Namibia hat viele Facetten: Der Atlantische Ozean ist der Wüste ganz nah, fruchtbares Land trifft auf schroffe Felsen und deutsches Kolonial-Erbe mischt sich mit den Traditionen der Ureinwohner. In unserem Reise-Guide stellen wir das Okonjima Wildlife Reserve, das Damaraland und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und empfehlenswerte Safaris vor.

Anreise. Direkt von Frankfurt a. M. nach Windhoek fliegt am komfortabelsten Air Namibia. Auch Condor fliegt zweimal wöchentlich nonstop von Frankfurt a. M. nach Windhoek. Alternativ bedient South African Airways die Route via Johannesburg.

Unterkunft. Auf dem Land herrschen vor allem die nett gestalteten Wüstenlodges vor, z. B. die Namib Desert Lodge bei Sossusvlei, wo man in der Hauptsaison ein Doppelzimmer mit Frühstück für € 140 bekommt. Die Anlage ist weitläufig mit offener Poollandschaft. In Städten wie Swakopmund ist von einfachen Gasthäusern bis zu gehobenen Hotels alles dabei. Gemütlich und familiär ist das in Weiß gehaltene Swakopmund Guesthouse, DZ ab € 100 inkl. Frühstück.

Übernachtungstipps in Swakopmund und im Okonjima Wildlife Reserve

Eines der traditionsreichsten Häuser im Stadtzentrum ist das Hansa Hotel, DZ ab 120 Euro inkl. Frühstück.  Beide Hotels liegen nur wenige Gehminuten von Stadtzentrum und Strand entfernt. Die Lodges der Gondwana Collection liegen allesamt an Sehenswürdigkeiten (beispielsweise Etosha Nationalpark, Fish River Canyon etc) und bieten gutes Drei-Sterne-Niveau. Die Betreiber haben sich bewusst gegen Fünf-Sterne-Hotels entschieden, da sie um einen nachhaltigen Tourismus in Namibia bemüht sind und auch vier Nationalparks ihr eigen nennen. Mehr Infos zu den einzelnen Lodges und über die Philosophie und Projekte der Gondwana Collection findet ihr auf der Internetseite.

Im Okonjima Wildlife Reserve lässt sich die Tierwelt Namibias hautnah erleben.

Okonjima Wildlife Reserve

Okonjima Wildlife Reserve ist ein privater Park auf halber Strecke zwischen Windhoek und dem Etosha-Nationalpark und ist wie eine Arche Noah für Leoparden und Geparden. 22.000 Hektar misst das Areal. Die Okonjima Lodge bietet von Campingplatz bis Luxusvilla jegliche Art von Unterkunft. Besonders schön sind die zehn neuen Bungalows mit Buschblick – drei von ihnen sind zum Wasserloch ausgerichtet. Aber auch vor den anderen sieben spielt sich das tierische Leben im Busch ab. Ab 173 Euro pro Person im DZ die Nacht. Geführte Aktivitäten im Reservat: z. B. Bushman-Wanderung: 25 Euro p. P., Leopard/ Cheetah Tracking (Jeep-Safaris): 35 Euro p. P. Die Stiftung von Okonjima, die sich dem Schutz der Raubkatzen verschrieben hat, nennt sich AfriCat.

Unterhaltungen: Englisch klappt immer, Deutsch häufig auch

Sprache. Amtssprache ist Englisch, daneben existieren weitere Nationalsprachen wie Afrikaans und Deutsch sowie zahlreiche Minderheitensprachen. Mit Deutsch kommt man häufig, mit Englisch immer zurecht.

Klima. Namibia ist ein sehr trockenes Reiseland. Heftige Regengüsse und Gewitter gibt es nur im Sommer zwischen November und Februar. Die Sonne scheint an etwa 300 Tagen im Jahr, und die Tagestemperaturen liegen in der Regel um 25 Grad. In der Wüste kann es nachts manchmal empfindlich kühl werden.

