Das Archipel mit neun bewohnten Inseln »über dem Wind« und »unter dem Wind« liegt im Westen der westafrikanischen Küste vor Senegal. Massentourismus ist hier Fehlanzeige. Stattdessen locken einsame Strände, artenreiche Tauchreviere, unberührte Naturreservate und die kreolische Kultur der einheimischen Bevölkerung. Unser Reise-Guide für Kapverden. Text: Cordelia Neumetzger

Visum. Deutsche Staatsbürger können mit einem noch nach der Reise weitere sechs Monate gültigen Reisepass auf die Kapverden einreisen.

Zudem ist ein Visum erforderlich. Dies stellt die kapverdische Botschaft in Berlin für maximal 90 Tage aus. Reisende müssen es vor der Reise dort beantragen. Weitere Informationen erteilt das Auswärtige Amt. Ansonsten ist das Visum auch auf den internationalen Flughäfen vor Ort direkt bei der Einreise erhältlich.

Anreise mit dem Flugzeug. Die Kapverden haben internationale Flughäfen auf den Inseln Sal (Amílcar Cabral International, Dreilettercode SID), Boavista (Aeroporto Internacional Aristides Pereira, Dreilettercode BVC), Santiago (Praia »Nelson Mandela«, Dreilettercode RAI) und São Vicente (Césaria Évora, Dreilettercode VXE), die sie mit Zielen in Afrika, Europa, den USA und Brasilien verbindet.

Außerdem fliegt die kapverdische Fluggesellschaft Cabo Verde Airlines (TACV)  inländisch sieben der neun bewohnten Inseln an.

Von Deutschland aus sind es sechs bis sieben Flugstunden auf die Inseln. Direktflüge nach BVC gibt es mit TUIfly ab Frankfurt International (FRA), Düsseldorf (DUS) und München (MUC). Direktflüge nach SID bietet TUIfly ab DUS und MUC.

Landschaft auf den Kap Verden

Sabine Braun

Schöner schlafen auf den Kapverden

Unterkunft. Hotel Morabeza**** Insel Sal. Das Hotel liegt am südlichen Rand des Orts Santa Maria und zugleich direkt am kilometerlangen Sandstrand, der sich entlang der Südspitze der Insel erstreckt. Ob Sport oder Entspannung – das Morabeza bietet vielfältige Möglichkeiten, und das bereits erfolgreich seit 40 Jahren. Tradition und persönlicher Service werden hier groß geschrieben. Die 33 Suiten und 88 Zimmer sind hell und freundlich eingerichtet. Das Hotel hat drei Süsswasserpools und mehrere Restaurants und Bars. Preise: Doppelzimmer Gartenseite ca. € 140,00 pro Nacht inkl. Frühstück. Doppelzimmer Meerseite ca. € 150,00 pro Nacht inkl. Frühstück. Juniorsuite Meerseite ca. € 200,00 pro Nacht inkl. Frühstück.
mit Abendessen zusätzlich etwa € 50,00. Adresse: Caixa Postal 33, Santa Maria, Ilha do Sal 4111, Cabo Verde. Tel., +238 242 1020, Fax., +238 242 1021. 

Residential Goa Insel San Vicente.  Ein Vulkan als Hintergrundkulisse, Meeresblick, Ruhe die fast nur vom Rauschen der Wellen unterbrochen wird sind die Zutaten, die dieses Hotel zu einem sehr besonderen Aufenthaltsort machen. Wie ein Hotel wirkt das Residential Goa ohnehin nicht, denn die Zimmer sind so geräumig wie ganze Apartements. Dazu sind sie sehr gemütlich eingerichtet. Die familiäre Betreuung durch die Inhaber geben dem Aufenthalt noch eine weitere, persönliche Note. Das Hotel ist ideal für Urlauber, die die noch unbekannte Insel San Vicente bei ausgiebigen Wanderungen und Touren entdecken möchten. Preise: Doppelzimmer ca. € 85,00 pro Nacht inkl. Frühstück. Adresse: Zone Calhau, Mindelo, Sao Vicente 71000, Cabo Verde.

Riu Clubhotel Karamboa**** Insel Boavista. Wie ein Märchenschloss wirkt das Hotel direkt am Strand mit seinen blauen Kuppeln und den Wasserbassins, Zinnen und Brücken. Auch die Gäste dürfen sich hier königlich fühlen. Sie können sich All Inclusive am Strand, der Poollandschaft oder in den verschiedenen Restaurants verwöhnen lassen. Wie bei RIU üblich, offeriert das Hotel auch für die jungen Gäste ein umfangreiches Kinderprogramm. Eine Tauch- und Surfschule sind dem Hotel ebenfalls angeschlossen.
Preise: Doppelzimmer Typ 1 ca. € 110,00 pro Nacht all inclusive. Doppelzimmer Typ 3 (mit separatem Wohnzimmer) ca.€ 130,00 pro Nacht all inclusive. Adresse: Lote HO-1, Urb. Morrinho DE Baguincho, Praia de Salines, Ilha Boa Vista, Cabo Verde. Tel., +238 251 9100.

