Eingebuchtet zwischen dem Pazifik und dem Atlantik zählt Costa Rica zu den sichersten Reiseländern Lateinamerikas. »Reiche Küste« taufte Christoph Kolumbus das mittelamerikanische Land einst. Edelmetalle sucht man hier zwar vergeblich, aber auf der circa 51.000 Quadratkilometer großen Landesfläche erwartet den Reisenden eine wunderbare Symbiose aus Strand, Abenteuer und Natur. Hier unsere Costa-Rica-Tipps. 

Bienvenidos a Costa Rica

Einreise. Unsere Costa-Rica-Tipps beginnen mit der Einreise. Für eine Reise nach Costa Rica benötigen deutsche Staatsangehörige kein Visum. Bei der Einreise muss der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig sein. Deutsche erhalten eine Aufenthaltsgenehmigung für bis zu 90 Tage. Bei der Einreise muss man ein Ticket vorzeigen, das die Ausreise binnen 90 Tagen bestätigt.

Anreise. Condor bietet mittwochs, donnerstags und sonntags einen Direktflug von Frankfurt a.M. via Santo Domingo nach San José. Lufthansa startet ab dem 29. März zwei Mal in der Woche (donnerstags und samstags) ab Frankfurt zum Nonstop-Flug nach San José. Ab dem 30. September fliegt Edelweiss dreimal wöchentlich nonstop von Zürich in die costaricanische Hauptstadt. Der Flughafen Juan Santamaría International Airport liegt in der Stadt Alajuela, etwa 20 Kilometer von der Hauptstadt San José entfernt.

Währung. In Costa Rica zahlt man mit dem costaricanischen Colón (Mehrzahl Colones). Namensgeber Christoph Kolumbus (spanisch: Cristobal Colón) hatte wohl auch hier seine Finger im Spiel. Der aktuelle Kurs liegt bei rund 692.8 CRC (Stand 01/2018). Es kann im ganzen Land mit Kreditkarte bezahlt werden, aber selbst die kleinen Orte verfügen meist über einen Geldautomaten, so dass man vor Ort problemlos Colones abheben kann. Anders als im Nachbarland Panama kann in Costa Rica nicht überall mit US-Dollar bezahlt werden. Zwar sind insbesondere in touristischen Gebieten die Preise oft in US-Dollar angegeben und vielerorts kann man auch mit der US-amerikanischen Währung bezahlen, doch sollte man sich darauf keinesfalls verlassen.

Bunte Geldscheine aus Costa Rica

Andrzej Rostek/ Shutterstock.com

Pura Vida, Mae!

Sprache. Die offizielle Landessprache in Costa Rica ist Spanisch. Wer spanisch spricht, wird aber einige Eigenarten der Sprache feststellen. Das in Costa Rica gesprochene Spanisch weist nämlich einige Unterschiede zum Standard-Spanisch auf. Generell kommt man im ganzen Land gut mit Englisch zurecht, nur in kleineren Ortschaften können Spanisch-Basics von Vorteil sein. An der Atlantikküste wird sogar Englisch oder eine englisch-basierte Kreolsprache gesprochen.

Reisezeit und Klima. Das Klima in Costa Rica ist tropisch. Die Durchschnittstemperatur liegt im costaricanischen Hochland bei rund 22 Grad, an den Küsten bei bis zu 30 Grad. Ansonsten unterscheidet man in Costa Rica zwischen Trocken- und Regenzeit. Die Trockenzeit, und daher auch Hauptreisezeit, reicht im Hochland und an der Pazifikküste von November bis April, an der Karibikküste sollte man aber selbst zu der Zeit mit Regenschauern rechnen.

Die Regenzeit reicht von Mai bis Oktober. Aber das hört sich schlimmer an, als es ist, denn meist scheint den ganzen Tag über die Sonne und erst gegen Nachmittag fängt es an zu regnen (dann aber ziemlich stark). Die Regenzeit wird auch Green Season genannt. In diesen Monaten laufen einem deutlich weniger Touristen über den Weg und Hotelpreise sind um einiges günstiger. Da das Klima von Region zu Region sehr unterschiedlich ist, lohnt sich auch in der Regenzeit eine Reise nach Costa Rica.

Bunter Vogel auf Ast in Costa Rica

Alyssa Crouse

El país más feliz del mundo – Das glücklichste Land der Welt

Land & Leute. Immer wieder liest man, dass Costa Rica, oder besser gesagt dessen Bewohner, das glücklichste Land der Welt sei. Doch stimmt das wirklich? Und wie ticken die »Ticos« sonst so?

