Verspätung, verlorenes Gepäck, schlechter Service und lange Wartezeiten: Bei einem Flug kann so einiges schiefgehen. Was du selbst dafür tun kannst, um deine Reise so angenehm wie möglich zu gestalten und hier und da noch von einem kleinen Extra zu profitieren, das verraten wir in unseren Vielflieger-Tipps. Text: Claudia Kickel

Meilen sammeln, Meilen nutzen

Dieser Tipp setzt natürlich voraus, dass du Mitglied eines Vielfliegerprogramms bist. Davon gibt es eine ganze Menge. Überlege dir, mit welcher Airline du besonders oft fliegst und trete deren Programm bei. Auch wenn du nicht der klassische Vielflieger bist, der aufgrund seines Berufs ständig im Flieger sitzt und schon nach kurzer Zeit genug Meilen für einen Gratisflug gesammelt hat, kann sich das Treueprogramm durchaus lohnen. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, Meilen zu sammeln. Bei Miles & More, dem Vielfliegerprogramm der Lufthansa, bekommst du beispielsweise auch Prämienmeilen für Hotelübernachtungen, Girokontoeröffnungen oder Zeitschriften-Abos.

Dabei gilt: Hebe dir deine Meilen nicht für die Weltreise auf, die du vielleicht niemals machen wirst. Je länger man wartet, desto ungünstiger wird es – oft verfallen Meilen nämlich nach einer gewissen Zeit. Also nutze deine Meilen so schnell wie möglich zu deinem Vorteil – zum Beispiel für ein Upgrade. Bei einigen Airlines kann man seine Flüge sogar anteilig mit Meilen bezahlen – so kann man seine Meilen nutzen, auch wenn sie noch nicht für einen ganzen Flug reichen.

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Tim Gouw

Ein Lächeln wirkt Wunder

Was am Boden gilt, kann auch an Bord eines Flugzeugs nicht schaden: freundlich sein. Flugbegleiter haben einen stressigen und herausfordernden Job. Und oft haben sie mit miesepetrigen, nörgeligen Fluggästen zu tun, denen irgendetwas nicht so recht passt. Sei der nette Fluggast von Platz 14C, der freundlich grüßt, nett lächelt und in ganzen Sätzen auf die Frage nach dem Wunschgetränk antwortet (Wie heißt das Zauberwort?). Das macht nämlich nicht nur automatisch gute Laune, sondern verschafft dir eventuell sogar den ein oder anderen Vorteil. Denn Gratisgetränke, zusätzliche Snacks oder freie Sitzplätze in der Business Class werden selten an Miesepeter vergeben.

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Wer nicht fragt, der nicht gewinnt

Fragen kostet nichts – das gilt auch bei Flugreisen. Wenn der Flug Verspätung hat, schadet es nicht, nach einem Essensgutschein zu fragen. Oder sogar nach einem Hotel, falls die Wartezeit sehr lang ist oder der Abflug auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Die meisten Airlines geben in solchen Fällen sogar Meilen oder Bargeld heraus. Nutze einfach die Kundenkulanz der Fluggesellschaft so gut es geht aus und frage einfach nach. Dabei schadet es natürlich auch nicht, Mitglied des Meilenprogramms zu sein, ganz im Gegenteil.

Fliegt ihr von einem Flughafen in der EU oder landet ihr auf einem Flughafen in der EU und die Airline hat ihren Sitz in der EU, gilt natürlich die EU-Fluggastrechteverordnung. Dort sind eure Rechte verbrieft. Das gilt besonders für Verspätungen und Flugausfälle.

Ein Tagespass für die Lounge

Wer viel Zeit am Flughafen totschlagen muss, der tut das am besten in einem bequemen Sessel mit Schnittchen in der einen Hand und der neuesten Tageszeitung in der anderen. Mit einigen Kreditkarten erhält man gratis Zugang zu den Airport Lounges – darunter die Platinum Card von American Express und Diners Club Premier. Mitglieder des Meilenprogramms haben oft die Möglichkeit, einen Tagespass für die Lounge zu kaufen. Das kann sich durchaus lohnen, wenn man das Verpflegungsangebot so richtig auskostet.

