Seit über 20 Jahren fährt Berufsfischer Rolf Meier morgens um vier Uhr mit seinem kleinen Fischerboot auf den Bodensee. Mit an Bord sind natürlich seine Fischernetze. Und manchmal sogar Gäste, denen er die Fischerei näherbringt. Im Anschluss gibt es in seinem Familienrestaurant den Fang frisch auf den Tisch.

Mit Verve zieht Rolf Meier das lange Netz aus dem spiegelglatten See. Die Felchen darin zappeln wild. Es ist halb fünf Uhr morgens, noch liegt der See in Dunkelheit gehüllt. Einzig die Frösche sind schon wach und quaken lautstark um die Wette. Mit der Morgendämmerung nehmen auch die Vögel ihre Arbeit auf und zwitschern munter drauf los. »Na, beeindruckt?«, fragt Rolf seine Gäste dann gerne. Die Antwort ist klar: Der Magie des erwachenden Bodensees kann sich niemand entziehen. Auch Rolf Meier nicht. Als Globetrotter hat er die ganze Welt bereist. Schließlich zog es ihn wieder in die alte Heimat zurück, an den Bodensee.

Abends die Netze setzen, morgens wieder einziehen

An fünf Tagen pro Woche geht Rolf für den Familienbetrieb im Bodensee fischen. Der Betrieb ist das Restaurant Seegarten in Ermatingen in der Schweiz. Abends setzt er die Netze in den See, morgens zieht er sie wieder ein – je nach Jahreszeit mit rund 50 Fischen darin. Im Bodensee fischen, das ist sein Geschäft.

Fischer Rolf Meier mit Fang im Boot auf dem Bodensee

swiss-image.ch/Ivo Scholz

Zu Hause entschuppt und filetiert er die Fische, bevor er sie seiner Schwägerin zum Kochen übergibt. Rolfs Ehefrau serviert die Fische dann in der Gaststube oder draußen auf der Sonnenterrasse. Als Gast darf man der Familie bei den Arbeiten über die Schulter schauen – und im Anschluss den Fisch im Restaurant genießen. »Ich fische nur für den Eigenbedarf, wir kaufen keine Fische dazu«, sagt Rolf. Da heißt es bei Großandrang auch mal: Keine Fische mehr heute!

Zu sauberes Wasser im Bodensee

Netze raus, Fische rein: Das sieht einfach aus, doch es steckt viel Wissen dahinter. »Ich brauche rund zehn Jahre, bis ich mein Gewässer richtig kenne«, so Rolf. Neben den Eglis sind es mehrheitlich die Felchen, von denen er lebt: »Daher nenne ich ihn auch meinen Brotfisch.« Weil die Wasserqualität des Bodensees immer besser wird, gibt es immer weniger Fische: Das Futter geht ihnen aus. »Für mich als Fischer dürfte das Wasser etwas dreckiger sein«, meint Rolf schmunzelnd. Trotzdem ist er mit seiner Arbeit mehr als zufrieden. »Es gefällt mir einfach alles daran.« Man glaubt es ihm gern.

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