Pura Vida. Wörtlich übersetzt bedeutet Pura Vida so etwas wie Pures Leben. Das costaricanische Lebensmotto ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und begleitet einen auf Schritt und Tritt. Es steht hier für so ziemlich alles: als Ersatz für Dankeschön, als Gruß oder auch als Antwort auf die Frage, wie es einem geht (todkrank oder ohne Geld, selbst dann geht es einem Pura Vida). Ein Souvenir ohne den Schriftzug zu finden, ist quasi unmöglich.

Pura Vida Graffiti in Straßen von San Jose

Linda Ruckes

Ticos. Die Bewohner von Costa Rica nennen sich selber »Ticos« oder »Ticas«. Anders als in Spanien benutzen sie nicht die Verniedlichungsform -tito, sondern -tico. Daher der Spitzname. Die Menschen sind stets freundlich und hilfsbereit. Leider machen Ticos auch gerne Versprechungen, die sie dann nicht einhalten. Außerdem haben es die Bewohner nicht so mit der Pünktlichkeit. 20 bis 30 Minuten Verspätung sollte man meistens einkalkulieren. Dieses Phänomen wird schon als hora tica (costaricanische Uhr) bezeichnet.

Kaffee, Fußball und Essen

Cafecito. Kaffee und Kuchen in Deutschland, Cafecito in Costa Rica. Jeden Nachmittag zwischen 15 und 16 Uhr steht der frisch aufgebrühte Kaffee auf dem Tisch und die ganze Familie versammelt sich. Die costaricanische Lieblingstradition, könnte man sagen. Nicht selten handelt es sich dabei sogar um die letzte Mahlzeit des Tages.

Traditionelle Zubereitung von Kaffee in Costa Rica

Linda Ruckes

Pura Vida … nur nicht im Straßenverkehr. Das so wichtige Pura Vida geht hier im Straßenverkehr verloren. Insbesondere in der Hauptstadt fährt man hektisch und ohne Regeln. Anstelle von rechts vor links wird an der Kreuzung halt kurz gehupt, um den anderen vorzuwarnen. Damit hat sich die Sache dann auch erledigt.

Fußballnation. Woran man in Costa Rica merkt, dass die Nationalmannschaft spielt? Ganz einfach: Das ganze Land läuft schon Tage vorher im Fußballtrikot rum. Am Tag selber steht das Land dann Kopf, überall laufen die Fernseher und jeder fiebert mit. Nichts ist den Ticos heiliger als ihre Lieblings- oder gar die Nationalmannschaft.

Reis mit Bohnen oder Bohnen mit Reis?

Essen & Trinken. Gallo Pinto. Reis und Bohnen bestimmen den Alltag in Costa Rica, so ist das Nationalgericht Gallo Pinto (übersetzt hieße das so viel wie gefleckter Hahn) ein Muss für jeden Reisenden. Jeder Haushalt hat da seine ganz eigene Lieblingsvariante, aber grundlegend besteht das Gericht aus Reis, gekochten schwarzen Bohnen, etwas Knoblauch und Zwiebeln. Tada – fertig ist das Frühstück. Richtig gehört, die deftige Speise kommt schon morgens auf den Tisch. Kochbananen (plátanos), Eier und Maistortillas runden das Frühstück vielerorts ab.

Gallo Pinto ist ein typisches Frühstück in Costa Rica

Linda Ruckes

Tamal. Tamales werden das ganze Jahr über gegessen, jedoch sind sie vor allem in der Weihnachtszeit sehr verbreitet. Dabei handelt es sich um mit Fleisch oder Gemüse gefülltes Maismehl, das dann in ein Bananenblatt gewickelt wird. Probierfreudige Reisende vor!

Casado. Neben Gallo Pinto ist Casado wohl das traditionellste Gericht des Landes. Das mag daran liegen, dass es, wer hätte es gedacht, auch mit Gallo Pinto serviert wird. Casado ist eine typische Hauptmahlzeit, die aus Reis, Bohnen, Salat und wahlweise aus Fleisch oder Fisch besteht. Grundsätzlich wird es in vielen verschiedenen Variationen angeboten.

Als Vegetarier braucht man Durchhaltevermögen

Hühnchen. In Costa Rica liebt man Hühnchen. Nicht zuletzt, weil es unschlagbar günstig ist im Vergleich zu anderen Lebensmitteln. Für Vegetarier nicht immer leicht, denn ein ganz verbreiteter Irrglaube ist: Vegetarier essen Hühnchen. Hühnchen ist ja kein Fleisch. Na gut.

