Stockholm ist die Hauptstadt des Landes von Ikea und Abba, der Elche und Zimtschnecken. Hier oben im Norden, wo die Welt noch in Ordnung ist, wo die Sonne im Sommer rund um die Uhr scheint, wo die Menschen in Postkartenhäusern wohnen und der Schnaps vom Staat verkauft wird, lebt es sich in einem ganz eigenen Kosmos. Das gilt auch für die Hauptstadt Stockholm. 60 Brücken verbinden die 14 Inseln, auf denen die Stadt errichtet ist. Der Königspalast, die Altstadt Gamla Stan, das Vasa Museum und vieles mehr gibt es zu entdecken. Unser Reise-Guide für Stockholm.

Anreise. Viele Wege führen nach Stockholm. Beginnen wir mit dem Flugzeug. Die meisten Airlines steuern den Flughafen Stockholm-Arlanda an. Eurowings fliegt im Sommer 2018 direkt ab Köln (4 Mal pro Woche), Düsseldorf (täglich, 12 Mal pro Woche) und Hamburg (täglich, 12 Mal pro Woche) nach Stockholm.

Der Flughafen liegt rund 40 Kilometer nördlich der Innenstadt. Am besten benutzt man den Arlanda-Express-Zug, um vom und zum Flughafen in die City zu gelangen. Der Zug fährt meist alle 15 Minuten und benötigt gerade einmal 20 Minuten in die Innenstadt. Schneller geht’s nicht. Etwas länger, nämlich rund 45 Minuten, brauchen die Züge von Commuter trains. Günstiger ist es mit den Reisebussen von Flygbussarna Airport Coaches. Die Busse fahren alle 10 bis 15 Minuten und brauchen rund 45 Minuten pro Strecke. Auch Flixbus bedient die Strecke.

Ryanair dagegen steuert den Flughafen Stockholm-Skavsta an. Die Airline fliegt zweimal in der Woche (dienstags und samstags) von Düsseldorf-Weeze, Memmingen und Bremen Richtung Stockholm.

Bahnfahren nach und in Schweden

Die schwedische Eisenbahn SJ bietet ab 2020 eine gut Verbindung zwischen Stockholm und Hamburg an. So könnt ihr abends mit dem Nachtzug in der schwedischen Hauptstadt starten, morgens in Kopenhagen umsteigen und die Hansestadt gegen 12 Uhr mittags erreichen. Bisher hat nur das alternative Zugunternehmen Snälltåget  Schweden mit Deutschland verbunden, und zwar mit einem Nachtzug von Berlin nach Malmö.

Tickets für Bahnreisen innerhalb Schwedens können online hier gebucht oder vor Ort am Bahnhofsschalter oder Automaten erworben werden. Der Ticketkauf beim Schaffner an Bord des Zuges ist seit Dezember 2015 nicht mehr möglich. Unser Tipp: Mit dem Sparpreis Europa der Deutschen Bahn kommt man günstig nach Schweden. Informationen dazu und über andere Vergünstigungen gibt es bei der DB Verkaufsstelle oder im Internet.

Mit dem Auto nach Stockholm: Citymaut beachten

Wer mit dem Auto nach Stockholm reist, sollte wissen, dass seit 2015 auch im Ausland registrierte Pkw und Wohnmobile ebenfalls von der Citymaut in Stockholm betroffen sind. Wer mit seinem Fahrzeug zu bestimmten Zeiten eine Kontrollstation im Innenstadtbereich passiert (»Betalstation«), wird automatisch mittels einer Fotografie des Kfz-Kennzeichens registriert. In Stockholm ist das montags bis freitags zwischen 06:30 Uhr und 18:29 Uhr der Fall. Von dieser Regelung ausgenommen sind der gesamte Monat Juli, Feiertage sowie Werktage, die direkt vor einem Feiertag liegen. Dabei variieren die anfallenden Gebühren je nach Tageszeit. Welcher Tarif gerade gilt, wird anhand von digitalen Anzeigetafeln im Bereich der Kontrollstationen angezeigt. Bezahlt wird generell nicht direkt an Ort und Stelle. Stattdessen gibt es eine monatsweise Abrechnung, die per Post zugestellt wird – auch im Ausland. Die Rechnung muss dann bis zum Ablauf des Folgemonats per Überweisung beglichen werden. Detaillierte Informationen zur Citymaut gibt es hier auch in deutscher Sprache.

