Melbourne gehört neben Sydney zu den beliebtesten Citys aller Australien-Besucher. Bevor ihr im Großstadt-Dschungel Melbournes verloren geht, verraten wir, was man sich unbedingt in der Stadt ansehen sollte.

Kunst, überall Kunst!

Neben internationalen Ausstellungen wartet Melbourne mit einer tollen einheimischen Kunstszene auf. Mehr als 100 Galerien zeigen zeitgenössisches und historisches, internationales und nationales Kunstschaffen. Eine besondere Rolle spielt dabei auch Aborigine Art, auf die sich verschiedene Galerien wie die Yarramunua Gallery spezialisiert haben. Einen guten Eindruck vom australischen Impressionismus vermittelt der Heidelberg Artists Trail. An 57 Stationen entlang des rund 40 Kilometer langen Weges geben Schautafeln Erklärungen zu Künstlern, die sich Ende des 19. Jahrhunderts im östlich von Melbourne gelegenen Heidelberg niederließen, um unter freiem Himmel zu malen.

Allgegenwärtig ist die Street Art von Melbourne, die vor allem die Häuserfassaden in den zentralen Laneways und Fitzroys zieren. Street Art Tours, die von den Künstlern selbst durchgeführt werden, führen zu den bekanntesten Motiven und geben einen Einblick in die Künstlerszene.

Street Art in Melbourne

Neale Cousland/Shutterstock.com

Die haushohen Paste-ups, Schablonen-Malereien und Sprüh-Lackierungen bieten Passanten eine sich ständig verändernde Tapisserie und sind nicht wegzudenkender Bestandteil eines Melbourne-Besuchs. Noch tiefgehender wird dieses mit einer geführten Tour durch die Szene mit den Erschaffern selbst – in dieser Form einmalig in Australien.

Die Künstler nehmen ihre Gäste mit durch Gassen und Laneways und erklären die Wandmalereien – von der Intension ihres Schöpfers über gestalterische Details bis hin zu politischen Aspekten der Straßenkunst. Angeboten werden zwei Touren: Die Central District Tour endet in den berühmten Blender Studios in den Docklands. Nach einer exklusiven Tour durch die Studios ist noch Zeit für einen Chat bei Bier oder Wein mit den Künstlern. Wer noch tiefer einsteigen will, dem sei die Fitzroy Tour empfohlen. Die endlose Vielfalt der Straßenkunst im alternativen Fitzroy und Collingwood, den trendigsten Vororten Melbournes, reicht von riesigen Auftragsmalereien bis hin zu versteckten bemalten Gassen. Info und Buchung hier.

Auf den Spuren der Aboriginals

Die Aboriginal Melbourne Tour von Oceania Tours & Safaris folgt den Spuren der Ureinwohner von Melbourne. Der rund sechsstündige Ausflug startet in den Royal Botanic Gardens, wo rund 10.000 verschiedene Pflanzenarten wachsen. Der  indigene Guide erläutert die traditionelle Rauch-Zeremonie und veranschaulicht, wie Pflanzen als Nahrung, Werkzeuge und Medizin genutzt wurden.

Aborigine in Melbourne

VIC Aborigine Melbourne

Beim Mittagessen im Stadtteil Fitzroy erfahren die Teilnehmer anschließend im Restaurant Charcoal Lane am eigenen Leib, wie die Zutaten schmecken, riechen und sich anfühlen. Ein Besuch der preisgekrönten First People Ausstellung im Melbourne Museum zeigt mit Hilfe neuester Multimediatechniken die Tradition und Geschichte, bevor der Stadtrundgang am zentralen Federation Square endet.

Melbournes Märkte und Essen ernaschen

Seinem Ruf als australisches Food-Mekka wird Melbourne auch mit seinen Märkten gerecht, auf denen sich die  frischsten Lebensmittel erstehen lassen. Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch des Queen Victoria Markets im Zentrum Melbournes. Neben den Fisch-, Fleisch- und Gemüsesektionen, an denen Marktschreier lautstark ihre Produkte anpreisen, gibt es auch einen großen Non-Food Bereich, wo Musiker, Künstler und Designer um die Aufmerksamkeit der potentiellen Käufer buhlen. Weniger Basar und mehr Gourmet-Tempel ist der South Melbourne Market. Metzger, Bäcker, Gemüse- und Fischhändler bieten ihre Produkte an, die zu den frischesten der Umgebung zählen. Und wer den Genuss am eigenen BBQ nicht mehr abwarten kann, kostet die Leckereien schon einmal direkt vor Ort.