Bananenstaude in Costa Rica

Linda Ruckes

Übernachtung. El Silencio Lodge & Spa. Unweit des Vulkan Poás und des Juan Castro Blanco Nationalparks schmiegt sich die El Silencio Lodge in die vielfältige Natur des zentralen Hochlandes. Komfortabler Luxus und erstklassiger Service, spätestens aber die hauseigenen Whirlpools runden den Aufenthalt in einer der Suiten ab. Das Restaurant Los Ventanales serviert regionale Gerichte aus lokalen Zutaten, die zum Teil im eigenen Garten angebaut werden.

Hacienda AltaGracia. Pérez Zeledón gehört zu den letzten versteckten Schmuckstücken des Landes. Im Süden der Provinz San José logiert die luxuriöse Hacienda AltaGracia, die die pittoresken Landschaften der Region offenbart. Sowohl der Cerro Chirripó National Park, als auch das Los Cusingos Biological Reserve sind für ihre vielfältige Flora und Fauna bekannt.

Hier wird Ökotourismus groß geschrieben

Kurà. Das Hotel in Uvita besticht durch seine Lage hoch oben im Hang, von wo es einen einmaligen Blick auf die berühmte Walflosse des Marino Ballena Nationalparks freigibt. Alle acht Suiten sind gen Walflosse ausgerichtet, von dem Infinity-Pool ganz zu schweigen. Unter das moderne Design mischen sich landestypische Einflüsse, wie etwa die Masken eines indigenen Stammes oder typische Floskeln, die als Wandtattoo den Eingangsbereich zieren. Kurà gehört neben sechs weiteren costa-ricanischen Hotels zur Cayuga Collection, die sich im Land für nachhaltigen Luxustourismus einsetzt. Das Aguas Clara hat erst 2020, kurz vor der Pandemie seine Pforten eröffnet und wird von einer Familie mit deutschen Wurzeln geführt.

Poolanlage und Villen im Kira in Uvita, Costa Rica

Linda Ruckes

Nayara Hotel Spa and Gardens. Die mächtige Silhouette des Vulkan Arenal wacht über das Nayara Hotel Spa und Garden. Kunterbunter Luxus mischt sich hier unter unberührte Natur. Durch die Lage mitten im Regenwald schlängelt hier nicht selten ein Faultier an den Villen vorbei. Der hauseigene Spa-Bereich bietet erholsame Anwendungen, im Außenpool werden exotische Cocktails serviert und im Restaurant stehen lokale Gerichte auf dem Menü. Die Umgebung bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten, wie ein Besuch des Wildtierreservats Caño Negro, ein Bad im Wasserfall La Fortuna oder eine Wanderung am Vulkan El Arenal.

El Mangroove. Den Strand vor der Tür: Am Golf von Papagayo in der Provinz Guanacaste befindet sich das ultra schicke El Mangroove. Hier in der Gegend befinden sich nicht nur unzählige Traumstrände, es ist auch nur einen Katzensprung vom Vulkan Rincón de la Vieja und dem Nationalpark Palo Verde entfernt. Hier locken Aktivitäten jeglicher Art – ob zu Land oder auf dem Wasser. Ansonsten kann man auch einfach am Pool entspannen, der sich vom Hotel aus gen Strand erstreckt. – und es sich bei einem leckeren Cocktail gut gehen lassen.

Luxus vereint mit Nachhaltigkeit

Boutique Hotel Lagarta Lodge. Zwischen den Hügeln von Nosara steht die Lagarta Lodge. Von dem Boutique Hotel aus genießt man einen traumhaften Ausblick auf das Meer – insbesondere die Sonnenuntergänge sind ein Traum! Die 26 Suiten sind in ihrer Farbgebung perfekt in die Natur angepasst. Sowohl im Restaurant Chirriboca, als auch in der Gecko Lounge kann man seinen Blick über die Landschaften gleiten lassen, während man die leckeren Speisen in Bio-Qualität oder einen Cocktail genießt.

Jardin del Eden. Ein Garten Eden mitten in der aufgeweckten Stadt Tamarindo – das Boutique Hotel Jardin del Eden ist gleich im Stadtzentrum und doch in einer grünen Anlage versteckt. Drei Minuten trennen die zauberhafte Gartenanlage über einen Privatweg von dem weißen Strand der Pazifikküste. Adults only – hier genießen Erwachsene die absolute Ruhe.

