Kreislaufkollaps, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit: Wer auf einem Flug medizinische Hilfe benötigt, hofft auf einen Arzt an Bord. Das aber ist reine Glückssache. Dennoch sind die Airlines auf Notfälle vorbereitet. Wir verraten, wie. Text: Frank Störbrauck

»Meine Damen und Herren, ist ein Arzt an Bord? Wenn ja, bitte melden Sie sich beim Flugpersonal.« Vielflieger dürften eine solche Durchsage durchaus schon einmal erlebt haben. Allein bei der Lufthansa wird jährlich rund 2500-mal um medizinische Hilfe in der Luft gebeten – vor allem auf Langstreckenflügen. Treffen kann es natürlich jeden, aber häufig sind Vielflieger betroffen, die übermüdet sind und sich ungesund ernähren. Sie leiden überdurchschnittlich oft an Kreislaufproblemen. In mehr als drei Viertel aller Fälle haben Passagiere der Lufthansa Glück im Unglück: Tatsächlich befindet sich ein Arzt an Bord. Die Airline hat ein eigenes Programm für Ärzte an Bord entwickelt, »Doc on Board« heißt es.

Ärzte können sich bei der Lufthansa vorab registrieren

Mediziner können sich vorab auf der Website der Lufthansa registrieren. So weiß die Airline vor jedem Flug, ob und auf welchem Platz ein Arzt an Bord ist. Aber nicht jede Fluggesellschaft hat ein solches Programm. Die Crews von Air France zum Beispiel machen bei einem medizinischen Notfall eine Durchsage und fragen, ob sich ein Arzt an Bord befindet. Darüber hinaus sind die Crews für solche Fälle geschult.

Die Kabinenbesatzung von Air France erhält Erste-Hilfe-Schulungen. Diese werden jedes Jahr in Kursen aufgefrischt, so eine Air-France-Sprecherin gegenüber reisen EXCLUSIV. Die Crewmitglieder seien in der Lage, Erste Hilfe zu leisten, auch bei einem Herzstillstand oder der Nutzung eines Defibrillators. Außerdem haben sie einen Erste-Hilfe-Koffer, den sie ohne medizinische Beratung benutzen können. Sollten alle Stricke reißen, wenn dem Passagier also nicht in der Luft geholfen werden kann, entscheidet sich der Pilot zur sogenannten Ausweichlandung. Das aber passiert gottlob sehr selten.

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