Eine weite flache Flusslandschaft, verträumte Dörfer und mittendrin Deutschlands drittgrößter Strom, die Elbe: Willkommen in der Prignitz. Unser Reise-Guide für die Region.

Anreise. Am bequemsten geht es in die Prignitz mit dem Zug von Hamburg (rund eine Stunde mit dem IC/EC) oder Berlin (52 Minuten mit dem EC oder rund 90 Minuten mit dem Regionalexpress) nach Wittenberge.

Unterkunft. Hotel Alte Ölmühle, Vier-Sterne-Haus, in denkmalgeschützten Gebäuden, direkt an der Elbe gelegen. Das Hotel bietet 64 Betten in Einzel- und Doppelzimmern sowie Appartements und Suiten. Diese können von bis zu vier Personen genutzt werden. Auf dem Gelände gibt es einen Kletterturm, eine Bowlingbahn und ein zehn Meter tiefes Tauchbecken mit zwei Trainingsebenen.

Blick auf die Alte Ölmühle und die Elbe in Wittenberge

Alte Ölmühle Wittenberge

Schlafen im alten Bahnhof

Im beschaulichen Dorf Bad Wilsnack bietet sich eine Unterkunft im Bahnhofsquartier an. In dem historischen Gebäude gibt es acht Ferienwohnungen zwischen 28 und 35 Quadratmetern, mit Gleis- oder Stadtblick, ab 48 Euro pro Nacht für 2 Personen, Tel. 038791-179797.

Burg Lenzen, 3 Sterne, historisches Baudenkmal, das exzellent renoviert wurde und heute u.a. ein Hotel mit tollem Grünpark ist. Ein Bio-Frühstücksbuffet sorgt für einen guten Start in den Tag. Erholung findet man im Park oder der Sauna. Die Zimmer sind aufgeteilt in der Burg und der historischen Burgschule, ab 52 Euro fürs EZ.

Sehr idyllisch ist auch eine Übernachtung in dem Dorf Breetz. Dort haben Brigitte und Horst Oppenhäuser drei Häuser zu Apartments umgebaut. Mittlerweile kann man auch »nur« Zimmer mieten. Auch eine Tagungsstätte gibt es hier im Kulturhof Breetz, wie das Anwesen offiziell heißt. Wer Urlaub machen will, kann von hier aus prima die Flusslandschaft Elbe entdecken. Oder im Garten faulenzen. Oder in der Löcknitz schwimmen. Eine Wellness-Area gibt es auch.

Café in Breetz in der Prignitz

Frank Störbrauck

Ausflugstipps: Radtour an der Elbe, Wittenberge, Storchendorf und Burg Lenzen

Ausflüge. Die Prignitz ist für Radfahrer geradezu prädestiniert. Die Radwege verlaufen abseits der großen Straßen ohne nennenswerte Steigungen. Auf über 1.100 Streckenkilometern leiten rund 130 Knotenpunkte Radler durch die Region. Fahrräder und E-Bikes können an Dutzenden Stationen in der Prignitz ausgeliehen werden. Mehr Infos dazu gibt es in dieser Reportage.

Eine Schiffstour auf der Elbe rund um Wittenberge wird von April bis September angeboten. Das Schiff liegt im Sportboothafen Nedwiganger in Wittenberge ab. Es bietet auf zwei Decks 70 Personen Platz. Drei Touren werden angeboten, angefangen über einen Ausflug, der eine Stunde dauert über die Tagestour Elbe (4,5 Stunden) bis zur Tagestour Elbauen in die Domstadt (7-8 Stunden). Die Preise variieren von 7,50 Euro bis zu 39 Euro pro Person und Tour.

In Wittenberge kann man an diversen Stadtführungen teilnehmen, von der Herz- bis zur Singertour bis hin zu kulinarischen Erlebnistouren. Infos und Buchung über Touristeninformation Wittenberge, Tel. 03877-929181.

2019 lohnt ein Besuch der kleinen, aber sehr geschichtsträchtigen Stadt Wittstock. Sie ist von April bis Oktober Gastgeberin der 6. Brandenburgischen Landesgartenschau. Die Gartenschau wird inmitten des historischen Altstadtkerns mit seiner vollständig erhaltenden Stadtmauer ausgetragen. Hier liegt auch die alte Bischofsburg mit dem Museum des Dreißigjährigen Krieges.

Bischofsburg in Wittstock

TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Störche gucken in Rühstädt

Auf zu den Störchen: Bis zu 44 Nester sind in dem »europäischen Storchendorf« Rühstädt von März bis August besetzt. Die mehr als 30 Rühstädter Storchenpaare werden von den ca. 250 Bewohnern des Ortes, allen voran von den Mitgliedern des Storchenclubs, beobachtet und betreut.

Der Weißstorch auf dem ehemaligen Rühstädter Wasserturm hat einen beliebten Platz ergattert. Im Vordergrund blühen die Rosen.