Pacuare Lodge. 108 Kilometer fließt der Pacuare River durch das Landesinnere bis er in das karibische Meer mündet. Wildwasser-Rafting und Kayak verheißen echtes Abenteuer! Die Pacuare Lodge ist der perfekte Ort, um die Wildnis der Region kennenzulernen. Luxus, Natur und Nachhaltigkeit gehen hier miteinander einher.

Streetfood-Restaurant in Tamarindo, Costa Rica

Linda Ruckes

Restaurants & Cafés. Shrimp Hole. Klein, aber fein lautet das Motto des Shrimp Holes, das sich in einer kleinen Seitenstraße, abseits der quirligen Hauptstraße Tamarindos, befindet. Drei Tische laden in das Streetfoodlokal, drei Gerichte stehen auf der Speisekarte. Hauptzutat natürlich: Shrimps.

Marisquería Corcovado. Das Interior der Marisquería in Puerto Jimenez, nahe des Corcovado Nationalparks, ist relativ schlicht und einfach gehalten, doch spätestens beim Anblick der frischen Fischspeisen läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Pangas Beach Club. Der Pangas Beach Club in Tamarindo zeichnet sich allein durch seine fabelhafte Lage direkt am Strand aus. Doch auch die leckeren Fischgerichte oder ein Cocktail bei Sonnenuntergang sprechen für einen Besuch.

Viva Café. Zugegeben: San José ist kein Hingucker. Auf Dauer, und insbesondere mit Jetlag, kann die Hauptstadt ganz schön anstrengend sein. Wie wär es mit einer kleinen Pause und einer leckeren Tasse Kaffee? Das Viva Café liegt im Barrio California und ist der perfekte Ort zum Entspannen. Auch das Café La Mancha im Stadtzentrum oder das Cafeoteca im Barrio Escalante gleichen einer wahren Ruheoase.

Cappuccino in schönem Café in San Jose

Linda Ruckes

Essen und schlafen stehen in Costa Rica an oberster Stelle

Don Rufino. In der kleinen Stadt La Fortuna, die sich am Fuße des Vulkans El Arenal erstreckt, wartet das Don Rufino auf hungrige Abenteuer. Denn nach einem anstrengenden Tag voller Ziplining, Thermalquellen und Vulkan ist es an der Zeit für eine Stärkung. Egal ob Fleisch, Fisch oder Vegetarisch – hier wird jedes Hüngerchen gestillt.

Katana Restaurant. Wer nach Gallo Pinto und Casado immer noch nicht die Nase voll von Reis hat, der sollte im Katana Restaurant in Santa Teresa unbedingt das grüne Thai Curry probieren. Auch sonst schmecken die asiatischen Gerichte vorzüglich!

Earth Cafe. Sandwiches, Smoothies, Salad Bowls – Das Earth Café in Santa Teresa platziert sich mit seinem Hipsterfood perfekt in die Surfer- und Yogaszene des Strandortes. Der kleine Innenhof lädt (wenn es nicht grade regnet) zu Frühstück, Brunch und Mittagessen ein. Oder auf eine Kugel Eis. Oder doch lieber Kaffee und Kuchen? Wofür man sich auch immer entscheiden wird, geschmacklich landet man immer einen Volltreffer.

Bunt gefüllter veganer Wrap im Earth Café in Costa Rica

Linda Ruckes

Bob Marley zum Greifen nah

Bars & Nachtleben. Puerto Viejo. In Puerto Viejo, einem karibischen Dorf an der Atlantikküste, ist abends immer etwas los. Hier dominieren Reggae-Töne und Rastazöpfe die Straßen. Vor allem Backpacker treibt es in die vielen bunten Hostels, die sich am Strand entlang schlängeln.

KOKi Beach Restaurant & Bar. Die kunterbunte Bar liegt gleich an der Hauptstraße und ist das i-Tüpfelchen der ultimativen Karibik-Erfahrung. Riesige Gemälde zieren die Wände, ultra-schicke bunte Sessel laden auf einen Cocktail bei Sonnenuntergang ein und vor allem das Essen (insbesondere die Meeresfrüchte) können sich sehen lassen. Durch die etwas gehobeneren Preise kann man sich hier perfekt von den Low-Budget- oder Party-Reisenden distanzieren.

