Viele Reisende wollen im Urlaub Sport machen. Oder zumindest die Möglichkeit dazu haben. Aber Sport ist nicht gleich Sport. Hier sieben dubiose Sportwettkämpfe, wo es zwar kein Olympia-Gold gewinnen zu gibt, dafür aber jede Menge Spaß.

Betten-Rennen

Kann man ein Rennen gewinnen, während man im Bett liegt? Ja, in Knaresborough geht das. Denn das kleine Städtchen im Norden von England, das gerade mal 15.000 Einwohner zählt, feierte 2016 zum 50. Mal das wohl verrückteste Rennen der Welt – das große Knaresborough-Betten-Rennen. Hierbei bestehen die Spielergruppen aus jeweils sieben Teilnehmer: einer davon im Bett. Dieses müssen die Teilnehmer übrigens selbst mitbringen und sollte folgende Voraussetzungen erfüllen: es muss vier Räder haben und auf dem Wasser schwimmen können. Und genauso amüsant wie die Spielregeln klingen, ist auch der Wettkampf, der sich über eine Strecke von drei Kilometern zieht und mit einer waghalsigen Flussüberquerung endet. Das Konzept des Betten-Rennens ist mittlerweile so populär geworden, dass es bereits hierzulande, in den USA und in Neuseeland veranstaltet wird.

Extrem-Bügeln

Ein Hemd zu bügeln ist nicht nur eine Kunst, sondern auch eine riskante Sportart. Das finden zumindest tausende von Menschen, die beim Extrem-Bügeln ihr Können und ihren Mut unter Beweis stellen. Denn hierbei wird nicht etwa im gemütlichen Wohnzimmer gebügelt, sondern wie der Name schon sagt, an extrem riskanten Orten. Schaut man sich Fotos der mutigen Teilnehmer an, so sieht man Menschen, die auf einem Berg, unter Wasser, inmitten der Formel-1-Rennstrecke oder sogar während eines Fallschirmsprungs bügeln.

Erfunden hat dies alles Phil Shaw, ein Arbeiter einer Textilfabrik in England und ein großer Hobbykletterer. Als Phil in den späten 90er Jahren gelangweilt vom ewig gleichen Bügeln in der Textilfabrik war, entschied er kurzer Hand, seine Arbeit mit seinem Hobby zu verbinden und das Extrem-Bügeln war geboren. Über die Jahre hinweg wurde seine dubiose Idee des Bügelns immer bekannter und vor kurzem hat die De Montfort Universität sie sogar als offizielle Sportart innerhalb der Universität ernannt und einen eigenen Verein gegründet: der DMU Extrem-Bügel Club.

Verstecken spielen

Es mag kindisch klingen, ist aber bitter ernst gemeint. Verstecken spielen hat nämlich eine offizielle Kampagne am laufen, um eine anerkannte Sportart bei den Olympischen Spielen zu werden. 2013 hatte Professor Hazaki von der Nippon Sportwissenschaftlichen Universität einen Antrag gestellt, um die traditionelle Version des Spiels als offizielle olympische Sportart anerkennen zu lassen. Sogar ein spezielles Komittee wurde hierfür gegründet: das »Versteckspiel-Komittee von Japan«. Professor Hazaki Entwurf für den Antrag sehr spezifische Regeln, die die Teilnehmeranzahl, die Spielzeit und sogar die Größe des Spielfeldes beschreiben. Es mag zwar noch ungewiss sein, ob Versteckenspielen jemals eine olympische Sportart wird, jedoch ist jetzt schon klar, dass sich das Spiel über zahlreiche Teilnehmer aller Altersklassen erfreuen würde.

Versteckspiel: Junge im Wald

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Die Weltmeisterschaft im Becher stapeln

Oder auch »Sport Stacking« genannt, wurde in den 80er Jahren in Kalifornien geboren und kann sogar für Zuschauer überaus schwindelerregend sein. Denn Ziel des Spiels ist es, zwölf Plastikbecher so schnell wie möglich aufeinander zu stapeln und in Windeseile wieder abzubauen. Mittlerweile gibt es die »Hochstapler« auf der ganzen Welt. In Spanien gibt es seit 2012 sogar einen Becher-Stapeln Verein, der die Verbreitung und Weiterentwicklung des Wettkampfs in Form von Meisterschaften und Trainingskursen unterstützt.

Die Welt-Kuss-Meisterschaft

Sie ist vermutlich die romantischste Meisterschaft von allen: die Welt-Kuss-Meisterschaft in Riccione, im Norden Italiens. Jedes Jahr stellen sich hier Hunderte von Menschen den dubiosesten Herausforderungen rund ums Küssen. So müssen die Teilnehmer beispielsweise während eines Basketballspiels so oft wie möglich miteinander busseln und während eines Tauchganges so lange wie möglich ihre Lippen aufeinander pressen und dabei selbstverständlich auch noch die Luft anhalten.

Kissenschlacht

Federn frei! Jeweils am 2. April findet alljährlich der internationale Tag der Kissenschlacht statt. Tausende von Menschen versammeln sich dafür auf öffentlichen Plätzen und hauen sich »die Federn« ordentlich um die Ohren. Dieser dubiose Wettkampf hat sich mittlerweile in über 100 Städten der Welt eingebürgert, von Japan nach New York bis nach Barcelona. Vorraussetzung, um teilnehmen zu können: Jeder Spieler muss sein eigenes Kissen mitbringen und dieses am Ende des Spiels, insofern es nicht beschädigt wurde, spenden.

Kissenschlacht in Moskau

Anton Gvozdiko/Shutterstock.com

Heuballen werfen

Das Baskenland ist besonders aufgrund seiner traditionellen Kriegsspiele wie das Baumstammwerfen (aizkora proba), Seilziehen (soka-tira) und Steinheben (harri-jasotzea) bekannt. Die sportlichen Schotten haben jedoch noch viel mehr Disziplinen ins Leben gerufen, die zwar nicht so bekannt, dafür aber ebenso spektakulär sind. Eine der dubiosesten und mittlerweile auch weltweit praktizierten ist das Heuballen werfen. Hierbei müssen die starken Kämpfer einen Sack voll Heu über eine Stange werfen, die höher als ihr Kopf ist. Um den Heuballen zu werfen, wird eine einfache Heugabel verwendet. Jeder Teilnehmer hat dabei genau drei Versuche, um den circa zwölf Kilo schweren Ballen über die Stange zu schleudern, ohne sie dabei zu berühren. Die Stange wird so lange erhöht, bis nur noch ein Spieler übrig ist. Ein knochenhartes Spiel, das definitiv nicht für Waschlappen geeignet ist.

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