Sie ist die Hauptstadt Kubas, die größte Metropole der Karibik und wunderschön noch dazu: Havanna. Eine Stadt der Kontraste, wie man sie auf Kuba nur einmal findet. Dabei erfüllt sie natürlich auch das Klischee von Oltdtimern und verfallenen Kolinialbauten. Sie ist das wirtschaftliche und politische Zentrum mit einer breiten Museumslandschaft und einzigartigem Nachtleben. Urlauber verleben in Havanna erfüllte Tage – vorausgesetzt, sie wissen, wo und wie. Unser Havanna-Reise-Guide! Text: Ulrike Klaas

Anreise. Mit Condor direkt von Frankfurt a.M. nach Havanna.

Visum. Die Einreise nach Kuba für einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen erfordert zwar kein Visum, aber eine Touristenkarte, die bei der Einreise zusammen mit einem noch sechs Monate gültigen Reisepass vorgezeigt werden muss. Die Touristenkarte muss vorher von der Botschaft ausgestellt werden. Kostenpunkt: etwa 22 Euro. Was man dazu braucht? Das entsprechende Formular, die Gebühr in bar, ein Passbild, das Rück- oder Weiterflugticket sowie der Nachweis einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung. Alternativ kann die Touristenkarte auch über eine Fluggesellschaft oder ein lizenziertes Reisebüro organisiert werden. Bei einem Pauschalurlaub übernimmt diese Formalitäten meistens der Veranstalter – dessen Stempel sollte unbedingt auf der Rückseite der Touristenkarte vorhanden sein.

Kontakt: Botschaft der Republik Kuba, Stavangerstr. 20, 10439 Berlin. Hier muss auch die Touristenkarte (ca. 30 Euro), die neben dem noch sechs Monate gültigen Reisepass für die Einreise benötigt wird, beantragt werden. Tel. 030 44719658

April ist der beste Monat für eine Reise nach Havanna

Klima. Das Klima in Havanna ist tropisch. In der Stadt herrschen eigentlich das ganze Jahr über sehr hohe Temperatur. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 27°C. Meist ist der wärmste Monat der Juni. Dann zeigt das Thermometer bis zu 34°C an. Von Juni bis Oktober kann es auch mal regnen. Zwischen Februar bis April ist es dagegen trockener.

Reisezeit. Die beste Zeit für eine Reise nach Havanna ist der April. Es fällt wenig Regen, und die Hitze hat die Stadt noch nicht ganz im Griff.

Altstadt von Havanna

Ulrike Klaas

Sprache. Auf Kuba wird Spanisch gesprochen. Castellano, wie die spanische Sprache auch genannt wird, ist die offizielle Amtssprache. Trotz der vielen Touristen sucht man englischsprachige Beschriftungen in Museen etc. meist noch vergebens. Generell gilt: Wer individuell durch das Land reist, sollte der spanischen Sprache zumindest ein bisschen mächtig sein.

Schlafen. Das Gran Hotel Manzana Kempinski La Habana am Rande der Altstadt ist das erste Fünf-Sterne-Luxushotel der Insel. Modern, mit kolonialem Ambiente. Umwerfend ist die Dachterrasse des Hotels mit Pool (der den Hotelgästen vorbehalten ist), Bar und Restaurant. Die Zimmerpreise starten bei € 350. Calle San Rafael, La Habana Vieja, 10100, Havana Tel. +53 786 99100

Gran Hotel Manzana Kempinski La Habana

Ulrike Klaas

Casa Particular. Wer in Kontakt mit Einheimischen kommen und authentisch wohnen möchte, bucht eine Casa Particular, eine private Unterkunft.

Sehenswürdigkeiten, die sich lohnen

Altstadt Habana Viejo. Ein Bummel durch die Altstadt Havannas ist bei einem Besuch der rund zwei Millionen Einwohner zählenden Metropole ein Muss. Nicht nur weil sie Unesco-Weltkulturerbe ist. Wer mag, kann sich einfach treiben lassen. Ein guter Anlaufpunkt, um zu beginnen, ist die Calle Obispo, eine der schönsten und beliebtesten Straßen der Altstadt – und einst die erste asphaltierte Hauptstraße Havannas. Man flaniert vorbei an Shops, Cafés, Restaurants und Bars. Es lohnt sich, beim Hotel Ambos Mundos, dem Lieblingshotel von Schriftsteller Ernest Hemingway, vorbeizuschauen. In Zimmer 511 hat Hemingway anfangs gewohnt, bevor er auf seine Finca außerhalb der Stadt zog. Heute finden Besucher dort ein Art Hemingway Museum in Miniatur. Das Zimmer soll so belassen worden sein wie er es verlassen hat – inklusive seiner alten Schreibmaschine. Mit dem betagten Aufzug ganz nach oben fahren und in der Bar die Aussicht auf die Altstadt genießen.