Lazy Mon. Im Lazy Mon steppt abends der Bär. Dann verwandelt sich die Bar am Strand zu einer Art Open-Air-Veranstaltung, bei der das ganze Dorf anwesend zu sein scheint. Viele Backpacker oder Freiwillige aus aller Welt sind hier anzutreffen, gesprochen wird ein bunter Mix aus allen Sprachen.

Karibisches Lebensgefühl in Puerto Viejo, Costa Rica

Linda Ruckes

San José. Natürlich kann auch die Hauptstadt mit einem ausgeprägten Nachtleben dienen. Im Barrio Escalante oder im Barrio La California zum Beispiel reihen sich unzählige Restaurants und angesagte Bars aneinander.

Jacó. Nachts verwandelt sich das Surfer-Städtchen Jacó in ein Mekka für Partylöwen. Insbesondere Backpacker und Low-Budget-Reisende treffen sich hier für die ein oder andere wilde Nacht.

Trinkgeld. Im Restaurant sind Steuern und Service (10%) im Rechnungsbetrag meist schon enthalten, so dass Einheimische meist kein Trinkgeld geben. Von Touristen wird das schon eher erwartet, jedoch kann man die Beträge meistens aufrunden (dabei handelt es sich dann lediglich um ein paar Cents).

Auto an Strand auf der Oma Peninsula im Süden Costa Ricas

Linda Ruckes

Zwischen Grasgrün und Türkisblau

Sehenswürdigkeiten. San José. Der Hauptstadt San José eilt kein guter Ruf voraus: chaotisches Stadtzentrum, hohe Kriminalitätsrate und wenig Sehenswertes. Und tatsächlich: Allzu viel Zeit sollte für einen Besuch in der Stadt nicht eingeplant werden. Wer die costaricanische Hauptstadt dennoch kennenlernen möchte, der kann ein bis zwei Tage einplanen. Empfehlenswert ist eine Free Walking Tour, bei der man alle wichtigen Orte im Stadtzentrum (z.B. Teatro Nacional) kennenlernt und ein bisschen was über die Geschichte San Josés erfährt. Ansonsten lohnt sich ein Abstecher ins Barrio Escalante, in dem man viele Cafés, Restaurants und Geschäfte findet. Das preisliche Niveau ist hier allerdings recht hoch. Weitere Sehenswerte Viertel sind das Barrio La California und das Barrio Amón.

Linda Ruckes

Hochland. Eine der Hauptattraktionen des Hochlandes sind die vielen Vulkane. Der wohl bekannteste ist der Vulkan El Arenal, der sämtliche Postkarten schmückt. Der höchste Vulkan des Landes hingegen ist der Vulkan Irazú, der zugleich auch als der gefährlichste gilt. Zuletzt ist der Vulkan im Jahr 1994 ausgebrochen. Ein weiterer aktiver Vulkan ist der Vulkan Poás. Mit seinem türkisfarbenen Säuresee im Inneren des Kraters hebt sich dieser optisch von den anderen Vulkanen ab.

Eine weitere, sehr beliebte Anlaufstelle im Landesinneren ist der Nebelwald von Monteverde. Ausgangspunkt für Aktivitäten in der Umgebung ist die Ortschaft Santa Elena, die stark vom Tourismus geprägt wurde. Dunkelgrüne Hängebrücken schmiegen sich in das vernebelte Blätterdach des Nationalparks. Abenteuerlich geht es auch beim Ziplining oder bei einer Nachtwanderung zu. Weniger touristisch ist der Ort Orosí, im gleichnamigen Orosital. Insbesondere zum Wandern und Fahrradfahren eignet sich ein Abstecher in die Ortschaft. Wahrzeichen des Ortes ist die Kirche von Orosí. Ansonsten ist das Dorf für seine Forellenzucht bekannt.

Ziplining in den Nebelwäldern von Monteverde, Costa Rica

Linda Ruckes

Traumstrände weit und breit

Die Pazifikküste im Westen lässt sich in mehrere Abschnitte unterteilen: Nord-Guanacaste, Süd-Guanacaste, Nicoya-Halbinsel, Zentral-Pazifik, Südpazifik und die Halbinsel Osa. Schnorcheln, Schwimmen, Surfen, Wandern – die einzelnen Regionen könnten unterschiedlicher kaum sein. Trotz der vielen Touristenorte sind viele Strände der Provinz Guanacaste immer noch touristisch unerschlossen.

