Foto: MarekLuthardt / Shutterstock.com
Norwegen

Übernachten im Leuchtturm: 9 traumhafte Adressen an Norwegens Küste

Schon alle Hotels gesehen oder einfach auf der Suche nach einer besonderen Unterkunft? Dann ist eine Nacht in einem historischen Leuchtturm an der schroffen Küste Norwegens vielleicht genau das Richtige. Du wirst erstaunt sein, wie viele Möglichkeiten dazu es gibt.

Eine Nacht in einem Leuchtturm in Norwegen mit Blick auf das Meer – wer träumt nicht davon? Mittlerweile können Reisende sich in rund 60 Leuchttürmen in Norwegen einbuchen; Abenteuer, Kultur und Geschichte entlang der gesamten Küste des Landes inklusive!

Viele dieser vor gar nicht so langer Zeit außer Betrieb genommenen Leuchttürme sind zu beliebten Reisezielen geworden. Was völlig verständlich ist: Wer möchte nicht einschlafen, wenn währenddessen Wellen gegen die Küste schlagen? Darüber hinaus stellen viele der Leuchttürme in Norwegen ein wunderschönes Fotomotiv dar.

Leuchtturm Stabben in Norwegen, mitten im Meer; hinter dem Leuchtturm geht die Sonne unter

Foto: Visit Fjordkysten

In der Regel können Gäste eine oder zwei Übernachtungen in den Leuchttürmen verbringen. Die Kosten für die Übernachtung variieren, je nach Leuchtturm und Komfort. Allerdings wird meist nicht direkt im Leuchtturm selbst, sondern in einem Nebengebäude geschlafen. Häufig dort, wo früher die Leuchtturmwärter übernachtet haben.

Die meisten Leuchttürme sind in Besitz der Regierung. Sie arbeitet mit lokalen Verbänden und Organisationen zusammen, um die Leuchtturm-Anlagen für Besuche, Führungen und Unterkünfte offenzuhalten. Andere Leuchttürme sind in Privatbesitz und werden kommerziell betrieben.

Kvassheim: Von 1912 bis 1992 in Betrieb, heute Unterkunft für zwölf Personen

Am südlichsten Teil der Strände von Jæren (Region Stavanger) befindet sich der Leuchtturm von Kvassheim, der von 1912 bis 1992 in Betrieb war. Heute ist er ein Museum und ein Informations- und Freiluft-Zentrum. Der Leuchtturmkomplex besteht aus der Residenz des Leuchtturmwächters, einem zwölf Meter hohen Leuchtturm, einem Maschinenraum sowie einem Sturm- und Nebelwarnsystem. Darüber hinaus gibt es ein Assistentenhaus und ein kleines Gebäude, die beide renoviert und in Wohneinheiten umgewandelt wurden. Insgesamt finden hier zwölf Personen Platz, acht im Haupthaus und vier im Nebengebäude.

Der weiße Leuchtturm Kvassheim mit rotem Dach steht auf einer grünen Wiese im Jæren in Norwegen, davor ein niedriger angebauter Pavillon mit Rundfenstern.

Foto: MarekLuthardt / Shutterstock.com

Obrestad: Wohnen in den renovierten Häusern der einstigen Leuchtturmwärter

Der Leuchtturm von Obrestad wurde 1873 gegründet und befindet sich an der Küste von Jæren, das für seine Steinstrände bekannt ist. Heute beherbergt der Leuchtturm ein Museum, das über den Alltag im Leuchtturm und in der Region informiert. Die Häuser, in denen die Leuchtturmwärter und ihre Familien lebten, können das ganze Jahr über gemietet werden. Alle drei Einheiten bieten einen wundervollen Blick auf das Meer und die dahinter liegenden Berge. Die Häuser wurden renoviert und haben ein geschmackvolles und modernes Design.