Reisezeit. Im Sommer des südlichen Afrikas steigen die Temperaturen in der Namibwüste tagsüber über 40 Grad. Davon abgesehen ist Namibia jedoch als Ganzjahresreiseziel geeignet.

Sehenswürdigkeiten. Die Klassiker Namibias sind übers ganze Land verstreut, weshalb es sinnvoll ist, sich Zeit und einen Mietwagen zu nehmen. Ganz im Norden, im Etosha-Nationalpark kann man die Big Five bewundern – wer noch mehr Zeit hat, sollte in den Caprivi-Streifen im Nordwesten an den Grenzen zu Angola, Sambia und Botswana fahren. Dort hat man riesige Elefantenherden (fast) für sich allein.

Ulrike Klaas

In Swakopmund lässt sich kolonialdeutsches Erbe und auf entspannten Tagestouren die Wüste Namib erkunden, die sich direkt am Atlantik auf einer Länge von 30 Kilometern gleich südlich von Swakopmund erstreckt. Wer Lust hat, Sandboarden auszuprobieren, ist bei Hata Angu Cultural Tours an der richtigen Adresse. Vier Stunden kosten € 24 pro Person inkl. Snacks und Getränken.

Auf den Spuren der »Little Five«

In dem Namibstreifen kann man sich auch auf die Suche nach den »Little Five« begeben, das sind die kleinen Tiere der Wüste wie z. B. Sandviper, Wüstenchamäleon und Dünengecko. Living Desert Tours führt fünf Stunden lang für 45 Euro pro Person inkl. Abholung vom Hotel und Getränken durch den ewigen Sand. In Sossusvlei kraxeln die Besucher schon frühmorgens auf einige der welthöchsten Sanddünen – einige machen anschließend Purzelbäume zurück ins Tal. Und im Fishriver Canyon können Sie den größten Canyon des afrikanischen Kontinents kennenlernen.

Auch schön: Mit dem Heißluftballon über die älteste Wüste der Welt: Namib Sky Balloon Safrais bieten Ballonfahrten über Sossusvlei an. Gestartet wird bei Sonnenaufgang. Die Fahrt dauert eine Stunde mit anschließendem opulentem Sektfrühstück in der Wüste. Ein unvergessliches Erlebnis! Eine Fahrt kostet 4950 Namibische Dollar (ca. 318 Euro).

Ulrike Klaas

Unterwegs im pastellfarbenen Damaraland

Das Damaraland ist für seine Felsmalereien, grandiosen Landschaften und die Wüstenelefanten bekannt. Am besten nächtigt man in der Brandberg White Lady Lodge und bricht von dort mit einer geführten Tour zu den Elefanten auf. Nicht weit befindet sich auf der Zugang zum Brandberg-Massiv, dem höchsten Berg des Landes. In seinen Höhlen gilt es einige der ältesten Felszeichnungen zu erwandern!

Das Damaraland in Namibia trotzt vor Einsamkeit, aber genau das macht die Landschaft noch traumhafter.

Marie Tysiak

Wer weiter gen Norden fährt, kommt durch Opuwo und schließlich bis an die Epupa Falls ganz im Norden des Landes. Hier weicht die Wüste einer grünen Oase. Je nach Jahreszeit tosen die Fälle unterschiedlich, zu manchen Jahreszeiten kann man Rating-Touren auf dem Kunene unternehmen – das ist aber nur etwas für Abenteuerlustige! In jedem Fall empfiehlt sich bei einem Besuch des Nordens: eine Tour zu den Himbas! Aber hier sei Vorsicht geboten, denn einige Touranbieter beuten den Stamm aus und teilen ihre oft hohen Tourpreise nicht mit ihnen. Empfehlenswert ist zum Beispiel ein Besuch des Serra Cafema Camps abgeschieden im Nordwesten des Landes. Die Erfahrung in der absoluten Einsamkeit der Wüste ist grandios und hier lässt sich hautnah das Leben der Himbas erfahren. Mehr Infos findet ihr hier.

An der Grenze zu Angola rauscht der Kunene und schafft eine grüne Oase.