Tamarindo und Umgebung. Die schönsten Sonnenuntergänge in Costa Rica lassen sich in Tamarindo bestaunen. Und genau so bunt wie die Sonnenuntergänge ist auch das Städtchen selbst: kleine Boutiquen, hippe Streetfood-Stände, schicke Restaurants und ein endloser weißer Sandstrand machen Tamarindo zu einer der Top-Destinationen des Landes. Und um die Stadt herum liegen noch viele weitere, wunderschöne Strände wie Playa Avellana, Playa Conchal oder Playa Grande, die mit dem Auto optimal zu erreichen sind. Ansonsten werden von Tamarindo auch diverse Shuttles zu den unterschiedlichsten Stränden in der Umgebung angeboten.

Die Nicoya-Halbinsel liegt im nordwestlichen Teil Costa Ricas und wird durch den Golf von Nicoya vom Festland getrennt. Geteerte Straßen sind hier eine Seltenheit, so gestaltet sich schon die Anreise zu einem kleinen Abenteuer. Die Belohnung: weniger Touristen. Die Strände in Samara, Montezuma oder Santa Teresa aber sind mindestens so schön wie der in Manuel Antonio, wenn nicht noch schöner!

Sonnenuntergang in Santa Teresa, Costa Rica

Linda Ruckes

Neben der Touristenorte gibt es auch noch unentdeckte Ecken

Die Bahía Drake im Südwesten des Landes ist eines der abgelegensten Ziele in Costa Rica. Dementsprechend schwer gestaltet sich die Anreise, doch allein der unberührten Landschaften und der vielfältigen Tierwelt wegen lohnt sich jede noch so umständliche Anreise. Denn belohnt wird man mit einem einzigartigen Naturparadies. Der Corcovado Nationalpark, der sich ebenfalls auf der Osa Peninsula befindet, wurde von National Geographic nicht umsonst als der artenreichste Ort der Welt beschrieben.

Manuel Antonio ist ohne Zweifel eines der beliebtesten und auch touristischsten Ziele Costa Ricas. Der Eintritt (ohne Tour) in den Nationalpark beträgt $16. Türkisfarben leuchtet das Wasser, das am Ende des Parks zum Schwimmen einlädt. Obacht vor den Waschbären, die stets auf der Suche nach etwas Essbarem sind und keinesfalls vor einem verschlossenen Rucksack zurückweichen.

Der Marino Ballena Nationalpark in Uvita liegt zwischen Manuel Antonio und der Osa-Peninsula an der Pazifikküste des Landes. Der Ort ist für eine ganz außergewöhnliche Besonderheit bekannt: Bei Ebbe nämlich formt sich vor der Küste eine Walflosse (Cola de Ballena) im Meer, auf der man spazieren gehen kann.

Walflosse im Marino Ballena Nationalpark in Uvita, Costa Rica

Jorge A. Russell/ Shutterstock.com

Jacó ist das Wochenendziel schlechthin für die Bewohner San Josés. Knapp eine Stunde dauert die Fahrt mit dem Auto, bis man die Stadt erreicht. Surfen und Party werden in Jacó großgeschrieben, so dass weder Strand noch Städtchen eine wahre Augenweide sind. Für einen Tag raus aus der Stadt oder als Zwischenstopp bietet sich Jacó dennoch an.

Grünstich

Rein quantitativ hat die Atlantikküste durchaus weniger Touristen-Hotspots zu bieten, doch spürt man das karibische Lebensgefühl an jeder Ecke. Tortuguero steht zwar auf jeder Besucherliste ganz weit oben, und doch ist es eine Reise wert. Nirgends lassen sich so viele Grüntöne wie hier wahrnehmen, wenn man morgens um sechs Uhr auf seinem Bötchen durch die Mangrovenwälder fährt. So ruhig und unberührt erlebt man die Natur nur hier.

Mangroven in Tortuguero, Costa Rica

Linda Ruckes

An der südlichen Atlantikküste liegt Puerto Viejo de Talamanca (Nicht zu verwechseln mit Puerto Viejo de Sarapiqui im nördlichen Landesinneren). Reggae-Farben und -Töne begleiten einen hier auf Schritt und Tritt, statt spanisch spricht man auf einmal ein kreolisches Englisch. Und anstelle von Gallo Pinto isst man hier Rice and Beans. Am besten erkundet man das Dorf und die umliegenden Strände bei einer Fahrradtour. Das Ziel: Playa Manzanillo. Cahuita ist quasi die kleine Schwester von Puerto Viejo. Auch hier dominieren Grün, Rot, Gelb und Schwarz, die Stimme von Bob Marley stets im Hinterkopf. Im gleichnamigen Nationalpark begegnet man Faultieren, Vögeln und Co bevor man im Meer eine Abkühlung nimmt. Nachmittags durch die kleinen Lädchen bummeln und abends fangfrischen Fisch verspeisen – willkommen in der Karibik.

