …

Hoteltipps für Havanna: Kempinski und Iberostar

Schlafen. Das Gran Hotel Manzana Kempinski La Habana am Rande der Altstadt ist das erste Fünf-Sterne-Luxushotel der Insel. Modern, mit kolonialem Ambiente. Umwerfend ist die Dachterrasse des Hotels mit Pool (der den Hotelgästen vorbehalten ist), Bar und Restaurant. Die Zimmerpreise starten bei 350 Euro. Calle San Rafael, La Habana Vieja, 10100, Havana Tel. +53 786 99100

Gran Hotel Manzana Kempinski La Habana

Ulrike Klaas

Havannas neuestes Fünf-Sterne-Luxushotel ist das Iberostar Grand Packard. Es hat 321 Zimmer, darunter Standardzimmer, Mini-Suiten, Junior-Suiten und Suiten. Bis zur legendären Strandpromenade Malecón sind es nur rund 200 Meter, bis zur Altstadt nur fünf Minuten zu Fuß. Highlight des Hauses ist die Terrasse im sechsten Stock, wo ihr am Infinity-Pool großartige Cocktails genießen könnt. Auch der Spa-Bereich mit Finnischer Sauna, Dampfbad und Massage-Behandlungsräumen kommt opulent daher. DZ pro Nacht ab rund 22o Euro. 51 Paseo de Martí, La Habana.

Swimmingpool im Iberostar Grand Packard Havanna

Frank Störbrauck

Wer in Kontakt mit Einheimischen kommen und authentisch wohnen möchte, bucht eine Casa Particular, eine private Unterkunft. Je nach Unterkunft und Lage zahlt ihr zwischen 20 und 50 Euro fürs Zimmer pro Nacht.

Sehenswürdigkeiten in Havanna, die sich lohnen

Altstadt Habana Viejo. Ein Bummel durch die Altstadt Havannas ist bei einem Besuch der rund zwei Millionen Einwohner zählenden Metropole ein Muss. Nicht nur, weil sie Unesco-Weltkulturerbe ist.

Straßenszene in Havanna

Frank Störbrauck

Wer mag, kann sich einfach treiben lassen. Ein guter Anlaufpunkt, um zu beginnen, ist die Calle Obispo, eine der schönsten und beliebtesten Straßen der Altstadt – und einst die erste asphaltierte Hauptstraße Havannas. Man flaniert vorbei an Shops, Cafés, Restaurants und Bars. Es lohnt sich, beim Hotel Ambos Mundos, dem Lieblingshotel von Schriftsteller Ernest Hemingway, vorbeizuschauen. In Zimmer 511 hat Hemingway anfangs gewohnt, bevor er auf seine Finca außerhalb der Stadt zog. Heute finden Besucher dort ein Art Hemingway Museum in Miniatur. Das Zimmer soll so belassen worden sein wie er es verlassen hat – inklusive seiner alten Schreibmaschine. Mit dem betagten Aufzug ganz nach oben fahren und in der Bar die Aussicht auf die Altstadt genießen.

Auch ein kurzer Fotostopp in den alten Apotheken »Taqueche« und »Johnson« lohnen, denn hier fühlt man sich wie um ein Jahrhundert zurückversetzt.

Alte Apotheke in der Altstadt von Havanna

Ulrike Klaas

»Hasta la victoria siempre«: der Plaza de la Revolución

Revolutionsplatz. Im Viertel Vedado befindet sich der Plaza de la Revolución. Batista hat ihn im Jahre 1952 als Plaza Cívica angelegte angelegt. Seit 1959 ist der riesige Platz Kubas politisches und administratives Zentrum. Bei politischen Anlässen und Feiern versammeln sich hier bis zu einer Million Menschen.

Der Platz beeindruckt nicht nur mit seiner Größe (er misst stolze 45.000 Quadratmeter), sondern auch mit dem 109 Meter hohen Monumento José Martí und den Gesichtern von Che Guevara auf dem Gebäude des Innenministeriums – darunter der Spruch »Hasta la victoria siempre« (»immer bis zum Sieg«) – und dem von Camilo Cienfuegos nebenan auf dem Informationsministerium mit seinem Zitat »Vas bien Fidel« (»Fidel, du machst es richtig»). Beide kämpften gegen das Batista-Regime für Freiheit und gegen Armut.

Revolutionsplatz in Havanna

Ulrike Klaas

Tipp: Vom Martí-Gebäude hat man einen gigantischen Blick auf Havanna. Der Turm steht auf einem 30 Meter hohen Hügel. Mit dem Aufzug geht es dann auf 139 Metern Höhe. Auch durch das im Gebäude beheimatete Museum mit Dokumenten von Martí sollte man kurz schlendern.

