Die Algarve, Portugals südlichste Region, ist vor allem für imposante Steilklippen und sanft abfallende Sandstrände bekannt. Urlauber können hier aber nicht nur im Atlantik baden, sondern auch Gebirge, Küsten und Städte erkunden. Unsere Tipps für eine Reise an die Algarve.

Die Algarve ist für viele Touristen seit Jahrzehnten der Inbegriff für einen entspannten Strand- und Badeurlaub. Und das gilt für so ziemlich alle Jahreszeiten. Im Hochsommer, wenn das Thermometer schon mal 35 Grad anzeigt, lassen die Winde vom Atlantik die Hitze angenehm erscheinen. Auch im Winter erfreut sich die Algarve großer Beliebtheit.

Holzsteg Praia do Camilo Algarve

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Dank des milden Klimas – die Temperaturen liegen dann durchschnittlich zwischen 15 und 20 Grad – ist sie der perfekte Zufluchtsort für alle, die den kalten, nassen und dunklen Tagen daheim entfliehen wollen. Das zeigt auch Mutter Natur in der Algarve: Weihnachten etwa kann man die Orangen direkt vom Baum pflücken, und bereits Ende Januar verwandeln die Blüten der Mandelbäume die Region in einen märchenhaften Ort.

Besonders hoch im Kurs steht die Algarve bei Strandliebhabern. Scheinbar unzählige Buchten laden mit ihrem feinen goldgelben Sand und dem glasklaren türkisfarbenen Wasser dazu ein, am Atlantik zu chillen und zu baden. Besonders spektakulär ist die Abendsonne. Sie lässt die Felsen in einem spektakulären Rot schimmern, für das die Algarve so berühmt ist.

Die Geschichte der Mauren erleben

Ihren Namen verdankt die Algarve den Mauren, die hier rund 500 Jahre lang das Sagen hatten. Sie nannten die Region Al Gharb – der Westen. Die Algarve war nämlich seinerzeit die westlichste Provinz ihres Reiches. Bis in die Gegenwart finden sich in Architektur und Sprache in der Region Hinterlassenschaften der Mauren.

Zahlreiche Ortsnamen, die mit »al« beginnen, weisen auf den arabischen Ursprung hin. Wer sich für die Geschichte der Mauren interessiert, sollte Silves besuchen. Das Städtchen, rund 20 Kilometer nördlich der von Portimão gelegen, war seinerzeit Hauptstadt und somit bedeutender als Lissabon. Die Mauren hatten es im 12. Jahrhundert zum Politik-, Kultur- und Wirtschaftszentrum ausgebaut. Die Burg aus rotem Sandstein, die über Silves thront, legt noch heute Zeugnis von der einstigen Macht der kleinen Stadt am Rio Arade ab.

Burg Silves Algarve

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Eine kleine Erklärung: Geologie in der Algarve

Bevor wir weitere Sehenswürdigkeiten der Algarve vorstellen, ein kurzer Ausflug in die Geologie. Die Algarve wird im Süden und Westen vom Atlantischen Ozean, im Norden von den Flüssen Odeceixe und Rio Vascão sowie den Gipfeln der Serra de Monchique und der Serra de Caldeirão und im Osten von dem Fluss Guadiana, der sie von Spanien trennt, umschlossen. Landwirtschaftlich besteht die Algarve aus drei Regionen: das Bergland (Serra), das fruchtbare Hügel­gebiet des Barrocal und das Küstengebiet.

Das Bergland, die Serra, besteht aus drei Erhebungen: Espinhaço de Cão, Monchique und Caldeirão. Die Landschaft be­steht größtenteils aus Schiefer und Grauwacke mit Eichen-, Erdbeerbaum- und Zitronenhainen. Wenn also von der »grünen« Algarve die Rede ist, dann ist damit die Serra gemeint.

Aussicht Picota bei Monchique in Algarve

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Das Hügelgebiet befindet sich zwischen den Ber­gen und der Küste. Hier herrscht Kalkstein vor. Mediterranes Buschland und Obst­gärten (arabisch inspirierte Agrarland­schaft mit Feigen-, Mandel-, Oliven- und Johannisbrotbäumen) sind hier weit ver­breitet. Die saftigen Orangen der Algarve stammen von hier.

