Clean wirken sie, die verspiegelten und futuristisch anmutenden Hochhauspaläste Dubais, doch dazwischen liegen Orte, die voller Design und Kunst geradezu sprudeln: teilweise protzig, überraschend anders oder sympathisch erholsam. Text: Anja Genz

Mit einem Ruck bewegt sich der bedenklich klappernde provisorische Baustellenaufzug außen am Betongerippe hinauf. Ringsherum stehen halb fertige Betonklötze mit Blick auf Downtown Dubai und lassen viel Platz für die Fantasie. Im elegant schimmernden Anzug und mit schwarzer verspiegelter Brille sieht Umran Shah nicht so aus, als gehöre er in den Betonstaub. Unbeirrt zeigt der Senior Manager in die Ferne und erläutert »d3«, den Dubai Design District.

Dubai Design District: ein ehrgeiziges Projekt

Ein ehrgeiziges Projekt, das Design, Mode und die Luxusindustrie vereinen möchte – von der internationalen Marke bis zum regionalen Designer. Auf lange Sicht gesellt sich ein breites Spektrum an Wohnungen und Büros, Einzelhandel, Freizeitaktivitäten und Hotels dazu. Und es wäre nicht Dubai, wenn zusätzlich nicht noch Amphitheater, Art und Design Center, Conference Center und ein rund zwei Kilometer langer Fluss sowie eine eigene Marina dazugeplant wären. Bis zur kompletten Fertigstellung bleibt bis 2022 noch etwas Zeit.

Besucher in der Green Art Gallery

Alserkal Avenue

Zwischen diesem ehrgeizigen Designprojekt der Zukunft und dem Tourismusprojekt der letzten Jahre, The Palm Jumeirah, liegt das Industrieviertel: Al Quoz. Am wenigsten erwartet der Besucher zwischen den grünen Hallenkomplexen von Werkstätten und Lagern einen Ort der Künste und des Designs, der seine Zukunft als Zentrum der Kunst und Kultur in Dubai und den Vereinigten Arabischen Emiraten sieht.

Dieses Ziel passt zum ehrgeizigen Dubai, doch die künstlerische Präsentation von puristisch bis alternativ überrascht und scheint auf den ersten Blick nicht in das Bild Dubais zu passen. Alserkal Avenue ist neu und urban, denn bisher fehlte es an »street culture«, so Haniya Bhatty. Sie schlendert über das Areal und schwärmt von der hier angesiedelten Mischung aus Künstlern, Shops und dem privaten Museum SPM.

Es wird weiter gebaut und gewerkelt

In diesen Hallenkomplexen regiere die gegenwärtige Kunst des Mittleren Ostens und Südasiens, so die Communications Managerin, doch dies wüssten sicherlich nur die wenigsten Einwohner Dubais, geschweige denn die Touristen, aber international habe es bereits als Zentrum für aufstrebende Künstler an Bekanntheit gewinnen können. Es wird angebaut und vergrößert mit mehr Platz für ein größeres Spektrum an Künstlern und internationalen Galerien, einem unabhängigen Theater, Outlets und Veranstaltungsräumen.

Green Art Gallery in Dubai

Alserkal Avenue

Und wenn der Trubel dann doch zu groß wird, zieht man sich in das »A4 Space« zurück. Das kleine alternative Café mit Buchwand, die bis unter das Dach reicht, steht für jeden offen. Gemein sind den unzähligen Büchern immer ein paar Zeilen des ehemaligen Besitzers, warum dieses Buch für ihn oder sie besonders ist. Oder man schmökert in der von den Künstlern eigens herausgebrachten, höchst individuellen Karte der Nachbarschaft. Von kleinen Delikatesselädchen über Schuhdesigner und natürlich weiteren Kunstgalerien.