Wo liegt der Schachweltmeister begraben?

Cementerio Cristóbal Colón. Für diesen Besuch sollte man Zeit einplanen. Der Cementerio Cristóbal Colón, zu Deutsch »Christoph-Kolumbus-Friedhof« und von den Einheimischen nur »Colón« genannt, ist ein absolutes Muss. Zwei Millionen Menschen haben hier ihre letzte Ruhe gefunden – ebenso viele Einwohner wie Havanna hat. Der Friedhof, der mitten in der Stadt liegt, ist eine Totenstadt aus Marmor und Stein. Hier kann man stundenlang umherwandern und die Gräber bestaunen.

Cementerio Cristóbal Colón - Friedhof in Havanna

Ulrike Klaas

Es sind Denkmäler für die Toten, vielen von ihnen mit den Eigenschaften versehen, die den Toten ausgemacht hat wie zum Beispiel dem Grab von José Raúl Capablanca, einem Schachweltmeister der 1920er Jahre, auf dessen Grab eine marmorne Schach-Dame prangt.

Ein Muss für jeden Havanna-Besucher: ein Spaziergang am Malécon

Vor allem, wenn die Wellen gegen die Uferpromenade peitschen, ist der Malécon sehenswert. Die sieben Kilometer lange Uferpromenade ist die ehemalige Prachtstraße der Stadt, die von der Altstadt bis zum Rio Almendares reicht und die Stadtteile Habana Vieja, Centro Habana, Vedado verbindet und in Miramar endet.

Malécon - Uferstraße von Havanna

Ulrike Klaas

Der wohl schönste Teil ist am Castillo de la Punta, wo sich die Einheimischen zum Plaudern treffen, die kühle Brise und den Blick auf den Horizont und die Freiheit genießen.

Kultur, die auch Nichtinteressierte begeistern

Museo Nacional de Bellas Artes. Havanna ist eine Museumsstadt. Kulturinterssierte können von einem Museum ins nächste tingeln. Das Museo Nacional de Bellas Artes ist allerdings auch für all jene, die der Kunst nichts abgewinnen können, sehenswert. Zum einen wäre da die Fassade. Das Gebäude aus dem Jahr 1926 ähnelt äußerlich der Pariser Oper. Es ist das bedeutendste Kunstmuseum Kubas. Im Inneren finden sich reichhaltige Sammlungen von Gemälden, Skulpturen und antiker Kunst. 1.200 Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart, aus der europäischen und lateinamerikanischen Kunst, gibt es zu bestaunen.

Museo de los Orishas. Ein Museum zum ausdrücklichen Gruseln finden Besucher gegenüber des Capitolio. Farbenprächtige, lebensgroße Orisha-Statuen, Götter der afro-kubanischen Religion »Santería« lassen erschaudern vor lauter Zauberern, Hexerei und Okultismus. Das Museum ist zwar klein, aber außergewöhnlich und faszinierend. In Zeiten der Sklaverei durften die Yoruba, die in die Neue Welt gebracht wurden, keine Tempel bauen oder Bilder ihrer zum Teil fruchteinflössenden aussehenden Götter, der Orishas, ​​reproduzieren. Ihnen blieb nur eins:  ihre Götter mit denen der katholischen Kirche zu vermischen. Paseo del Prado 615, Villa San Cristóbal de La Habana

Kultur für jeden?

Fabrica de Arte Cubano. Wer sich in der Fabrica de Arte Cubano wiederfindet, wird sich verwundert die Augen reiben: Bin ich noch in Havanna? Defintiv, und zwar in einer Kulturstätte der besonderen Art. Die Kulturfabrik in der ehemaligen Speiseölfabrik aus rotem Klinker fällt schon von Weitem mit ihrem markanten Schornstein ins Auge. Seit ihrer Eröffnung 2014 ist sie eine kleine Sensation.

Fabrica de Arte Cabano - Kultur in Havanna

Ulrike Klaas

Der Gedanke dahinter: Kultur für alle. Denn dank moderater Preise soll sie Arm und Reich gleichermaßen zugänglich sein. Allerdings: Bei drei Euro Eintritt für viele Habaneros dann doch nicht machbar. In Scharen strömen Besucher zu Filmvorführungen und Diskussionsveranstaltungen mit Regisseuren, zu Theatervorstellungen und Konzerten. Zudem sind wechselnde Ausstellungen zu sehen und in kleinen Nischen verstecken sich Künstler, die hübschen Schmuck und Drucke verkaufen. Oder man setzt sich in eine der Innenhöfe, genießt die heißen Samba- und Cha-Cha-Cha-Rhythmen und ein kühles Bier oder einen Cocktail in den Bars und Restaurants. Der Besuch ein Muss für Havanna-Urlauber!

