Geschichtsreiche Stadtviertel, pulsierendes Nachtleben, kulturelle Routen und eine facettenreiche Region – all das macht Lissabon aus. Die portugiesische Hauptstadt gilt in Europa als eines der beliebtesten Ziele für Städtereisen. Unser Reise-Guide Lissabon.

Anreise. Mit TAP Portugal von Frankfurt a. M., München, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Berlin nach Lissabon.

Unterkunft. Hotel Vip Grand Lisboa Hotel & Spa, Avenida 5 de Outubro, Tel.: +351 210 435 000, 5-Sterne-Hotel, nur wenige Minuten vom Jose-Alvalade-Stadion, Zoo von Lissabon und von der Avenida da Liberdade entfernt. Eine Nacht ab € 79 im DZ.; Corinthia Hotel Lissabon, Av. Columbano Bordalo Pinheiro 105, Tel.: +351 21 7236363, das moderne Fünf-Sterne-Haus befindet sich mitten im Zentrum, mit Blick auf das berühmte Aquädukt aus dem 18. Jahrhundert sowie in der Nähe des Monsanto Naturparks. Das Hotel ermöglicht seinen Gästen einen Einblick in das portugiesische Lebensgefühl bei einem traditionellen Fado-Musikabend. »Fado Night Out« kostet im DZ ab € 290 für zwei Übernachtungen inkl. Frühstücksbuffet, das Dinner begleitend zum Fado-Musikabend (ohne Getränke).

Sonne pur

Klima. Mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr und nur rund drei Flugstunden von Deutschland entfernt, ist die portugiesische Hauptstadt das perfekte Ziel, um ein verlängertes Wochenende lang dem deutschen Winter zu entfliehen. Im Dezember beträgt die Durchschnittstemperatur 12 Grad. Temperaturen um den Gefrierpunkt sind sehr selten. Schneefall ist in Lissabon die absolute Ausnahme. Der Sommer ist mit durchschnittlich unter 30 Grad angenehm mild.

Alles gut im Blick

Sehenswürdigkeiten. Wer Lissabon besichtigt, stößt immer wieder auf Aussichtspunkte, die einen tollen Überblick über die portugiesische Hauptstadt vermitteln. Einen ersten Überblick über die Tejo-Metropole verschaffen sich Besucher am besten von dem Triumphbogen Arco da Rua Augusta aus, der am südlichen Ende der Baixa den Platz Praça do Comércio mit der Einkaufsstraße Rua Augusta verbindet.

Die Einkaufsstraße Rua Augusta in Lissabon, Portugal

Ulrike Klaas

Mitten im geschäftigen Treiben genießen Touristen wie Einheimische auf dem Bogen einen Moment der Ruhe und können den Blick über den Praça do Comércio, die Altstadt Baixa, die Kathedrale sowie die Burg Castelo de São Jorge und den Fluss Tejo schweifen lassen. Der Arco da Rua Augusta ist täglich von neun bis 19 Uhr geöffnet und die begehbare Aussichtsplattform ist bequem über einen Aufzug im Inneren zu erreichen. Der Eintritt kostet € 2,50. Kinder bis fünf Jahre besichtigen den Triumphbogen kostenfrei.

Der Parque Eduardo VII, Lissabons größter Park, beginnt als Verlängerung der Avenida da Liberdade direkt am Praça Marquês de Pombal. Als Sehenswürdigkeit lohnen hier nicht nur die mit Rosen bepflanzten Grünflächen sowie die beiden Gewächshäuser Estufa Fria und Estufa Quente, am nördlichen Ende des Parque Eduardo VII genießen Besucher auch einen guten Überblick über die Innenstadt bis hinunter zum Tejo – ein Gefühl, als breitet sich die ganze Stadt vor einem aus. Das hier befindliche Denkmal, erinnert an die Nelkenrevolution vom 25. April 1974.