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Wichtige Dokumente digital abspeichern

Für den Fall, dass dein Gepäck einmal verloren gehen sollte oder dir die Tasche gestohlen wird, empfiehlt es sich, von allen wichtigen Dokumenten Kopien zu erstellen oder sie digital zu speichern – zum Beispiel in der Cloud oder im eigenen E-Mail-Postfach. Das ist Gold wert, wenn am plötzlich am anderen Ende der Welt ohne Reisepass, Kreditkarte und Flugticket dasteht. Anhand der gespeicherten Daten ist es um einiges leichter, die Situation vor Ort in den Griff zu kriegen und im besten Fall ohne Verspätung seinen Flug antreten zu können.

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David Preston

Der Platz am Gang

Vielflieger applaudieren nicht nach der Landung – und sie sitzen selten am Fenster. Nicht, weil der Ausblick sie langweilt, sondern weil sie die Vorteile eines Gangplatzes zu schätzen wissen. Die Person, die am Gang sitzt, hat »die Macht« über die ganze Sitzreihe, kann nach Lust und Laune aufstehen und sich wieder hinsetzen (vorausgesetzt die Anschnallzeichen leuchten nicht) und jederzeit die Beine ausstrecken. Generell gilt: Bei der Sitzplatzauswahl am besten eine Reihe auswählen, in der der mittlere Platz noch nicht besetzt ist – denn es besteht die Chance, dass er freibleibt, schließlich sitzt niemand gern in der Mitte. Je weiter hinten, desto größer die Chance.

Der Wassertrick

Fliegen entzieht dem Körper viel Wasser – Kopfschmerzen und Müdigkeit können die Folge sein. Trinke lieber ein bisschen mehr Wasser als normal (keine Sorge, du sitzt ja am Gang!) und verlasse sich dabei nicht ausschließlich auf den Bordservice, sondern bringe am besten eine Flasche mit an Bord. Wer die horrenden Preise im Sicherheitsbereich vermeiden will, bringt einfach eine leere Flasche von zuhause mit und befüllt sie nach der Sicherheitskontrolle mit Wasser. Viele Flughäfen verfügen über Wasserspender. Je nach Trinkwasserqualität tut es aber auch das Wasser aus dem Kran.

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Doppelt packen hält besser

Dieser Punkt ist vielleicht mit ein bisschen Extra-Arbeit verbunden, kann einem aber jede Menge Ärger ersparen: Ins Handgepäck gehört neben wichtigen Dokumenten, Handy und Computer bestenfalls noch eine Miniversion des aufgegebenen Gepäcks. Wenn der Koffer mal verloren geht, kommt man mit einer Zahnbürste, den nötigsten Kosmetika, frischer Unterwäsche und einem zusätzlichen Outfit schon sehr weit.

Besonders wer Inselurlaub auf den Malediven oder den Seychellen macht, sollte sich diesen Tipp zu Herzen nehmen und die Liste noch um Badesachen und Flipflops ergänzen. Dort kann es mitunter schwierig werden, schnell Ersatz zu besorgen. Besonders wenn man nicht bereit ist, Unmengen von Geld im Hotel-Shop auszugeben und als großgewachsener Nordeuropäer nicht in die vor Ort angebotene Kleidung passt – von Schuhen ganz zu schweigen.

Nicht ohne mein Handgepäck

Du reist nur mit Handgepäck? Umso besser. Manchmal ist das Flugzeug jedoch so voll, dass die Airline die Fluggäste im Voraus darum bittet, das Handgepäck aus Platzgründen aufzugeben (meist per E-Mail oder per Ansage vor Ort am Flughafen). Wenn du es mit Ihrem Gewissen vereinbaren kannst, überhörst du diese Aufforderung am besten erst einmal. Die Chance, dass du dein Handgepäck trotzdem mit an Bord nehmen darfst, ist ziemlich hoch – schließlich folgen viele Passagiere dem Aufruf. Sollte es wirklich Platzprobleme an Bord geben, kannst du dein Handgepäckstück am Gate immer noch abgeben.

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Adrien Olichon

Boarding ganz entspannt

Das Flugzeug ist jetzt zum Einsteigen bereit? Ruhig Blut. Bleibe sitzen und schauen zu, wie die Schlange am Schalter immer länger wird und lasse dir ganz viel Zeit. Warte, bis die meisten Passagiere eingestiegen sind, bevor du dein Ticket und den Reisepass zückst. So minimierst du die Zeit, die du im Flugzeug verbringst und umgehst mögliche Wartezeiten, die beim Verstauen des Handgepäcks oft entstehen. Übrigens gilt dieser Punkt besonders dann, wenn du mit kleinen Kindern reist: Hier zählt jede Minute, die du in Freiheit genießen kannst.

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