Markt in Melbourne

Visit Melbourne

Neben der Gourmetküche gibt es in Melbourne unzählige Möglichkeiten, seinen Hunger zu stillen. In der Einwanderer-Stadt leben mehr als 180 verschiedene Nationalitäten Tür an Tür. So entstehen immer neue Trends und Cross-Over-Kreationen und die Street Food Szene gilt als eine der einfallsreichsten der Welt. Auch spezialisierte Restaurants, die ausschließlich vegane, laktosefreie oder glutenfreie Küche anbieten, haben sich in den letzten Jahren etabliert.

Viele Restaurantbetreiber setzten immer mehr auf die ausschließliche Verwendung frischer und gesunder Zutaten. Solche »Clean Eating«-Konzepte wie in der Serotonin Eatery, deren Gerichte laut eigener Aussage die Ausschüttung von Glückshormonen verursachen, oder der Moroccan Soup Bar kommen bei den sport- und gesundheitsbewussten Melburnians an. Beliebt sind auch die mehr als 50 verschiedenen Food Trucks, die an verschiedenen Locations der Stadt auftauchen. Melbournes Foodies haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Standorte ihrer Liebingstrucks immer wieder aufzuspüren – zum Beispiel mit Hilfe einer eigenen Website und App namens »Where the Truck at«.

Shopping in Melbourne: very hidden

Shopaholics schätzen an der australischen Fashion-Metropole Melbourne die vielen kleinen Läden, die lokale Designer und Künstler präsentieren. Modeschöpfer und Maßschneider von dort und aus  der Region gelten als besonders kreativ und trendy. Jedem Einkaufs-Typ gerecht wird die Stadt im Bundesstaat Victoria mit ihren Märkten, Arkaden, ganzen Shopping-Vierteln, Outlets und versteckten Geschäften in Hinterhöfen, die es zu entdecken lohnt.

Block Arcade in Melbourne

Olga Kashubin/Shutterstock.com

Die Stadtviertel von Melbourne sind so unterschiedlich wie ihr Angebot an Mode. Während sich in den Shopping-Zentren nahe der Laneways einige international bekannte Luxusmarken angesiedelt haben, dominieren in Fitzroy Second-Hand-Boutiquen, Factory-Outlets und Öko-Labels. Schuhe und etwas verrücktere Outfits entdeckt man auf der Chapel Street in South Yarra. Bekannte Mode-Labels gemischt mit Kreationen lokaler Modemacher haben sich in der Bridge Road in Richmond angesiedelt. Shopping mit Meeresbrise bietet die Acland Street in St. Kilda. Dazu passend gibt es hier neben trendigen Boutiquen auch Strandmode.

Einen tiefen Einblick in das Shopping-Labyrinth der Laneways verspricht die »Lanes and Arcades Tour« der von Fiona Sweetman gegründeten Hidden Secrets Tours. Sie führt unter anderem zu versteckten Händlern, deren Verkaufsräume sich in Souterrains oder Hinterhöfen befinden und den meisten Touristen sonst verschlossen blieben. Die mehrstündige Führung kostet 95 AUS-$ (ca. 65 Euro).

Skulpturenpark Pt. Leo Estate – große Kunst vor großer Kulisse

Über 55 Skulpturen in exponierter Lage am Meer zählt der etwa drei Kilometer lange »Sculpture Walk« auf dem renommierten Weingut Pt. Leo Estate auf der Mornington Peninsula (circa eine Stunde von Melbourne). Der Skulpturenpark ist ein Sammelsurium an sich ständig entwickelnden australischen und internationalen Werken. Er lebt von den Farben und dem Material-Mix von Holz über Metall bis hin zu Keramikfliesen. Ein Rundgang bietet ein visuelles und taktiles Erlebnis für Jedermann. Jedes Stück ist vor dem Hintergrund des Ozeans platziert und zudem szenisch wahlweise gegen Weinreben, Rinderherden oder blühende Gärten ausgerichtet.