Lass es dir gut gehen: Restaurants, Bars & Cafés

Factoria Plaza Vieja. Wer durch die Altstadt La Habana Vieja flaniert, kommt unweigerlich am Plaza Vieja vorbei, einem der schönsten Plätze der Stadt. Er stammt aus Mitte des 16. Jahrhunderts und wurde einst  als Marktplatz genutzt. Heute säumen ihn barocke, restaurierte Herrschaftshäuser und Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit hübschen Säulenportalen. Wem es nach einer kühlen alkoholischen Erfrischung dürstet, der kehrt in die Factoria Plaza Vieja ein und probiert selbst gebrautes und frisch gezapftes kubanisches Bier.

Café El Escorial. Gleich gegenüber findet man eines der schönsten Cafés der Stadt: das Café El Escorial. Hier röstet man den Kaffee selbst und serviert ihn in ungewöhnlichen Kreationen wie Mojicafé, eine Mischung aus Mojito mit Kaffeelikör oder Miss Ochún, bestehend aus Espresso, Rum und Bananenlikör.

Barhopping leicht gemacht

La Bodeguita del Medio. Hier trifft man ebenfalls viele Touristen. Die Bar, die Hemingway gerne besuchte, um sich einen Mojito schmecken zu lassen, ist ein guter Ausgangspunkt, um sich auf Havanna mit Musik und einem Cocktail einzustimmen.

Im hinteren Teil gibt es in Restaurant, das oft auch sehr gut besucht ist. Hier darf man nur das Essen nicht vergessen, denn die Wände zieren Bilder von sämtlichen Hollywood-Promis, die sich hier schon die Klinke in die Hand gegeben haben und sich auch mit einem kurzen Gruß oder einem Autogramm an den Wänden verewigt haben.

Bodiguita del Medito in der Altstadt von Havanna

Ulrike Klaas

La Floridita. Auch hier tummeln sich die Touristen, aber man sollte zumindest auf eine Daiquiry-Länge vorbeischauen, denn die Bar steckt voller Geschichten. Vor über 200 Jahren, im Jahr 1917 eöffnete hier »La Piña de Plata« (übersetzt »die silberne Ananas«) als typische spanische Bodega, die schnell populär wurde auf Grund der zentralen Lage an der Stadtmauern Havannas, die damals noch stand.

Ihren Namen »La Floridita« verpassten ihr die katalanischen Brüder – die Sala Pareras – 1910 und verwandelten die heruntergekommene Bodega in eine moderne Bar: mit edlem Dekor, einzigartigen Atmosphäre und den typischen roten Jacken, die die Bartender noch heute tragen. Eigentlich nannten sie die Bar »La Florida« – als noch alles amerikanische beliebt war. Erst die Einheimischen tauften sie in El Floridita.

El Floridita - Bar von Ernest hemingway in Havanna

Ulrike Klaas

Schießlich kaufte der bekannte Bartender Constante Ribalaigua ihnen das Etablissement ab und machte die Bar zu dem berühmten Treffpunkt der er heute ist – bekannt für ihre hervorragenden Cocktail-Kreationen.  Die Annahme, dass er den ersten Daiquiry kreiert soll, ist streitig. Sicher ist: Ernest Hemingway liebte den Daiquiry von Constante. Also, an die Bar setzen, Salsa- oder Jazztönen lauschen und den Daiquiri und die Atmosphäre aufsaugen.

Trinkgeld muss sein

Starbien Restaurant. Auf Kuba gibt es die staatlichen Restaurants und die privaten Restaurant, Paladar geannnt. Um welche Art es sich handelt, erkennt man zumeist an der Größe, denn staatliche Restaurants sind meistens sehr viel größer. In einer Seitenstraße des breiten Boulevard Paseo im Viertel Vedado befindet sich Paladar »Starbien«, ein Geheimtipp. Dichte Bäume vor dem Haus schirmen es von der ruhigen Straße ab. Hier wird hervorragend zu fairen Preisen und mit ausnehmend gutem Service gekocht. Wer Gerichte wie Schwertfisch in Teriyakisosse, Meeresfrüchterisotto oder Filet Mignon in guter Qualität genießen möchte, ist hier richtig.

