An der Carpigiani Gelato-University in der Hauptstadt der Emilia-Romagna lernen Fans der kühlen Schleckerei, wie man seine Lieblingssorten selbst herstellt und sich mit besten Zutaten Erfrischung von innen verschafft.

Zeit zum Immatrikulieren: An der Carpigiani Gelato-University in Bologna können sich bereits Süßschnäbel im zarten Alter von zehn Jahren einschreiben. Doch nicht nur die Kids erfahren hier in einem Workshop, wie man aus Milch, Wasser, Sahne, Zucker und den persönlichen Lieblingszutaten den zarten Schmelz herstellt, der uns allen den Sommer versüßt. Erwachsene Schleckermäuler, die es ernst meinen mit der Gelatoherstellung, können einen mehrteiligen vierwöchigen Kurs aus Theorie und Praxis belegen, der sie am Ende zum Gelatiere ausbildet.

Mitarbeiter und Kunden der Carpigiani Gelato-University in Bologna.

Carpigiani Gelato-University

»Nach dem Absolvieren dieses Monats sollten die Kursteilnehmer all das nötige Wissen haben, um eine eigene Eisdiele zu betreiben«, so Kaori Ito, Direktorin der 2003 gegründeten Carpigiani Gelato University. Was man hier lernt, ist die Produktion von echtem »Gelato artigianale«: also handwerklich hergestelltem Eis, und nicht einfach nur das Vermengen von Industrie-Basismasse mit Früchten, Schoko & Co. Lehrer sind natürlich die Maesti gelatieri. Sie sind Meister ihres Fachs. Die Variationen reichen von klassischen Eissorten und Sorbets bis zu hippen Kreationen wie Lakritz, Blauschimmelkäse, Grüner Tee oder Schoko-Peperoncino.

Klar, gibt es in der Carpigiani Gelato-University, wie es sich für eine Universität gehört, auch eine Abschlussprüfung. Nur, dass der praktische Teil in Bologna besonders viel Spaß macht. Die Studenten stellen in kleinen Gruppen diverse Eissorten her, die sie natürlich dann gemeinsam auch ausgiebig verkosten, während ein Teil der kühlen Schleckerei an Bedürftige geht.

Kugel Eis

Carpigiani Gelato-University

Eis-Museum – Fortbildung zum Dahinschmelzen

Wer jedoch nicht ganz so eifrig in der Carpigiani Gelato-University studieren will, der kann sich im 2012 gegründeten angeschlossenen Gelatomuseum schlau machen und eine Tour durch die Welt des Speiseeises oder einen zweieinhalbstündigen Workshop buchen. Im einzigen Eismuseum der Welt erfährt man auf rund 1.000 Quadratmetern alles über die Herstellung und natürlich geschichtlich Interessantes zum Thema Eis. Etwa, dass das Sorbet ursprünglich aus Nahost stammt und dann von Ägypten nach Sizilien gelangte, während das Gelato erstmals am Hof der Medici in Florenz erwähnt wurde.  Natürlich darf auch hier, egal ob beim Familienworkshop oder der Masterclass von Schoko über Erdbeere und Vanille bis hin zu ausgefallenen Sorten wie Lakritz oder Ricotta-Feige alles probiert werden. Denn probieren geht schließlich immer noch über studieren.

Wer nach so viel kühlen Schleckereien schließlich doch Lust auf etwas Herzhaftes hat, sollte sich in Bologna dem bunten Treiben auf dem Lebensmittelmarkt Mercato delle Erbe in der Via Ugo Bassi hingeben oder im Schatten der Lauben einen Spaziergang unternehmen.

Mercato delle Erbe in Bologna

xbrchx/Shutterstock.com

Hier findet man direkt hinter der Piazza Maggiore eine Fülle an großen und kleinen Delikatessläden, in denen die berühmten Parmaschinken von der Decke hängen und die Vitrinen mit dicken Parmesanlaiben, Salsiccia, Mortadella und Co sowie hausgemachten Ravioli, Tortellini und Tortelloni gefüllt sind. Auch hier darf meist reichlich genascht werden.

Um die ganzen kalorienreichen Köstlichkeiten anschließend wieder abzutrainieren, empfiehlt es sich, einen der beiden »schiefen Türme von Bologna« an der Piazza Porta di Ravegnana zu erklimmen. 497 Stufen führen zur Turmspitze der Torre delle Asinelle hinauf. Von dort oben hat man den besten Rundumblick über jene Stadt, die von ihren Einwohnern wegen der vielen Ziegeldächer nicht nur »La Rossa«, die Rote, sondern dank der üppigen Küche auch »La Grassa«, die Fette, genannt wird.

Gebäude in Bologna

wellington rodrigues/unsplash

Da hilft als Gegenmittel nur eines: Leihrad schnappen und per Pedal die grünen Hügel des Hinterlandes erkunden: zum Beispiel den Park San Michele del Bosco mit der imposanten gleichnamigen Renaissancekirche und dem historischen Belvedere – ein Ausflug, der sich  nicht nur kalorientechnisch lohnt.

Weitere Informationen zu Bologna und Umgebung gibt es hier.

 

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