Zypern, die Insel der Aphrodite, ist der Hotspot für alle Sonnenanbeter: Nirgendwo am Mittelmeer dauert die Sommersaison länger. Das passende Luxus-Hideaway für alle, die das Beste vom Besten der Insel wollen, ist das Hotel Anassa. Text: Frank Störbrauck

Es gibt ja Menschen, die ständig am selben Ort ihren Urlaub verbringen. Seit Jahren, ach was, manche gar seit Jahrzehnten. Sie legen sogar Wert darauf, immer in demselben Hotelzimmer zu schlafen. In meinem Freundeskreis gibt es auch so ein spezielles Reiseexemplar. Jedes Jahr zieht es Monsieur nach Gran Canaria, Maspalomas. Immer im Mai. Ich muss gestehen, ich finde das nicht sonderlich aufregend. Ich erkunde lieber jedes Mal, nachdem ich die Koffer gepackt habe, ein neues Reiseziel. Am liebsten eins, wo es auch Ende Oktober noch sonnig und heiß ist. Und da gibt es einen Kandidaten, der schon seit Langem weit oben auf meiner persönlichen Must-visit-Liste stand: Zypern.

Als ich nach einer mehr als zweistündigen Limousinenfahrt vom Flughafen Larnaka in die Einfahrt des Hotels Anassa einbiege, weiß ich, dass ich bei der Wahl der Herberge nicht viel falsch gemacht haben kann: Der Page des Hotels flitzt herbei, öffnet mit einem Lächeln die Tür, im Hintergrund stehen drei (!) Damen der Rezeption Spalier und begrüßen mich – zwar mit den üblichen Fragefloskeln nach der Befindlichkeit und der Annehmlichkeit der Anreise, aber ich freue mich jetzt einfach nur über den erfrischenden und herzlichen Empfang. Endlich angekommen. Während ich auf dem Sofa in der Lobby an einem Glas Champagner nippe und darüber sinniere, ob wohl jedem Gast gleich drei Rezeptionsdamen bei der Ankunft um die Wette entgegenlächeln, wird im Hintergrund ohne mein Zutun der Check-in erledigt. Ge-
räuschlos und zügig. Und dann steigt meine Neugier: Wie wird es sein, mein Zimmer? Hat es den von mir so heiß geliebten Blick aufs Meer?

Der Weg zum Schlafgemach führt durch verwunschene Wege und ein wahres Blumen- und Pflanzenparadies: Oliven- und Johannisbrotbäume spenden Schatten, üppige Bougainville in Gelb, Rot und Violett ranken sich an den Mauern des Haupthauses und der Villen empor, und die Orangen, Zitronen und Feigen scheinen ein »Pflück mich“«von den Bäumen zu flüstern. Als ich am Pool mit den perfekt rasierten Hecken vorbeihusche, um einen Blick aufs kühle Nass zu erhaschen, verliebe ich mich auf der Stelle. Niemand da. Ich komme mir vor wie in einer riesigen Villa am Gardasee, in die mich Freunde eingeladen haben. Freunde, die gerade nicht da sind und mir einfach nur auf den Weg gaben: »Hab ein paar schöne Tage bei uns.«

Dazu muss man freilich wissen: Wer bei seinem Urlaub auf Zypern etwas auf sich hält, für den ist das Hotel Anassa die allererste Adresse. Es ist, und daran gibt es wenig Zweifel, die Grande Dame der zypriotischen Hotellerie. Etwas gediegen, ja, schon, aber nicht tantig. Vor allem aber: würdevoll. Dazu haben in der Vergangenheit nicht zuletzt allerlei Promis und VIPs beigetragen. Namen gefällig? Leonardo DiCaprio, Paul McCartney und Prinz Albert von Monaco waren schon hier; und von vielen anderen, so flüstern es die Spatzen von den Dächern Zyperns, bekamen die Paparazzi, ergo die Öffentlichkeit, einfach nichts mit. Ein ziemlich exklusives Hideaway also, dieses Hotel Anassa.

Dann endlich betrete ich mein Zimmer. Die kalkweißen Wände, das warme Holz und die naturfarbenen Leinenstoffe vermitteln ein Gefühl der Leichtigkeit. Oh, ein Balkon. Schuhe ausgezogen und hinausgeflitzt. Von meinem Balkon blicke ich weit über das Hotelareal – und das Meer. Ich habe einen Lieblingsort gefunden, meinen ganz persönlichen.


Am nächsten Mittag begegne ich David Goodridge, dem Chef der Küche des Hauses. Goodridges Delikatessen, so viel sei verraten, besingen heute Mittag den Mythos der zypriotischen Mezze. Die Mezze ist tief verwurzelt in der Küche der Insel. Familien und Freunde sitzen oft stundenlang beieinander und lassen es sich bei bis zu 20 verschiedenen Speisen so richtig gut gehen. Ich habe ein wenig Angst. Denn ich kenne mich. Ich kann bestimmt von keiner Köstlichkeit dieser Mezze die Finger lassen und werde womöglich mit drei Kilo mehr auf den Rippen in den Flieger rollen. »Die Gerichte, die beim traditionellen Mezze auf den Tisch kommen, sind vielfältig und köstlich, aber eben auch ziemlich üppig«, erläutert Goodridge, während er hinter seinem Open-Air-Küchentisch in der Nähe des Pools die Speisen zubereitet. Aber er, er kredenze auch einige leichte Gerichte mit vielen regionalen Zutaten von der Insel. Ich bin erleichtert. Und dann geht es auch schon los, Goodriges kulinarisches Feuerwerk: Sage und schreibe 13 Gänge lässt er auftischen, von der Alaska-Königskrabbe mit Argaka-Wassermelone und Traubenbalsamico über Heirloom Tomatoes mit frischem Anari-Käse und Johannisbrotbaum-Sirup bis hin zum frischen, gegrillten Tintenfisch, gefüllt mit Tomaten, Couscous und Granatapfel-Salsa. Das alles mundet so hervorragend. So fein, so frisch und vor allem überhaupt nicht langweilig. Keine Frage: Goodridge macht es sichtbar Spaß, sich den Finessen dieser zypriotischen Mezze-Tradition zu widmen. Und mir erst recht …

Der Abschied vom Luxusparadies naht. Ein wunderbarer Ort, um zum letzten Mal den Zauber des Resorts zu atmen, ist der Asprokremmos-Strand zu Füßen des Hauses. Hier lümmele ich mich in einer Liege, beobachte die Kellner, die Stühle herbeischaffen und die Tische herrichten für das Abenddinner am Beach, und blinzele der Sonne entgegen, die sich am Horizont von dem Tag verabschiedet. Jetzt ist eine gute Zeit, darüber zu sinnieren, ob es nicht doch einen Ort gibt, der viel zu schade ist, ihn nur einmal in seinem Leben besucht zu haben. Ich glaube, ich habe ihn gefunden.

Veranstalter. Das Hotel Anassa kann über RTC Rose Travel Consulting, Nördliche Hauptstr. 2, 83700 Rottach-Egern, Tel.: 08022 66250, gebucht werden. Preisbeispiel: Flug mit Lufthansa ab Frankfurt a. M. oder München, 7 Nächte bei Doppelbelegung mit Frühstück, Flughafen-Privattransfer, ab € 1.770 p. P. im Gardenview Room.

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