Spanien, die Türkei, Ägypten, Griechenland und Portugal – das sind die Pauschalreise-Lieblinge der Deutschen in diesem Sommer. Vor allem die Türkei ist mächtig im Aufwind, so HolidayCheck in einer aktuellen Untersuchung. Wir haben uns die Buchungszahlen der Sommerreiseziele 2019 einmal angesehen.

Um welche Zahlen geht’s hier?

Die sogenannten Frühbucherzahlen liefern der Reisebranche wichtige Indizien dafür, wie sich die Sommerreiseziele 2019 entwickeln werden. HolidayCheck, das zweitgrößte Online-Reisebüro auf dem deutschsprachigen Markt, hat nun die Entwicklung der aktuellen Buchungszahlen im Frühbucherzeitraum vom 1. November 2018 bis 31. Januar 2019 veröffentlicht. Die Zahlen basieren auf über 100.000 Buchungen, so HolidayCheck.

Wohin zieht’s die Deutschen im Sommer 2019?

In den Top 5 sind weiterhin bekannte Klassiker: Spanien, die Türkei, Ägypten, Griechenland und Portugal. Danach geht es allerdings bunter weiter, als man gemeinhin vermuten würde. So sind die Vereinigten Arabischen Emirate (Platz 6) überraschenderweise vor Bulgarien, Tunesien, Italien und der Dominikanischen Republik platziert. Grundlage des HolidayCheck-Rankings ist das Buchungsvolumen, nicht die prozentuale Entwicklung.

Zwei Kinder bauen Sandburg am Strand

LeManna/Shutterstock.com

Reisen die Deutschen lieber pauschal oder individuell?

Die vielen Billigangebote der Günstigairlines haben in den vergangenen zwanzig Jahren der individuell zusammengebastelten Urlaubsreise einen enormen Aufschwung beschert. Mal eben für vierzig Euro hin und zurück nach Spanien fliegen, Hotelschnäppchen gesucht – und zack, fertig war der Urlaub. Fehlte nur noch der Transfer vom Flughafen zum Hotel. Aber auch das stellte für viele Traveller keine große (finanzielle) Herausforderung dar, schließlich sind so gut wie alle Flughäfen – zumindest in Europa – gut an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen.

Mittlerweile schlägt das Pendel allerdings mehr und mehr auf die Pauschalreise-Seite um. »Gerade Insolvenzen von Airlines wie Air Berlin im vergangenen Jahr oder aktuell Germania führen zu einer Verunsicherung auf Urlauberseite und machen die Pauschalreise dank ihrer finanziellen Absicherung besonders attraktiv«, sagt Christoph Ludmann, Chef der HolidayCheck AG.

Junges Paar bei Beratung im Reisebüro

RossHelen/Shutterstock.com

Wer ist der große Gewinner?

HolidayCheck veröffentlicht keine Zahlen über das Buchungsvolumen der einzelnen Länder. Den Platz an der Sonne hat weiterhin Spanien inne, gefolgt von der Türkei. Wie groß der Vorsprung Spaniens gegenüber der Türkei ist, das verrät Holidaycheck nicht. Die einzigen konkreten Zahlen, die das Ranking liefert, ist die prozentuale Entwicklung zum Vorjahreszeitraum. Und da zeigt sich: Die Türkei legt um 43 Prozent zu.

Warum ist die Türkei wieder so attraktiv?

Die politische Entspannung zwischen Deutschland und der Türkei schlägt offenbar im Tourismus durch. Hinzu kommt: Mit ihrem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis und den exzellenten Flugverbindungen gewinnt die Türkei besonders bei Familien und vorherigen Bulgarien- sowie Portugalurlaubern wieder an Attraktivität.

Voller Stand in der Türkei

Nihat Sinan Erul

Wo eine höhere Nachfrage herrscht, ziehen aber auch die Preise an. So kann es sich die türkische Riviera leisten, ihre Preise im Vergleich zur Vorjahressaison im Schnitt um 12 Prozent anzuheben. Für eine Pauschalreise mit meist üblicher All-Inclusive-Verpflegung müssen Urlauber nun im Schnitt 77 Euro pro Tag und Person einplanen, so HolidayCheck.

Wer außer der Türkei kann noch zulegen?

Tunesien! Zwar nicht mit über 40 Prozent Zuwachs, aber 22 Prozent Wachstum sind ja auch schon mehr als ordentlich für die Tunesier. Deutlich im Plus auch: die Kapverdischen Inseln mit 35 Prozent Zunahme. Deutliche Gewinne gibt es außerdem für Mexiko und die Vereinigten Arabischen Emirate (jeweils plus 17 Prozent) und die Malediven (plus 10 Prozent).

Malediven-Insel aus der Vogelperspektive

Ishan @seefromthesky

Moderater zugelegt haben Kuba (plus 6 Prozent), Thailand (plus 2 Prozent) sowie Ägypten und Marokko (jeweils plus 1 Prozent).

Wer sind die Verlierer?

Vor allem Bulgarien und Malta lassen ordentlich Federn. Beide verlieren 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresbuchungszeitraum. Auch in Zypern (minus 17 Prozent), Italien (minus 14 Prozent), Mauritius (minus 11 Prozent) dürften die aktuellen Buchungszahlen für lange Gesichter sorgen. Ebenfalls im Minus, wenn auch nicht so stark: Portugal (minus 7 Prozent), die Dominikanische Republik (minus 6 Prozent), Griechenland (minus 5 Prozent) und Spanien (minus 2 Prozent).

Welches Problem hat Spanien?

Im Vergleich zu All-inclusive-Reisezielen wie Ägypten und der Türkei hat Spanien ein Preisproblem. Für Sparfüchse ist das Land recht teuer. Die durchschnittlichen 96 Euro Ausgaben pro Person und Tag in Spanien beinhalten überwiegend Halbpension.

Nerja. Malaga province, Costa del Sol, Andalusia

Valery Bareta/Shutterstock.com

Wer dagegen im östlichen Mittelmeerraum seinen Urlaub bucht, bekommt in der Regel ein All-inclusive-Angebot. Und zwar für weniger Geld. Auf den Balearen versucht man bereits gegenzusteuern – und senkt die Preise. Auch werden dort in die Jahre gekommene Hotelanlagen verstärkt renoviert. Eine Maßnahme, die Holidaycheck, dem Rest des Landes auch dringend empfiehlt: »Diesem Beispiel sollten auch die Kanarischen Inseln und das Festland folgen, um weitere Urlauber zurückzugewinnen«, sagt Markus von Helden, Director Tourism bei HolidayCheck.

Hat Griechenland vorläufig das Ende der Fahnenstange erreicht?

Es sieht so aus. Nach konstanten zweistelligen Zuwächsen in den letzten beiden Frühbuchersaisons scheint dem Land die Luft auszugehen. Zwar belegt das Land aktuell Platz vier der buchungsstärksten Pauschalreisedestinationen – verliert aber fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Häuser auf griechischer Insel

Jonathan Gallegos

Ähnlich wie Spanien hat Griechenland im Vergleich zur Türkei ein Preisproblem. Auch hier zahlen Urlauber durchschnittlich 96 Euro pro Person und Tag, die meist lediglich Halbpension enthalten.

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