Zugfahrerin blickt aus dem Fenster

Melker Dahlstrand/imagebank.sweden.se

Mit dem Bus von der Stockholmer City zur Fähre

Habt ihr vor, mit der Fähre nach Stockholm zu kommen oder damit zu verlassen? Ihr könnt die großen Schiffsanleger der Reedereien Viking Line, Destination Gotland, Eckerö Linjen und Tallink Silja ganz einfach ab der Stockholmer Innenstadt erreichen. Das Unternehmen Flygbussarna Charter bietet unter der Marke Båtbussarna Ferry Transfers einen Service an: In Zusammenarbeit mit den großen Reedereien, welche die schwedische Hauptstadt regelmäßig anlaufen, bringt Båtbussarna die Schiffspassagiere nun direkt vom Stockholmer Busbahnhof zum gewünschten Hafen und umgekehrt.

Entsprechend sind auch die Abfahrtszeiten der Busse an den Fahrplan der jeweiligen Schiffe angepasst. Angefahren werden die Stockholmer Häfen Stadsgården (Viking Line), Grisslehamn (Eckerö Linjen) sowie Värtahamnen und Frihamnen (beide Tallink Silja). Darüber hinaus bringt Båtbussarna die Passagiere der Reederei Destination Gotland von Stockholm aus direkt zum Fähranleger in Nynäshamn. Tickets können direkt beim Erwerb der Schiffspassage parallel über die jeweilige Reederei erworben werden, online im Bereich Harbours, am Stockholmer Busterminal oder an Bord der Schiffe.

Schlafen im Hellstens Glashus

Übernachten. Ob Fabrik, Schule oder Kaufhaus: In der Stadt haben innovative Architekten in den letzten Jahren ziemlich viele historische Gebäude in Hotels voller Stil und Geschmack umgewandelt. Erst im Januar 2017 eröffnete im Kreativ-Viertel Södermalm Hellstens Glashus. Hier, einen Steinwurf vom belebten Platz Mariatorget entfernt, befand sich einst die Gießerei, die Glocken an sämtliche Kirchen in Schweden lieferte. Doch nach der Umgestaltung durch das Architekturbüro »In Praise of Shadows« findet man statt schwerem Eisen viel Glas vor.

Hellstens Glashus in Stockholm

Hellstens Glashus

Das steinerne Portal ist erhalten geblieben und bildet nun einen Kontrast mit der mehrfarbigen Glasfront, die sich von den angrenzenden Jahrhundertwendehäusern abhebt und dem Straßenzug der Wollmar Yxkullsgatan einen modernen Hingucker schenkt. Dahinter verbirgt sich ein Treffpunkt für Reisende und Kulturinteressierte. Das Hotel hat nicht nur 44 individuell eingerichtete Zimmer mit Himmelbetten und antiken Möbeln, sondern auch eine sehenswerte Bar: Der Hotelbesitzer und Ethnograf Per Hellsten, der als Fotograf auf allen Kontinenten arbeitete, steuert exotische Andenken und afrikanische Masken aus seiner Sammlung bei. Vor dieser multikulturellen Kulisse werden nordische Gerichte und erlesene Weine serviert. Auf der Livebühne Glashuset WY13 treten oft Jazzmusiker auf.

Schicke Hotels: Haymarket by Scandic und Miss Clara by Nobis

Per Hellstens Vorliebe für historische Gebäude teilen in Stockholm viele Hoteliers. 2016 eröffnete in der Stockholmer Innenstadt das Hotel Haymarket by Scandic im ehemaligen Kaufhaus PUB, wo Greta Garbo Hüte verkaufte, bevor sie als Schauspielerin entdeckt wurde. Das Hotel trägt den Glanz der Goldenen 1920er, der Blütezeit des Kinos, mit Art-Déco-Interieur und viel Gold, Rot und Rosa in die Gegenwart. Auch wer hier nicht absteigt, kann sich im Bistro »Gretas« wie ein Filmstar fühlen, der inkognito in Stockholm unterwegs ist, um sich vom schwedischen Design inspirieren zu lassen.

Statt Glanz und Glamour stecken im 2014 eröffneten Hotel Miss Clara by Nobis Fleiß und Ambition: Von 1910 bis 1939 lag hier das Ateneum, eine der größten Mädchenschulen Schwedens. Der Name des Hotels setzt der damaligen Schulleiterin Clara Strömberg ein Denkmal. Stararchitekt Gert Wingårdh hat aus der akademischen Hochburg eine Wohlfühloase gemacht, die Originalelemente wie Steinböden, Treppenhaus und abgerundete Fenster mit gemütlichen Designmöbeln und hochmodernen Bädern aus Kalkstein vereint. Weitere Beispiele wie Ett Hem in einem ehemaligen Wohnhaus sowie Hobo und At Six am einst vergessenen Platz Brunkebergstorg zeugen vom Trend, historische Orte in stilvolle Hotels zu verwandeln – Zeitzeugnis trifft zeitloses Design.

