Überall Weiß. So weit das Auge reicht. Nein, nicht weiß, schneeweiß ist es. Und salzig. Willkommen am Salar de Uyuni in Bolivien, dem größten Salzsee der Erde.

Ein Weiß, das den Augen weh tut, was wohl am Kontrast mit dem immer blauen Himmel liegen muss. Dahinter flirrt es, und je nachdem, wo man sich gerade befindet, steigen hinten am Horizont weiter die Anden in einen Himmel, der an Reinheit unübertroffen ist. Die Luft ist dünner, hier auf 3600 Metern über dem Meeresspiegel im größten Salzsee der Erde, dem Salar de Uyuni in Bolivien.

Salar de Uyuni in Bolivien

Sara Winter/Shutterstock.com

Vor einem liegen dann unendlich viele Salzwaben einer dicken Salzkruste, die sich über dem ausgetrockneten See gebildet hat. Bis zu 30 Meter dick kann die sein, irgendwo da unten ist noch der See, der eine Tiefe von 70 Metern haben soll. Schwer vorstellbar, wenn man die Salzdecke mal berührt. Wind und Wetter scheinen jeden einzelnen Salzkristall unwiderruflich festgezurrt zu haben.

Der größte Spiegel der Welt

Man kann sich vorstellen, dass der Abbau von 25000 Tonnen jährlich ein Knochenjob ist. Mit Spitzhacke und vollkommen eingemummelt gegen die gleißende Sonne, gehen die Arbeiter hier ihrem Dienst nach. So schön der Salar im Trockenen zu bestaunen ist, so wunderbar anders wirkt er, wenn die Kruste nach einem Regenguss unter Wasser gesetzt wurde. Dann verwandeln sich die über 10500 Quadratkilometer in den größten Spiegel der Welt.

Salar de Uyuni in Bolivien

Olga Kot Photo/Shutterstock.com

Alles gibt es auf einmal doppelt, ganz ohne die Chicha, dem typischen, bierähnlichen Nationalgetränk der Bolivianos: der Himmel und die Wolken, die Anden ringsherum, jeder Touristenwagen, jeder kleine Salzabbauhaufen, alles in zweifacher Ausführung.

Neben der schier unendlichen Salzkruste gibt es aber auch noch ein paar andere Dinge zu tun. Baden etwa in heißen Solequellen. Oder Geysire und Riesenkakteen begutachten. Besonders befremdlich kann es gegen Ende des Jahres werden. Dann nämlich bekommt der Salzsee Tausende rosafarbene Pusteln. Dann ziehen Flamingos hier ihre Brut auf. Wenn dann die Sonne tief steht und die Salzkristalle ihr Übriges dazutun, aus der gleißenden eine blutrote zu machen, dann sollte man unbedingt einen Fotoapparat dabeihaben. Oder einfach nur genießen.

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