Dalmatien ist eine attraktive Region für Radfahrer und Wanderer. Es locken hügelige Landschaften und wenig befahrene Straßen. Regionale Produkte (Wein, Olivenöl, Käse und fangfrischer Fisch) machen Dalmatien auch für Foodies immer attraktiver. Nur Strandliebhaber werden etwas vermissen: Zwar ist das azurblaue Wasser glasklar, doch Sandstrände sind nur spärlich vorhanden. Text: Ralf Johnen

Der Begriff Dalmatien deckt sich heute im weitesten Sinne mit Süd-Kroatien. Die Region reicht von der Küstenstadt Zadar im Norden bis nach Dubrovnik im Süden. Eine Strecke, die mit dem Auto eine Distanz von immerhin 350 Kilometern misst. Süd-Kroatien ist zwischen diesen Städten nur ein schmales Stück Land von maximal rund 50 Kilometern Breite, das an Bosnien-Herzegowina und ganz im Süden auch an Montenegro grenzt. Dafür aber gehören nach einer inoffiziellen Zählung 942 Inseln zur Region. Nicht mitgerechnet sind Halbinseln wie Pelješac, die zu einer Gesamtküstenlänge von mehr als 1200 Kilometern beitragen.

Inseln ein Hotspot der Segler

Dalmatien besitzt heute weder einen politischen noch offiziellen geographischen Status. Die gesamte Region ist stark von ihrer Geschichte als Handelsregion gekennzeichnet. Dabei sind es vor allem venezianische und – in deutlich geringerem Ausmaß – griechische und römische Einflüsse, die der Region ein historisches Gesicht verleihen. So gehören die Altstädte von Dubrovnik, Trogir und zum Teil auch die von Split zum Unesco-Weltkulturerbe. Auf den Inseln bezaubern Orte wie Hvar mit venezianischem Charme.

Anwesen am Meer in Dalmatien

Ralf Johnen

Die Inseln selbst fallen fast durchgängig mit reizvollen Dörfern und Städtchen auf, die gerne von Seglern als Ankerplätze gewählt werden.

Einreise. Kroatien ist seit 2013 Mitglied der EU. Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger benötigen lediglich einen Personalausweis zur Einreise.

Anreise. Dalmatien ist am besten über den Flughafen von Split erreichbar. Im Sommerflugplan wird der Airport von diversen Airlines bedient: Eurowings fliegt unter anderem von Köln, Düsseldorf, Hamburg und Berlin. Croatia Airlines bedient das Ziel von München, Frankfurt, Wien und Zürich. Der Flug dauert zwischen 90 Minuten und 2 Stunden. Auch Dubrovnik und Zadar verfügen über internationale Flughäfen, die saisonal aus deutschen Städten angeflogen werden. Natürlich ist die Anreise auch per Pkw möglich, die Entfernung von München nach Split allerdings beträgt knapp 900 Kilometer.

Katamaran und Yachten bei Moorings

Boote. Segeltouren durch die Inselwelten gehören zu den populärsten Attraktionen in Dalmatien. Der Anbieter The Moorings bietet mehrere Bootstypen zur Miete an. Ab Marina Agana (30 km nordwestl. von Split) kostet die Woche für das Boot »Moorings 4800« ab 3285 Euro pro Woche. Es handelt sich um einen Katamaran mit 4 Kabinen plus 2 Vorpiekkojen für  maximal 12 Personen. Bei Vollbelegung macht das 329 €/Woche. Der Typ Moorings 50.5 ist ab 2745 Euro pro Woche zu haben. Dabei handelt es sich um eine Einrumpfyacht (Monohull) mit 4 Kabinen plus 2 Vorpiekkojen für maximal 12 Personen (275€/Woche bei Vollbelegung).

Für das Ankern in Häfen fallen zusätzliche Gebühren an.

Hafen in Dalmatien

Ralf Johnen

Ein Skipper kostet zusätzlich 185 € pro Tag. Die einzelnen Kabinen verfügen in beiden Bootstypen über jeweils eine kleine Nasszelle. Die Marinas in Dalmatien sind exzellent ausgestattet. Alternativ zum Konoba-Besuch kann überall üppig eingekauft werden.

Fähren. Zwischen vielen dalmatischen Inseln und dem Festland verkehren zum Teil mehrmals täglich Fähren, die auch Autos mitnehmen. Marktführer ist das Unternehmen Jadrolinija, das 2016 mehr als elf Millionen Reisende transportiert hat. Insel-Hopping ist somit auch für Autofahrer und Radler möglich.

Mild und feucht im Winter

Mietwagen. Zum Beispiel über Auto Europe oder über Sunny Cars, 14 Tage ab 200 Euro inklusive alle Versicherungen, Steuern und Gebühren.

Sprache. Amtssprache ist Kroatisch. Viele im Tourismus tätige Kroaten sprechen gut Deutsch. Auch Englisch und Italienisch sind recht weit verbreitet.

