Dreihundert verschiedene Apfelsorten werden im französischen Pays d’Othe angebaut. Die blühenden Apfelbäume bieten im Frühling einen herrlichen Anblick. Gerne möchte man zu dieser Jahreszeit aufs Land und wieder einmal frische Luft schnappen. Wir haben ein paar Ideen zusammengetragen.

Die ersten Sonnenstrahlen im Freien verbringen

Einmal wieder mit dem Fahrrad über kleine, von Autos vergessene Wirtschaftswege gleiten. Die Radwanderkarte des Tourismusamtes hilft dabei. Wer modern ausgerüstet ist, kann sogar über einen QR-Code Informationen über die Radstrecken empfangen.

Auch wenn man bei den ersten Sonnenstrahlen gerne im Freien ist, sollte man nicht auf einen Spaziergang durch die kleinen Sträßchen des nahen Troyes verzichten. Der Ort ist eine wahre Schönheit aus dem Mittelalter und die Innenstadt hat den Umriss eines Champagnerkorkens. Die pastellbunten Farben der Fachwerkhäuser wirken jetzt noch ansprechender und entführen zu einer Reise in die Vergangenheit. Augenblicklich wird man in die Zeit der Champagnermärkte versetzt, die inmitten von Kramläden und herrschaftlichen Häusern, den Ruhm der Stadt begründeten.

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Troyes – eine Mischung aus Tradition und Moderne

Troyes war einst von Kirchen, Klöstern, Abteien und anderen religiösen Bauten wie übersät. Heute enthalten die neun unter Denkmalschutz stehenden Kirchen und die Kathedrale viele Meisterwerke der Bildhauerei und Buntglasfenster. So wie die Stadt, bieten auch die Museen von Troyes dem Liebhaber eine Mischung aus Tradition und Moderne: Museum für moderne Kunst, die alte Apotheke im Hôtel-Dieu-Le-Comte …

Wer sich gerne preiswert mit französischer Mode eindecken möchte, sollte in dieser Hauptstadt der Fabrikläden einen Besuch der Outletzentren einplanen. Aber die Innenstadt von Troyes bietet auch eine ganze Reihe von vergänglichen Gärten, die »jardins éphémères«. Die Gärten neben der Kirche Sainte-Madeleine und dem Hôtel du Vauluisant und der Garten für Heilpflanzen des Hôtel-Dieu strahlen wieder frühlingshaft frisch.

Pflichtprogramm: ein Besuch in Essoyes

Zurück auf dem Lande, ist ein Besuch in Essoyes unumgänglich. Das dem berühmten Maler Pierre-Auguste Renoir gewidmete Kulturzentrum »Du Côté des Renoir« hat dort einen außerordentlichen Versuch durchgeführt. Von zehn unabhängigen Champagnerhäusern wurden spezielle Champagner kreiert, die ganz im Einklang zu Gemälden des Meisters des Impressionismus stehen. Die Champagner sind jeden Sonntag von Mai bis September im Rahmen eines Besichtigungsprogramms des Dorfes zu verkosten.

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Auf den Spuren von Renoir

Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) traf Aline Charigot, als er in Paris arbeitete. 18 Jahre jünger als er, verkörperte sie sein Ideal weiblicher Schönheit. Aline wurde erst Modell, später Ehefrau des Malers und taucht auf vielen seiner Bilder auf. Aline stammte aus dem Dorf Essoyes in der Champagne.

Renoir war bezaubert von dem Dorfleben, dem Frieden und der Schönheit der Umgebung. Das Paar kam jeden Sommer nach Essoyes. 1896 baute Renoir dort ein Haus und später im Garten ein Atelier, wo er in Ruhe arbeiten konnte. Es war ihr beider Wunsch, in Essoyes begraben zu werden. Sie ruhen zusammen mit ihren Kindern auf dem Friedhof des Dorfes. In Essoyes erfahren Besucher im kulturellen Zentrum viel über den Maler und seine Familie.

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Ein ausgeschilderter Fußweg führt von da aus durch das Dorf und an den Ateliers heutiger Künstler vorbei zum Atelier des großen Meisters. Es ist durch einen Blumengarten zu erreichen, dessen Anlage von Renoirs Gemälden inspiriert ist. Das berühmte »Frühling in Essoyes« und andere Gemälde sind in Essoyes als Original nicht zu sehen, aber die Stimmung des Champagnerdorfes, die Renoir so sehr liebte, lässt sich noch heute zu dieser Jahreszeit einfangen.

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