An der Küstenregion dominieren Steilküsten, Dünen und Lagunen. Die Küste zwischen Albufeira und Vila Real de Santo António ist sandig, mit ausgedehnten Dünen und Stränden. Zwi­schen Albufeira und Vila do Bispo liegt die Felsenküste mit Steilküsten, in die kleine Strände und Flussmündun­gen eingebettet sind. Von Vila do Bispo bis Aljezur geht die Küste in Steilküsten aus Schiefer und Grauwacke über.

Die Strände der Algarve

Klares Wasser, feinsandige Strände und 300 Sonnentage im Jahr machen den Badeurlaub an der Algarve zum Vergnügen. Von Odeceixe im Nord-Westen der Algarve bis Vila Real de Santo António im Osten erstreckt sich ein 200 Kilometer langer Küstenstreifen mit vielen langen Sandstränden, stillen Buchten und Grotten. Beste Bedingungen für alle, die schwimmen, schnorcheln, Wassersport treiben oder einfach nur in der Sonne faulenzen wollen.

Barlavento: die Fels-Algarve

Von Faro Richtung Westen zieht sich bis zum Cabo de São Vicente die Fels-Algarve, auch Barlavento genannt. Hier findet man meist Felsformationen, die von unzähligen Badebuchten unterbrochen werden. Noch wilder und unberührter wird es dann an der Westküste der Algarve, der Costa Vicentina. Berühmt sind hier die in der Abendsonne rötlich schimmernden Felsen von Albufeira und die breiten Strände vor und zwischen den zerklüfteten Gesteinsformationen.

Felsenküste Strand Algarve

Daniel J. Schwarz

Weiter westlich findet man bei Lagos schöne Buchten verschiedener Größe. Hervorzuheben ist hier die wunderschöne Bucht des Dorfes Salema, wo bis heute die Fischer wie eh und je ein Stück des Sandstrandes für sich beanspruchen.

Auch schön: Der Strand Praia da Bordeira liegt ganz in der Nähe des Dorfes Carrapateira an der Westküste. Bei Ebbe vergrößert sich der Strand erheblich und gehört dann zu den größten der Algarve. Das Flüsschen, das hier mündet, bildet zur Freude der Kinder ab und zu einen See. Die große Bucht lockt mit einer mächtigen Brandung vor allem erfahrene Surfer.

Sotavento: die Sand-Algarve

Östlich von Faro zur spanischen Grenze hin öffnet sich die Sand-Algarve, auch Sotavento genannt, zu fast endlos langen Sandstränden mit vorgelagerten Lagunen und schmalen Inseln. Hier sind die Strände deutlich breiter und das Wasser ruhiger.

Tourist blickt von Steg auf Strand in Algarve

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Der zehn Kilometer lange Strand der Ilha Deserta ist per Boot von Faro aus erreichbar. Auf dem langen Dünenstreifen ist noch die ursprüngliche Vegetation erhalten, die auch verschiedenen Vögeln als Nistplatz dient. Alle 15 Minuten tuckert während der Badesaison vom Anleger Quatro Águas bei Tavira ein Boot hinüber zur gleichnamigen Insel. Auf der langen Sandbank findet jeder ein passendes Plätzchen in der Sonne. Da es hier selten Brandung gibt, ist der Strand für Kinder ideal.

Der scheinbar endlose Dünenstrand Praia Verde westlich von Monte Gordo ist hingegen wie geschaffen für ausgedehnte Strandspaziergänge, zum Muschelsuchen und zum Joggen – und natürlich kann man zwischendurch auch prima ins meist ruhige Wasser springen.

Faro und Sagres

Die meisten Besucher landen mit dem Flugzeug in Faro, der Hauptstadt der Algarve. Für viele bleibt von Faro nur das vorgelagerte Naturschutzgebiet Ria Formosa in Erinnerung. Das ist eine Hafflandschaft mit vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten, die beim Landeanflug auf den stark frequentierten Touristen-Flughafen zu sehen ist. Dabei offenbart Faro seinen wahren Charme beim Bummel durch die Einkaufsstraßen und beim Spaziergang durch die historische Altstadt, in der auf dem Eingangstor Arco da Vila noch Störche nisten und der etwas anstrengende Aufstieg zum Glockenturm der Kathedrale Sé mit einem phantastischen Rundblick auf das Zentrum und den Yachthafen belohnt wird.