Klima und Reisezeit. Dalmatiens Klima ist mediterran geprägt.  Die Winter sind mild und eher feucht, die Sommer warm bis heiß und ziemlich trocken. Die mittlere Niederschlagsmenge ist mit 877 Millilitern pro Jahr knapp höher als in Deutschland (Köln: 744 Milliliter). Auf den Inseln kann es vor allem im Winter ziemlich stürmisch sein. Die Hauptreisesaison reicht von Ostern bis Anfang Oktober. Wie überall am Mittelmeer sind die Randmonate April, Mai, September und Oktober am schönsten, weil Temperaturen, Andrang und Preise dann moderat sind. Generell liegen die Preise spürbar unter dem Niveau etwa der Balearen.

Währung. Kroatien gehört zur EU, der Euro wird nach jetzigem Stand aber erst 2022 eingeführt. Bis dahin bleibt die Kuna (HRK) Landeswährung. 1 Euro entsprach Ende März 2017 7,40 Kuna. Besucher können in Kroatien im Prinzip auch mit Euro bezahlen. Wechselgeld wird dann häufig in Kuna herausgegeben. Meist ist der Kurs eher ungünstig.

Zeitunterschied. Zwischen Kroatien und Deutschland gibt es keine Zeitverschiebung.

Must-see: Trogir, Split, Dubrovnik

Sehenswürdigkeiten. Auf dem Festland: Die Stadt Trogir (knapp 12 000 Einwohner) ist mehr als 2300 Jahre alt. Seit 1997 zählt die nur wenige Meter vom Festland auf einer Insel gelegene Altstadt zum Weltkulturerbe. Gassen und Promenade sind von venezianischer Architektur geprägt. Split ist die dalmatische Metropole mit rund 200 000 Einwohnern. Unbedingt sehenswert ist die Altstadt mit dem Diokletianpalast, seinen ehrwürdigen Toren und der Kathedrale Sveti Duje.

Blick auf die Stadt Split und das Meer in Dalmatien

xbrchx/shutterstock.com

Auch die Altstadt von Dubrovnik gehört zum Weltkulturerbe. Einer der Gründe ist fantastische Stadtmauer mit ihren Festungen, Bastionen und Türmen. Für alle drei Städte gilt: In der Hochsaison und wenn Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, kann es sehr voll werden.

Auf den Inseln: Hvar und Brac sind die mit Abstand größten Inseln Dalmatiens. Die Stadt Hvar mag für sich beanspruchen, die wichtigste aller Eilande zu sehen. Für mehr als 4300 Einwohner reicht das aber auch hier nicht. Obwohl die Inseln keine zehn Kilometer vom Festland entfernt liegen, sind sie nur spärlich besiedelt. Hvars lange Geschichte spiegelt sich in den vielen historischen Bauten wider. Auf Brač sollte man das malerische Küstenstädtchen Milna nicht ignorieren, die Nachbarinsel Šolta hält Maslinica dagegen.

Trinkgeld. In Dalmatien spielt Trinkgeld eine eher untergeordnete Rolle. Im Restaurant verhält es sich wie in Deutschland: fünf bis zehn Prozent sind je nach Zufriedenheit angemessen, aber nicht verpflichtend. Zimmermädchen und Frühstückskellner freuen sich über kleine Beträge in der Größenordnung von 1 Euro.

Mitbringsel: Honig, Oliven, Wein

Shopping. Die Einkaufsmöglichkeiten in Dalmatien sind gut. Empfehlenswert sind vor allem die lokalen Produkte: Honig, Marmeladen, Nüsse, Oliven, Olivenöl, Wein (vor allem die Resorte Mali Plavac, was so viel wie »kleiner Blauer« heißt) und Schinken können auch gut mit nach Hause genommen werden.

Leckereien aus Dalmatien

Ralf Johnen

Persönlicher Tipp. Besuchen Sie die herrliche Insel Paklinski Otoci (auf Deutsch: die Hölleninsel), wo im Inselrestaurant Palmižana herrlich frische Produkte wie frische gefangener Thunfisch auf den Tisch. Besitzerin Dagmar Meneghello erzählt zum Dessert gerne Anekdoten über die Wintermonate, wenn sie alleine auf der Insel lebt.

Sicherheit. Kroatien gilt als sicheres Reisegebiet. Lediglich bei Überlandwanderungen sollte man sich gut erkundigen, ob die Region während des von 1991 bis 1995 herrschenden Krieges mit Landmienen ausgelegt wurde. Wie an jedem anderen Ort der Welt, ist auch Kleinkriminalität nicht auszuschließen. Es gilt den üblichen Verhaltenskodex zu beachten, Wertgegenstände nicht offen zu tragen und schon gar nicht im Auto liegen zu lassen.

Informationen. Kroatische Zentrale für Tourismus, Stephanstraße 13, 60313 Frankfurt, Tel. 069 238 53 50

 

 

 

 

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