Über 7.000 palmenüberladene Inseln umfasst der Archipel im Pazifischen Ozean. Seine weißen Strände und atemberaubende Unterwasserwelt sind bei Sonnenanbetern und Tauchern bereits kein Geheimtipp mehr. Was es sonst noch auf den Philippinen zu entdecken gibt, verrät unser Reise-Guide. Text: Marie Tysiak

Anreise. Am besten kommt man mit Qatar Airways via Doha (alternativ Emirates oder Etihad über die Arabischen Emirate) auf die Philippinen. Wer die chaotische Metropole Manila umgehen möchte, kann auch über den Mactan International Airport in Cebu einreisen. Ganz neu fliegt Qatar Airways auch Davao im Süden der Philippinen einmal wöchentlich direkt an.

Auf den Philippinen ist das Flugzeug die schnellste und sicherste Variante, von einer Hauptinsel zur nächsten zu reisen. Philippine Airlines fliegt verschiedene Inseln von Manila und Cebu aus an, ebenso die kostengünstigeren Airlines Cebu Pacific und Air Asia Zest.

Das Paradies wartet

Unterkunft. Pangulasian Island, eine kleine Sandstrandinsel vor El Nido, beherbergt das gleichnamige Eco-Luxus-Resort, das über 42 Villen auf der sonst unbewohnten Trauminsel verfügt. Ab ca. 600 Euro pro Villa, Pakete inklusive Anreise verfügbar. Adresse: El Nido, Palawan, 5313 Philippines. Tel: 006329025990.

Das Amanpulo auf Pamalican Island ist der ideale Anti-Stress-Ort: 42 Luxusvillen am Strand, Spa, Yoga- und Pilates-Studio und keine Menschenseele weit und breit. Erreichen kann man das Luxus-Retreat von Manila per Flugzeug. Villa ab 890 Euro die Nacht. Adresse: Pamalican Island, Palawan, Philippines. Tel: 006329765200.

Das Pearl Farm Beach Resort auf den Philippinen ist eines der schönsten Resorts des Landes.

Warren Capitan/Pearl Farm Beach Resort

The Peninsula in Manila ist das Hotel-Juwel der Hauptstadt im Herzen des Business Districts Makati. Große Zimmer, ein Wellness- und Spabereich und ein erstklassiges Restaurant machen es zum Rückzugsort in der vollen Großstadt. Doppelzimmer ab 306 Euro die Nacht. Corner of Ayala and Makati Avenues, 1226 Makati City, Metro Manila, Philippines. Tel: 0063 2 887 2888.

Wer den Süden der Philippinen um Davao erkundet, der sollte sich (frühzeitig) ein Zimmer im Pearl Farm Beach Resort buchen. Es gibt verschiedene Zimmerkategorien und Overwater-Villas. Das Resort erstreckt sich auf Samal Island in den Dschungel und an türkisblaues Wasser. Ab ca. 225 Euro.

Der Verkehr auf den Philippinen ist oft mehr als improvisiert, auch wenn er zu funktinieren scheint.

Marie Tysiak

Mit Englisch kommt man gut zurecht

Sprache. Amtssprachen sind Englisch und Tagalog. Allerdings werden zahlreiche weitere Sprachen auf den Philippinen gesprochen, wovon die wichtigste Cebuano darstellt. Aufgrund der Kolonialgeschichte wird manchmal – besonders von älteren Menschen – auch noch Spanisch verstanden. Da alle Verkehrsschilder und Speisekarten auf Englisch verfasst sind, und besonders in den Städten junge Philippiner erstaunlich gut Englisch sprechen, kommt man damit auf den Philippinen zurecht.

Klima. Auf den Philippinen herrscht tropisches Klima, die Temperaturen schwanken im Jahr kaum merklich und liegen stets um die 26 Grad Celsius. Nur in den Bergen im Norden Luzons wird es kühler. Zu beachten sind die oft örtlichen Regenzeiten, die starke Taifune mit sich bringen können. Auf den meisten Inselgruppen im Süden setzt der Monsun im November ein und dauert bis Februar. Im Norden hingegen treten die Stürme bereits von Juni bis Oktober auf. Im vielerorts trockenen Sommermonat Mai sind Sommerferien. Dann trifft man viele philippinische Urlauber.

Die Philippinen werden leider immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht.