Breit gefächerte Kunstmesse: die »Art Dubai«

Mit weit mehr Glamour und Schischi inszeniert sich die jährlich im März stattfindende internationale Kunstmesse »Art Dubai«. Schon allein die Rahmenbedingungen verdeutlichen dies: Limousinenservice, reichlich Security, und das Ganze auf den Ausstellungsflächen des Luxushotels Madinat Jumeirah. Im letzten Jahr zog es rund 25000 Besucher an, die die Kunstmesse besuchten und von verschleiert bis aufreizend gestylt für das moderne Dubai stehen. Irgendwie passt es dennoch, schließlich ist die »Art Dubai« eine der am breitesten gefächerten und zugänglichsten Kunstmessen. Rund 500 Künstler wurden im letzten Jahr von 75 weltweiten Ausstellern präsentiert, da dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein, von gegenwärtiger bis moderner Kunst.

Vielleicht trägt manch eine der Besucherinnen auch einen der elegant femininen Abayas von Effa Al Dabbagh. Sie würde sicherlich ähnlich viele bewundernde Blicke einheimsen wie die Kunstwerke. Denn die Designerin Effa Al Dabbagh aus Dubai lässt sich von den 60er-Jahren und legendären Frauenfiguren wie Grace Kelly inspirieren. Sie möchte die kulturelle Identität bewahren, aber eine Frau nicht nur in Schwarz hüllen, sagt die Designerin. Ihre Abayas sind modern und sollen die Frauen in ihrer Weiblichkeit bestärken, statt sie zu harten Männern in Anzügen werden zu lassen, so die Mittdreißigerin. Nachdem sie Fashion Design studiert und über sechs Jahre für große Marken wie Valentino gearbeitet hat und Einkäuferin für den Mittleren Osten war, bemerkte sie, wie wenig Auswahl an modischer Kleidung mit Ärmeln oder langen Kleidern es gab. Sie beschloss, ein Label zu gründen, das Mode passend zur arabischen Kultur, aber mit internationalem Flair produziert. Seit acht Jahren besteht ihr eigenes Label. Der kleine Laden kam vor vier Jahren dazu.

Erste Wahl: das Luxushotel Jumeirah Zabeel Saray

Natürlich trägt sie ihre Abayas auch selbst. Bemerkenswert ist jedoch, dass sie, angesprochen auf ihre Kleidung, nie zugibt, die Designerin zu sein. Stattdessen würde sie einfach die Adresse ihres kleinen Ladens in der Palm Strip Mall nennen. Dabei ist Untertreibung gar nicht nötig, schließlich steht die Designerin auf der Forbes-Liste der Top 100 der inspirierenden Führungskräfte für den Mittleren Orient.

Ein idealer Ort, um eine derart elegante Abaya auszuführen, wäre sicherlich auch das prunkvolle Luxushotel Jumeirah Zabeel Saray auf der Palm Jumeirah Dubai. Das Fünf-Sterne-Luxushotel scheint aus einem Traum aus 1001 Nacht entsprungen zu sein. Es erinnert an die Pracht der kaiserlichen Paläste des 14. und 15. Jahrhunderts zur Zeit des Osmanischen Reichs. Dreimal mehr Gold als im bekannten Burj al Arab wurde hier verarbeitet, über 165 mächtige bis filigrane Kronleuchter lassen in den hohen Hallen des Hotels den Atem stocken. Über drei Jahre dauerte die Umsetzung des Hotels vom Bau bis zur Fertigstellung der handgemalten Wand- und Deckenfresken aus Pflanzenfarben. Handgefertigte Keramikfliesen, 30000 Quadratmeter Naturmarmor sowie rund 14 Boutiquen und acht Restaurants, drei Bars und Lounges sind der Inbegriff von Luxus.