Marie Tysiak

Gute Küche in den Lodges

Restaurants. Auf dem Land wird in der Regel in den Lodges gegessen, die kulinarisch einen sehr guten Standard haben. In der Stadt ist die Auswahl an Restaurant naturgegeben größer, gerade in Swakopmund gibt es auch viele gute Fischrestaurants. Die erste Adresse am Platz ist The Tug direkt am tosenden Atlantik. Bei Deutschen beliebt ist außerdem das Swakopmund Brauhaus, in dem deutsch gegessen und gesprochen wird.

Trinkgeld. Wie bei uns zehn bis 15 Prozent. Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, sollte außerdem immer zwei bis drei namibische Dollar an der Tankstelle bereithalten. Hier gibt es meist einen Service an der Tanksäule. Auch die Parkplatzwächter an den Stadtrestaurants freuen sich über zehn Dollar fürs Aufpassen.

Besser nicht:

… zu wenig Zeit mitbringen. Die Distanzen scheinen auf dem Papier nicht sehr gewaltig, es stellt sich aber in der Praxis heraus, dass eine Strecke von 200 Kilometern auf einer Schotterpiste deutlich länger als zwei bis drei Stunden dauert.

Straße ins Nirgendwo in Namibia

PRILL/Shutterstock.com

… zu wenig zu trinken dabei haben. Namibia ist ein dünn besiedeltes Land. Wer mitten im Nirgendwo eine Reifenpanne hat, kann nicht unbedingt mit schneller Hilfe rechnen – und sollte deshalb vor allem genügend Verpflegung mitnehmen.

Beste Reisezeit: Februar und März

Persönlicher Tipp. Im deutschen Spätwinter nach Namibia reisen! Wenn es bei uns im Februar und März oft noch knackig kalt ist, gibt die Sonne Namibias einen ersten Vorgeschmack auf die wärmer werdende Jahreszeit. Und das Beste am namibischen Herbst: Die Wüste blüht! Wenn es im Sommer die typisch heftigen Regengüsse gegeben hat, erstrahlen Namib und Kalahari in den Monaten danach in saftigen Grüntönen. Ein wunderschönes Bild!

Nach der Regenzeit im April blüht es in der Kalahari in Namibia!

Marie Tysiak

Reiseführer. Für einen generellen Überblick ist der »Marco Polo Reiseführer Namibia« okay. Deutlich detaillierte Infos geben zum Beispiel das Reisehandbuch von DuMont sowie der Führer von Stefan Loose.

Filmtipp: Golden Globe, Namibia – Weites Land im Südwesten Afrikas. Die Filmreise führt von der Hauptstadt Windhoek in den Süden zum Köcherbaumwald, dem Giants Playground und Fish River Canyon über Aus nach Lüderitz an die Küste. Länge: 93 Minuten, von Kathrin Wagner und Herbert Lenz.

Infos & Veranstalter. Informationsmaterial wie Broschüren und Routenvorschläge sowie Reiseveranstalter und Buchungsmöglichkeiten gibt es hier. Der Veranstalter Iwanowski Reisen bietet eine 20-tägige Selbstfahrertour durch Namibia an. Auf der Routenführung erlebt der Reisende alle Höhepunkte Namibias. Dabei übernachtet der Reisende stets in landesüblichen Hotels sowie auf ausgewählten Gästefarmen. Der Reiseveranstalter Thomas Cook bietet verschiedene Rundreisen in Namibia an, beispielsweise »Höhepunkte Namibias«, 9 Tage, € 998 p. P.. Auch die Unterkünfte Namib Dune Star Camp (Preis nur auf Anfrage) und Okonjima (Plains Camp € 263 p. P. die Nacht inkl. Vollpension und zwei Park-Aktivitäten) sind über Thomas Cook buchbar.

Möchten Sie mehr über Namibia erfahren? Lesen Sie hier die Namibia-Reisereportage unserer Redakteurin Ulrike Klaas.

Wer einen Roadtrip durch Namibia plant, der muss sich Auflage Fahrten einstellen - aber die Landschaft entbehrt!

Marie Tysiak

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