Mal ehrlich, manche Museen können wirklich ermüdend sein. Schon als Kind war die Freude nicht gerade überwältigend, wenn die Eltern einen Ausflug ins Museum geplant haben. Halb schlafend schlenderten wir durch die dunklen Räume mit weißen Wänden und grellen Leuchten. Doch Museum ist nicht gleich Museum. An alle Museumsmuffel: Vielleicht ist hier ein passendes Museum dabei, dass euch zeigt: Museum geht auch anders. Text: Leila Möntmann

Vasa Museum  (Stockholm, Schweden)

Piratenfans und Geschichtsnerds, aufgepasst. Dieses mystische und archäologisch wertvolle Museum wird euch sicher nicht langweilen! Das Vasa Museum in Stockholm dreht sich im wahrsten Sinne um das Kriegsschiff Vasa, das 1628 bei seiner Jungfernfahrt gänzlich sank und später wieder hochgehoben wurde. Die Vasa sollte das größte und mächtigste Schlachtschiff seiner Zeit werden und verschlang Unsummen an Gold. Nun kann es von allen Seiten und Perspektiven bestaunt werden. Es gibt vieles zu entdecken und über das Leben an Bord zu lernen. Dieses Museum ist etwas für jedermann, mit interaktiven »Spielen« werden Jung und Alt in die Geschichte einbezogen. Beispielsweise kann virtuell eine Vasa nachgebildet werden, die nicht sinkt.

Altes Schlachtschiff in dunklem Raum

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Museo Atlántico (Lanzarote, Kanaren)

Umweltschützer und Tauchverliebte sind im Museum Atlantico genau richtig. In diesem Museum ist nichts wie gewohnt. Die Kunst steht bis zu fünfzehn Meter tief auf dem Meeresgrund Lanzarotes. Wer die geheimnisvollen Skulpturen sehen möchte, kann entweder mit einem Glasbodenboot rausfahren oder selbst ins Wasser springen und mit Schnorchel oder Tauchausrüstung, ganz nah ans Geschehen.

Bestimmt denkt jetzt der eine oder andere: ein Unterwassermuseum? Macht das Meer nicht schon genug mit? Genau hier liegt die Idee des Künstlers. Jason deCaires Taylor nennt das Projekt »die Verteidigung des Ozeans« und möchte vor allem durch die Verschmelzung von Kunst und Natur den Umweltschutz vorantreiben. Ziel: das Erzeugen eines großen künstlichen Riffes. Durch die vielen Kunstskulpturen aus pH-neutralem Zement entsteht im Laufe der Zeit eine marine Biomasse, die die Fortpflanzung der Spezies der Insel erleichtert. So bewegend kann Kunst sein!

Hier erfahrt ihr noch mehr zum Museum: https://reisenexclusiv.com/lanzarote-museo-atlantico/

Statuen unter Wasser im Ozan

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Museum of Old Art and New (Hobart, Tasmanian)

Das MONA Kunstmuseum in Australien überzeugt bereits mit seiner Umgebung. Direkt am Wasser gelegen und von tropischen Bäumen umringt, sind drei Stockwerke des Museums unterirdisch angelegt. Bei diesem Museum scheiden sich die Geister. Finden die einen die Stimmung bedrückend und zu progressiv, staunen andere über die innovative und unkonventionelle Verschmelzung von Architektur, Kunst und Technologie und manch einer bezeichnet gar das ein oder andere Kunstwerk als »abstoßend« und »krank«. In jedem Fall ein ungewöhnliches und in keinem Fall langweiliges Museum.

Deformiertes rotes Ausstellungsauto

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Museum of broken relationships (Zagreb, Kroatien und in Los Angeles, USA)

Auf zu Amors Gruselkabinett, zur Liebesmülldeponie. Klingt vielleicht im ersten Moment deprimierend, ist es aber nicht. Für die Wanderausstellung des Museum of broken relationships sind gebrochene Herzen der Grundstein, der Beginn. Wenn wir uns von einem geliebten Menschen trennen, stehen wir oft vor der Frage: Was tun mit den Sachen, die mich an ihn erinnern? Sie zu zerstören ist zu schade, sie zu behalten aber zu schmerzhaft. Genau hier kommt das Museum ins Spiel. Es zeigt Gegenstände zerbrochener Beziehungen und gibt dem Besucher einen persönlichen Blick in fremde Geschichten. Da kommen die ungewöhnlichsten Dinge zusammen, wie etwa eine 27-Jahre alte Kruste der ersten Liebe, Gastritis-Tabletten oder abgeschnittene Dreadlocks.

Hier gehts zum Museum in Zagreb: https://brokenships.com/visit/museum-details

Hier gehts zum Museum in Los Angeles: https://brokenships.com/visit/museum-details-la

Porzellanvase, Schuhe und weitere Ausstellungsstücke

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ArtScience Museum (Singapur)

Ein Museum für die ganze Familie. Das Museum überzeugt mit futuristischer Architektur und wechselnden internationalen Ausstellungen. Die Form des Museums erinnert an eine weit geöffnete Lotosblume, und ein Teich mit Wasserlilien verzaubert am Eingang. Wer das Ambiente genießen möchte, der kann inmitten des Gebäudes an einem riesigen Wasserfall Platz nehmen. Die Ausstellungen zeigen größtenteils in Form von Multimedia-Präsentationen den Zusammenhang von Kunst, Wissenschaft und Humanismus. Ein Tipp für Fotografie-Begeisterte: Es gibt spannende Fotomotive!

Drei Personen in Raum voller Gitzerfäden

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Museum of Ice Cream (USA: Miami, New York, Los Angeles, San Francisco)

Einmal zu Willy Wonka oder sich fühlen wie Charlie in der Schokoladenfabrik – ein Traum! Diesen Traum kann man sich im Museum of Ice Cream erfüllen. Auch wenn es weniger um Schokolade geht, und Wonka nicht persönlich anzutreffen ist: Es ist bunt, vor allem pink, und in jedem zweiten Raum bekommt man etwas zum Naschen. Softeis, Milchshakes, Mochi-Eis, Zuckerwatte, Gummibärchen. Die Liste könnte noch lange weitergehen. Es ist ein Schlaraffenland!

Viele Menschen versammelt vorm Museum of ice cream

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The Design Museum (London, England)

Das Design Museum ist ein echtes Must See für Modeinteressierte und Architekturverliebte. Neben der kostenfreien Dauerausstellung gibt es immer besondere Sonderausstellungen zu besichtigen. Die Themen der Exhibitions sind auffällig interessant und führen an einen unbekannten Blickwinkel heran.

Wie etwa die Ausstellung »Home Futures«, die die Erwartungen der unter anderem 50er Jahre an das Wohnen im 20. Jahrhundert visualisiert. Verbunden mit der Frage: Wie waren die Zukunftsvisionen und wie leben wir heute tatsächlich?

Museum von innen mit Schriftzug Maker.

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