La Palma, die kleine Schwester von Teneriffa und Gran Canaria, ist ein Geheimtipp für Naturliebhaber. Üppige Vegetation, Vulkansandstrände, zwischen Felsen verborgene Buchten – all das macht die Kanareninsel zu einem zauberhaften Ort, der alle Sinne betört. Unser Reise-Guide für La Palma. Text: Markus Grenz

Anreise. Seit Ende der 1980er Jahre verfügt La Palma über einen eigenen internationalen Flughafen. Er liegt auf der Ostseite der Insel nahe der Hauptstadt Santa Cruz und wird mehrmals in der Woche von Deutschland aus direkt angeflogen. Die Flugzeit beträgt etwas über vier Stunden. Von Düsseldorf kann man montags mit der Germania fliegen. Die Condor fliegt dienstags von Frankfurt und München aus, freitags von Stuttgart. Außerdem starten täglich mehrere Flüge von Teneriffa-Nord und La Palmas de Gran Canaria. Weiterhin gibt es Flugangebote von den kanarischen Inseln El Hierro und Lanzarote.

Airport auf La Palma

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Schöner schlafen auf La Palma

Unterkunft. Viele Hotels der Luxus- oder Komfortkategorie gibt es auf La Palma nicht. Ein besonders schönes Exemplar findet man im historischen Zentrum der Villa y Puerto de Tazacorte, der Gemeinde mit den meisten Sonnenstunden im Jahr auf der Westseite der Insel. Das Hotel Hacienda de Abajao ist ein sorgfältig restaurierter ehemaliger Zuckerrohr-Gutshof aus dem 17. Jahrhundert, als Hotel im Jahr 2012 eröffnet. Hier ist man umgeben von luxuriösem Ambiente, üppigen botanischen Gärten, einem Meer von Bananen und schaut über den Atlantischen Ozean. In der Hauptsaison (Winter) kann man je nach Saisonabschnitt ein Doppelzimmer ab 116 € pro Person inklusive Frühstück beziehen. Die Preise in der Nebensaison (Sommer) beginnen, ebenfalls je nach Saisonabschnitt, bei 107 €, Buchungen und Informationen und Reservierungen unter Tel. +34 902 160 630 und www.hotelhaciendadeabajo.com.

Wer individuell in einer Finca, einem Ferienhaus oder einer Villa unterkommen möchte, der hat vielfältige Möglichkeiten. Verschiedene Agenturen bieten ein breites Spektrum an Komfort, Ausstattung und Preis. Die Agentur Las Casas Canarias beispielsweise hat Angebote, natürlich abhängig von der Saison, zwischen 40 und rund 200 Euro pro Nacht im Portfolio. Zu erreichen ist sie telefonisch unter +34 928 580 030, die Operator sprechen auch deutsch. Infos im Internet unter www.lascasascanarias.com .

Sprache. Auf La Palma wird Spanisch gesprochen. Das Guanche, die Sprache der Ureinwohner der Kanaren ist ausgestorben, nur einige wenige Worte werden noch benutzt. Darüber hinaus findet man jedoch aufgrund deutschsprachiger Bewohner und Einwanderer auch viele Angebote und Anlaufstellen in deutscher Sprache. Natürlich ist man mit passablen Englischkentnissen mehr als ausreichend vorbereitet.

Ziemlich mild das ganze Jahr über

Klima. Das subtropische La Palma verfügt das ganze Jahr über milde Temperaturen. Im Sommer liegt die Durchschnittstemperatur um die 23 Grad, kann aber auch schon mal 30 Grad und mehr erreichen. Das gilt für Meereshöhe. Die kältesten Monate sind Dezember bis Februar, tagsüber ist es dann an der Küste um die 17 Grad warm. Am meisten Sonne und Wärme bekommt man unterhalb von 300 Höhenmetern. Die Wetterscheide bildet der Gebirgszug in der Mitte der Insel mit um die 2800 Metern Höhe. Hier bleiben viele Wolken hängen, so ist der Osten der Insel verregneter als der sonnigere Westen. Zu bedenken ist auch, dass aufgrund der Höhenlage im Inselinneren sehr unterschiedliche Temperaturen auftreten. Die Faustregel ist 1 Grad Differenz pro 100 Höhenmeter. Im Winter kann es weiter oben auch mal schneien.