Einheimische spaziert durch die Straße

Sabine Braun

Portugiesisch-Kenntnisse von großem Nutzen

Sprache. Die offizielle Amtssprache auf den Kapverden ist Portugiesisch. Die Einwohner sprechen allerdings auch unterschiedliche kreolische Dialekte, die sich von Insel zu Insel stark unterscheiden können. In der Schule lernen die Kinder neuerdings auch Französisch. Da die kapverdischen Inseln bisher touristisch kaum erschlossen sind, sind Englisch oder Deutsch nicht geläufig. Mit Spanisch, Französisch oder Italienisch ist es aufgrund der Verwandtschaft zum Portugiesischen etwas einfacher. Es empfiehlt sich, ein kleines kreolisches Wörterbuch mit einzupacken.

Klima und Reisezeit. Der Nähe zum afrikanischen Kontinent und der Lage im Atlantik entsprechend herrscht auf den Kapverden zumeist ein sehr trockenes Klima. Fast beständig weht ein leichter Wind. Die Tag- und Nachttemperaturen schwanken meist nur um wenige Grad Celsius und auch im Jahresverlauf sind die Temperaturunterschiede gering. In den Sommermonaten Juni bis Oktober kann es bis zu 30 Grad warm werden. Im Winter zwischen Januar und April fallen die Werte selten unter 24 Grad tagsüber. Dabei regnen es auf den Kapverden selten und wenn, dann nur kurz.

Zwei Einheimische der Kapverden sitzen in Natur

Sabine Braun

Viele Sonnenstunden im Frühling

Wer die Inseln zum Wellenreiten oder Kitesurfen besucht, kommt am besten zwischen Januar und Mai, wenn der Wind am Stärksten bläst. Zum Baden eigenen sich die Monate August bis November mit den wärmsten Wassertemperaturen von 25 Grad. Im Frühling zwischen März und Mai gibt es die meisten Sonnenstunden, sie strahlt ganze zehn Stunden vom blauen Himmel hinab.

Sehenswürdigkeiten. Die Salzsaline Pedra de Lume auf der Insel Sal diente einst der industriellen Salzherstellung. Heute kann man sich in den Solebecken im wahrsten Sinne des Wortes treiben lassen, ist doch der Salzgehalt ähnlich hoch wie im Toten Meer.

Olho Azul, ebenfalls auf der Insel Sal. In dem Naturpool bricht sich um die Mittagszeit das Sonnenlicht im Wasser und lässt das »Blaue Auge« besonders hell erstrahlen.

Sal Rei, die Inselhauptstadt von Boa Vista wird als »Perle der Kapverden« bezeichnet und ist einen Besuch wert. Auch gibt es einen sehr feinen Sandstrand und eine Oase, die man auch besuchen kann.

Raue Küste der Kapverden

Sabine Braun

Restaurants. Wer landestypische Spezialitäten wie »Cachupa« (Eintopf aus gestampftem Gemüse), »Fejoada« (Bohneneintopf) oder »Lapas« (gedünstete Napfschnecken) versuchen möchte, verlässt sich am besten auf Empfehlungen vor Ort. Auf den Kapverden gibt es unzählige Lokale, die der Laie nicht unbedingt als solche erkennen würde. Die Einheimischen können diesbezüglich die besten Tipps geben.

Inselhopping bietet sich an

Ausflüge. Gar nicht so einfach, bei neun bewohnten und weiteren unbewohnten Inseln nur ein paar Ausflugsziele herauszupicken. Ob zum Tauchen, Wandern, Naturschutz, Erholen, Segeln, Surfen, Hochseeangeln oder Ausgehen – die Inseln unterscheiden sich stark voneinander und können jeweils mit ganz unterschiedlichen Attraktionen punkten. Daher bietet es sich grundsätzlich an, nicht nur auf einer Insel zu verweilen, sondern am besten von Insel zu Insel zu „hüpfen”. Das geht mit der kapverdischen Fluggesellschaft TACV oder auch per Fähre.

Eine Wanderung vom Cova Krater zur Ribeira do Paùl auf der Insel Santo Antão unternehmen. Die Insel selbst ist nur per Fähre von São Vicente aus zu erreichen und ist als die Wanderinsel schlechthin für jede Könnerstufe bekannt. Die Wege am inaktiven Vulkankrater des Cova sind gepflastert und führen auch direkt in den Krater hinein. Neben spektakulären Ausblicken bietet die Region auch einen sehr fruchtbaren Boden: Bananen, Mais, Mango, Papaya, Tamarinden und Brotfruchtbäume flankieren die Wege.

