Bohrmaschinen, Streichholzschachtel-Zimmer und ungezogene Gören gehören sicher nicht zu einem Erholungstrip, den sich viele von uns wünschen. Wir verraten, worauf man schon bei der Buchung achten sollte und wo die Anbieter die Wirklichkeit mit Reisefloskeln schönreden.

»Kinderfreundlich«

In der Sauna mal richtig entspannen. Dem Zischen seines Aufgusses lauschen und den Stress des Alltags aus dem Körper schwitzen. Die Tür öffnet sich und eine Familie samt Anhang stürzt rein. Ganz Recht, manche Kinder gehen auch in die Sauna. Eigentlich kein Problem! Nur dass die quengelnden, unruhigen Wesen nicht verstanden haben, worum es in der Sauna geht: ruhig sein! Die Eltern finden das Gerenne vielleicht süß, aber spätestens jetzt ist die Entspannung ade. Wer in der Hotelbeschreibung die Reisefloskel »kinderfreundlich« liest, sollte als Liebhaber des entspannten Urlaubs umgehend das Weite suchen. Lautstärke programmiert. Am Pool, im Restaurant, überall!

Schreiendes Kind vor Himmel

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»heimelige Atmosphäre/gemütliche Zimmer«

Familienurlaub in heimeliger Atmosphäre klingt super, nichts wie hin! Wer hat es nicht gern kuschelig und romantisch? Mit vier Koffern also angereist, Kuscheltiere der Kinder unterm Arm, und ab. Blöd nur, dass mit heimelig und gemütlich meistens klein und spartanisch gemeint ist. Bett, Lampe, Schreibtisch. Luxus ist definitiv woanders. Na gut, bleiben wir halt draußen.

Die »exotischen« Ziele

Wer träumt nicht davon: Palmen, weiße Strände, Kokosnüsse. Exotische Ziele versprechen reichlich Abwechslung vom tristen Alltag. Also: Kinder eingepackt und los geht’s in den Flieger. Blöd nur, dass exotische Ziele meist weit entfernt sind. Viele Stunden. Viele Flugstunden mit quengelnden Kindern. Verachtende Blicke genervter Passagiere inklusive. Vielleicht hätten die Dünen von Holland auch genügt.

Frau liegt am Pool mit Meerblick

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»Frisch renoviert«

Neueröffnung oder Reopening klingt toll, oder? Der Pool ist türkis, die Fliesen weiß und das Zimmer top modern. Doch wer kennt es nicht von zu Hause? Nach der Renovierung ist meist vor der Renovierung. Nie ist alles fertig. Und so sollte man stets damit rechnen, dass Bauarbeiter durch den Frühstückssaal hetzen und Bohrmaschinen das Battle gegen das Vogelzwitschern locker gewinnen. Auch das Personal ist in der Opening-Phase oft noch nicht richtig eingespielt und leistet sich manchen Servicepatzer.

Das »Budget überdenken«

Die Pretty-Women-Situation aus dem Film kennen wir alle: »Schätzchen, ich glaube nicht, dass wir hier etwas für dich haben«. Ohne neuen Fummel, dafür mit der Hälfte an Selbstwertgefühl verlässt Vivian das Geschäft. Der Satz »das Budget überdenken« zielt auf dasselbe hinaus. Mit anderen Worten also: »Für den Preis können Sie sich nicht mal einen Pappkarton leisten«. Na, vielen Dank auch.

»Fliegen ohne Schnickschnack«

Bei Billigairlines sollte man besser ein paar Snacks einpacken und das Handgepäck so schmal wie möglich halten. Vielleicht sollte man auch seine Beine zu Hause lassen. Kein Schnickschnack bedeutet eben kein Komfort. Kein Wasser, kein Platz für Beine und Gepäck. Im Zweifelfall muss beides vor den Sitz gequetscht werden.

Flugzeug von unten auf Landebahn

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