Trinkgeld. Da die meisten Angestellten auf Kuba nur einen geringen Lohn in kubanischen Pesos erhalten, sind Trinkgelder (auch in All-inclusive Hotels) immer sehr willkommen. Generell gilt auch: Ob Hotelpersonal, Musiker oder Zimmermädchen – über Alltags-Artikel wie Seife, Shampoo oder moderne Kleidung (vor allem Jeans und bedruckte T-Shirts) freuen sich alle sehr.

Kleiner Abstecher gefällig?

Persönlicher Tipp. Dieser Tipp befindet sich zwar nicht in Havanna, aber wer in der kubanischen Metropole weilt, sollte unbedingt einen Abstecher ins dreieinhalb Autostunden entfernte Valle de Viñales unternehmen.

Valle de Vinales nahe Havanna

Ulrike Klaas

In dem verwunschenen Tal, wo Geier vor üppig bewachsenen Kalksteinfelsen kreisen, wächst einer der besten Tabaks der Welt. Wie aus Tabakblättern die berühmten Zigarren hergetsellt werden, kann man auf der Farm von Benito Comejo in Viñales erfahren.

Was man noch erleben kann? Man kann aktiv sein. Am besten man erkundet die Gegend auf geführten Touren per Rad oder Pferd. Und schaut beispielsweise bei der Felsmalerei Mural de la Prehistoria vorbei, die 1961 der mexikanische Künstler Leovigildo González Morillo auf den Kalkfelsen malte. An dem 120 Meter hohen und 180 Meter breiten Kunstwerk versuchen sich Kletterer.

Ein guter Stopp zum Einkehren ist die Finca Agroecologica El Paraiso, die mit einer grandiosen Aussicht auf das Mogote-Tal und heimischer biologischer Kost überzeugt – zum Beispiel Rindfleischeintopf mit Paprika und Zwiebeln namens »ropa vieja«.

Mittlerweile besuchen zwar auch viele Touristen das ruhige Tal, nicht zuletzt, weil es von der Unesco den Titel »Kulturlandschaft der Menschheit« eingeheimst hat. Doch zum Glück hat sich die Gegend ihren authentischen und entspannten Charme erhalten.

Bloß nicht …

… Angst haben vor Kriminalität. Kuba ist ein sicheres Land, für karibische Verhältnisse sogar extrem sicher. Dennoch sollte man nicht komplett leichtsinnig sein und nachts allein durch einsame Viertel mit jeder Menge Bargeld oder anderen Wertsachen flanieren.

… Supermärkte wie bei uns erwarten. Kubas Supermärkte sind oft ziemlich klein, das Angebot ist sehr überschaubar. Gleiches gilt für Kaufhäuser, wo leere Regale keine Seltenheit sind.

… ein »billiges« Urlaubsland erwarten. Die Preise in den Hotels, (Touristen-) Restaurants, (Touristen-) Bars, Supermärkten und Kaufhäusern sind relativ hoch.

… keinen Spaziergang am Malecón unternehmen. Die berühmte Uferpromenade Havannas ist Treffpunkt der Kubaner, besonders nach Einbruch der Dunkelheit.

… einfach so ins Taxi steigen und losfahren lassen. Klärt vor Antritt der Fahrt den Preis mit dem Fahrer! Wer in Havanna von A nach B mit dem Taxi fährt, zahlt mindestens zehn CUC (umgerechnet ca. zehn Euro).

… eine Fahrt mit einem Oldtimer verpassen. Der Oldtimer gehört zu Kuba wie die Pasta zu Italien. Unbedingt machen! Ihr zahlt – je nach Laune des Fahrers und eurem Verhandlungsgeschick – zwischen 20 und 40 CUC pro Stunde. Für Tagesfahrten sollten nicht mehr als 150 CUC bezahlt werden.

Oldtimer in Kuba

Frank Störbrauck

Eine Liebeserklärung an Kuba

Reiseführer. Kein klassischer Reiseführer, dennoch sehr informativ und umfassend mit vielen hilfreichen Tipps: »111 Gründe Kuba zu lieben. Eine Liebeserklärung an das schönste Land«. Klaus D. Leciejewski, Schwarzkopf Verlag, 360 Seiten, € 14,99

Info. Kubanisches Fremdenverkehrsbüro, Botschaft der Republik Kuba, Stavangerstr. 20, 10439 Berlin, Tel. 030 447 196 58

Mehr Eindrücke von Havanna gibt es in unserer Bildergalerie »Mojito, Oldtimer und karibisches Lebensgefühl«. Viel Spaß beim Durchklicken!

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?