Altstadt von Havanna

Ulrike Klaas

Auch ein kurzer Fotostopp in den alten Apotheken »Taqueche« und »Johnson« lohnen, denn hier fühlt man sich wie um ein Jahrhundert zurückversetzt.

Alte Apotheke in der Altstadt von Havanna

Ulrike Klaas

Revolutionsplatz. Im Viertel Vedado befindet sich der Plaza de la Revolución. Batista hat ihn im Jahre 1952 als Plaza Cívica angelegte angelegt. Seit dem Jahr 1959 ist der weitläufige Platz Kubas politisches und administratives Zentrum. Bei politischen Anlässen und Feiern versammeln sich hier bis zu einer Million Menschen. Der Platz beeindruckt nicht nur mit seiner Größe (er misst stolze 45.000 Quadratmeter), sondern auch mit dem 109 Meter hohen Monumento José Martí und den Gesichtern von Che Guevara auf dem Gebäude des Innenministeriums – darunter der Spruch »Hasta la Victoria Siempre« (»immer bis zum Sieg«) – und dem von Camilo Cienfuegos nebenan auf dem Informationsministerium mit seinem Zitat »Vas bien Fidel« (»Fidel, du machst es richtig»). Beide kämpften gegen das Batista-Regime für Freiheit und gegen Armut.

Revolutionsplatz in Havanna

Ulrike Klaas

Tipp: Vom Martí-Gebäude hat man einen gigantischen Blick auf Havanna. Der Turm steht auf einem 30 Meter hohen Hügel. Mit dem Aufzug geht es dann auf 139 Metern Höhe. Auch durch das im Gebäude beheimatete Museum mit Dokumenten von Martí sollte man kurz schlendern.

Wo liegt der Schachweltmeister begraben?

Cementerio Cristóbal Colón. Für diesen Besuch sollte man Zeit einplanen. Der Cementerio Cristóbal Colón, zu Deutsch »Christoph-Kolumbus-Friedhof« und von den Einheimischen nur »Colón« genannt, ist ein absolutes Muss. Zwei Millionen Menschen haben hier ihre letzte Ruhe gefunden – ebenso viele Einwohner wie Havanna hat. Der Friedhof, der mitten in der Stadt liegt, ist eine Totenstadt aus Marmor und Stein. Hier kann man stundenlang umherwandern und die Gräber bestaunen.

Cementerio Cristóbal Colón - Friedhof in Havanna

Ulrike Klaas

Es sind Denkmäler für die Toten, vielen von ihnen mit den Eigenschaften versehen, die den Toten ausgemacht hat wie zum Beispiel dem Grab von José Raúl Capablanca, einem Schachweltmeister der 1920er Jahre, auf dessen Grab eine marmorne Schach-Dame prangt.

Malécon. Vor allem, wenn die Wellen gegen die Uferpromenade peitschen, ist der Malécon sehenswert. Die sieben Kilometer lange Uferpromenade ist die ehemalige Prachtstraße der Stadt, die von der Altstadt bis zum Rio Almendares reicht und die Stadtteile Habana Vieja, Centro Habana, Vedado verbindet und in Miramar endet.

Malécon - Uferstraße von Havanna

Ulrike Klaas

Der wohl schönste Teil ist am Castillo de la Punta, wo sich die Einheimischen zum Plaudern treffen, die kühle Brise und den Blick auf den Horizont und die Freiheit genießen.

Kultur, die auch Nichtinteressierte begeistern

Museo Nacional de Bellas Artes. Havanna ist eine Museumsstadt. Kulturinterssierte können von einem Museum ins nächste tingeln. Das Museo Nacional de Bellas Artes ist allerdings auch für all jene, die der Kunst nichts abgewinnen können, sehenswert. Zum einen wäre da die Fassade. Das Gebäude aus dem Jahr 1926 ähnelt äußerlich der Pariser Oper. Es ist das bedeutendste Kunstmuseum Kubas. Im Inneren finden sich reichhaltige Sammlungen von Gemälden, Skulpturen und antiker Kunst. 1.200 Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart, aus der europäischen und lateinamerikanischen Kunst, gibt es zu bestaunen.

