Unberührte Natur und eine fast einzigartige Artenvielfalt dominieren den vom Massentourismus verschont gebliebenen Inselstaat São Tomé und Príncipe vor der Küste Westafrikas. Unser Reise-Guide São Tomé und Príncipe.

Anreise. Die portugiesische TAP fliegt drei Mal die Woche von Lissabon via Accra (Ghana) nach São Tomé und Príncipe. Auch die lokale Fluglinie STP Airways verbindet einmal die Woche Portugals Hauptstadt mit São Tomé. Wer Wert auf Komfort legt, kann auch eine andere Fluglinie aus Deutschland nach Accra wählen (TAP hat keine Business-Class auf diesem Flug) und dann die anderthalb Stunden von Accra nach São Tomé auf die TAP umsteigen.

A330 der TAP auf Rollfeld

TAP

Inlandsflüge. Bei den Inlandsflügen von São Tomé nach Príncipe darf das Gepäck insgesamt nicht mehr als 15 Kilogramm wiegen. In der Regel nehmen die Hotels auf São Tomé jedoch für diese Zeit den Rest des Gepäcks sicher in einem Depot auf.

Blick auf Flugzeug auf São Tomé und Príncipe

Andreas Dauerer

Unproblematische Einreise

Einreise. Bei EU-Bürgern genügt ein mindestens noch sechs Monate gültiger Reisepass. Die Aufenthaltsdauer beträgt so 15 Tage. Soll die Reise länger dauern, muss im Vorfeld bei bei der Botschaft der Demokratischen Republik São Tomé und Príncipe in Brüssel ein Visum beantragt werden. Dieses kann bequem auf der offiziellen Webseite erledigt werden.

Gesundheit. Eine Gelbfieberimpfung sowie Hepatitis A und B sind empfehlenswert, jedoch bei einer Einreise direkt aus Europa keine Pflicht. Anders sieht es aus mit der Malaria. Auch wenn die einheimische Bevölkerung, insbesondere in regulären Hotels, viel gegen die Verbreitung von Mücken unternimmt, ist die Malaria Tropica noch immer verbreitet. Deshalb sollte im Vorfeld mit einem Reisemediziner gesprochen werden und eine Prophylaxe in Erwägung gezogen werden.

Übernachten in São Tomé

Fünf Minuten zum Flughafen und ca. 15 Minuten zu Fuß von der Innenstadt entfernt, ist die Omali-Lodge eine gute Adresse. Die 30 Suiten gruppieren sich um einen kleinen Pool, dazu hat das Hotel den einzigen Tennisplatz im Land. Doppelzimmer ab ca. 135 Euro.

Strandkorb in São Tomé und Príncipe

Andreas Dauerer

Beim Pestana São Tomé handelt es sich um ein 5-Sterne Haus direkt an der Seafront von São Tomé. Sehr einladend ist der Infinity-Pool mit einem wunderbaren Blick auf die Bucht oder man entspannt sich direkt am privaten Strand. Doppelzimmer ab ca. 195 Euro, allerdings gibt es immer wieder gute Sonderangebote.

An der Westküste bei Ponta Figo führt Italiener Tiziano die Mucumbli Ecolodge. Entlang der Steilküste reihen sich sechs wunderschöne Holz-Apartments aneinander. Neben den Unterkünften kann man im Restaurant hervorragend essen (italienisch!), aber Tiziano hilft auch bei allen Outdoor-Aktivitäten: Wandern, Mountainbike, Kayak, Klettern, hier kann man aktiv den Urlaub gestalten und Abends bei einem Glas Wein atemberaubende Blicke über die Küste genießen. Doppelzimmer ab ca. 60 Euro. Mobil: 990 8737, E-Mail: mucumbli@gmail.com

Übernachten in Príncipe

Unter der Dachmarke HBD (Here be Dragons) betreibt Mark Shuttleworth gleich drei Hotels. Das Sundy Praia ist das luxuriöste Hotel der Insel und in den Zeltkonstruktionen schläft man hervorragend. Doppelzimmer ab ca. 650 Euro mit Frühstück. Aber auch das Bom Bom (Bungalows direkt neben Privatinsel) oder das Roça Sundy (altes koloniales Herrenhaus mitten in lokaler Community) sind sehr gute, aber mit Einstiegspreisen ab ca. 200 Euro deutlich preisgünstigere Alternativen.

Bombom Island Resort

Direcção Geral de Turismo e Hotelaria

Sprache. Die Amtssprache ist Portugiesisch, dazu gibt es mindestens drei kreolische Dialekte. Reisenden wird empfohlen, sich ein paar Grundbegriffe in Portugiesisch anzueignen. Englisch wird in den Schulen gelehrt und in den Hotels in der Regel auch gesprochen. Ganz anders sieht das jedoch bei der Landbevölkerung aus, so dass mitunter ein einheimischer Guide von Vorteil ist.

Kleines Mädchen auf São Tomé und Príncipe

Andreas Dauerer

Beste Reisezeit. Die Trockenzeit dauert von Juni bis September, mit Regen sollte man jedoch immer rechnen. Regenzeiten sind vor allem im Oktober und November und von März bis Mai. Allerdings regnet es im Norden von São Tomé weit seltener als im Süden. Schildkröten-Saison ist von Oktober bis April und die Wal-Saison von August bis Oktober.