LfU/Häuser

Im Besucherinformationszentrum und im Haus des Storchenclubs gibt es Wissenswertes rund um den Weißstorch.

Interessant ist eine Wanderung zu den Binnendünen in Klein Schmölen. Ein Aussichtspunkt ermöglicht weite Blicke in das Elbetal und auf das unmittelbar südlich anschließende Naturschutzgebiet Löcknitztal-Altlauf.

Die Prignitz ist im Herbst für viele Zugvögel ein bedeutendes Drehkreuz und in milden Wintern sogar Winterquartier. Besucher haben dann (bis etwa Anfang Dezember) gute Chancen, die Zugvögel zu entdecken. Am besten im Rambower Moor. 2014 wurde das Moor mit seinen mystischen Torfstichen, den Feuchtwiesen mit Orchideen und Wollgras, den Schilfgürteln und dem flachen Moorsee von der Heinz-Sielmann-Stiftung sogar zu »Deutschlands schönstem Naturwunder« gekürt.

Kraniche im Rambower Moor in der Prignitz

Dieter Damschen

Geschichte erleben: Wittenberger Uhrenturm und Plattenburg

Sehenswürdigkeiten. Der Wittenberger Uhrenturm gehört zum Ensemble des Anfang des vergangenen Jahrhunderts gegründeten Nähmaschinenwerks. Von 1951 bis zu Wende wurden fast acht Millionen Nähmaschinen in Wittenberge produziert. Der Uhrenturm kann heute in über 192 Treppenstufen von innen erstiegen werden. Mehrere Etagen dokumentieren die Geschichte des Werkes. Man kann die Originale aller unter der Marke Singer und Veritas in Wittenberge produzierten Nähmaschinen begutachten.

Uhrenturm Wittenberge

Frank Störbrauck

Die Plattenburg ist die älteste noch erhaltene Wasserburg im Norden Deutschlands. Die historischen Räume in der Plattenburg (Rittersaal und Eingangshalle) zählen zu den schönsten erhaltenen Zeugnissen künstlerischer Innenraumgestaltung der Spätrenaissance in der Prignitz. Zu dem herausstechenden Schmuck des Rittersaales gehören sowohl die prächtige Tür und die Sandsteintreppe als auch der prunkvolle Kamin. Im burgeigenen Restaurant wird deftige Kost angeboten.

Erst Kultur, dann Schlemmen

Sehenswert ist auch Burg Lenzen. Die Ursprünge der Burg gehen bis in die Slawenzeit zurück. Im Museum wird die Geschichte der Stadt mit vielen Exponaten nacherlebbar. Burgpark und Kräutergarten laden zu Spaziergängen ein. Heute beherbergt die Burg das Europäische Zentrum für Auenökologie, Umweltbildung und Besucherinformation mit Ausstellungen sowie Veranstaltungen und Führungen.

Park der Burg Lenzen in der Prignitz

Frank Störbrauck

Seit dem Frühsommer 2018 können Besucher in dem zur Burg gehörenden Park sechs Erlebnisstationen besuchen. Im »WasserReich« beispielsweise kann man an einem Wasserspieltisch eine Flusslandschaft anlegen und testen, wie diese bei Hochwasser aussehen würde. Mit Sand und Lehm baut man einen Flusslauf samt Deich. Anschließend heißt es mit einer Pumpe »Wasser marsch!« und es zeigt sich, ob ein Hochwasser die Deiche bedroht oder der Fluss ausreichend Raum hat, um sich auszubreiten. Ein weiteres Abenteuer ist die Baumhängebrücke im »WaldReich«. Hier lassen sich mit installierten Fernrohren scheue Tiere erkunden, die in einem Auenwald leben.

Im Spätsommer lohnt ein Besuch der Kyritz-Ruppiner Heide. Grund sind die zahlreichen seltenen Tier-und Pflanzenarten. Ab etwa Mitte August steht die Heide in voller Blüte und lockt bis Ende September mit einem lilafarbenen Blütenmeer. Sieben zertifizierte Natur-und Landschaftsführer bieten Sternenführungen und zahlreiche geführte Wander- oder Radtouren an.

Kyritz-Ruppiner Heide in der Prignitz

Tourismsuverband Prignitz e.V./Jürgen Paul

Unbedingt probieren. Wenn etwas typisch Prignitz ist, dann der Knieperkohl – oder Sur´n Hansen. Dabei handelt es sich um ein eingesäuertes, deftiges Kohl-Gericht aus verschiedenen Kohlsorten. Von November bis März zelebrieren viele Gaststätten der Region die regionale Spezialität. Traditionell wird das Kohlgericht geschmort und mit Speck, Eisbein oder Kohlwurst serviert.

Knieperspezialitäten aus der Prignitz

Fotoarchiv TV Prignitz

Infos. Tourismusverband Prignitz: Tel.: 03876/30 74 19 20, mehr Infos hier.

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