Ihr seid in einem anderen Land unterwegs und möchtet euch unters Volk mischen? Wo ginge das leichter als in geselliger Kneipen-, Pub- oder Tavernen-Atmosphäre? Doch auch wenn die Stimmung noch so locker daherkommt, schweben oft unausgesprochene »Benimmregeln« umher. Bricht man diese, ist man schnell unten durch bei den Einheimischen. Um diesen Fauxpas zu vermeiden, haben wir euch die wichtigsten Trinkregeln aus aller Welt rausgesucht. Skurrile inklusive.

Besser halb voll in Frankreich, Thailand und Ungarn

Wer sich in Frankreich von seiner Schokoladenseite zeigen möchte, der sollte sein Glas niemals voll machen. Gute Manieren zeigt ihr, wenn das Glas nur halbvoll ist und ihr genüsslich daran nippt. ­ Ja, auch »Kurze« werden peu à peu genossen. In Thailand und Ungarn solltet ihr euer Glas ebenfalls nicht austrinken. Auch wenn ihr nicht unhöflich erscheint, wenn ihr den guten Tropfen austrinkt, so erscheint ihr doch als sehr durstig und es wird direkt nachgeschenkt. Also nicht zu tief ins Glas schauen.

Gruppenzwang weit verbreitet

Wer trinkt nicht gerne in größerer Runde? Umso mehr Leute mitmachen, desto lustiger. Oft jedenfalls. Blöd nur, wenn man plötzlich für alle Anwesenden die Getränke zahlen muss. In Irland, England und Australien wird nämlich »geshoutet«. Das bedeutet, einer bezahlt immer eine komplette Runde. Dumm läuft es freilich, wenn der spendable Vormann eine Runde Cocktails spendiert hat und man selbst nur das Budget für eine Runde Bier hat. Gar nicht so einfach dem Gruppenzwang zu entkommen. Schließlich muss man auch beim Trinktempo mithalten und darf keine Runde schlapp machen.

In der Türkei, Armenien und Georgien läuft das ganze etwas gediegener. Man kauft einfach eine Flasche und stellt sie in die Mitte. So kann jeder so schnell und so viel Zugreifen wie er möchte.

Gruppe von jungen Leuten stößt in Bar an

Jacob Lund/Shutterstock.com

Eins für den Barkeeper in England

Die Engländer haben eine ganz spezielle Trinkgeld-Tradition. Statt das Trinkgeld am Ende auf den Tisch zu legen, wird dem Barkeeper während des Abends ein Drink seiner Wahl angeboten. »one for you» Der Barkeeper kann sein Lieblingsgetränk auf die Rechnung setzen lassen und stößt im besten Falle noch gleich mit euch an.

Zurück in die Flasche in Russland und Kasachstan

Wer den Tropfen nicht ehrt, ist den Wodka nicht wert. Oder so ähnlich. Nach dem Prinzip wird jedenfalls getrunken. Das Schnapsglas wird erst abgesetzt, wenn auch der letzte Tropfen die Kehle herunterbrennt. Bleibt ein Schlückchen über, wandert es zurück in die Flasche. Jetzt denkt ihr bestimmt an kleine Schnapsgläschen. In Russland wird der Wodka allerdings aus richtigen Gläsern getrunken und auch gerne mal zum Essen.

Eine Reihe mit vollen Wodkagläsern vor dunklem Hintergrund

Itor/Shutterstock.com

Mediterran genießen in Spanien, Griechenland und Italien

Ein Cocktail zum Dinner ist in Deutschland nicht unbedingt weit verbreitet. Wie bei uns greifen die Spanier, Griechen und Italiener lieber zum passenden Wein oder kühlem Bier. Hochprozentige Lockermacher werden wie bei uns eher abends in geselliger Runde getrunken und haben wenig mit Essen gemein. In Italien ist es allerdings üblich, vor und nach dem Essen einen Aperitif zu genießen.

Beidhändig in Japan, China, Korea und Thailand

In den oben genannten Ländern ist die oberste Regel: Respekt zeigen. Nach diesem Grundsatz ist jegliches Verhalten ausgerichtet. Wichtig ist vor allem, sich niemals selbst zu bedienen, ohne vorher die anderen bedient zu haben. Bei der Reihenfolge ist zu beachten: erst die Ranghöheren, demnach die Ältesten zuerst. Schenkt man dem Gegenüber etwas ein, so passiert das nur mit beiden Händen. Die ungewöhnlichste Sitte jedoch: Spricht man einen Toast aus, so hält man sein Glas stets niedriger als das der anderen. Auch trägt man seine Brille immer tiefer als die des Älteren.­ Respektsache!

 

 

 

 

 

koffer-anhänger geschenkt

ZUR AKTUELLEN HERBST-AUSGABE REISEN EXCLUSIV