Michelin-Küche in Stockholm: Tipps für Gourmets

Restaurants. Als im Frühling der neue Michelin-Guide für Skandinavien präsentiert wurde, konnte Stockholm jubeln: Erstmals gab es drei Sterne für ein schwedisches Restaurant, und zwar für das Frantzén, außerdem erhielten zwei neue Restaurants je einen Stern. Damit glänzen über Stockholm nun insgesamt 15 Sterne. Und das nicht nur für die Reichen und Schönen: Während die meisten Gourmettempel für ihr ausgeklügeltes Verkostungsmenü ein sattes Budget voraussetzen, hat Stockholm mehrere preisgekrönte Restaurants, die ihre Kreationen à la carte für kleines Geld anbieten. Ab umgerechnet 15 Euro könnt ihr etwa im Restaurant Matbaren von Michelin-Koryphäe Mathias Dahlgren speisen, das einen Michelin-Stern hat.

Restaurant von Mathias Dahlgrens in Stockholm

Magnus Mårding

Außerdem setzen Spitzenköche den Trend fort, neben ihren exklusiven Gourmetrestaurants leistbare Ableger zu eröffnen, in die Foodies spontan (und viel entspannter) einkehren können. Ob Magnus Eks Bistro Oaxen Slip, der charmante Gastrologik-Nachbar namens Speceriet oder Björn Frantzéns Gastropub The Flying Elk – in Stockholm gibt es durchaus erschwingliche Wege, um die Kreationen der besten schwedischen Köche zu kosten und die New Nordic Cuisine kennenzulernen.

Sternekoch Henrik Norström war sogar bereit, auf den Stern seines Restaurants Lux zu verzichten, um dieses in eine Gourmetoase für Jedermann zu verwandeln. Heute heißt es Lux Dag För Dag, schreibt seine Speisekarte jeden Tag neu und bietet Rentierherz für 15 Euro an. Der ultimative Tipp für Genießer in Schweden ist das Mittagsmenü »Dagens lunch«. Was es damit auf sich hat? Viele Restaurants, darunter auch die Bistros der Sterneköche, servieren unter der Woche ausgewählte Gerichte für 10-15 Euro inklusive Getränk, Salat und Kaffee. Smaklig måltid!

Grandiose Sommerabende auf der Terrasse des Stallmästaregården

Und noch ein Tipp: Im Herzen Stockholms gelegen, hegt das Stallmästaregården ein kulinarisches Erbe: Vormals wurde das Restaurant von Tore Wretman geleitet, der in ganz Europa als der »Vater der modernen schwedischen Küche« gilt. Basierend auf der Vergangenheit hat der heutige Chefkoch des Stallmästaregården, Stefan Eriksson, ein kreatives Menü mit einer modernen Interpretation traditioneller Küche konzipiert. Saisonale Zutaten, ein Großteil davon aus der Umgebung Stockholms, werden vom Team des Küchenchefs persönlich ausgewählt. So räuchert das Restaurant Lachs, Forellen, Shrimps und Muscheln in der hauseigenen Räucherkammer und stellt zudem Butter und Sahne selbst von Hand her. Die endlosen Sommerabende mit Tageslicht bis weit nach Mitternacht können Gäste auf der Garten-Terrasse des Restaurants genießen, welche einen Blick über den Nationalpark der Brunnsviken Bay bietet.

Unternehmungen. Teilnehmer dieser Tour hoch über den Dächern der Stadt dürfen sich wie Astrid Lindgrens Karlsson vom Dach fühlen. Mit dem Unterschied, dass sie nicht mithilfe eines Propellers am Rücken über die Dächer Stockholms fliegen, sondern einen Klettergurt umgelegt bekommen. Ob in Jeans oder in Lederhosen – in luftigen Höhen führt die  Dachwanderung vorbei an Türmchen und Schornsteinen, eine fantastische Aussicht auf Stockholm dauerhaft garantiert.