Strand in São Tomé und Príncipe

Andreas Dauerer

Augen auf im Straßenverkehr

Fortbewegung. Die Straßen auf São Tomé sind weitestgehend asphaltiert, allerdings muss mit Schlaglöchern gerechnet werden. Ein Mietwagen ist dennoch eine gute Option. Ein Mitführen des internationalen Führerscheins wird empfohlen. Während der Regenzeit von Oktober bis Mai ist mit verstärktem Aquaplaning sowie mit teils sehr schwer passierbaren Straßen zu rechnen. Dazu gilt erhöhte Vorsicht auf Motorräder und Fußgänger auf den Straßen. Auf São Tomé verkehren auch lokale Busse, die man per Handzeichen stoppen kann. Diese sind weniger für Touristen geeignet, weil sie vorrangig Ortschaften und Städte für die Einheimischen verbinden und keine touristischen Ziele anfahren. Wer das Abenteuer wagen möchte, sollte zudem portugiesische Grundkenntnisse mitbringen.

Pico Cão Grande in Sao Tome and Principe

mbrand85/Shutterstock.com

Auf Príncipe gibt es sehr wenige befestigte Straßen, die meisten haben Feldwegcharakter. In der Regel bieten die Hotels eigene Transfers, auch für Ausflüge vor Ort, oder können Taxis vermitteln.

Wichtig: ausreichend Bargeld mitnehmen!

Geld. Offizielle Währung ist der saotomesische Dobra (STD). In den Hotels kann man häufig Euro oder Dollar in Dobra wechseln und auch mit den gängigen Kreditkarten zahlen. Achtung: Es gibt keinen Geldautomaten auf den Inseln, man sollte also Barreserven mitbringen und im Vorfeld kalkulieren, zumal São Tomé & Príncipe kein billiges Reiseland sind.

Internet/Mobilfunk. Sehr wahrscheinlich funktioniert die europäische SIM-Karte mangels Roaming-Vereinbarungen nicht. In den meisten Hotels, Cafés und Restaurants gibt es jedoch WiFi, wobei man hier keine hohe Geschwindigkeit erwarten darf. In größeren Ortschaften findet man auch Internet-Cafés. Hier hilft es, wenn man ein paar Brocken Portugiesisch spricht, um nach dem Weg zu fragen.

Kriminalität. Das Auswärtige Amt warnt zur üblichen Vorsicht vor Taschendiebstahl und das Mitführen von nur wenig Bargeld. In der Tat ist die Kriminalitätsrate sehr gering, so dass die Inseln gut und sicher zu bereisen sind.

Besondere Gesetze. Das Fotografieren des Präsidentenpalastes, Militärs oder anderen staatlichen Einrichtungen ist verboten.

Lecker essen auf den Inseln

Essen & Trinken. Die saotomesische Küche steht stark unter portugiesischem und afrikanischem Einfluss – und ist dazu sehr fischlastig. Getrockneter und gegrillter Schwertfisch sind besondere Delikatessen. Auch ins Calulú kommt häufig Fisch. In bester Lage mit hervorragendem Blick auf das Meer bietet O Pirata Fischgerichte an (aber nicht nur). Estrada de Pantufo, +239 222 7821.

Recht speziell ist Chez Tete. Was von Madame Tete einst im Hinterhof als Kochen für Bekannte im kleinen Kreise begann, wurde schnell ein richtiges Restaurant mit afrikanischer Küche und köstlichen Meeresfrüchte-Speisen. Avenida Marginal 12 Julho, +239 990 4353.

Sehr gute Küche bekommt man auch bei João Carlos Silvas auf seiner Roça São João. Vor allem das Ambiente der alten Kakaoplantage ist hervorragend (Reisende können hier auch übernachten) und es ist ein Erlebnis, João beim Anleiten der Jugendlichen zuzusehen. Dass dabei auch noch die Qualität des 10-Gänge-Menüs nicht zu kurz ist, macht den Ausflug perfekt. Roça São João, São João dos Angolares, +239 2261140.

Natürlich gibt es in Äquatornähe jede Menge exotische Früchte: Kakaofrucht, Jackfruit, Bananen, Ananas, Mango, Papaya, Casamangas, Matabala, Izaquente … es hilft nur: probieren.

Kakaofrucht

Direcção Geral de Turismo e Hotelaria

Vegetarier kommen auf den Inseln ebenfalls nicht zu kurz, selbst wenn die Bewohner einen leicht irritiert anschauen werden. Dann reicht der Zusatz »nem carne, nem peixe« – kein Fleisch, kein Fisch. Die lokalen Biersorten sind Nacional, Criollo und Rosema – letzteres ist sehr süffig – aber auch die aus Portugal importieren Sagres oder Super Bock findet man fast überall. Natürlich sollte man auch den hausgemachten Palmwein probieren, der landauf landab in den frühen Morgenstunden von den Palmen gesaugt wird, anschließend darf er fermentieren. Aber Vorsicht: Je später man ihn trinkt, desto höher ist der Alkoholgehalt.

Bestes Souvenirs: Schokolade!

Mitbringsel. Zum einen natürlich die beste Schokolade der Welt von Claudio Corallo. Die ist zwar auch vor Ort nicht ganz billig, aber günstiger bekommt man sie wohl nirgends. Rua do Município, +239 222 22 36.

Corallo-Schokolade

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Mitunter findet man auf dem Markt afrikanische Stoffe, die man zu Hause für Kissen- oder Deckenbezüge umnähen lassen kann. Und zu guter letzt, so plump es klingen mag, das leve leve – eine Portion Gelassenheit kann auch nach der Reise wahre Wunder wirken.

Reiseführer. Das Angebot für Reisebücher existiert quasi nicht. Wer Englisch nicht scheut, dem sei der São Tomé & Príncipe Reiseführer aus dem Hause Brandt Travel Guides von Kathleen Becker ans Herz gelegt. Er gibt einen sehr guten Einblick in das Inselleben samt praktischen Informationen und interessanten Fakten. Dazu führt sie aber auch Wanderrouten und Orte auf, wo man etwa besonders gut die Fauna beobachten kann. Als Taschenbuch für 16,89 Euro – ISBN 978-1841624860.

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