Eine Reise in die Vergangenheit

Museen. Wirklich sehenswert ist das Lisboa Story Centre und gehört deshalb in den Reise-Guide Lissabon. In dieser interaktiven Ausstellung erleben Besucher eine virtuelle Reise in die Vergangenheit Lissabons – von der Entstehung bis zur Gegenwart. Der virtuelle Ausflug beginnt in der Vorgeschichte des großen Bebens von 1755, durchläuft die Zerstörung der Stadt und endet im Szenario der Verwüstung und im Leid der Bewohner. Man erfährt anhand eines Modells, wie die Stadt vor dem großen Erdstoß ausgesehen hat und in einem eigenen Bereich alles über den Wiederaufbau Lissabons nach den Plänen des damaligen Premierministers und Stadtplaners Marquês de Pombal. Informativ und spannend anzusehen. Eintritt für Erwachsene: € 7, Kinder bis 5 Jahre frei, ab 6 Jahre bis 15 Jahre, € 3.

Portugiesische Spezialität: Petiscos

Restaurants. Mercado Campo de Ourique, R. Coelho da Rocha 104, 1350 Lisboa. In der großen, 2013 renovierten Markthalle bieten eine Fülle von Gastronomen ihre kulinarischen Leckerbissen an. Es gibt hier viele Stände mit frischem Obst, Gemüse und Fisch sowie mehr als ein Dutzend Restaurants. Neben Meeresfrüchten kann man sich an die sogenannten »Petiscos« (portugiesische Version der Tapas), Sushi, gegrilltes Fleisch und Hamburgern sowie Käse- und Schinken probieren.

Travessa do Fado, Largo do Chafariz de Dentro 24, 1100-172 Lisboa. Das Restaurant liegt im angesagten Viertel Alfama und bietet portugiesische und äußerst schmackhafte Tapas sowie eine freundliche und aufmerksame Bedienung. Dazu gibt es Fado-Abende. Wie passend, dass direkt nebenan das Fado-Museum auf Besucher wartet.

Trinkgeld. Die Kellner in den Restaurants erwarten fünf bis zehn Prozent vom Rechnungsbetrag als Trinkgeld. In Cafés, Bars und Clubs muss man nichts geben.

Tipps für Nachtschwärmer

Nachtleben. Den perfekten Einstieg in den Abend bietet das Viertel Bairro Alto in der Oberstadt – ein Viertel, das nie aus der Mode kommt. In den vielen schmalen Gässchen reihen sich mehr als einhundert kleine Bars, Cafés und Kneipen aneinander. Aus den Fado-Lokalen drängen die traditionellen Klagelieder, während etwas weiter Cocktailfans auf ihre Kosten kommen. Bei gutem Wetter und insbesondere an den Wochenenden verlagert sich das Treiben auf die Straßen – dann genießen Einheimische und Touristen die stimmungsvolle Atmosphäre unter freiem Himmel. Längst mehr als ein Geheimtipp für Nachtschwärmer ist das einst anrüchige Hafenviertel Cais do Sodré am Ufer des Tejo-Flusses. Nach einer Rundum-Erneuerung im Jahr 2011 gilt es heute als Szenetreff. Von Live-Musik bis Burlesque-Club ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die alten Striplokale existieren kaum noch – in einigen Bars lebt jedoch die Erotik-Dekoration von früher wieder auf. Es ist ein einzigartiges Ambiente, in dem sich Feierwütige leicht bis zum Morgengrauen von Bar zu Diskothek treiben lassen können.

Das ist ein Muss!

Mitbringsel. Unbedingt ins Handgepäck gehören die köstlichen Pastéis de Nata, damit die Lieben daheim sie auch kosten können. Besonders wohlschmeckend sind sie aus der Manteigaria Fábrica de Pastéis de Nata. Das Lädchen liegt am Praça Luís de Camões, einem zentralen Platz in der Lissaboner Innenstadt, zwischen den Vierteln Chiado und Bairro Alto. Rua do Loreto 2, 1200-108 Lisboa, Tel.: +351 21 347 1492, täglich geöffnet von 8 bis 24 Uhr.