Bei der Auswahl der einzelnen Stücke geht es um besondere Energien, Gefühle und ihre Integration in die offene Landschaft. Größe und Maßstab passen zur Weite des Geländes und dem Fernblick bis zum benachbarten Phillip Island. Der Besucher kann zwischen einem kurzen oder langen Spaziergang wählen und bis zu anderthalb Stunden geführtem Kunstgenuss frönen. Genussreiche Ergänzung ist das erst im November 2017 eröffnete Gourmet-Restaurant des Pt. Leo Estate, das sich mit einer Kochmütze schmücken darf.

Kaffeetrinken in Melbourne: gewusst, wie!

Wer auf eine Tafel in einem Café in Melbourne schaut, dem kann schwindelig werden von all den Zubereitungsarten, Filtermöglichkeiten und verheißungsvollen Namen. Ohne einschlägiges Knowhow ausgestattet, tut es der Café-Gast am besten einem »Aussie« gleich, der gerne einen Batch Brew nimmt. Dabei handelt es sich, um eine Tasse Filterkaffee, zubereitet mit der Bohne des Tages. Das ist nicht etwa ein Sonderangebot, auch hier füllen die Baristas nur das Beste in die Tasse. Dafür steht ein echter Melburnian auch schon mal Schlange – und zwar nicht nur, um morgens einfach wach zu werden.

Kaffeezubereitung im Industry Beans in Melbourne

Josie Withers Photography

Zu den unzähligen Kreationen, die täglich über Melbournes Kaffeetresen gehen, zählt auch der beliebte Flat White. Der Espresso mit aufgeschäumter Milch ist seit Jahren der Renner in Melbourne. Weniger stark als ein Espresso Macchiato, aber stärker als ein Milchkaffee, ist er ein geselliges Getränk, weil er in Ruhe genossen wird. Wer seinen Kaffee lieber schwarz trinkt, bestellt zum Beispiel einen Long Black (= Espresso mit Wasser verlängert).

Nichts mit deutschem Eiskaffee hat der Cold Drip zu tun, obwohl  er  im heißen australischen Sommer besonders beliebt ist. Bei der Zubereitung wird das Pulver mit kaltem Wasser gelöst und zieht zwischen zehn und 24 Stunden in einem sogenannten Dripper nach. Dann erst wird der Kaffee durch einen Filter abgeseiht und kühl serviert. Durch das fehlende Erhitzen lösen sich mehr Aromen, aber weniger Säure und Bitterstoffe. Der Kaffee ist leicht süß, zitrus-fruchtig, mild und bekömmlich. Damit es so bleibt, haben Milch oder Eiscreme aus Sicht eines Profis hier nichts verloren.

Wer einen echten Melburnian Coffee genießen will, ist zum Beispiel in den Filialen der lokalen Anbieter Market Lane, Industry Beans und St. Ali gut aufgehoben. Sie alle setzen auf selbstgerösteten, saisonalen Kaffee. Die hier erhältlichen vakuumverpackten Röstungen sind auch ein beliebtes und authentisches Mitbringsel für Daheimgebliebene.

Tierisch gutes Melbourne

Mitten in der Stadt leben viele australische Tiere wie Ringbeutler, farbenprächtige Lori-Papageien und sogar Pinguine.

Auf Phillip Island, Heimat der berühmten Pinguinparade, erklären die beiden Ranger Ashton Marsh und Andrew Dallinger, warum die Insel weit mehr zu bieten hat, als die bekannten Touristenattraktionen. Entlegene Wanderungen am Cape Woolamai, die besten Surf- und Schnorchelplätze oder verwachsene Buschwege für Fahrradtouren lassen sich mit ein wenig Insider-Wissen leicht finden.

