Unmittelbar an der Copacabana in Rio de Janeiro gelegen, ist das Hotel Copacabana Palace selbst eine weltweite Berühmtheit. Immerhin hatte es mehr als 90 Jahre Zeit, sein Image zu pflegen. Herzlichen Glückwunsch zu einer bewegenden Geschichte mit illustren Gästen. Text: Jennifer Latuperisa-Andresen

Als Albert Einstein 1933 auf der Terrasse des Grandhotels dinierte, war es für die Cariocas, wie sich die Bewohner Rio de Janeiros nennen, tatsächlich ein exotisches Vorhaben, ein Bad im Meer zu nehmen. Kaum vorstellbar bei dem heutigen Körperkult und den weltbekannten Strandschönheiten, die am vier Kilometer langen und immens breiten Strand der Copacabana das jetzige Bild Brasiliens prägen.

Die Copacabana – wo sich niemand aufhalten wollte

Damals jedoch, als Octávio Guinle, Sohn der reichsten Familie des Landes, aber wegen der Heirat einer einfachen amerikanischen Krankenschwester enterbt, sich traute, genau dort ein Grandhotel zu erbauen, wo sich niemand aufhalten wollte, am Strand der Copacabana, stieß das Projekt auf Erstaunen. Dazu muss man wissen, dass es in den Goldenen Zwanzigern in Brasilien très chic war, ein urbanes Leben zu führen. Von botanischen Gärten wollte man nichts wissen, selbst der nachbarschaftliche Regenwald wurde missachtet, und der Besuch des Ozeans war lediglich zu therapeutischen Zwecken geduldet. Denn, man mag es kaum glauben, der Strandaufenthalt war damals gesetzlich geregelt, nur in den frühen Morgenstunden sowie am Abend durfte gebadet werden – ein Gesetz, das kaum jemanden interessierte. Bedarf bestand ja eh nicht.

Das Hotel verschaffte dem Strand Weltruhm, nicht andersrum.

Während also die Eigenheimbesitzer ihre Fenster statt gen Grünfläche und Garten auf die Straße ausrichteten, um Teil des Stadtlebens zu sein, erkannte Guinle, dass sich das internationale Publikum ein mondänes Leben etwas anders vorstellte. Zwar träumte man in Rio de Janeiro von Paris, aber in Paris sollte man alsbald von der Copacabana träumen.

Also schuf er einen Palast, der sich trutzig wie die Hotels an der Côte d’Azur gen Meeresrauschen wandte und dabei das noch unentdeckte Viertel der Copacabana prägte. Ja, geradezu erschuf. Denn wie der brasilianische Journalist Maneco Müller einst sagte: »… verschaffte das Hotel Copacabana Palace dem Strand Weltruhm, nicht andersrum.«

90 Jahre voller Stolz

Denn Guinles Plan ging auf. Mit striktem Auge wachte er über die Konstruktion des aus deutschem Zement und brasilianischem Marmor errichteten Luxushotels. Er schuf Zimmer großzügiger Natur, servierte Köstliches, kreiert von einem Küchenchef, den er aus dem Londoner Hotel Savoy abwarb, und wurde häufig dabei gesichtet, wie er mit dem Finger über das Mobiliar strich, um die Qualität des Housekeepings zu überprüfen.

Der Erfolg gab ihm recht, und auch das Personal, immerhin über 1.000 Angestellte für nur 230 Zimmer, blieb ihm treu. Nicht wenige Mitarbeiter begannen und endeten ihre Karriere im Copacabana Palace. Eine Karriere, die neben aufregenden Erlebnissen auch von einer großen Portion Stolz geprägt ist, denn selbst nach 90 Jahren Hotellerie ist das Fünf-Sterne-Hotel noch immer das beste Haus vor Ort, iwo, des Landes.

Treffpunkt der Schönen und Reichen

Bis heute konnte nichts dem Perfektionismus des Octávio Guinle das Wasser reichen. Dabei wurde immer darauf geachtet, dass sich das Hotel mit dem Zeitgeist bewegt. Wenn einst zur Eröffnung eine Revue oder das Casino die Gäste unterhalten hat, ist es heute ein Nachtclub, in dem insbesondere an Samstagen die Schönen und Reichen der Stadt tanzen. Diese befinden sich heutzutage selbstverständlich auch am Strand der Copacabana. Um diesen zu erreichen, bedarf es lediglich ein paar Schritte über die Straße. Doch Achtung, an manchen Tagen hat die Beliebtheit dieses Strandes den bitteren Beigeschmack, dass man das Meer wegen der unzähligen Körper im Blickfeld kaum noch erspähen kann.

Glücklicherweise hat das Hotel einen kleinen Beach-Club. Ansonsten garantieren auch zwei Pools eine Abkühlung, wobei der kleine Roof-Top Pool nur den Suite-Gästen im Haupthaus vorbehalten ist. Neben den wunderschönen und detailverliebten Suiten ist das ein Sahnehäubchen obenauf, die Extraportion Luxus. Ein illustrer Kreis an Gästen trifft dort gern zusammen und genießt die Sonne. Dieses Jahr war es Halle Berry. Eine weltbekannte Hollywood-Schönheit, die sich kein besseres Hotel vorstellen kann. Ach, Octávio Guinle wäre stolz gewesen.

Anreise. Air France fliegt 13-Mal die Woche von zehn deutschen Flughäfen via Paris CDG nach Rio de Janeiro. KLM fünfmal die Woche via Amsterdam. Ein Hin- und Rückflug-Ticket in der Economy-Class ist ab € 599 buchbar (inkl. Steuern), www.airfrance.de

Copacabana Palace. Avenida Atlântica 1702, Rio de Janeiro, CEP 22021 001. Die Nacht im DZ kostet € 384 inkl. Willkommensgruß, Frühstück und WLAN. Die Nacht in einer Penthouse-Suite € 2237. Alle Preise zzgl. Steuern und Servicegebühren. Das Copacabana Palace gehört zu den exklusiven Orient-Express Hotels. Eine Buchung ist über die Webseite www.orient-express.com möglich. Mehr Infos unter: www.copacabanapalace.com

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