Peru, das Land mit tausend Facetten und Farben. Ein Land, das mit seiner Geschichte, Mystik und Tradition jeden Besucher verzaubert. Ganz gleich ob in den Anden, der Wüste, im Regenwald, an der Küste oder in der Stadt. Wir zeigen euch die Highlights Perus fernab des Touristen-Rummelplatzes  Machu Picchu. Text: Leila Möntmann

Cusco ­ – wo die Inkas zu Hause waren

Cusco gilt als die heimliche Hauptstadt Perus. Neben malerischen Landschaften und Sträßchen bietet die Stadt vor allem Kultur, Musik und Tanz. Und Inkaruinen so weit das Auge reicht. Und damit wären wir schon beim Thema: In Cusco starten fast alle Touristen, um die Inkastätte Machu Picchu zu besuchen. Das heißt, sie bleiben gar nicht lange in der Stadt. Das ist schade. Denn hier erlebt man die Inka-Kultur pur. So laufen euch hier Einheimische in bunten Trachten über den Weg. Auch könnt ihr die traditionellen Märkte besuchen, die an Vielfalt kaum zu übertreffen sind.

Einheimischer in Cusco in Peru mit traditioneller Kleidung und Flöte

Filipe Frazao/Shutterstock.com

Wer noch tiefer in die Kultur eintauchen möchte, kann an Tanzkursen oder typisch peruanischen Kochkursen teilnehmen. Auch bekannt in Cusco: der Pisco Sour. Der Cocktail aus Traubenbrand kann im Museo del Pisco in verschiedensten Variationen mit Tapas und Livemusik verköstigt werden.

Aber Achtung: Die Stadt liegt auf 3362 Metern Höhe. Das ist nicht nur ganz schön hoch, sondern auch ganz schön gewöhnungsbedürftig. Denn die Luft ist ziemlich dünn. Unser Tipp: Coca-Blätter kauen. Die gibt es an jeder Ecke zu kaufen.

Mythischer Zauber am Titicacasee

Den Zauber des Titicacasees kann man nur mit eigenen Augen einfangen. Er ist der weltweit höchstgelegene schiffbare See und mit einer Größe von 8.288 Quadratkilometern fünfzehnmal so groß wie der Bodensee. Mit seinem Königsblau und der traumhaften Landschaft die ihn umgibt, lockt er jedes Jahr Millionen von Touristen an. Doch was gibt es eigentlich genau zu sehen? Top Touristenziel sind die Schilfinseln der Urus. Mit Booten werden die Besucher auf die kleinen Inseln gebracht. Dort angekommen sieht man Häuschen aus Schilf, in denen handgefertigte Kissenbezüge und Püppchen verkauft werden.

Wer dagegen den echten Zauber des Titicacasees erleben möchte, kann von Copacabana mit einem Schiff auf die »Isla del Sol« (Sonneninsel) fahren. Die Insel gilt als Geburtsstätte des Inkareichs und ist an ihrem höchsten Punkt 4.075 m hoch. Mit ihrer Ursprünglichkeit und dem Blick auf die Gipfel der bolivianischen Königskordillere ist sie mit Abstand der mystischste Ort des Titicacasees.

Die Sonneninsel mit Blick auf den Titicacasee mit Esel

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Die Ruinen von Kuelap und der Wasserfall Gocta

Das kleine Bergstädtchen Chachapoyas gehört auch zu den Highlights Perus. Die kleinen weißen Gässchen sind umringt von den Gipfeln der Anden und den tiefgrünen Wäldern des Amazonas. Es ist der Ausgangspunkt für Touren in andere Welten und vergessene Orte. Mindestens genauso beeindruckend wie der bekannte Machu Picchu sind die Ruinen von Kuelap. Größer, höher, älter. Erbaut wurden sie von den sogenannten »Wolkenmenschen«.