Obrestad-Leuchtturm vor norwegischer Küste; um das Leuchtturmgebäude stehen mehrere kleine Häuser, alles wird von der Sonne gelb angestrahlt

Foto: Voyagerix/Shutterstock.com

Utsira: Norwegens höchster Leuchtturm ist der einzige mit zwei Türmen

Der Utsira-Leuchtturm wurde erstmals am 15. August 1844 beleuchtet und ist Norwegens einziger verbleibender Leuchtturm mit zwei Türmen. Nur einer der Türme ist noch in Betrieb. Er hat eine Gesamthöhe von 78 Metern über dem Meeresspiegel. Damit ist er der höchste Leuchtturm Norwegens. Der Leuchtturm von Utsira beherbergt fünf Einheiten, in denen teils bis zu zehn Personen Platz finden. Neben der Unterkunft finden sich in Utsira auch ein Künstlerhaus, ein Café, eine Galerie und einen Vintage-Laden. Die Insel eignet sich hervorragend zum Beobachten von Vögeln, Angeln und anderen Outdoor-Unternehmungen.

Der dunkelrote Leuchtturm auf Utsira in Norwegen von unten fotografiert, mit Laterne und umlaufendem Balkon, auf einem Felsen stehend unter bewölktem Himmel.

Foto: Atene88 / Shutterstock.com

Ryvarden: Von hier segelte einst ein Wikinger nach Island

Ryvarden hat eine mehr als 1.100-jährige Geschichte. Die Geschichte des Vikingers Ramnafloke, der von Ryvarden aus nach Island reiste, ist im isländischen »Landnamabok« detailliert dokumentiert – eine Geschichte, die die Besiedlung Islands beschreibt. 1849 wurde hier schließlich der erste Leuchtturm gebaut. In der Folge wurde er immer wieder umgebaut und erweitert, bis er schließlich 1984 automatisiert wurde. Heute bietet der Leuchtturm Platz für acht bis zehn Personen in der Residenz des Leuchtturmwächters.

Die weiße Leuchtturmstation Ryvarden auf einer felsigen Landzunge an der norwegischen Küste, davor fährt ein kleines Arbeitsboot vorbei, im Hintergrund Berge unter bewölktem Himmel.

Foto: BPfoto / Shutterstock.com

Kvanhovden: 40 Meter über dem Meer, erreichbar nur per Boot

30 Minuten mit dem Boot von Florø entfernt, befindet sich der Leuchtturm von Kvanhovden. Der Leuchtturm widersteht seit 1895 Wind und Sturm. Er befindet sich auf einer Klippe 40 Meter über dem Meeresspiegel auf der Insel Hovden und ist einer der am höchsten platzierten Leuchttürme in Norwegen. Er bietet eine hervorragende Aussicht sowohl nach Süden als auch nach Norden entlang der Küste und über den Ozean. Das Haus des Leuchtturmwächters bietet heute Platz für bis zu 10 Personen und verfügt über drei Schlafzimmer.

Pärchen auf dem Leuchtturm von Kranhoven

Foto: Terje Rakke/Nordic Life/www.fjordnorway.com

Kråkenes: Hier schläft man wirklich im Turm, an einem der stürmischsten Orte Norwegens

Der 45 Meter hohe Kråkenes-Leuchtturm ist ein relativ neuer Leuchtturm. Er wurde »erst« im Jahr 1906 erbaut. Wer hier übernachten will, sollte eines wissen: Hier geht’s mitunter ziemlich turbulent zu! Der Grund: Der Leuchtturm liegt an einem der stürmischsten Orte der norwegischen Küste. Wem das nichts ausmacht, sollte nun die Ohren spitzen, denn hier können Gäste wirklich im Leuchtturm übernachten (und nicht in einem Nebenhaus). In der obersten Etage des Leuchtturms gibt es eine Suite. Sie verfügt über ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Bad, eine Küche und ein Esszimmer mit Platz für vier Personen.

Der Leuchtturm Kråkenes auf einer Klippe bei Vågsøy in Norwegen, im Vordergrund schroffe Felsen und ruhige See, am Horizont geht die Sonne unter.

