Die Zimmerkarte steckt bereits im Schlitz, der Koffer steht im Raum, dann fällt der Blick aufs Bett. Sind dort kleine, schwarze Punkte oder rötliche Flecken und Häutungsreste zu erkennen, ist das ein guter Grund, genauer hinzusehen. Dann könnten in deinem Hotelzimmer schon andere Gäste eingezogen sein: Bettwanzen.
Die gewöhnliche Bettwanze, Cimex lectularius, ist flügellos, rotbraun und meist etwa fünf bis sechs Millimeter groß. Wegen ihres flachen, ovalen Körpers erinnert sie an einen Apfelkern. Nach einer Blutmahlzeit wirkt sie größer und dunkler. Erwachsene Tiere sind zwar mit bloßem Auge zu erkennen, bleiben aber oft unentdeckt. Tagsüber halten sie sich bevorzugt in engen und dunklen Verstecken auf.
Gut zu wissen
Typische Verstecke im Hotelzimmer
- •Nähte, Kanten und Etiketten von Matratze und Bettgestell
- •Das Kopfteil sowie Ritzen am Lattenrost oder Nachttisch
- •Fußleisten, lose Tapeten, Bilderrahmen und Wandspalten
- •Steckdosen, Lichtschalter und Abdeckleisten
- •Polstermöbel, Vorhänge, Gepäckständer und der Koffer selbst
Alle wichtigen Infos zu Bettwanzen
Bettwanzen werden meist nachts aktiv. Sie orientieren sich unter anderem an Körperwärme, Kohlendioxid und Körpergeruch und gelangen so aus ihren Verstecken zu schlafenden Menschen. Nach der Blutmahlzeit ziehen sie sich wieder in enge Spalten, Nähte oder andere geschützte Bereiche zurück. Eine Blutmahlzeit dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Bettwanzen können das ganze Jahr über auftreten, denn in beheizten Innenräumen finden sie auch im Winter geeignete Bedingungen. Auf Reisen können sie unbemerkt über Koffer, Kleidung oder andere Gegenstände weitergetragen werden. Die Stiche selbst sind für viele Menschen vor allem lästig. Einige bemerken sie zunächst gar nicht, andere reagieren mit geröteten, juckenden Stellen, Pusteln, Bläschen oder Quaddeln. Häufig erscheinen mehrere Stiche nah beieinander oder in einer Reihe. Solche Hautreaktionen sind jedoch nicht eindeutig, denn auch andere Insektenstiche oder Hautreizungen können ähnlich aussehen.
Nach heutigem Kenntnisstand übertragen Bettwanzen keine Krankheitserreger. Starkes Kratzen kann allerdings die Haut schädigen und das Risiko einer bakteriellen Sekundärinfektion erhöhen. Bei starken Hautreaktionen, anhaltendem Juckreiz oder allergischen Beschwerden ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Bettwanzen im Hotelzimmer: Hier verstecken sie sich
Ein kurzer Check des Hotelzimmers vor dem Auspacken kann helfen, mögliche Spuren früh zu entdecken. Besonders wichtig sind Matratzenkanten, Nähte, Bettgestell, Kopfteil und Gepäckständer. Auch Nachttische, Polstermöbel und Ritzen in unmittelbarer Nähe des Betts sollten kurz geprüft werden.

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Reisegepäck kann Bettwanzen unbemerkt von einer Unterkunft in die nächste oder bis nach Hause transportieren. Die Tiere verstecken sich in Nähten, Falten, Reißverschlüssen und Taschen von Koffern, Rucksäcken oder Kleidungsstücken. Deshalb sollte das Gepäck im Hotelzimmer nicht auf dem Bett, auf Polstermöbeln oder direkt auf dem Teppichboden abgestellt werden.
Am besten bleibt der Koffer geschlossen und steht mit etwas Abstand zum Bett auf einem kontrollierten Gepäckständer. Vor der Nutzung lohnt sich ein kurzer Blick auf dessen Gurte, Ecken, Ritzen und Befestigungen. Auch Ablageflächen, Schränke oder Kofferbänke sollten geprüft werden, bevor dort Gepäck oder Kleidung abgelegt wird.

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Das Badezimmer kann beim ersten Zimmercheck eine praktische, gut kontrollierbare Ablagefläche sein, solange der Koffer nicht auf Textilien oder in unmittelbarer Nähe von Handtüchern steht. Erst wenn Bett, Bettgestell, Kopfteil und Gepäckständer kontrolliert sind, sollte das Gepäck im Zimmer abgestellt werden.
Bei einem konkreten Fund gilt: Die Rezeption sofort informieren, Fotos von Tier oder Spuren machen und möglichst keine Gegenstände mehr auf Bett, Polstermöbeln oder Teppich ablegen. Wenn ein Zimmerwechsel erfolgt, sollte das neue Zimmer nicht direkt neben, über oder unter dem betroffenen Raum liegen. Ein professionell geführtes Hotel lässt den Verdacht fachgerecht prüfen und ergreift die notwendigen Maßnahmen.

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Bettwanzen erst zu Hause entdeckt: Was jetzt zu tun ist
Tauchen Bettwanzen oder verdächtige Spuren erst nach der Rückkehr auf, sollte das Reisegepäck nicht im Schlafzimmer ausgepackt werden. Am besten werden Koffer und Taschen in einer leeren Badewanne geöffnet und ausgeschüttelt. Auf der glatten, hellen Fläche lassen sich mögliche Tiere leichter entdecken und können sich weniger gut in der Wohnung verteilen.
Kleidung, Handtücher und andere waschbare Textilien sollten getrennt verpackt und möglichst bei 60 Grad gewaschen werden, sofern das Pflegeetikett dies zulässt. Ein heißer Trockner ist besonders wichtig, weil die Wärme Bettwanzen wirksam abtöten kann. Bloßes Waschen reicht nicht in jedem Fall aus. Auch Koffer, Taschen, Schuhe und Kulturbeutel müssen sorgfältig kontrolliert werden. Tiere können sich in Nähten, Taschen, Reißverschlüssen und Falten verstecken. Gegenstände, die nicht sicher behandelt werden können, sollten luftdicht verpackt und nicht in der Wohnung verteilt werden.
Bei einem bestätigten Befall oder einem konkreten Verdacht ist professionelle Schädlingsbekämpfung die sicherste Lösung.
Übrigens: Ein Bettwanzenbefall ist nicht automatisch ein Zeichen mangelnder Sauberkeit. Die Tiere können in jeder Unterkunft vorkommen, vom einfachen Hostel bis zum gehobenen Hotel. Entscheidend ist, wie professionell ein Betrieb auf einen Hinweis reagiert.


