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Azoren oder Madeira – du kannst dich einfach nicht entscheiden, welche der beiden Urlaubsparadiese du besuchen möchtest? Redakteurin Marie hat sowohl die Azoreninsel São Miguel als auch Madeira besucht und die wichtigsten Unterschiede für dich zusammengefasst.

Madeira und die Azoren haben einiges gemeinsam: Die Inseln liegen mitten im Atlantik, gehören als autonome Regionen zu Portugal und sind vulkanischen Ursprungs. Das spürt man in der Landschaft, in den Böden, der Vegetation und selbst beim Essen. Auch die Natur ist sowohl auf Madeira als auch auf den Azoren sehr beeindruckend, besonders der Frühling mit seinen Blütenpracht. Die Abgeschiedenheit im Atlantik schenkt jeder Insel eine Flora und Fauna, wie man sie kaum anderswo findet. Doch was unterscheidet die Azoren und Madeira? Hier die wichtigsten Unterschiede im Überblick!

Kurz & Knackig:

Azoren-Archipel

👉 9 Inseln, die durch Propellermaschinen und teilweise Fähren miteinander verbunden sind.

  • Für Abenteurer
  • Für Natur pur
  • Für Authentizität & Einsamkeit
  • Für wechselhaftes Wetter & Überraschungen
  • Für Foodies
Azoren

Vulkankarter auf den Azoren I Foto: Vicky SP/Shutterstock.com

Madeira

👉 Eine Hauptinsel, die sich zum Beispiel von der Hauptstadt Funchal in Tagestrips erkunden lässt (kleine Nebeninsel Porto Santo wird oft nicht besucht bei Madeira-Urlaub).

  • Für Genießer mit Komfort
  • Für mildes Klima ganzjährig
  • Für Roadtrip & Infrastruktur
  • Für Städteflair & Tagesausflüge
  • Für Bergefans & Naturliebhaber
Eine Frau steht auf einem Stein und schaut auf den Ausblick von Madeira

Blick über die Küste von Madeira I Foto: TutuIonatan/Shutterstock

Azoren – rau, grün, ein bisschen Abenteuer

Nebel wallt durch grüne Täler, Kraterseen glitzern im diffusen Licht, und über allem schwebt dieser ungeschliffene Zauber, den du nur in sehr wenigen Reiseregionen findest. Die Azoren sind authentisch und noch sehr ursprünglich. Jede der neun Inseln (wie heißen die neun Inseln?) hat einen eigenen Charakter – von Vulkanseen über heiße Quellen bis hin zu abgelegenen Stränden.

Hier spielt wirklich Natur die Hauptrolle. Du kannst wandern, tauchen, surfen, Vulkanlandschaften erkunden und off-road über Kraterränder düsen. Sehnsucht nach spektakulären Wasserfällen oder dichten Wäldern? Check. Lust auf Thermalquellen mitten im Dschungel oder Brotbacken in heißen Lavalöchern? Doppel-Check.

Wasserfall auf den Azorem

Heiße Quellen und Wasserfälle auf den Azoren I Foto: Antonio Cunha

Kulinarisch überraschend

Die Azoren sind perfekt für alle, die sich ins Unbekannte stürzen mögen: spontan sein, auch mal nass werden beim Wandern, und sich einfach von dieser wilden Schönheit verzaubern lassen. Dafür dauern hier Anreise und Organisation oft etwas länger oder es muss spontan wetterbedingt umgeplant werden (weil es häufig regnet? Hier möchte ich als Leserin mehr Infos).

Das Essen ist bodenständig, produktnah und ehrlich – oft direkt vom Meer und vom Vulkanboden auf den Teller, mit lokalen Käsesorten, Wein und Fisch, der einen Hauch Atlantik im Geschmack behält. Foodies werden hier sehr glücklich. Bonus: Walbeobachtung hier ist nahezu legendär – Buckelwale, Delfine, und mehr ziehen regelmäßig vorbei.

Aber: Du kannst nicht jede Insel in einem einzigen Urlaub sehen, selbst wenn du willst (Wieso nicht? Mehr Infos). Und für Sonne-und-Strand-Urlaub sind die Azoren weniger ideal (warum?) als klassische Sommerziele (wie zum Beispiel?).

Beliebte Inseln für den ersten Azorenbesuch sind: São Miguel, Pico, Faial oder São Jorge (die letzten drei sind per Fähre verbunden)

Hier schlafen auf den Azoren

📍 Hoteltipps auf São Miguel: »Santa Barbara Eco-Beach Resort« (am Meer, hier geht es zur Website von Dertour) oder das »Senhora da Rosa« (am Rande der Inselhauptstadt Ponta Delgada, hier geht es zur Website von Dertour)

👉 Azoren sind dein Ziel, wenn du

  • Natur ohne Filter suchst
  • gerne wanderst, tauchst, erlebst
  • flexibel unterwegs sein kannst
  • überraschende Wettermomente magst
  • authentische, oft stille Orte liebst

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Blick über die Hortensien auf den Azoren

Hortensien auf den Azoren I Foto: Karim Sakhibgareev

Madeira – Funchal, vielfältige Natur und gut erschlossen

Madeira fühlt sich an wie eine Insel, die schon lange »weiß, was sie hat«. Der Tourismus ist historisch gewachsen und die Infrastruktur entsprechend gut ausgebaut: Flüge, Straßen, Hotels, Restaurants – alles wirkt »einfach leichter« als auf den Azoren.