Souvenirs – Hauptsache bunt und kitschig!

Souvenirs. Sarchí. Sarchí ist eine Kleinstadt in der Provinz Alajuela, wo man auf der Suche nach Souvenirs definitiv fündig wird, denn hier geben sich Souvenirläden quasi die Klinke in die Hand. Insbesondere die vielen bunten carreteras stechen einem ins Auge. Als carreteras bezeichnet man die traditionellen Ochsenkarren des Landes. Hier werden die Karren in allen Größen und in voller Farbenpracht hergestellt. In der Stadtmitte befindet sich sogar die größte Ochsenkarre der Welt.

Feria verde. Jeden Samstag findet die Feria Verde im Barrio Aranjuez in der Hauptstadt San José statt. Lokale Künstler und Biobauern bieten Foodliebhabern alles, was das Herz begehrt: von organischem Kaffee über handgemachte Schmuck- und Lederware bis zu frischgepressten Säften.

Marktstände auf der Feria Verde in San Jose, Costa Rica

Linda Ruckes

Mercado Nacional de Artesanía. Wer den Weg nach Sarchí nicht auf sich nehmen möchte und lieber in San José nach einem Souvenir Ausschau hält, der kann sein Glück im Mercado Nacional de Artesanía auf der Plaza de la Democracia versuchen. Hier findet man Pura Vida in allen Formen und Farben. Allerdings sollte man sich darüber bewusst sein, dass ein Großteil des Kunsthandwerks nicht etwa in Costa Rica, sondern in Guatemala hergestellt wird.

Lokale Designer und Künstler. In jedem größeren Ort findet man eigentlich kleine Boutiquen lokaler Designer und Künstler. Zum Beispiel in Tamarindo, Cahuita oder Puerto Viejo lohnt sich ein Bummel durch die Straßen auf der Suche nach ein paar Hübscherchen. Bunt illustrierte Poster, Postkarten und weitere Accessiores findet ihr im Holalola-Shop im Barrio Dent in San José. Die Illustrationen werden darüberhinaus in vielen kleinen Geschäften des Landes und sogar am Juan Santamaría Flughafen verkauft.

Holalola Shop im Barrio Dent in San José

Linda Ruckes

Kaffee & Schokolade. Das Hauptexportgut des Landes ist Kaffee. Daher ist der Besuch einer Kaffeeplantage quasi Pflicht. Und im Anschluss an die Tour kann man gleich leckeren Kaffee oder Schokolade für die Liebsten in Deutschland eintüten.

Sicherstes Land in Lateinamerika?

Besser nicht. Strömungen unterschätzen. Vor allem an der Pazifikküste und am südlichen Atlantik sind die Strömungen sehr gefährlich. Selbst erfahrene Schwimmer bekommen schon im knietiefen Wasser die Strömungen zu spüren. Strandwachen gibt es nur sehr selten.

Zur Hauptverkehrszeit schnell von A von B kommen wollen. Bus- und Autofahren ist in Costa Rica gang und gäbe. In der Hauptstadt San José wird es aber besonders zu den Hauptverkehrszeiten (morgens zwischen 6 Uhr und 8 Uhr und nachmittags ab 16 Uhr) sehr voll auf den Straßen. Zu der Zeit sollte man entweder Bus- und Autofahren vermeiden oder sehr viel Zeit einplanen, denn nicht selten steht man einfach eine Stunde an Ort und Stelle.

Nachts Auto fahren. Die Straßen in Costa Rica sind nicht immer schön geteert wie in Deutschland. Schlaglöcher sind keine Seltenheit. Da man die Löcher in der Dunkelheit nur schwer sieht, empfiehlt es sich, nachts das Auto stehen zu lassen.

Straße im Barrio Aranjuez in San Jose, Costa Rica

Linda Ruckes

Im Dunkeln an den Strand. Ja, Costa Rica ist eines der sichersten Länder in Lateinamerika. Trotzdem sollte man sich den lateinamerikanischen Gegebenheiten anpassen. Selbst Einheimische empfehlen, ab Einbruch der Dunkelheit immer ein Taxi zu nehmen. Auch von einem romantischen Nachtspaziergang am Strand sollte man, vor allem an der karibischen Seite, absehen. Überfälle gehören auch hier zum Alltag. Weitere Sicherheitshinweise findet ihr hier.