Persönlicher Tipp. Eine Fahrt mit der historischen, gelben Tram 28 ist definitiv ein Erlebnis. Die Carreira 28 dos Électricos de Lisboa zählt zu den wohl bekanntesten Straßenbahnstrecken der Welt.

Eine fahrt mit der Tram gehört in Lissabon zum Stadtbesuch dazu

Ulrike Klaas

Anfangs, Ende des 19. Jahrhunderts, bewegte sie sich dank Pferdestärken, seit dem 20. Jahrhundert mit Elektrizität. Sie ist eine von fünf Linien der Straßenbahn Lissabon. Sie verbindet die unterschiedlich geprägten Teile Alfama, Baixa und Lapa der Lissaboner Innenstadt mit dem Stadtteil Prazeres. Mit ihr können Touristen preiswert an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeirattern. Sie fährt an allen Wochentagen im 11-Minuten-Takt. Die Einzelfahrtkarte kostet € 2,85, die 24-Stunden-Tageskarte € 6.

Lissabon von unten erleben! Das »Aqueduto das Águas Livres« ist ein historisches Aquädukt in der Stadt und eines der bemerkenswertesten Ingenieurleistungen des 18. Jahrhunderts in Portugal. Errichtet wurde es, um die einst vorherrschende Wasserknappheit Lissabons zu beenden. Die Gesamtstrecke des Aquädukts beträgt 19 Kilometer, wobei der Talabschnitt von Alcãntara, indem sich die 14 gotischen Bögen befinden, den eindrucksvollsten Teil darstellt. Insgesamt besteht es aus 35 Bögen, der größte ist rund 65 Meter hoch und 29 Meter breit. Das monumentale Bauwerk überstand selbst das Erdbeben von 1755 unbeschadet, erst 1967 wurde der Betrieb vollends eingestellt. Dafür können Besucher heute das Aquädukt besichtigen und begehen. Der Eingang befindet sich im Stadtteil Campolide an der Straße Calçada da Quintinha. Die Öffnungszeiten sind täglich, außer sonntags, zwischen 10 und 18 Uhr. Der Eintritt kostet € 3 pro Person.

Bloß kein Spanisch

Besser nicht. … wer denkt, Portugiesisch sei die kleine Schwester von Spanisch, macht sich nicht viele Freunde. Insofern kann man es sich schenken, ein Dankeschön mit dem Wort »Gracias« zu goutieren. Das portugiesische Danke heißt »obrigado/a«.

… wer mit Bus oder Tram fährt, steigt beim Fahrer ein – und nicht an der Hintertür. Denn das sehen die Fahrer gar nicht gern. An den Haltestellen stellt man sich in der Schlange an.

Eine Reise durch die Weinregionen

Ausflüge. Weinliebhaber, die nach Lissabon reisen, sollten einen Ausflug in die Region einplanen. Rund um Lissabon befinden sich etliche Weingüter, die Spitzen-Tropfen produzieren. Vor allem die Halbinsel von Setúbal südlich von Lissabon bietet einige der schönsten und abwechslungsreichsten Weinrouten (Rota de Vinhos Peninsula de Sétubal), um die Landschaft und den kulturellen Reichtum der Region kennenzulernen. Hier liegen die Weinberge der DOC Setúbal, die mit ihren Moscatel-Trauben weltberühmte Likörweine hervorbringen. Der Star unter den roten Rebsorten ist die Traube Castelão. Die Weinregion dehnt sich insgesamt noch 60 Kilometer die Atlantikküste entlang nach Süden bis zur Mündung des Sado aus und bietet neben Wein auch herrliche Strände, ausgezeichnete Golfplätze, ein reiches kulturelles Erbe, den Naturpark von Arrábida sowie das Naturreservat Sado-Mündung.