Im Gegensatz zum weit verstreuten Azoren-Archipel ist Madeira eine kompakte Insel, die du sehr gut in ein bis zwei Wochen erkunden kannst. Ganz korrekt genommen gehört Porto Santo, die kleine Nachbarinsel mit seinem langen Strand noch zum Archipel – nur wenige Touristen kommen hier her und du findest Ruhe pur.

Das Wetter auf Madeira ist beständiger, hier badest du mit etwas Glück auch im November noch im Meer, wanderst durch Lorbeerwälder oder folgst den berühmten levadas (diesen alten Bewässerungskanälen) durch grüne Schluchten. Die Natur ist super abwechslungsreich auf Madeira! Aber: Auch auf Madeira kann das Wetter schnell umschlagen und du hast Sonne und Regen an einem Tag.

Rooftop im Barceló Funchal Oldtown

Rooftop im Barceló Funchal Oldtown I Foto: Manolo Yllera

Hauptstadt mit Flair

Funchal, die Hauptstadt, hat Flair: Straßencafés, Märkte, Weindegustation und die Mischung aus Altstadt und modernem Lifestyle geben dir ein bisschen City-Vibes. Und eure Tagesplanung? Schnell gemacht – du musst nicht von Insel zu Insel hopsen. Auf Madeira spiegelt die Küche mediterrane und subtropische Einflüsse wider – frischer Fisch, Espetadas (Fleisch am Spieß), exotische Früchte und der weltberühmte Madeira-Wein. Auch auf Madeira kannst du je nach Jahreszeit Wale sehen – die Sichtungschancen sind aber nicht so hoch wie auf den Azoren.

Die Wanderwege sind gut ausgebaut, die Highlights eindeutig markiert und die Sonnenuntergänge über den Klippen sind episch. Dafür hast du auf Madeira selten einen Ort für dich alleine, und die beliebtesten Wanderwege sind mehr als gut besucht – und oft auch für Menschen aller Fitnesslevel gut ausgebaut. Sowieso: Viele der Touristen auf Madeira sind ältere Menschen, die oft in größeren Reisegruppen unterwegs sind. Das Feeling ist mehr Adventure Light als auf den Azoren. Besonders wenn du allerdings Funchal hinter dir lässt und einen kleinen Roadtrip über die Insel planst, kommst du der wunderschönen Natur dieser Insel noch näher und findest abgelegen Spots. Wer Wert auf eine besondere Unterkunft legt, reserviert besser frühzeitig. Die Auswahl an modernen Unterkünften ist trotz des gut ausgebauten Tourismus auf Madeira beschränkt.

Hier schlafen auf Madeira

📍 Hoteltipps auf Madeira: »Barceló Funchal Oldtown« in der Altstadt von Funchal mit Rooftop-Pool (hier geht es zur Hotelwebsite). An der Südküste lohnt sich das Vier-Sterne-Hotel »Estalagem da Ponta da Sol« (hier geht es zur Website von DesignHotels) mit grandiosem Blick über das Meer und schlichten Zimmern. An der Nordküste liegt die »Quinta Vale Vitis« eindrucksvoll in einem Tal bei São Vincente mit Pool im Garten (hier geht es zur Website).

👉 Madeira ist dein Urlaub, wenn du

  • Komfort und Planung schätzt
  • mildes, zuverlässiges Klima willst
  • abwechslungsreiche Landschaften in Ruhe erleben willst
  • schöne Cafés, Weine und Stadterlebnisse schätzt
  • Lust auf gut ausgebaute Trails hast

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Blick auf Ponta do Sol auf Madeira

Ponta da Sol auf Madeira I Foto: Gantas Vaiciulenas

Fazit Azoren vs. Madeira

Beide Inselziele sind absolute Perlen im Atlantik, doch sie spielen ein bisschen in unterschiedlichen Ligen. Die Azoren sind wie ein ungeschliffener Rohdiamant – wild, grün, überraschend – ideal für Abenteuerlustige und Entdecker. Madeira ist der kultivierte Schatz, der mit sanften Pfaden, subtiler Natur und einem Hauch von mediterranem Lebensgefühl lockt.

Meine Empfehlung? Wenn du einmal richtig tief in Natur eintauchen willst und gerne spontan bist: Azoren. Möchtest du Leichtigkeit, Komfort und vielfältige Landschaft in einem kompakteren Setting: Madeira.

Viel Freude bei deinem Urlaub!