Familie spaziert durch Altstadt-Tor in Faro

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An der westlichsten Spitze der Algarve liegt die kleine und abgelegene Stadt Sagres. Eine dramatische Landschaft, tosendes Meer, gewaltige Klippen und weitläufige Strände prägen das Bild der Region. Hier liegt Europas südwestlichste, oft menschenleere Badebucht Praia do Beliche mit feinem, weißem Sand. Aber auch der Besuch des windumtosten Cabo de São Vicente, die äußerste Südwestspitze des europäischen Festlands, ist ein Erlebnis. Insbesondere, wenn man den alles überragenden Leuchtturm erklimmt und von dort auf die fast siebzig Meter senkrecht in den Atlantik abfallenden Felsklippen hinabblickt.

Cabo de São Vicente Leuchtturm

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Das Kap des heiligen Vincent ist zugleich End- und Startpunkt der insgesamt über 700 Kilometer langen Wanderrouten der Ruta Vicentina und Via Algarviana. Die Umgebung von Sagres bietet sehr gute Spots für Surfer und Taucher. Wer es chilliger mag, genießt die unaufgeregte Atmosphäre kleiner Fischerdörfer und das romantische Naturschutzgebiet der Costa Vicentina.

Lagos und Alvor

Die malerische Stadt Lagos mit der umliegenden Region ist eine der schönsten an der gesamten Atlantikküste. Hier liegt den Gästen der weite Atlantik praktisch zu Füßen. Wundervolle Postkartenmotive, unterhaltsame Sehenswürdigkeiten und eine interessante Stadtgeschichte runden die Reize der charmanten Stadt ab, die sich wunderbar zu Fuß erkunden lässt. Von der historischen Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen bis hin zu bunten Häusern aus dem 18. Jahrhundert sind die Highlights der Stadt bequem auf Schusters Rappen zu erkunden. Sehenswert sind vor allem die Santa-Maria-Kirche, in der einst Heinrich der Seefahrer bestattet war, bevor er in das Kloster von Batalha umgebettet wurde.

St. Maria Kirche in Lagos, Algarve

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Spaß macht auch das turbulente Treiben in der Markthalle, und im städtischen Museum sind nicht nur einige besonders schöne Azulejos sowie Exponate aus der Frühzeit der Region zu sehen – über das Museum gelangt man auch in die mit reichlich Gold verzierte Igreja de Santo António. Entlang steiler Gassen gelangt man von der Altstadt zur palmengesäumten Uferpromenade und dem Hafen von Lagos. Hier gibt es eine schöne Flaniermeile.

Ein endloser Traumstrand bis zum Horizont, goldgelb vor tiefblauen Meer: das ist der erste Eindruck für Besucher von Alvor. Für entspannte Strandtage also perfekt. Doch auch der kleine historische Ortskern des Städtchens, nur einen kleinen Spaziergang von der Küste entfernt, ist mehr als sehenswert und vermittelt den typisch portugiesischen Charme, der einen Algarve-Urlaub so liebenswert macht. Im Gegensatz zum geschäftigen und quirligen Treiben in Portimão oder Praia da Rocha gibt das Leben hier noch einen gemächlicheren Takt vor. Nicht zuletzt deshalb wissen insbesondere Familien mit Kindern Alvor als Urlaubsort zu schätzen.

Panoramablick auf Alvor in Portugal

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Praia do Cavoeiro, Albufeira und Olhão

Der Küstenort Praia do Carvoeiro zählt zu den populärsten Urlaubsorten an der Algarve. Hier hat sich die Region ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Hochhäuser gibt es erfreulicherweise nicht. Wegen der hohen Kliffe zu beiden Seiten der Bucht und der bunten Fischerboote wirkt der Dorfbadestrand besonders malerisch. In der Saison kann es etwas eng werden, da der Strand nur rund 200 Meter lang ist.