Foto: Kedardome / Shutterstock.com

Runde: Übernachten auf einer Vogelinsel mit Platz für 24 Personen

Dieser Leuchtturm liegt auf der Nordwestseite der Vogelinsel Runde. Bereits 1767 wurde hier ein Leuchtturm erbaut, der heutige Betonbau stammt aus dem Jahr 1935. Seit 2002 ist er unbemannt – aber nicht leerstehend. Denn die Residenz des Leuchtturmwächters wurde in der Zwischenzeit in eine Unterkunft verwandelt, die insgesamt 24 Personen in mehreren Schlafzimmern Platz bietet. Darüber hinaus gibt es eine Küche mit Lebensmitteln aus einem Selbstbedienungslager.

Leuchtturm auf der Vogelinsel Runde in Norwegen

Foto: Arild Lilleboe/Shutterstock.com

Molja: Der Leuchtturm mitten in Ålesund gehört zu einem Hotel

Der Leuchtturm von Molja ist das charmante Wahrzeichen in Ålesund. Der Leuchtturm, der dem Hotel Brosundet gehört und von ihm betrieben wird, liegt nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt. Der mehr als 150 Jahre alte Leuchtturm ist sogar noch in Betrieb – und bietet ein Schlafzimmer im obersten Stockwerk und ein elegantes Badezimmer im ersten Stock. Wer hier übernachtet, erhält am Morgen einen reichhaltigen Frühstückskorb.

Molja-Leuchtturm in Norwegen; ein roter, einsamer Leuchtturm steht am Ende eines steinernen Stegs im Meer

Foto: Santi Rodriguez/ Shutterstock.com

Ona: Der Leuchtturm auf einer Insel mit nur ein paar Dutzend Einwohnern

Das Fischerdorf Ona ist eine Inselgemeinde an der Küste außerhalb von Molde. Auf der Insel leben heute nur noch ein paar Dutzend Einwohner. Der Leuchtturm von Ona wurde 1867 erbaut und befindet sich auf dem höchsten Punkt namens Onakalven. Das ist mitten auf der Insel. Die Insel selbst ist ein kleines Refugium. Hier finden sich ein Sommercafé, Kunsthandwerkswerkstätten, ein Kunsthandwerksgeschäft, eine Kapelle und ein langer weißer Strand. Der Leuchtturm selbst bietet keine Unterkunft, aber das in der nähe gelegene Ona Havstuer ist ein kleines, charmantes Hotel.

Blick auf Häuser auf der Insel Ona in Norwegen

Foto: Vidar Moløkken/Visit Norway

Noch mehr Informationen zum Übernachten in Leuchttürmen in Norwegen gibt es auf visitnorway.de.

Häufige Fragen

1. Wie viele Leuchttürme in Norwegen bieten Übernachtungen an?
Entlang der norwegischen Küste können inzwischen rund 60 Leuchttürme als Unterkunft gebucht werden. Meist schläft man nicht direkt im Turm, sondern im ehemaligen Haus des Leuchtturmwärters oder in umgebauten Nebengebäuden. Der Komfort reicht von schlichten Selbstversorgerquartieren bis zu sehr komfortablen Apartments.
2. Wie bucht man eine Übernachtung im Leuchtturm in Norwegen?
Die Buchung erfolgt je nach Leuchtturm über lokale Touristenverbände, regionale Buchungsportale oder direkt über Betreiber wie Gemeinden oder Hotels. Oft gibt es feste Saisonzeiten, Paketpreise pro Nacht oder Wochenende und genaue Hinweise zur Anreise und Schlüsselübergabe. Bei manchen Leuchttürmen ist ein Bootstransfer zur Insel im Arrangement enthalten.
3. Was sollte man beim Übernachten im Leuchtturm beachten?
Wichtig sind Informationen zur Erreichbarkeit, da viele Leuchttürme nur per Boot oder über schmale Zufahrtswege erreichbar sind, sowie zur Ausstattung, etwa ob Trinkwasser, Küche und Heizung vorhanden sind. Der Standard reicht von einfachen Mehrbettzimmern bis zum designorientierten Einzelzimmer. Besonders an abgelegenen Standorten sollten Wetterbedingungen, Proviant und passende Kleidung sorgfältig eingeplant werden.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.