Mit großen Geldscheinen bezahlen. Ein 20.000 Colones-Schein wird meist als sehr groß angesehen. Vielerorts werden schon 20-Dollarnoten nicht mehr akzeptiert. Mit größeren Geldscheinen erregt man nur unnötig Aufmerksamkeit. Hier gilt: viel Kleingeld dabei haben oder einfach mit Kreditkarte zahlen.

Affe auf Baum in Nationalpark in Costa Rica

Linda Ruckes

Vor den Touristen fliehen

Persönlicher Tipp. Green Season nutzen. Vor einer Reise nach Costa Rica zwischen Mai und November sollte man keinesfalls zurückschrecken, denn die Regensaison bietet auch einige Vorteile. Da zu der Zeit keine Hauptreisezeit ist, findet man viel günstigere Flugangebote. Außerdem sind auch die Hotelpreise niedriger. Keine Hauptsaison? Daraus folgt natürlich, dass viel weniger Touristen unterwegs sind. In einem Land wie Costa Rica, das an manchen Orten überfüllt sein kann, ist das ein Pluspunkt. Neben den günstigen Preisen blüht zu dieser Jahreszeit aber auch die Natur auf und zeigt sich in ihrer vollen Pracht. Auch die Chancen auf Tierbeobachtungen steigen. Ja, Regenschauer sind inklusive, aber mit denen muss man selbst zur Trockenzeit rechnen. Und da das Land in viele verschiedene Klimazonen unterteilt ist, kann man das Wetter ganz einfach überlisten.

Auto mieten. Das Langstreckennetz der Busse ist in Costa Rica sehr gut ausgebaut. Die beliebtesten Urlaubsorte sind alle problemlos (und kostengünstig) mit dem Bus zu erreichen. Hat man das nötige Kleingeld, empfiehlt es sich aber definitiv, ein Auto zu mieten und damit das Land zu erkunden. Man ist an keine Buszeiten gebunden und kann halten, wo man möchte. Es müssen nicht immer die Touristenorte sein. In Costa Rica finden sich Traumorte an jeder Ecke – und die sind mit einem Auto wesentlich einfacher zu erreichen.

Touristenorte meiden. Monteverde und Manuel Antonio sind in aller Munde – und gehören zu den meistbesuchtesten, teuersten und überbewertetsten Orten des Landes. Wer die klassischen Touristenorte meiden möchte, der sollte in Richtung Nicoya-Halbinsel im Nordwesten oder in Richtung Süden zur Osa Peninsula aufbrechen. Hier ist die Natur noch weitgehend unberührt. Und man muss sie nicht mit zigtausend Touristen teilen.

Küstenlinie der Osa Peninsula in Costa Rica

Linda Ruckes

Reinlesen und abtauchen

Literatur. »111 Orte in Costa Rica, die man gesehen haben muss«, Franziska Lô, ISBN: 978-3-7408-0245-5, 240 Seiten, emons Verlag, € 16,95

Die Autorin Franziska Lô reiste 2012 das erste Mal nach Mittelamerika und seitdem zieht es sie immer wieder in ihre Wahlheimat Costa Rica zurück. In dem Buch stellt sie uns ihre 111 Lieblingsorte in dem zentralamerikanischen Land vor – auf eine charmante und authentische Art und Weise. Darunter befinden sich nicht nur allseits bekannte Hotspots, sondern auch Geheimtipps. Ein Blick in das Buch lohnt sich definitiv! Und diejenigen, die das Land schon einmal besucht haben, können ihre Erzählungen nur zu gut nachempfinden.

»Highlights Costa Rica – Die 50 Ziele, die Sie gesehen haben sollten« von Andreas Drouve, Thomas Stankiewicz, 168 Seiten, ISBN-13: 978-3-7343-0858-1, Bruckmann Verlag, € 26,00

Infos. Costa Rica unterhält kein Fremdenverkehrsbüro in Deutschland. Das offizielle Fremdenverkehrsamt befindet sich in der Hauptstadt San José. 777-1000 San José, Tel. +506 22 99 58 00, Kontakt per E-Mail an contactus@visitcostarica.com. Das Fremdenverkehrsbüro unterhält eine sehr informative Website in deutscher Sprache.