Ein Muss ist ein Besuch des Weinguts José Maria da Fonseca inklusive einer Weinverkostung. José Maria da Fonseca ist das Traditionshaus in Portugal. 1834 gegründet wird es heute von der siebten Generation geleitet. Das Familienunternehmen hat bereits Mitte des 19. Jahrhunderts den größten Teil seiner Produktion in Flaschen verkauft und in die ganze Welt exportiert. Der traditionsreiche Wein dieser Region ist der edelsüße Moscatel de Setúbal. Fonseca hat diesen Wein zu einem Produkt gemacht, das heute zur Weltspitze der Dessertweine zählt. In den Kellern von Fonseca liegen Moscatel-Weine, die weit über einhundert Jahre alt sind. Heute macht Fonseca in der Region Setúbal vor allem trockene Weine. Das Aushängeschild schlechthin ist der Periquita. Periquita ist mit einem Bestehen von über 150 Jahren die älteste Weinmarke Portugals. Tägliche Führungen mit anschließender Weiverkostung.

Die Winzerei von Lício Cardoso (Marke »Damasceno«) steckt dagegen noch in den Kinderschuhen. Vor vier Jahren hat der junge Weinbauer auf der Halbinsel Sétubal nur wenige Minuten von Lissabon entfernt das alte Weingut gekauft und baut Muskatellertrauben an.

Unterwegs in den Weinbergen rund um Lissabon

Ulrike Klaas

Milde, frische und sehr leichte Weine bietet er in seinem sehr modernen Gut an. Und setzt auch auf Erlebnis-Tourismus: wer mag, bucht eines der Gästezimmer seiner Quinta de Serralheira und hilft bei der Weinlese inklusive Traubenstampfen.

Fischerdorf oder lieber ins Grüne?

Ein beliebtes Ziel für einen Ausflug ins Grüne ist der Ort Sintra, vor den Toren Lissabons. Rund 25 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, entfalten sich hier üppige Landschaften mit prachtvollen Bauwerken, darunter Herrenhäuser und Paläste. Seit jeher umgibt den Ort eine geheimnisvolle und romantische Aura, die immer wieder Künstler und Schriftsteller inspirierte.

Die Sommerresidenzen der portugiesischen Adelsfamilien in Sintra und Umgebung

Ulrike Klaas

Im Jahr 1995 wurde die Stadt von der Unesco zur Kulturlandschaft und zum Weltkulturerbe ernannt. Die Parkanlagen rund um den Palácio Nacional da Pena, die Sommerresidenz der portugiesischen Königsfamilie aus dem 19. Jahrhundert, und das Herrenhaus Quinta da Regaleira führen Besucher mit romantischen Bauwerken, Bänken, Seen, Grotten und Brunnen auf eine Zeitreise. Ein besonderes Erlebnis: Die Parklandschaften lassen sich nicht nur zu Fuß, sondern auch, wie im 19. Jahrhundert üblich, mit der Pferdekutsche erkunden.

Südlich von Lissabon erwartet Erholungssuchende das einstige Fischerdorf Costada Caparica. Der gleichnamige, 13 Kilometer lange Küstenabschnitt führt entlang kleiner Badestrände und Buchten. Die Anreise ist entweder mit dem Auto möglich oder die Besucher können die Transpraia nutzen, eine kleine Bahn, die zwischen der Costa da Caparica und der Endstation Fonte de Telha an den Stränden hält.

Reiseführer. Perfekte Tagesprogramme durch die einzelnen Stadtviertel Lissabons mit deren beliebten Attraktionen und Tipps für kleine Pausen in Cafés, Restaurants oder Bars: »Baedeker SMART Reiseführer Lissabon: Perfekte Tage in der weißen Stadt«, 220 S., € 14,99

Infos. www.visitlisboa.com

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