Reisezeit. Für die Spanier sind Juli und August die Hauptsaison, dann fällt am wenigsten Niederschlag und die Schüler haben Ferien. Ergo: Auch auf La Palma ist es dann voller. Baden ist aber das ganze Jahr über möglich. Da die meisten deutschen Urlauber nicht ausschließlich zum Sonnen und Baden kommen, sind der Winter und die Übergangszeiten hier besonders beliebt. Von November bis Februar muss man im Nordosten mit sieben bis neun Regentagen im Monat rechnen, dann bietet sich Urlaub auf der Westseite und an der Südspitze an. Inselkenner schätzen Mai und Juni sowie September und Oktober, weil wenig Trubel herrscht, die Regenwahrscheinlichkeit klein ist und es angenehm warm, aber noch nicht heiß wird. Dann kann man auch bei den Unterkünften einige Schnäppchen machen.

Festivals auf La Palma: Karneval, Dreikönigsfest, Kreuzfest

Feste. Berühmt ist der Karneval in der Inselhauptstadt Santa Cruz. Dann steigt am Rosenmontag die Ankunft der Indianer, eine Parodie auf die Insel-Heimkehrer aus Venezuela. Viele Einwohner sind, wie damals die zu Geld gekommenen Heimkehrer, ganz in weiß gekleidet und bewerfen sich gegenseitig mit Talkumpulver.

Karneval auf La Palma

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Generell wird es an christlichen Feiertagen in den Städten der Insel sehr lebhaft. Zum Dreikönigsfest, am 5. Januar, kann man vielerorts den Umzügen der Heiligen Drei Könige beiwohnen. In der Inselhauptstadt Santa Cruz wird die Osterwoche sehr feierlich begangen, Höhepunkt ist die nächtliche Karfreitagsprozession. Zum Fronleichnamsfest im Frühling werden in vielen Inselorten Blumenteppiche ausgelegt. Besonders festlich wird es in den Orten Villa de Mazo und San Andres begangen. Das Kreuzfest am 3. Mai soll erinnern an die Auffindung des Kreuzes Christi in Jerusalem und die Eroberung La Palmas durch die Spanier. In vielen Orten gibt es Prozessionen, besonders festlich wird es in Santa Cruz begangen. Ab Maria Empfängnis (8. Dezember) ziehen in vielen Ortschaften Musikgruppen von Haus zu Haus. In den Städten ertönen überall Weihnachtslieder aus Lautsprechern, Häuser und Bäume sind geschmückt. Am Heiligabend steigt oft nach der Mitternachtsmesse bis in die Morgenstunden eine große Fiesta auf dem Dorfplatz.

Wandern im Caldera de Taburiente

Sehenswürdigkeiten. Wandern steht ganz oben auf dem Programm der La-Palma-Besucher. Zentrum des palmerischen Nationalparks ist der große Kessel der Caldera de Taburiente. In sechs Stunden kann man ihn durchwandern. Ebenfalls sechs Stunden ist man unterwegs, wenn man die Vulkanroute, die Cumbre Veja, weiter südlich durchwandert. Insgesamt 600 Höhenmeter legt man auf einem gut ausgebauten Weg zurück.

Caldera de Taburiente auf La Palma

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Weniger Zeit muss man einplanen, wenn man im Süden vom Vulkan San Antonio (Eingang am Besucherzentrum) über den jungen Teneguia bis zum erfrischenden Bad an der Küste der Playa Echentive wandert. Der höchste Punkt der Insel, der Roque de Los Muchachos im Norden der Insel, und das nahe darunter liegende Observatorium, liegen zumeist oberhalb der Wolkendecke und sein für Besucher ein Muss.

Restaurant. Eines der berühmtesten der ganzen Insel findet man in Santa Cruz am Platz La Placeta. Dort lockt das gleichnamige Bistro und Restaurant im Gebäude aus dem 17. Jahrhundert mit gemütlichen Plätzen unter Sonnenschirmen direkt in der Altstadt und leckeren Tapas.

Mitbringsel: Kunsthandwerk, Hüte, Taschen

Trinkgeld. In Restaurants wird, ganz ähnlich wie hierzulande, ein Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent gezahlt. Ist man besonders zufrieden, darf es auch gerne mehr sein. In kleineren Bars oder Cafeterias ist dies nicht üblich. Zimmermädchen bekommen rund einen Euro, Gepäckträger 50 Cent.