Museo de los Orishas. Ein Museum zum ausdrücklichen Gruseln finden Besucher gegenüber des Capitolio. Farbenprächtige, lebensgroße Orisha-Statuen, Götter der afro-kubanischen Religion »Santería« lassen erschaudern vor lauter Zauberern, Hexerei und Okultismus. Das Museum ist zwar klein, aber außergewöhnlich und faszinierend. In Zeiten der Sklaverei durften die Yoruba, die in die Neue Welt gebracht wurden, keine Tempel bauen oder Bilder ihrer zum Teil fruchteinflössenden aussehenden Götter, der Orishas, ​​reproduzieren. Ihnen blieb nur eins:  ihre Götter mit denen der katholischen Kirche zu vermischen. Paseo del Prado 615, Villa San Cristóbal de La Habana

Kultur für jeden?

Fabrica de Arte Cubano. Wer sich in der Fabrica de Arte Cubano wiederfindet, wird sich verwundert die Augen reiben: Bin ich noch in Havanna? Defintiv, und zwar in einer Kulturstätte der besonderen Art. Die Kulturfabrik in der ehemaligen Speiseölfabrik aus rotem Klinker fällt schon von Weitem mit ihrem markanten Schornstein ins Auge. Seit ihrer Eröffnung 2014 ist sie eine kleine Sensation.

Fabrica de Arte Cabano - Kultur in Havanna

Ulrike Klaas

Der Gedanke dahinter: Kultur für alle. Denn dank moderater Preise soll sie Arm und Reich gleichermaßen zugänglich sein. Allerdings: Bei drei Euro Eintritt für viele Habaneros dann doch nicht machbar. In Scharen strömen Besucher zu Filmvorführungen und Diskussionsveranstaltungen mit Regisseuren, zu Theatervorstellungen und Konzerten. Zudem sind wechselnde Ausstellungen zu sehen und in kleinen Nischen verstecken sich Künstler, die hübschen Schmuck und Drucke verkaufen. Oder man setzt sich in eine der Innenhöfe, genießt die heißen Samba- und Cha-Cha-Cha-Rhythmen und ein kühles Bier oder einen Cocktail in den Bars und Restaurants. Der Besuch ein Muss für Havanna-Urlauber!

Lass es dir gut gehen: Restaurants, Bars & Cafés

Factoria Plaza Vieja. Wer durch die Altstadt La Habana Vieja flaniert, kommt unweigerlich am Plaza Vieja vorbei, einem der schönsten Plätze der Stadt. Er stammt aus Mitte des 16. Jahrhunderts und wurde einst  als Marktplatz genutzt. Heute säumen ihn barocke, restaurierte Herrschaftshäuser und Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit hübschen Säulenportalen. Wem es nach einer kühlen alkoholischen Erfrischung dürstet, der kehrt in die Factoria Plaza Vieja ein und probiert selbst gebrautes und frisch gezapftes kubanisches Bier.

Café El Escorial. Gleich gegenüber findet man eines der schönsten Cafés der Stadt: das Café El Escorial. Hier röstet man den Kaffee selbst und serviert ihn in ungewöhnlichen Kreationen wie Mojicafé, eine Mischung aus Mojito mit Kaffeelikör oder Miss Ochún, bestehend aus Espresso, Rum und Bananenlikör.

Barhopping leicht gemacht

La Bodeguita del Medio. Hier trifft man ebenfalls viele Touristen, allerdings ist die Bar, die Hemingway gerne besuchte, um sich einen Mojito schmecken zu lassen, ein guter Ausgangspunkt, um sich auf Havanna mit Musik und einem erfrischendem Cocktail einzustimmen. Im hinteren Teil gibt es auch ein Restaurant, das sehr gut besucht ist. Hier darf man nur das Essen nicht vergessen, denn die Wände zieren Bilder von sämtlichen Hollywood-Promis, die sich hier schon die Klinke in die Hand gegeben haben und sich auch mit einem kurzen Gruß oder einem Autogramm an den Wänden verewigt haben.

Bodiguita del Medito in der Altstadt von Havanna

Ulrike Klaas

La Floridita. Auch hier tummeln sich die Touristen, aber man sollte zumindest auf eine Daiquiry-Länge vorbeischauen, denn die Bar steckt voller Geschichten. Vor über 200 Jahren, im Jahr 1917 eöffnete hier »La Piña de Plata« (übersetzt »die silberne Ananas«) als typische spanische Bodega, die schnell populär wurde auf Grund der zentralen Lage an der Stadtmauern Havannas, die damals noch stand. Ihren Namen »La Floridita« verpassten ihr die katalanischen Brüder – die Sala Pareras – 1910 und verwandelten die heruntergekommene Bodega in eine moderne Bar: mit edlem Dekor, einzigartigen Atmosphäre und den typischen roten Jacken, die die Bartender noch heute tragen. Eigentlich nannten sie die Bar »La Florida« – als noch alles amerikanische beliebt war. Erst die Einheimischen tauften sie in El Floridita.

