Die Pizza ist das italienische Streetfood par excellence. Von Neapel aus hat sie ihren Siegeszug in die Welt angetreten.  Doch wer hat je was von Arancini, Cuoppo oder Piadina  gehört? Italiens Streetfood ist so vielfältig wie das Land selbst. Und das gilt es 2018 im »Jahr des italienischen Essens« in allen seinen Facetten zu erkunden.

Dass Italiens Streetfood nicht gerade zu den leichten Zwischenmahlzeiten gehört, gilt wohl von Bozen bis Palermo. Und so ist das Südtiroler Vinschger-Brötchen mit dem typischen Speck noch eher eine harmlose Variante. Im Friaul geht es da schon mehr zur Sache, und zwar mit Frico, einem in der Pfanne ausgebackenen Fladen aus Montasio-Käse, Zwiebeln und Kartoffeln.

In der Nachbarregion Veneto gönnt man sich in einer Folperia gerne ein paar Folpetti auf Brot, kleine Tintenfische mit Öl, Salz und Petersilie. Auch die frittierte Variante in der Pergamenttüte findet man hier ebenso wie im kampanischen Fischerstädtchen Cetara unter dem Namen Cuoppo. Wobei sich im Süden in der Tüte auch noch Sardinen befinden, die man mit Haut, Kopf und Schwänzchen verzehrt.

In der Schlemmerregion Emilia-Romagna ist die Piadina das Streetfood Nummer eins. Die dünnen Teigfladen gibt es in zahllosen Varianten. Eher leicht ist jene mit Squacquerone-Käse, rohem Schinken und Rucola, die schwerste wohl die mit gratinierten Zwiebeln und Salsiccia.

Olive ascolane

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In der angrenzenden Region Marken versuchen hungrige Nachtschwärmer die Auswirkungen von Bier & Co. oftmals mit einem Tütchen Olive ascolane einzudämmen. Die großen mit Hackfleisch und Parmesan gefüllten Oliven werden frittiert und wahlweise kalt oder warm verzehrt.

Substantielles auf Brot, im Teigmantel oder Tütchen

Mit der torta livornese, einer Art Quiche mit Auberginen, Knoblauch und Peperoncino, kommen im toskanischen Livorno auch vegetarische Foodies auf ihre Kosten. In Florenz geht’s dafür für Fleischkatzen ans Eingemacht, denn dort ist bis heut der Lampredotto, gekochter Labmagen mit Petersilie im Brötchen, höchst beliebt. Wem das zu heftig ist – und das dürften Viele sein – kann immerhin auf eine knusprige Focaccia mit Fenchelsalami, Sbricciolona, ausweichen. Besser geht’s den fleischlos lebenden Streefoodies im Süden.

Quiche mit Tomaten und Salat

Mellisa Walker Horn

In Apulien sind Panzerotti, frittierte Pizzateigtaschen, meist mit Auberginen und Ricotta gefüllt, das To Go-Häppchen der Wahl. Auch in Neapel kommt der Veggie bestens über den Tag, und zwar dank Kartoffelkroketten mit Mozzarella, croché di patate, oder Brötchen mit Auberginenauflauf, parmigina di melanzane. Auch frittierte Reiskugeln, in Rom und Neapel »Supplì« und auf Sizilien »Arancini« genannt, gibt es mit oder ohne Tomatensoße in der Variante mit Erbsen und Mozzarellafüllung oder klassisch mit Hackfleisch.

Panzarotti am Foodtruck

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Italiens große Inseln halten jedoch auch für Hartgesottene noch Herausforderungen bereit: Während in Palermo das »Panino ca meuza«, Sandwich mit gekochter Milz, und die Frittola, in Schmalz frittierte Häppchen aus Flachsen, lange Tradition haben, stärken sich die Sarden gerne mit gegrilltem Spanferkel oder Rouladen aus Fohlendarm, die mit Salz, Petersilie und Peperoncino in Olivenöl gebraten werden. Wohl dem, der danach einen Grappa zur Hand hat. Buon appetito!

Tipp: Wer eine spannende Auswahl an Streetfood-Spezialitäten auf einmal kennenlernen will, der sollte das Street Food Festival in Brusaporto, Lombardei, besuchen.

Street-Food-Truck in Bologna

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Über 300 Foodtrucks aus ganz Italien braten, brutzeln und kochen hier drei Tage lang regionale Leckereien »To Go«. Weitere Informationen über dieses und andere Streetfoodfestivals in Italien gibt es hier.