Die Wikingerzeit lebt: ein Besuch im Vasa-Museum

1990 öffnete das Vasa-Museum erstmals seine Türen für Besucher aus aller Welt. Eine einzigartige Sensation, die bis heute nichts an Anziehungskraft und Faszination verloren hat. Im Gegenteil. Noch immer pilgern gut eine Million Besucher pro Jahr nach Stockholm, um das weltweit einzige verbliebene Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert in seiner vollen Pracht zu bestaunen. Der Besuch des Vasa-Museums ist wie eine Reise mit der Zeitmaschine. Man erhält beeindruckende Einblicke in das Schiffsleben und den Schiffsbau aus der Zeit eines Schiffsunglücks vor 400 Jahren.

Vasa-Museum in Stockholm

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Beim Thema »Wikinger« haben viele Schwedenurlauber und Touristen eine ganz bestimmte Vorstellung von Helmen mit Flügeln und gewaltreichen Beutezügen. Ein Bild, das voller Vorurteile steckt und das nach heutigem Forschungsstand nichts mit dem eigentlichen Leben der Wikinger zu tun hat. Mit diesen Vorurteilen räumt das Wikingermuseum »Vikingaliv« (Wikingerleben) auf, das am Ende April 2017 in Stockholm eröffnet wurde. Und zwar in prominenter Lage auf der Insel Djurgården, direkt zwischen dem Vasamuseum und dem Vergnügungspark Gröna Lund.

Die dramatisierte Geschichte der Wikinger wird die Besucher hier auf etwa 2.000 Quadratmeter im Rahmen von »Ragnfrids Saga«, einer außergewöhnlichen 11-minütigen dramatisierten Reise durch Ragnfrids Erinnerungen, zurück ins Jahr 963 versetzen. Im Ausstellungsbereich wird eine Welt ohne Königreiche oder Parlamente präsentiert; eine Welt, in der die Rolle von Kindern und Frauen beleuchtet wird, wie man wohnte, lebte und reiste. Auch die neuesten Forschungsergebnisse rund um die Wikingerzeit werden regelmäßig präsentiert und aktualisiert.

Hello, Abba!

Ende April gaben die Abba-Mitglieder Agnetha, Benny, Björn und Anni-Frid bekannt, dass sie nach 36 Jahren erstmals wieder gemeinsam im Studio sind und zwei neue Songs aufnehmen. Derzeit arbeiten sie an einer Welttournee, bei der Abba als virtuelle Figuren auf der Bühne stehen und die 2019 starten soll. Doch das Warten auf die neuen Songs sollte den Abba-Fans nicht schwerfallen, schließlich gibt es bis dahin einiges zu tun. Zuerst: ein Besuch in der Anfang Mai eröffneten neuen Dauerausstellung im Stockholmer Abba-Museum.

Abba-Museum in Stockholm

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Unter dem Titel »Some Music Never Dies« zeigt der interaktive Epilog, was die ABBA-Mitglieder seit der Trennung im Jahr 1982 gemacht haben. 15 verspielte Stationen erzählen von Musicals, Soloalben und Filmen, zeigen Videos und frisch aufgenommene Interviews mit den vier Musikern, die nach der ABBA-Erfolgsgeschichte ihren eigenen Weg gingen. ABBA-Fans sind hier in guter Gesellschaft: Das Museum in der schwedischen Hauptstadt begrüßt jährlich eine Viertelmillion Besucher, die meisten davon kommen aus dem Ausland.

Schwedisches Design im Museum für Möbeldesign bestaunen

Anfang Februar hat Stockholm ein neues Museum für Möbeldesign bekommen. Mit dem Möbeldesignmuseum macht das Architekten- und Designerpaar Kersti Sandin Bülow und Lars Bülow seine Privatsammlung zugänglich, die aus 700 Stücken von 250 skandinavischen und internationalen Designern besteht. Diese persönliche Auswahl, zusammengetragen bei Auktionen, reicht vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Hier findet man Werke von Designgrößen wie Arne Jacobsen, Bruno Mathsson, Alvar Aalto, Carl Malmsten, Frank Lloyd Wright, Otto Wagner sowie den »Svenskt Tenn«-Legenden Estrid Ericson und Josef Frank. Das Möbeldesignmuseum, das man jeden Mittwoch besuchen kann, ist in drei Abschnitte eingeteilt: Die systematische Chronologie der schwedischen Möbeldesigngeschichte wird sachlich präsentiert in Archivregalen im Stil der SB-Halle von Ikea.

Wie wäre es mal mit Sightjogging? In Stockholm könnt ihr zwischen drei verschiedenen Lauftouren wählen oder am besten alle drei Versionen buchen. Die erste Tour führt in erster Linie durch das Stadtzentrum und die Altstadt. Startpunkt ist der Kungsträdgården, ein großer Park und beliebter Treffpunkt für Einheimische.