Kleine landestypische Häppchen

Sabine Braun

Die Insel São Nicolau und der Nationalpark Monte Gordo auf eben dieser Insel. Der Park erstreckt sich im Nordwesten der Insel über 950 Hektar inklusive dem namensgebenden Berg. Hier herrschen besondere Klimabedingungen vor, die eine Reihe endemischer Pflanzenarten hervorgebracht haben. Es wird versucht, die ursprünglich in dem Gebiet beheimateten etwa 2.000 Menschen, in den Betrieb des Parks mit einzubinden. Im Besucherzentrum können deshalb neben Informationen auch selbstgemachte Gegenstände käuflich erworben werden.

Zuckerrohrschnaps als Mitbringsel

Trinkgeld. Trinkgeld wird nicht grundsätzlich erwartet, aber gerne genommen. Etwa 10% sind angemessen. Dann am Besten in der Landeswährung, dem Escudo de Cabo Verde (CVE) oder notfalls auch in Euros. US-Dollar machen keinen Sinn.

Souvenirs. Die Inseln müssen fast alle Güter selbst importieren. Die Industrie- und Agrarwirtschaft ist auf den Kapverden aufgrund der Klimabedingungen und Knappheit nur auf wenige Dinge beschränkt. Eines davon ist allerdings der Zuckerrohrschnaps, auch Grogue genannt, der auch gut als Souvenir für die Daheimgebliebenen oder einen selbst herhalten kann.

Handgemachte Spuvenirs einer Einheimischen

Sabine Braun

Persönlicher Tipp. Beim Karneval in Mindelo mittendrin dabei sein. Im Spätwinter wird in der Hauptstadt der Insel São Vincente der Karneval gefeiert und die ganze Stadt ist auf den Beinen. Mindelo ist nicht Rio, aber die kunstvollen Kostüme und die selbstgebauten, phantasievoll dekorierten Umzugswagen können sich sehen lassen!

Während der Freitag noch farbenfroh mit den Kinderumzügen beginnt, geht es sonntags gruselig weiter. Dann sind die „Mandingas” los: Ihre Kostümierung erinnert an Kannibalen oder Zombies und sie ziehen trommelnd durch die Stadt. Montag ab etwa zehn Uhr ist dann Samba Tropical angesagt und die Sambaschulen der Insel präsentieren sich den Schaulustigen. Wie auch in Brasilien geht am Ende des Karnevals eine Schule als Sieger hervor.

Abtauchen! Die Unterwasserwelt um die Kapverden herum ist glücklicherweise noch sehr unberührt. Es gibt große Korallenriffe, die zahlreiche Kleinfische beherbergen und somit auch viele Großfische wie Haie und Rochen anlocken. Auf den Inseln Sal, Santiago, Boa Vista, São Vicente und Santo Antão gibt es diverse Tauchbasen.

Schildkröten beobachten und die heimischen Schutzorganisationen wie SOS Tartarugas bei ihrer Arbeit finanziell unterstützen.

Küstenabschnitt der Kapverden

Sabine Braun

Tipp: an Mückenschutz denken

Besser nicht …

…ohne ausreichenden Moskitoschutz (Kleidung, Netz, Spray…) auf die Reise gehen.

…generell medizinische, hygienische oder auch die Standards der Unterkünfte mit denen in Deutschland vergleichen. Das Land ist sehr arm und touristisch bisher wenig erschlossen, mit Ausnahme der Insel Sal.

…deutsche Pünktlichkeit als Maßstab nehmen. Auf den Kapverden geht es eher gemütlich zu. Da kann es auch mal eine Stunde später werden.

…Nacktbaden. Auch „oben ohne” ist an öffentlichen Stränden nicht erlaubt.

…Kindern, die in den größeren Orten und an touristischen Plätzen betteln, Geld geben. Besser ist es, ihnen etwas zum Essen kaufen.

Steiler Wanderweg an der Küste der Kapverden

Sabine Braun

Literaturtipps für vor und während der Reise

Reiseführer (Bücher). Reise Know-How »Cabo Verde« von Pitt Reitme und Lucete Fortes, Mairdumont Verlag, Ostfildern.

DuMont »Reiseführer Kapverdische Inseln« von Oliver Breda und Susanne Lipps-Breda, mit Online-Updates als gratis Download. DuMont Reiseverlag , Ostfildern.

Merian live! Reiseführer »Kapverdische Inseln” von Susanne Lipps-Breda«, Travel House Media GmbH, München.

Veranstalter. Bereits seit 2003 bietet Reiseträume Reisen auf die Kapverden an. Neben einem Angebot an Rundreisen und Reisebausteinen informiert die Homepage über Land und Leute. Die Inhaber sind direkt vor Ort auf der Insel Santiago.

Der Local Alfred Mandel organisiert mit seinem Unternehmen Alsatour von Santo Antão aus Individualtouren und Programme.

M + M Inselreisen haben sich auf Tauch- und Trekkingtouren auf den Kapverden spezialisiert. Dieser Veranstalter stellt auch Visa aus.

Kopp Tours organisiert Individualtouren auch inklusive Flug und bieten diverse Reisebausteine für den Urlaub auf den Kapverden an.

 

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