Bis zu 310 Quadratmeter große Suiten

Nicht verwunderlich, dass für den Kinohit »Mission Impossible 4« das hoteleigene Restaurant Lalezar als Schlafzimmer und die Lobby als Palast zweckentfremdet wurden. Wer mit einem der gläsernen Lifte zu den Zimmern hinauffährt, steigt gefühlt in eine Zeitkapsel, um in eines der 379 luxuriösen Zimmer oder eine der 26 Suiten gebeamt zu werden. Fast wie ein eigener Palast muten die Zimmer samt Balkon mit Meerblick an. Das kleinste ist 46 Quadratmeter groß, die Suiten kommen auf bis zu 310 Quadratmeter.

Die Wand hinter dem extragroßen und himmlisch weichen Bett ist mit Blattgold überzogen, schwere Sessel mit plüschigen Kissen und beeindruckende osmanische Holzschnitzereien erwecken die Gefühle einer Prinzessin. Und was haben Prinzessinnen am liebsten? Jede Menge Zeit im Spa. Welch Segen, dass eines der größten und luxuriösesten Spas im Mittleren Osten zum Hotel gehört: das Talise Ottoman Spa.

Auf insgesamt 8000 Quadratmetern versammelt sich alles, was die gestresste Seele an Erholungsmöglichkeiten wünschen könnte: Thalassotherapie-Pools, Saunen, Dampfbäder, ein Snow Room – eine Art Kühlkammer –, Schwebebäder, drei traditionelle türkische Hammams sowie 42 Behandlungsräume von Hydrotherapie bis Beautytreatments. Doch wer hier an Massenabfertigung denkt, liegt falsch.

Durch eine schwere doppelflügelige Tür gelangt man in das Reich der Erholung. Schmale Gänge, die von Kerzen flankiert sind und an deren Abzweigungen es zu Dampfbädern und Saunen geht, entführen mühelos in eine vergangene Zeit. Ein Whirlpool wird dabei zum Zentrum des großen palastähnlichen Saals und wirkt wie ein Teil einer perfekt inszenierten Bühnenlandschaft der Träume. Drumherum bilden kleine Séparées mit roten Kissen und langen roten Vorhängen den perfekten Rahmen.

Ein kunstvoller Luxus

Wer in den Pool steigt, steigt zwar nur wenige Marmorstufen hinauf, doch gleitet gefühlt in eine andere Welt. Denn über dem Pool hängt ein beindruckender Kronleuchter, unter einer Kuppel, mit handgemaltem rotgoldenen Muster. Dazu arabische Musik, und schon scheinen die Gedanken zusammen mit dem Dampf des Whirlpools gen Kuppel zu steigen. So müssen sich Prinzessinnen fühlen. Und zum Frühstück? Gibt es, wie es sich für eine Prinzessin gehört, Brioche mit Blattgold verziert. Welch kunstvoller Luxus.

Anreise. Dubai ist ab deutschen Flughäfen in rund sechs Stunden per Direktflug erreichbar. Der Hin- und Rückflug kostet mit Emirates beispielsweise in der Economy Class ab Hamburg ab rund € 391 p. P. und in der Business Class ab Frankfurt a. M. ab rund € 2139.

Unterkunft. Das Fünf-Sterne-Luxushotel Jumeirah Zabeel Saray liegt auf der beeindruckenden Sandinsel Palm Dubai mit einem der größten Spas im Mittleren Osten sowie zehn Bars und Restaurants. Eine Übernachtung ist über den Reiseveranstalter FTI Touristik mit der Premium-Reisemarke Gold by FTI ab € 165 im Deluxe King Palm View Room buchbar. Im Rahmen des Gold by FTI-Programms sind ab vier Nächten eine Weinflasche und ein Obstkorb bei Ankunft inklusive. Ein Aufenthalt von sieben Nächten kostet ab € 1 155 über Gold by FTI im Deluxe King Palm View Room, inkl. einer Weinflasche und Obstkorb. Buchbar über das Gold-Service-Team per Tel.: 089 2525 1099 oder über die Website.

Info. Dubai Department of Tourism, Bockenheimer Landstr. 23, 60325 Frankfurt a. M, Tel.: 069 7100 020,

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