Urlaub in Japan boomt! Doch wer hier hinreist, sollte sich vor dem Abflug auch mit der Kultur und den Verhaltensregeln im Land auseinandersetzen. Sonst droht der Tritt ins Fettnäpfchen. Wir verraten, was du in Japan beachten solltest.
Zugfahren in Japan
Jeder Tourist, der in Japan einen Zug besteigt, wird erstaunt sein, wie ruhig und gesittet es auf den Bahnsteigen zugeht. Kein Drängeln, kein Schubsen – das Aus- und Einsteigen verläuft völlig unaufgeregt. Höflichkeit ist das wichtigste Bindemittel im japanischen Zusammenleben und wird tagtäglich praktiziert.
Auf jedem Ticket steht ein Wagen und eine Sitznummer. Am Bahnsteig wird angezeigt, wo genau man anstehen muss, um am schnellsten zum Platz zu kommen. Als legendär gilt die Pünktlichkeit der Züge, allen voran des berühmten Shinkansen.
Achtung! In den Zügen ist es verpönt zu telefonieren, um die Mitreisenden nicht zu stören.

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Sehr geringe Kriminalitätsrate
Besonders Englisch sprechende Japaner zeigen sich gegenüber Ausländern sehr hilfsbereit. Verirrten Touristen wird gern der Weg ohne besondere Aufforderung gewiesen. Hintergedanken hat dabei in der Regel niemand. Japan gehört weltweit immer noch zu den Ländern mit der niedrigsten Kriminalitätsrate!
Wer an öffentlichen Orten etwas liegen lässt, kann damit rechnen, die Kamera oder der Geldbeutel einige Zeit später dort immer noch wiederzufinden. Trotzdem sollten Urlauber auch in Japan Vorsicht walten lassen, die üblichen Vorsichtsmaßnahmen treffen und Geldbeutel, Reisepass und andere wichtige Wertgegenstände und Dokumente stets sicher verstauen. Denn auch hier gibt es Taschendiebe. Besonders in touristischen Gebieten.
Vor dem Onsen-Besuch gründlich waschen
Ausländische Gäste nutzen ihren Japan-Aufenthalt gern für einen Besuch im Onsen, einer heißen Quelle. Hier ist es ganz wichtig, sich vor dem eigentlichen Bad gründlichst zu waschen und darauf zu achten, sämtliche Seifen-/Duschgel-Reste abzuspülen.

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Dies gilt ebenso für Besucher der öffentlichen Bäder, genannt »sento«. Menschen mit größeren Tattoos sollten sich darüber im Klaren sein, dass diese Art von Körperbemalung in Japan der Yakuza, dem organisierten Verbrechen zugeordnet wird und damit zu unliebsamem Aufsehen führen kann.
Pünktlichkeit spielt im Geschäftsleben eine ganze große Rolle. Zwischen fünf Minuten vor dem Termin bis auf den Punkt genau, gilt dabei als Regel. Wer sich nur um einige Minuten verspätet, sollte dies telefonisch vorher mitteilen.
Wichtige Regeln beim Essen
Beim Essen mit Japanern schenkt man sich nie selbst etwas zu trinken ein. Erst wird immer dem Nachbarn etwas angeboten, der dem anderen dann im Gegenzug etwas nachschenkt. Sobald ein Glas geleert ist, wird es nachgefüllt. Möchte man nichts mehr trinken, sollte immer ein Rest im Glas verbeiben.
Zu den »No-Gos« beim Essen gehört es, die Stäbchen aufrecht in den Reis zu stecken. Auf diese Weise wird der Reis nämlich ausschließlich am buddhistischen Hausaltar den Geistern der verstorbenen Vorfahren als Speiseopfer dargeboten.
Kein Trinkgeld geben
Der Austausch von Aufmerksamkeiten bildet einen bedeutenden Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Japan. Präsente haben als Ausdruck der Verbundenheit, Dankbarkeit und auch als Zeichen des Respekts einen hohen Stellenwert. Es muss nichts Großartiges sein – Süßigkeiten oder etwas zu Knabbern reichen aus. Auch ein Mitbringsel aus dem Heimatland des Gastes erfreut sich immer besonderer Beliebtheit. Aber, Achtung! Trinkgeld ist in Japan unüblich und gilt fast als Beleidigung.
Da in Japan Visitenkarten »Leute machen«, ist es für Geschäftsreisende unbedingt erforderlich, entsprechende Karten bei sich haben, und zwar am besten beidseitig bedruckt: auf der einen Seite in Englisch oder Deutsch, auf der anderen Seite in Japanisch. Der Austausch von Visitenkarten macht es nicht nur leichter, die zahlreichen fremdländischen Gesichter auseinander zu halten, sondern ermöglicht den Japanern zugleich die hierarchische Einordnung eines Fremden. Es ist üblich und gilt als besonders höflich, die Visitenkarte mit beiden Händen zu überreichen und entgegenzunehmen. Die Karte darf man dann aber nicht wegstecken, sondern sollte sie genau studieren oder vor sich auf den Tisch legen, um immer wieder darauf zurückgreifen zu können.