Mann und Frau joggen gemeinsam durch Stockholm

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An den Sehenswürdigkeiten Stockholms vorbeijoggen

Die Residenz des Premierministers, das Rathaus, die Parlamentsgebäude und der Königspalast sind ebenfalls Teile der Strecke. Auf der Insel Riddarholmen laufen die Jogger an privaten Palästen aus dem Jahr 1600 vorbei. Die Tour endet in der Altstadt vor der Krönungskirche. Die zweite Variante startet an eben dieser und führt die Teilnehmer entlang des Strandvägen auf die Insel Djurgården, dem Erholungsgebiet für die Einheimischen. Die dritte Tour widmet sich mehr dem alternativen Stockholm und führt die Läufer nach Södermalm. Die Geschichte des Viertels begann Anfang 1600, als es in der Altstadt langsam aber sicher zu wenig Platz für die Bürger gab. Im Laufe der Zeit hat sich das einstige Armenviertel zu einem In-Quartier entwickelt. Es beherbert heute schicke Boutiquen, gemütliche Cafés und gute Restaurants. Berühmt wurde es als die Heimat von Lisbeth Salander, Hauptfigur der Literaturverfilmung »Das Mädchen mit dem Drachen-Tattoo«.

Klar, Stockholm ist eine der schönsten Hauptstädte Europas. Die Geschichte hat aber auch eine Reihe von dunklen Kapiteln in Stockholm geschrieben, die viele Gäste in ihren Bann ziehen. Da wäre die Ermordung von Ministerpräsident Olof Palme im Jahr 1986, um die sich diverse Verschwörungstheorien ranken.

Olof Palme-Erinnerung in Stockholm

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Oder die versuchten Serienmorde des sogenannten »Lasermannes« zu Beginn der 1990er Jahre. Und der spektakuläre Helikopter-Überfall auf ein Bargeld-Depot im Stadtteil Västberga im Jahr 2009. All das sind wirkliche Begebenheiten, die aber ebenso gut aus einem der berühmten Schweden-Krimis genommen sein könnten.

Crime: die düstere Vergangenheit Stockholms entdecken

Wer auf Tuchfühlung mit den dunklen Kapiteln der Hauptstadt gehen möchte, hat dazu bei Taxi Stockholm die Gelegenheit. Mit dem interaktiven Dienst Explore Stockholm bietet das Unternehmen die Möglichkeit, diese Vergangenheit per Taxi zu erleben. Explore Stockholm basiert auf einer Kombination von GPS, Geofencing und moderner Medientechnik. Während der Wagen in der Gegenwart mit seinen Passagieren die Orte aufsucht, an denen sich die jeweiligen Ereignisse abgespielt haben, werden die historischen Geschehnisse per Bildschirm und Lautsprecherkommentar wieder lebendig. Die »Crime«-Tour, die hier gebucht werden kann und in englischer und schwedischer Sprache zur Verfügung steht, dauert etwa 90 Minuten und kostet für maximal 3 Personen insgesamt SEK 950 (ca. 100 Euro). Im Preis enthalten sind das Abholen und Zurückbringen der Passagiere im Innenstadtbereich. Wer die Tour vor Ort im Clarion Hotel (Clarion Hotel Stockholm, Clarion Hotel Amaranten oder Clarion Hotel Sign) bucht, zahlt SEK 900 (ca. 95 Euro).

Persönlicher Tipp. Der Stockholmer Weihnachtsmarkt auf dem Gamla stan bietet neben Kunsthandwerk und Weihnachtslotterie auch die schwedische Glühweinalternative »Glögg«, die traditionell mit Mandeln und Rosinen verfeinert wird. Zudem können Besucher hier auch eher ungewöhnliche Spezialitäten wie Elchwurst oder Rentierfleisch probieren.

Weihnachtsmarkt in Stockholm

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Elche im Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Skansen

Wer lieber mit den Tierchen kuschelt, kommt nach einer kurzen Fahrt auf der Fähre zum Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Skansen. Dieser ist zwar nur am Wochenende geöffnet, bietet jedoch die Möglichkeit, Elche und weitere Tiere im Park des Freilichtmuseums einmal näher kennenzulernen.  Mitte Dezember ist übrigens ein besonders guter Zeitpunkt für einen Trip nach Stockholm, denn am 13. Dezember wird das Luciafest, ein typisch skandinavisches Weihnachtsfest, gefeiert.