Souvenirs & Shopping-Tipps. Typisch für palmerisches Kunsthandwerk ist die Töpferkunst. Ein Muss ist das Ceramica el Molino in Mazo. Das alte Mühlengebäude offeriert neben dem Verkauf auch den Besuch des angeschlossenen Museums. Sehr beliebt bei Urlaubern sind auch Seidenprodukte. Handgewebte Tücher oder Schals werden produziert und verkauft im Museo de la Seda Las Hilanderas in El Paso. Typische Webarbeiten, Hüte, Taschen oder Matten aus Palmstroh oder kanarische Keramik gibt es in vielen Geschäften in den größeren Orten der Insel und auch in den offiziellen Verkaufsstellen des Inselrates in Santa Cruz oder Mazo.

Modernen Schmuck aus Lavagestein bieten Boutiquen an. Außerdem findet man in den größeren Orten wie Santa Cruz auch immer wieder Geschäfte, die traditionelle und auf La Palma hergestellte Lebensmittel verkaufen: Salz, die Würzsauce Mojo aus Koblauch, Paprika, Olivenöl und Essig (rot) oder die mildere Variante mit Kräutern und Paprika (grün) sowie einheimischen Rum. Die Saline (Salzfarm) Fuencaliente an der Südspitze der Insel mit Produktion und Verkauf ist allemal einen Besuch wert.

Strand-Tipps

Persönlicher Tipp. Da in Palma das Gesetz des Himmels regiert, schädliche Einflüsse auf die Atmosphäre wie Licht oder Smog streng limitiert werden, bietet sich für die Besucher ein grandioser Sternenhimmel. Die ganze Insel überspannt ein Netz astronomischer Aussichtspunkte, zu denen man sich mit oder ohne Führer bewegen kann (www.starsislandlapalma.com). Zwar ist La Palma keine typische Strand-Destination, auf ein kühlendes Bad an einem anthrazitfarbenen Strand sollte man dennoch nicht verzichten. Ein besonders schönes und nicht überlaufenes Exemplar findet man an der Südspitze der Insel, den Charco Verde, südlich von Puerta Narcos. Sehr ruhig ist der zweigeteilte Strand La Zamora an der Südwestseite der Insel, den man über eine Holztreppe erreicht. Ihn findet man nahe der Ortschaft Fuencaliente.

Charco Verde Strand auf La Palma

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Besser nicht. Unter dem Wasser verstecken sich an vielen Stränden Steine oder große Geröllbrocken. Wenn man ins Wasser geht, sollte man obacht geben und sich nicht einfach in die Fluten werfen. Außerdem ist es angebracht, falls vorhanden, die Flaggen an den Stränden zu beachten, denn hier ist mitunter starker Seegang und Strömung. Rot bedeutet Stopp, Gelb Vorsicht und Grün Sicher.

Reiseführer. Autorin Susanne Lipps breitet in ihren Büchern ein großes Insiderwissen über La Palma aus. Im Verlag DuMont findet man zwei sehr gute Veröffentlichungen von Ihr: DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer La Palma mit Online-Updates als Gratis-Download. Ostfildern 2014, 17,99 €. ISBN 9783770189595. 296 Seiten. DuMont Wanderführer La Palma Taschenbuch. Ostfildern 2012. ISBN 9783770180387. 156 Seiten. Eine Wanderkarte für La Palma gibt es vom Kompass-Verlag im Maßstab 1:50 000.

Literatur: La Palma ist, wie die anderen kanarischen Inseln auch, Fluchtpunkt zahlreicher Aussteiger. Über die Wirklichkeit dieses Lebens schreibt: Rabsch, Udo. Tazacorte. Ein Inselroman. Luchterhand. Tübingen. 1993.

Infos. Spanische Fremdenverkehrsämter: Berlin, Lietzenburger Straße 99, 10707 Berlin, Tel. 030 8 82 65 43, Frankfurt, Myliusstraße 14, 60323 Frankfurt/Main, Tel. 069 – 72 50 33, München, Postfach 15 19 40, 80051 München, Tel. 089 53 07 46 11. Infos im Internet unter www.tourspain.es

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