El Floridita - Bar von Ernest hemingway in Havanna

Ulrike Klaas

Schießlich kaufte der bekannte Bartender Constante Ribalaigua ihnen das Etablissement ab und machte die Bar zu dem berühmten Treffpunkt der er heute ist – bekannt für ihre hervorragenden Cocktail-Kreationen.  Die Annahme, dass er den ersten Daiquiry kreiert soll, ist streitig. Sicher ist: Ernest Hemingway liebte den Daiquiry von Constante. Also, an die Bar setzen, Salsa- oder Jazztönen lauschen und den Daiquiri und die Atmosphäre aufsaugen.

Trinkgeld muss sein

Starbien Restaurant. Auf Kuba gibt es die staatlichen Restaurants und die privaten Restaurant, Paladar geannnt. Um welche Art es sich handelt, erkennt man zumeist an der Größe, denn staatliche Restaurants sind meistens sehr viel größer. In einer Seitenstraße des breiten Boulevard Paseo im Viertel Vedado befindet sich Paladar »Starbien«, ein Geheimtipp. Dichte Bäume vor dem Haus schirmen es von der ruhigen Straße ab. Hier wird hervorragend zu fairen Preisen und mit ausnehmend gutem Service gekocht. Wer Gerichte wie Schwertfisch in Teriyakisosse, Meeresfrüchterisotto oder Filet Mignon in wirklicher gute Qualität genießen möchte, ist hier genau richtig.

Trinkgeld. Da die meisten Angestellten auf Kuba nur einen geringen Lohn in kubanischen Pesos erhalten, sind Trinkgelder (auch in All-inclusive Hotels) immer sehr willkommen. Generell gilt auch: Ob Hotelpersonal, Musiker oder Zimmermädchen – über Alltags-Artikel wie Seife, Shampoo oder moderne Kleidung (vor allem Jeans und bedruckte T-Shirts) freuen sich alle sehr.

Kleiner Abstecher gefällig?

Persönlicher Tipp. Dieser Tipp befindet sich zwar nicht in Havanna, aber wer in der kubanischen Metropole weilt, sollte unbedingt einen Abstecher ins dreieinhalb Autostunden entfernte Valle de Viñales unternehmen.

Valle de Vinales nahe Havanna

Ulrike Klaas

In dem verwunschenen Tal, wo Geier vor üppig bewachsenen Kalksteinfelsen kreisen, wächst einer der besten Tabaks der Welt. Wie aus Tabakblättern die berühmten Zigarren hergetsellt werden, kann man auf der Farm von Benito Comejo in Viñales erfahren.

Was man noch erleben kann? Man kann aktiv sein. Am besten man erkundet die Gegend auf geführten Touren per Rad oder Pferd. Und schaut beispielsweise bei der Felsmalerei Mural de la Prehistoria vorbei, die 1961 der mexikanische Künstler Leovigildo González Morillo auf den Kalkfelsen malte. An dem 120 Meter hohen und 180 Meter breiten Kunstwerk versuchen sich Kletterer.

Ein guter Stopp zum Einkehren ist die Finca Agroecologica El Paraiso, die mit einer grandiosen Aussicht auf das Mogote-Tal und heimischer biologischer Kost überzeugt – zum Beispiel Rindfleischeintopf mit Paprika und Zwiebeln namens »ropa vieja«.

Mittlerweile besuchen zwar auch viele Touristen das ruhige Tal, nicht zuletzt, weil es von der Unesco den Titel »Kulturlandschaft der Menschheit« eingeheimst hat. Doch zum Glück hat sich die Gegend ihren authentischen und entspannten Charme erhalten.

Eine Liebeserklärung an Kuba

Reiseführer. Kein klassischer Reiseführer, dennoch sehr informativ und umfassend mit vielen hilfreichen Tipps: »111 Gründe Kuba zu lieben. Eine Liebeserklärung an das schönste Land«. Klaus D. Leciejewski, Schwarzkopf Verlag, 360 Seiten, € 14,99

Info. Kubanisches Fremdenverkehrsbüro, Botschaft der Republik Kuba, Stavangerstr. 20, 10439 Berlin, Tel. 030 447 196 58

Mehr Eindrücke von Havanna gibt es in unserer Bildergalerie »Mojito, Oldtimer und karibisches Lebensgefühl«. Viel Spaß beim Durchklicken!

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