Blick auf Strand und Häuser in Praia do Carvoeiro, Algarve

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Der Hafen von Carvoeiro ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Bootsfahrten. Die Küste unweit des ehemaligen Fischerdorfs bietet einen Blick auf die ockerfarbenen Felsgebilde Algar Seco. Ein Kunstwerk von Mutter Natur in Form von Klippen, Türmchen, Höhlen und Grotten.

Als »Saint-Tropez der Algarve« gehört Albufeira zu den beliebtesten Urlaubsorten Portugals. Obgleich sich der alte Ortskern des ehemaligen Fischerdorfes zu einem touristischen Hotspot entwickelt hat, erkennt man noch den Charme der Altstadt mit ihren engen Gässchen und den typischen, weiß getünchten Häusern, die sich entlang des rotbraunen Klippenstreifens bis an den tiefblauen Atlantik drängen. Obendrein finden Urlauber in und rund um Albufeira vor allem eines: Strände, Strände und nochmals Strände! Um genau zu sein, sind es 25.

Strand bei Albufeira, Algarve

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Wer nicht einmal durch die beiden, an ihren kleinen Türmchen leicht zu erkennenden Markthallen von Olhão gebummelt ist, hat etwas versäumt: Die beiden aus rotem Ziegel erbauten Häuser unmittelbar an der Lagune beherbergen sowohl den besten Fischmarkt der Algarve wie (im anderen Flügel) ein tolles Sortiment an Obst, Gemüse und Fleisch, das von Bauern und Metzgern aus der Umgebung angeboten wird. Das Stadtbild von Olhão unterscheidert sich deutlich von den Städten der Umgebung: Es wird weitgehend von kubischen Häusern bestimmt, die fast auch in Nordafrika stehen könnten. Olhão ist das Zentrum der Ria Formosa.

Mutter Natur an der Algarve entdecken

Auch für die Erkundung des Hinterlandes der Algarve sollte man sich Zeit nehmen. Für die Serra de Monchique beispielsweise. Sanft schlängelt sich die Straße von der Einkaufsstadt Portimão vorbei an Korkeichen und duftenden Eukalyptus-Wäldern nach Caldas de Monchique. Das ist ein verschlafener Kurort mit sprudelnder Heilquelle gegen Rheuma und Muskelbeschwerden. Von dort führt der Weg hinauf auf 902 Meter Höhe zum Gipfel des Fóia. Bei klarer Sicht ist der Blick über die Küste super!

Weg zum Aussichtspunkt auf Berg Foia, Algarve

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Im Landesinneren werden das Blau des Meeres und das Gelb der Strände durch die kräftigen Farbtöne der Obstgärten abgelöst. Auf dem fruchtbaren Boden gedeihen Zitrus-, Johannisbrot- und Feigenbäume sowie Mandelbäume, die alljährlich im Frühling die Region mit einem Meer aus weißen Blüten überziehen. Im Norden der Algarve erheben sich die Bergketten der Serra de Monchique und Serra do Caldeirão in den Himmel.

An der Algarve gibt es rund 20 größere und kleinere Gebiete, die wegen ihres besonders kostbaren Ökosystems unter Naturschutz gestellt wurden. Dort finden Zugvögel, Flamingos, Störche, Reiher und Sultanhühner ideale Brutbedingungen. Auch Reptilien und Amphibien haben hier unverzichtbare Rückzugsgebiete gefunden, und Botaniker können zahlreiche – auch vom Aussterben bedrohte – Pflanzenarten bewundern.

Dutzend Flamingos in Castro Marim in der Algarve

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Ria Formosa und Fonte de Benémola

Im Küstengebiet erstreckt sich zwischen Ancão und Manta Rota über 60 Kilometer der bereits erwähnte Naturpark Ria Formosa, ein Feuchtgebiet mit kleinen Inseln und Kanälen. Auf einer Bootstour oder bei einer Wattwanderung können Naturliebhaber die Lagunenlandschaft erkunden und dabei seltenen Wattvögeln wie schwarzen Enten und Löffelreihern begegnen.

