Text: Celina Fuhrmann
Der Reisekoffer ist unser bester Freund – logisch, denn er verstaut unsere lebenswichtigen Kleidungsberge und Urlaubsaccessoires sicher und sauber. Denkste!
Das Wichtigste im Überblick: Stell den Koffer im Hotel nicht aufs Bett: Auf Rollen und Außenseiten können Keime, Schmutz und – selten, aber relevant – Bettwanzen haften. Nutze stattdessen Kofferständer, Fliesenboden oder einen Bereich fern vom Bett.
Bettwanzen: So einfach sind sie zu vermeiden
Der Koffer gehört auf keinen Fall auf das Bett. Denn es ist zwar selten, aber eben nicht unmöglich, dass Bettwanzen den Koffer als neue Bleibe wählen. Die will nun wirklich niemand als Souvenir. (Falls doch mal welche mitreisen: Hier gibt es einen guten Überblick beim Umweltbundesamt.) Doch auch ganz ohne Wanzen hat der Koffer in seinem Leben ja schon so einiges gesehen was vielleicht nicht ins Bett gehört. Aber wohin dann mit dem Ding?
Entweder der Koffer wird auf dem Boden geparkt, aber zum zusätzlichen Schutz vor Keimen mit einem sauberen Handtuch drunter. Oder der aufmerksame Hotelgast benutzt die praktischen Kofferständer, die in vielen Hotels eigens und allein für den praktischen Reisebegleiter bereitstehen.

Illustration: Riccardo Russomanno
Wofür ist der Kofferständer im Hotel da?
Falls das nicht der Fall sein sollte, einfach mal im Schrank nachsehen oder bei der Rezeption nachfragen. Oftmals gibt es die Ständer auf Anfrage zum Ausleihen, auch mal Kofferbock, Kofferträger oder Gepäckständer genannt. Fun-Fact: Wem das auch nicht hygienisch genug ist, der kann Kofferständer sogar für wenig Geld selbst kaufen. So behalten Ordnungsfans immer den Überblick, was mit dem geliebten Kofferfreund in Berührung gekommen ist.
Was nun, wenn weder Kofferständer noch steriles Handtuch verfügbar sind? Einfach den stylishen Bettschal, der für genau solche Hygienenotfälle gedacht ist, vom Bett nehmen und den Koffer daraufstellen. Auf dem Boden versteht sich, wir denken an die Bettwanzen!
Rollende Gefahr
Nun zum geheimsten Übeltäter-Bande in Sachen Hygienemonster, die hatte garantiert niemand auf dem Schirm: die Schmutz-Rollen-Gang! Konstruieren wir mal die Wege, die wir mit unserem sperrigen Freund bisher gewandert sind: durch den Staub der Atacamawüste, über die Bahnsteige Tschechiens und im edelsten Abteil des des African Explorer. Egal, wo wir waren, der Koffer war dabei und rollte treu hinter uns her.
Und mit ihm gleich die unendliche Vielzahl an Keimen, die wir natürlich alle sofort mit einer antibakteriellen Lösung vernichtet haben – nicht. Gut, dass wir drüber gesprochen haben und ab jetzt die Kofferrollen am besten in der Badewanne mit einer Bürste abschrubben und anschließend mit einem Tuch und einer Seifenlösung abwaschen werden.

Illustration: Riccardo Russomanno
Das Innenleben des Koffers: Inlay waschen, aussaugen, imprägnieren
Aber es geht noch tiefer ins Innere des Koffers und in das Thema Sauberkeit hinein: Auch das Innenleben des Koffers darf nach den zukünftigen Reisen ruhig mal ausgesaugt und das Inlay (falls herausnehmbar) mit der Hand gewaschen werden. Reisekoffer aus weichem Material lassen sich im Übrigen auch vor äußeren Einflüssen schützen, indem sie regelmäßig imprägniert werden.
Für Putzmuffel oder für den Fall, dass der innere Stoff fest mit der Kofferschale vernäht ist, bieten sich auch sogenannte Packing Cubes an. Das sind einzelne Beutel, mit denen der clevere Reisende das Innenleben seines Koffers nicht nur organisieren, sondern auch vor Schmutz schützen kann.
Praktisch und platzsparend sind Vakuumbeutel. Der Beutel wird vollgepackt, verschlossen und durch die kreisrunde Öffnung wird mit einem Staubsauger die überschüssige Luft aus dem Beutel gesogen. Und wer sich jetzt fragt, wie man auf Reisen an einen Staubsauger kommen soll, dem sei geraten, am besten den eigenen von zu Hause mitzunehmen. Ein kleiner Handstaubsauger reicht doch schon! So kann man den Boden auch gleich im Hotelzimmer klinisch reinhalten. Naja, zur Not vielleicht einfach mal beim Zimmerservice ausleihen.

Illustration: Riccardo Russomanno
Kleidung aufhängen statt liegen lassen: Der Trick mit den faltbaren Bügeln
Übrigens ist es hygienischer, seine Anziehsachen aufzuhängen, weil diese dann einen geringeren Oberflächen-Kontakt haben. Doof nur, dass die meisten Hotels in Sachen Kleiderbügel-Politik das Motto weniger ist mehr verfolgen. Geheimtipp: Es gibt online faltbare Kleiderbügel to go!
Was tun, wenn trotz der befolgten Tipps der Reisekoffer immer noch übel riecht? Ganz einfach: für schmutzige Wäsche luftdichte Wäschebeutel benutzen oder den Koffer mit dem teuersten Parfum einsprühen. Alternativ bieten sich natürlich auch Textilerfrischer oder Duftsäckchen an.