Marie Tysiak

Vorsicht mit Naturkatastrophen

Die Philippinen liegen auf dem Pazifischen Feuerring. Deswegen werden sie leider regelmäßig von Erdbeben heimgesucht, auch tropische Wirbelstürme (Taifune) richten immer wieder verheerende Schäden an. In der Monsunzeit sollte man sich auch darüber informieren, ob die Gegend überschwemmungs- oder erdrutschgefährdet ist.

Beste Zeit: Februar bis April

Reisezeit. Die beste Reisezeit ist Anfang des Jahres von Februar bis April, wenn der Regen nachgelassen hat. Auch kann man zu dieser Jahreszeit in Donsol oder Südleyte Walhaie beim Schnorcheln vor der Küste begegnen.

Sehenswürdigkeiten. Bei Einheimischen wie Touristen sehr beliebt ist »Inselhopping«, um so eine oder gleich mehrere der Trauminseln zu erkunden. Dafür bietet sich beispielsweise El Nido oder Coron auf Palawan an. Bantayan oder Malaspascua Island stellen unbekanntere Ziele dar, von denen es auf den Philippinen reichlich gibt.

Auf den Philippinen feiert jede Stadt und jedes Dorf sein eigenes Fest, Fiesta genannt. Die bekannteste Fiesta findet jedes Jahr am dritten Wochenende im Januar in Cebu City statt, Sinulog genannt. Die Besucher erwartet ein Wochenende voller kostümierter Paraden, Musik, Kulinarik und viel philippinischer Lebensfreude. Hotelzimmer zu Sinulog sollten in Cebu frühzeitig gebucht werden!

Direkt vor der Küste der Philippinen liegenn unzählige Korallenriffe, was die Inselgruppe zu einem beliebten Ziel für Taucher macht.

Marie Tysiak

Auf Boracay stieg die Party

Die Partyinsel der Philippinen ist Boracay. Tagsüber wird am weißen Sandstrand entspannt oder die detailreichen Sandburgen bestaunt, abends mit einem San-Miguel-Bier gefeiert. Doch Duterte setzte der Feierei ein Ende und sperrte die Insel letztes Jahr für mehrere Monate. Nun darf man in Boracay wieder feiern und Urlaub machen, aber alles geht strenger und gemäßigter zu, am Strand sind zum Beispiel Alkohol und Zigaretten verboten.

Im Frühjahr kommen zahlreiche Walhaie an die Küsten, um dort ihre Jungen aufzuziehen. In Donsol (Bicol), in Sogod Bay (Leyte) und in Oslob (Cebu) besteht auf den Philippinen die Möglichkeit, dem planktonfressenden Riesen bei einem Schnorcheltrip zu begegnen. In Donsol ist die Sichtungschance am größten, in Sogod Bay schnorchelt man am ungestörtesten.

Siquijor wird zu einem immer beliebterem Urlaubsziel (vor allem bei Philippinern) und eine mystische Hexenkultur verfolgt die Legende der Insel. Das Korallenriff unmittelbar vor der Küste ist beliebt bei Tauchern. Alles rund ums Tauchparadies Philippinen und eine Liste aller Tauchspots gibt es hier.

Nördlich von Manila in den Bergen Nordluzons leben die Ifuago, die seit Jahrtausenden ihren Reis terrassenförmig per Hand anbauen. Die Reisterrassen von Banaue sind ein beliebtes Ziel für Wanderer und bieten tolle Fotomöglichkeiten.

Davao auf Mindanao gilt als die schönste Stadt auf den Philippinen. Besonders das Umland ist touristisch interessant. So leben zum Beispiel im Hinterland die letzten der noch lebenden Philippinenadler. Auch ist Samal Island ein beliebtes Strandziel bei Einheimischen und Touristen. Bei Reisen auf der Insel Mindanao sei aber Vorsicht geboten – im Südwesten treibt die Terrororganisation Abu Sayaff ihr Unwesen. Deswegen sollte man sich vor Reisen auf Mindanao immer gut über die Sicherheitslage informieren.

Die Philippinen bestehen aus über 7000 Inseln.

Marie Tysiak

Kulnarik? Hmmm …

Restaurants. Die Philippinen locken nicht, wie man es vom Nachbarland Thailand vermuten könnte, als Kulinarik-Destination – auch wenn lokale Delikatessen von den Einheimischen groß angepriesen werden. Dass das Nationalgericht des Landes ein 17 Tage altes angebrühtes Hühnerei mit einem bereits halbwegs entwickeltem Kücken ist, sagt viel über die Ästhetik des Essens auf den Philippinen aus.