Ebenfalls unter Schutz steht die Fonte de Benémola im Hinterland der Algarve. Die Wanderung entlang der Ribeira da Menalva führt zu Quellen und reizvollen Wasserfällen. Die gesamte Westküste der Algarve wurde 1988 zum »Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina« ernannt und unter Naturschutz gestellt. Der Naturpark umfasst eine Fläche von knapp 75.000 Hektar und ist wichtiger Lebensraum für zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen.

Fernwanderweg Via Algarviana

Dank eines gut ausgebauten Wegenetzes gilt die Algarve als Rad- und Wanderparadies und bietet gute Voraussetzungen, um sich in der Natur auszutoben. Die Zahl an gut ausgeschilderten Wanderwegen wächst Jahr für Jahr, und in den Tourismusbüros vor Ort hilft man Besuchern mit Rat und Tat sowie einem gebundenen Führer weiter.

Erste Wahl für Wanderfreunde ist der rund 300 Kilometer lange Fernwanderweg Via Algarviana. Er verbindet den äußersten Osten der Algarve mit dem Westen der Region und zählt unter der Bezeichnung GR13 zu den  Fernwanderwegen Europas. Im Laufe der Jahre wurde er immer wieder erweitert und ergänzt – um Verbindungswege für Wanderer oder Mountainbiker, die entweder nicht die Kondition oder die nötige Zeit für die gesamte Strecke haben und um zusätzliche Wege, die sich für eintägige Wanderungen eignen.

Wanderer in der Algarve

Algarve Tourism Bureau

Die Strecke führt durch das hügelige Hinterland von Portugals südlichster Urlaubsregion, über Naturpfade durch ursprünglich gebliebene Dörfer, zu kleinen Kapellen, vorbei an malerischen Bächen und durch verwunschene Wälder. Die Strecke ist in rund 30 Kilometer lange Tagesetappen aufgeteilt. Für die Nacht gibt es entlang der Route einfache, aber nette Landhotels und Pensionen. Informationstafeln liefern immer wieder Hinweise auf Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke, die auch als Grundgerüst für zahlreiche andere Wanderwege in der Region dient. Nun sind weit im Westen der Algarve in der Bergwelt rund um die Kleinstadt Monchique drei gesonderte Tages- bzw. Halbtagsrouten hinzugekommen, die wir im Folgenden einmal kurz vorstellen.

Tipps für Tageswandertouren

Der »Percurso das Hortas« (Weg der Gärten, ausgeschildert als PR7) führt auf 8,2 Kilometern Länge rund um Monchique – durch fruchtbare Gemüsegärten, in denen z.B. Mais, Süßkartoffeln und Bohnen angebaut werden, durch Obsthaine mit Orangen und Zitronen, mit Khaki und Kirschen sowie durch ausgedehnte Korkeichenwälder vorbei an Kastanienbäumen, Wacholdersträuchern und Erdbeerbäumen, die den Rohstoff für den beliebten Medronho-Schnaps liefern.

Rund um das Dorf Alferce führt die 7,8 Kilometer lange Route »Pelos Caminhos de Alferce« (Auf den Wegen von Alferce, Beschilderung: PR8). Teils verläuft sie sanft abfallend durch wunderbare Wälder entlang des Bachs Monchique, später geht es im Zickzack bergauf durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete, stellenweise auf einem Weg, dessen Pflasterung noch aus dem Mittelalter stammt, teilweise vorbei an nackten Felswänden. Spechte, Raub- und Singvögel sind gefiederte Begleiter durch die Natur.

Wanderer auf Feldweg in der Algarve

Almargem Revit Monchique

Ebenfalls in Alferce beginnt der 7,2 Kilometer lange Weg »Entre o Vale e o Castelo« (Zwischen Tal und Burg, markiert als PR9). Unterwegs kann man auf der von tief eingegrabenen und reich bewachsenen Flusstälern und schroffen Hügeln geprägten Strecke sehr gut die geologische Struktur des Monchique-Gebirges nachvollziehen. Begleitet wird man vom Gesang der Buchfinken, Meisen und Kleiber, die in den Korkeichen nisten. Ein kleiner Abstecher führt hinauf zu den Ruinen des im 9. Jahrhundert von den Mauren errichteten Castelo de Alferce; vom nahen Gipfel genießt man einen umwerfenden Ausblick.