Kängurus in Melbourne

PI Ashton Marsh

Zwei Millionen Menschen fahren alljährlich die Great Ocean Road entlang, vor allem um die beeindruckenden Felsformationen wie die Zwölf Apostel zu bestaunen. Die Eco-Lodge-Betreiberin Dana Ronan und der Zoologe und Tourguide Bruce Jackson kennen einige der noch weniger frequentierten, aber unbedingt sehenswerten Plätze entlang der Route. Sie weisen den Weg zu einem Lehrpfad des einst hier ansässigen Koorie-Volkes, Mountainbike-Strecken im Regenwald und entlegenen Stränden. Beide haben den Great Ocean Walk, ein Wanderweg, der abseits der Straße entlangführt für sich entdeckt. Tipps mit Ortsangaben finden sich auf der deutschsprachigen Website von Tourism Melbourne.

Wer gern möglichst viele Tiere auf einem Fleck erleben möchte, besucht den Melbourne Zoo. Neben Australiens endemischer Fauna wie Kängurus, Schnabeltieren und Wombats beherbergt er Tiere aus aller Welt. Er ist Heimat für asiatische Elefanten, Sumatra-Tiger und Gorillas. Die Einrichtung macht sich besonders für den Erhalt gefährdeter Arten stark. So gehören zu den neuesten Zugängen frisch geschlüpfte Philippinen-Krokodile, von denen nur noch rund 200 erwachsene Exemplare in freier Wildbahn leben. Das Melbourne Aquarium begrüßte im März 2014 den ersten nach künstlicher Befruchtung geborenen Hai Australiens. Unter den vielen unterschiedlichen Arten des maritimen Lebens werden australische Quallen in ihrem natürlichen Lebensraum ausgestellt.

Nur wenige Kilometer außerhalb Melbournes leben in den You Yang Ranges Kängurus, Wombats und Koalas. Tipp: Kängurus sind sehr schüchtern. Deshalb sollte man sich am besten einem Guide anschließen. Die Beuteltiere haben einen außergewöhnlichen Seh-, Gehör- und Geruchssinn, deshalb bemerken sie uns Menschen sofort.

Ausflugstipps: Mornington Peninsula

In der Urlaubsregion Mornington Peninsula südlich der Stadt Melbourne verbindet die Seilbahn »Eagle« den Küstenort Dromana mit dem 314 Meter höher gelegenen Aussichtspunkt Arthur’s Seat.

Seilbahn in Mornington Peninsula

Eagle Arthurs Seat

Die 15-minütige Fahrt verspricht bei klarer Sicht Panoramablicke über die Meeresbucht Port Phillip Bay bis zur rund 70 Kilometer entfernten Skyline von Melbourne. Berg- und Talfahrt kosten 24, die Einzelfahrt 17,50 australische Dollar (circa 16 und 12 Euro). Die Seilbahn führt parallel zum ersten Abschnitt des beliebten Wanderwegs Two Bays Walking Track, der in 26 Kilometern von der ruhigen Nordküste bis zum rauen Cape Schanck im Süden der Halbinsel führt. Mit dem Eagle können Wanderer nun den steilen Anstieg von knapp 300 Höhenmetern auf den ersten drei Kilometern von Dromana nach Arthur’s Seat überspringen.

Der Two Bays Walking Track ist eine von vier Sektionen des Mornington Peninsula Walks der Mehrtageswanderer über 100 Kilometer rund um das südliche Ende der Mornington Peninsula leitet. Die ausgeschilderte Strecke verläuft entlang zerklüfteter Küste, langer Sandstrände und durch lichtes Buschland mit grasenden Kängurus.

Aufgrund ihrer Nähe zur Millionenmetropole Melbourne gehört die Mornington Peninsula mit knapp 17 Millionen Besuchern jährlich zu den beliebtesten Ausflugszielen im Bundestaat Victoria. Internationale Gäste legen hier gerne einen Übernachtungsstopp ein, bevor sie mit ihrem Mietwagen im Küstenstädtchen Sorrento per Fähre zur berühmten Great Ocean Road übersetzen. Die Halbinsel ist von mediterranem Kilma geprägt und bietet neben kilometerlangen Badestränden auch einige der besten Golfplätze des Landes. Zahlreiche Weingüter, Olivenplantagen und Farmen laden Besucher ein, hinter die Kulissen der Lebensmittelproduktion zu schauen und an Ort und Stelle zu kosten. Wassersportbegeisterte können mit Delfinen und Seelöwen schwimmen oder zu den hier heimischen Weedy Sea Dragons (australischer Fetzenfisch) abtauchen.

 

 

 

 

 

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