Da die Philippinen über reichlich Küste verfügen, kommen Meeresfrüchte-Fans hier voll auf ihre Kosten. Viele Gerichte werden als »Sizzling« – auf einer heißen Platte – serviert. Unbedingt probieren.

Viele Menschen auf den Philippinen leben vom Reisanbau oder der Fischerei.

Marie Tysiak

Trinkgeld. Auf den Philippinen ist Trinkgeld unüblich, in Restaurants zahlt man in der Regel gemeinsam als Gruppe und lässt das Geld auf dem Tisch liegen (auf den Peso genau abgezählt sollte es aber auch nicht sein). Hotelangestellte, Fremdenführer oder Taxifahrer freuen sich hingegen gerne über einen Extra-Schein bei gutem Service.

Besser nicht – was man unterlassen sollte!

… ein paar Tage für die Hauptstadt Manila oder einer anderen philippinischen Großstadt einplanen. Jeder Tag in Manila erscheint als ein verschenkter Urlaubstag angesichts der atemberaubenden Landschaft des Landes. Die Stadt ist laut, dreckig, voller dubioser Gestalten und chaotischem Verkehr und ihre einzigen Sehenswürdigkeiten bestehen aus Einkaufsmalls.

… in den Süden Mindanaos oder auf die Sulu-Inseln fahren. Hier treiben seit Jahrzehnten terroristische islamistische Gruppen ihr Unwesen und kämpfen für einen unabhängigen muslimischen Staat im Süden des sonst konservativ katholisch geprägten Landes. Ansonsten sind die Philippinen ein sicheres Reiseland.

… das oben genannte Nationalgericht Balut vor einer Gruppe Einheimischer probieren. Die Auspuck-Gefahr ist groß.

… davon genervt sein, wenn man statt einer Antwort nur ein Lachen entgegnet bekommt. Außerhalb der Touristenorte sind Ausländer ein seltenes Bild, denen oft neugierig, aber schüchtern begegnet wird. Ein Lachen kann schlicht nur bedeuten, dass die Person kein Englisch spricht.

Die Philippinen sind ein kinderreiches Land, in dem viel gelacht wird.

Marie Tysiak

Hahnenkampf anschauen

Persönlicher Tipp. Mit einer Bangka, dem typischen philippinischen Fischerboot, auf eine der oft kleinen und unbewohnten vorgelagerten Inseln fahren und dort einen Tag beim Schnorcheln und mit einer leckeren Kokosnuss verbringen.

Bei Gelegenheit unbedingt eine der bunten Tanzparaden der unzähligen Fiestas auf den Philippinen ansehen. Wer es mit seiner Tierethik vereinbaren kann, sollte sich die Möglichkeit, einen Hahnenkampf (der oft im Rahmen einer Fiesta stattfindet) live anzusehen, nicht entgehen lassen. In der Arena schließen die Zuschauer laut gestikulierend Wetten über den Ausgang der Hähne ab – ein Spektakel mit Hang zur Reizüberflutung.

Reiseführer. Als erste Orientierung dient der Marco-Polo-Reiseführer »Philippinen« (136 Seiten, 12 Euro), für die konkretere Planung bietet sich der Reiseführer »Philippinen« von Stefan Loose (560 Seiten, 25 Euro) und das »Philippinen: Reise-Handbuch« von Jens Peters (831 Seiten, 28 Euro) an.

Beliebtes Mitbringsel: Handgemachtes aus Kokosnüssen und Muscheln

Souvenirs. Beliebt sind Handgefertigtes aus Kokosnüssen oder Muscheln. Dabei muss man aufpassen, was man kauft, da man sich bei der Einreise nach Deutschland strafbar machen kann! Philippinische getrocknete Mangos gelten als besonders süß und werden gerne mitgebracht.

Infos & Veranstalter. Umfassende Informationen zu den verschiedenen Destinationen, Aktivitäten, Tour-Packages etc. bietet das Tourismusamt der Philippinen. Der Reiseveranstalter „Reise mit Sinnen” bietet verschiedenen Rundreisen auf die Philippinen an, zum Beispiel Manila und Umgebung, die Visayas oder Palawan.  „Dr. Tigges” hat eine 13-tägige Reise zu den Reisterrassen in Nordluzon im Programm, ab 2.995 Euro.

Besonders auf den kleinen Inseln der Philippinen erwartet den Urlauber Entspannung pur.

Marie Tysiak

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