Schmausen: Das kommt in der Algarve auf den Tisch

Los geht es mit ganz einfachen gegrillten Sardinen – eine Köstlichkeit! Fast immer auf der Karte findet man Thunfisch (Atum), Doraden, Brassen und die als Salat zubereiteten oder geschmorten Arme des Polypen (Polvo). Eine prima Vorspeise sind frische Venusmuscheln (Amêijoas) und die seltenen Entenfuß-Muscheln (Percebes) von der felsigen Westküste. Probieren sollte man auch Taschenkrebse (Sapateira). Nicht zu vergessen die leckeren Langusten und Hummer, die es in fast allen auf Meeresfrüchte spezialisierten Restaurants (Marisqueiras) gibt.

Eine besondere Spezialität der Region ist die Cataplana. In einem speziellen Gefäß, das aus zwei mit Scharnieren verbundenen Halbschalen besteht und einstmals aus Kupfer fertigt war, werden z.B. Muscheln, Fisch und Fleisch mit Kartoffeln, Zwiebeln und Tomaten im eigenen Saft gegart.

Gericht Cataplana aus Portugal

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Für den Eintopf Caldeirada werden verschiedene Fisch- und Muschelarten mit Gemüse im Weißweinsud gekocht. Fisch, Muscheln und Schalentiere sind auch wichtige Zutaten in den regional unterschiedlich zubereiteten Reisgerichten. Und natürlich darf – wie überall in Portugal – der Stockfisch (Bacalhau) auf keiner Speisekarte fehlen. Natürlich werden an der Algarve auch Fleischliebhaber glücklich – mit deftigen Schweinefleischgerichten, mit gewürzten Hühnchen oder saftigen Steaks.

Was wäre ein Essen in Portugal ohne die süße Sünde zum Abschluss? Unbedingt einmal probieren sollte man die zauberhaft klingenden Kreationen, von denen viele in Klöstern entstanden sind. Sehr beliebt sind morgados (mit Zuckerguss überzogene Kugeln, gefüllt mit gezuckertem Eigelb), queijo de figo (Feigen, gemahlene Mandeln und Schokolade) und Dom Rodrigos (Konfekt aus Eiern und Mandeln). Prima zum Kaffee danach: ein Gläschen des aus den Früchten des wilden Erdbeerstrauches gebrannten Medronho-Schnapses.

Sternerestaurants

In den letzten Jahren haben sich an der Algarve auch zahlreiche Fine Dining-Restaurants etabliert. Fast überall an der Algarve hat man die Wahl zwischen exquisiten Sterne-Restaurants von internationalem Ruf, gepflegten Familienrestaurants oder ganz rustikalen Restaurants, in denen man einfache Hausmannskost hervorragend zubereitet genießen kann.

In der Ausgabe 2023 der legendären Restaurant-Bibel konnten die Restaurants, die mit einem oder mehreren Michelin-Sternen prämiert wurden, diese Auszeichnung erfolgreich verteidigen.

Jeweils einen Stern tragen das Vista Restaurant im Bela Vista Hotel & Spa in Portimão (Küchenchef: João Oliveira), das Restaurant Gusto by Heinz Beck im Hotel Conrad Algarve in Quinta do Lago (Küchenchef: Delfo Schiaffino) sowie die Restaurants Bon Bon in Carvoeiro (Küchenchef: José Lopes) und das Restaurant Vistas im Monte Rei Golf & Country Club an der Ostalgarve. Auch über dem Restaurant A Ver Tavira in Tavira (Küchenchef: Luís Brito) und dem Restaurant Al Sud im Palmares Ocean Living & Golf in Lagos (Küchenchef: Louis Anjos) strahlt ein Stern. Mit einem Bib Gourmand wurde das Restaurant À Mesa in Tavira ausgezeichnet.

Tapiokaperlen mit Puffreis, Zitronenkaviar, Carabiniero

Restaurant Vistas

Das Ocean Restaurant im Vila Vita Parc Resort & Spa in Porches (Küchenchef: Hans Neuner) und das Restaurant der Vila Joya in Galé (Küchenchef: Dieter Koschina) wurden auch 2023 mit zwei Michelin-Sternen dekoriert.