Wenn die Schweden zwischen dem 20. und 26. Juni Mittsommer feiern, sind die Städte leer und zahlreiche Geschäfte und Restaurants geschlossen. Gefeiert wird auf dem Land, mitten in der Natur. Am Mittsommerabend wird mit Freunden und Familie um einen mit Blumen geschmückter Baumstamm herumgetanzt. Eine tolle Erfahrung für Reisende ist das Mittsommerfest in Skansen, dem großen Freilichtmuseum Stockholms. Nach diesem offiziellen Startschuss für den Sommer finden dort diverse Konzertreihen über mehrere Wochen statt. Besonders einer Tradition könne vor allem weibliche Urlauber folgen: Junge Mädchen machen sich zum Mittsommer auf die Suche nach sieben unterschiedlichen Blumen und legen diese vor dem Zubettgehen unter ihr Kopfkissen – dadurch soll ihnen im Traum ihr zukünftiger Ehemann erscheinen.

Don’t: ohne Ticket Bus und Bahn benutzen

Bloß nicht …

… Alkoholpreise wie in Deutschland erwarten. Das gilt ganz besonders in Kneipen, Bars und Clubs, wo man locker für ein Bier mal sechs Euro berappen muss. Wer Bier im Supermarkt einkauft, erhält das Ganze natürlich noch um einiges günstiger, denn auch in Schweden kann man Bier bis zu einem maximalen Alkoholgehalt von 3,5 % in den Supermärkten erwerben. Doch auch ein Abstecher in die staatlichen Alkoholgeschäfte »Systembolaget« kann durchaus interessant sein. Hier gibt es eine große Palette der unterschiedlichsten Weine, Spirituosen und Biersorten, darunter auch Produkte lokaler Mikrobrauereien.

Bier aus Schweden

Janus Langhorn/imagebank.sweden.se

Nichtraucherland Schweden: schwere Zeiten für Qualmer

… rauchen, wo es gefällt. Denn seit dem 1. Juli 2019 gilt in Schweden ein Gesetz, das das Rauchen auf den meisten öffentlichen Plätzen verbietet. Sowohl die Außenbereiche von Cafés und Restaurants als auch Spiel- und Sportplätze, Bushaltestellen und Bahnsteige sind rauchfreie Zonen. Das Verbot umfasst außerdem die Eingangsbereiche aller öffentlichen Einrichtungen, womit Zigaretten vor Geschäften, Einkaufszentren, Lokalen und Krankenhäusern tabu sind. Es sind übrigens nicht nur Zigaretten verboten, sondern alle Formen des Rauchens, also auch Wasserpfeifen, Zigarren, E-Zigaretten und andere »Genussmittel, die rauchähnlich konsumiert werden, aber keinen Tabak enthalten«.

nur an Land bleiben. Denn die Stockholmer Schären mit ihren rund 30.000 Inseln und Felsen bieten eine super Ausgangssituation für jegliche Outdoor-Abenteuer. Wie wäre es mit einer geführten Paddeltour von der Insel Runmarö durch den äußeren Schärengarten? Oder mit einem ganztägigen Angelausflug mit den Experten von Utö Skärgårdsguide. Diese bieten außerdem Safaris an, um Robben, Seeadler und andere Seevögel zu beobachten. Oder doch lieber eine Wanderung oder Fahrradtour von Insel zu Insel? All dies ist nur eine kurze Schiffstour von der Stockholmer Innenstadt entfernt. Zu einem der beliebtesten Ausflugsziele zählt die Insel Utö. Mit ihrem Fahrrad- und Kajakverleih, ausgeschilderten Wanderwegen, Übernachtungsmöglichkeiten und einem Restaurant und Café ein idealer Ort für einen Tagestrip. Kleine Strände und Buchten zum Baden gibt es ebenfalls in Hülle und Fülle.

… ohne gültiges Ticket in Bus und Bahn steigen. Denn mit 158 Euro Bußgeld muss rechnen, wer in Stockholms öffentlichen Verkehrsmitteln ohne Ticket erwischt wird. In der schwedischen Hauptstadt ist Schwarzfahren europaweit mit am teuersten.

… am Essenstisch munter drauflos schnäuzen. Denn Laute aus der Nase am Essenstisch unterliegen in Teilen Skandinaviens einigen Einschränkungen. In Schweden und Island gilt das Schnäuzen am Tisch zum Beispiel vielerorts als unhöflich. Daher zieht man die Luft lieber durch die Nase nach oben.

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