Der Gocta Wasserfall im Regenwald zwischen Anden

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Ebenso sehenswert ist der 771 Meter hohe Wasserfall Gocta. Er zählt zu den höchsten Wasserfällen der Erde und ist vom Regenwald umringt. Ausgangspunkt der mehrstündigen Wandertour ist das kleine Dorf Cocachimba. Für Tierliebhaber oder Wandermuffel stehen am Eingang Pferde bereit.

Iquitos – das Venedig des Amazonas

Wer den Amazonas hautnah erleben möchte, ist in Iquitos an der richtigen Stelle. Die Stadt mitten im Regenwald ist nur mit dem Flugzeug oder dem Boot zu erreichen. Mit dem Boot anreisen lohnt! Von Yurimaguas geht es drei Tage lang immer tiefer in den Dschungel. Beginnend auf dem Río Huallaga geht es weiter über den Marañon bis hin zum Amazonas. Stetig an kleinen Dschungeldörfern vorbei. Das Duschwasser kommt direkt aus dem Fluss und geschlafen wird in Hängematten. Sonnenuntergänge und Sternenhimmel wie im Bilderbuch. Ein echtes Abenteuer eben.

Eine Lodge mitten im Regenwald des Amazonas

Jess Kraft/Shutterstock.com

In Iquitos selbst werden etliche Touren angeboten. Während der Ausflüge besucht ihr Tierfarmen, Indianerdörfer, Dschungellodges über Bootstouren mit Delfinsichtungen bis hin zu Ayahuasca– Zeremonien – die aber nicht jedermanns Sache sind. Auswahl hat man jedenfalls genug. Im Restaurant »Aris« am Plaza de Armas essen Einheimische Krokodilnuggets oder Linsen mit Reis und Fisch. Das ist Dschungelfeeling!

Rätselhafte Linien in der Wüste von Nazca

Die Wüste von Nazca wird auch das achte Weltwunder genannt. Denn die Wüste wird von rätselhaften Scharrbildern geziert. Linien ergeben Abbilder von Menschen, Tieren oder Landschaften. Forschungen haben ergeben, dass die ersten »Zeichnungen« bereits von der Paracas-Kultur stammen müssen. Das würde bedeuten, dass einige Linien bereits von 900 v. Chr. stammen könnten. Theorien besagen, dass Pfade bei religiösen Zeremonien gedient haben könnten. Ein Ort, der mystischer nicht sein könnte.

Mystische Linien in Wüste von Nazca von oben

Galyna Andrushko/Shutterstock.com

Lima – ­zum Verlieben oder zum Weglaufen

Facettenreich beschreibt die Hauptstadt Lima wohl am besten. Es ist laut, voll und groß. Das kann stressen, weshalb man es sich durchaus überlegen könnte, einen Bogen um die Stadt zu machen. Doch auch Lima hat seine schönen Seiten. Ihr könnt mit dem Fahrrad die Küste entlang radeln, surfen, shoppen in der riesigen Mall Real Plaza Salaverry oder durch das Künstlerviertel Barranco schlendern. Auch traditionelle Märkte mit ungewöhnlichen Angeboten könnt ihr besuchen. Auf dem Mercado de Brujas zum Beispiel gibt es Schlangenhaut, getrocknete Alpaka Fetusse und mehr. Ein Ort, der in die medizinischen Ursprünge der indigenen Völker entführt und definitiv kein Ort für Feingeister ist.

Lima von oben mit den Hochhäusern Miraflores und Küste

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Endlose Sandstrände in Mancora ­

Wer einfach nur am Strand chillen möchte, der ist in Mancora genau richtig. Das ehemalige Fischerdörfchen reizt mit einsamen Stränden, hohen Wellen für Surfer und Riffen für Taucher. Wer Glück hat, kann sogar Wale beobachten! Ein weiteres Highlight sind die heißen Quellen und die Schlammbäder von La Poza de Barro. Außerdem gibt es in der Stadt kleine Fischrestaurants und hippe Cafés.

Feiner Sandstrand von Mancora direkt am Meer

Elisa Locci/Shutterstock.com

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