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Hier trifft die gleißende Wüstensonne auf das blitzende Metall ruhender Riesen: »The Boneyard« bei Tuscon, Arizona, gilt als größter Flugzeugfriedhof der Welt. Mehr als 4.000 stillgelegte Flugzeuge schlummern in der Wüste. Eigentlich wäre der Besuch für echte Planespotter ein Muss. Doch nur noch ein kleiner Teil des Geländes ist heute zugänglich.

Eines vorweg: Das Areal, auf dem »The Boneyard« beheimatet ist, ist riesig. Auf einer Fläche von rund 1.400 Fußballfeldern befindet sich der weltweit größte Flugzeugfriedhof seiner Art. Neben Flugzeugen wie den F-14 Tomcats aus dem Film »Top Gun« oder den B-52-Bombern lagert der »Boneyard« auch seltene Modelle wie die Lockheed C-5 Galaxy oder moderne Drohnen. Viele dieser Maschinen haben besondere Einsätze geflogen, etwa im Vietnamkrieg oder in jüngeren Konflikten, und repräsentieren die Entwicklung der militärischen Luftfahrt.

Der »Boneyard« ist Teil der 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG), die nicht nur ausrangierte Flugzeuge lagert, sondern auch konserviert, wartet oder für Ersatzteile und Recycling vorbereitet. Einige Maschinen können bei Bedarf reaktiviert werden, was den »Boneyard« bis heute zu einem strategisch wichtigen Standort der US Air Force macht.

Mehrere ausrangierte US-Bomber stehen hintereinander aufgereiht, sodass nur die "Nasen" zu sehen sind.

Foto: Smeerjewegprodcties/Shutterstock.com

Keine Führungen mehr übers Gelände

Das ist auch einer der Gründe, warum früher viele Militärinteressierte hierher pilgerten, um sich die ausrangierten Flieger anzusehen. An manchen Tagen war der Friedhof ein echter Touristenmagnet.

Die Führungen auf dem Militärgelände der Davis-Monthan Air Force Base wurden lange Zeit vom angrenzenden Pima Air & Space Museum durchgeführt. Doch damit ist es seit 2020 vorbei. Die US Air Force hatte die öffentlichen Bustouren seinerzeit aufgrund geänderter Sicherheitsbestimmungen dauerhaft eingestellt. Es gibt aktuell leider keine Möglichkeit mehr, das eigentliche »Boneyard«-Gelände im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Immerhin bietet das benachbarte Pima Air & Space Museum Touren auf dem Museumsgelände an. Die Tram Tour ist eine 45-minütige, kommentierte Rundfahrt mit dem Tram durch das Außengelände des Museums. Dabei werden über 200 Flugzeuge aus der Sammlung vorgestellt. Diese Tour findet ausschließlich auf dem Gelände des Museums statt und beinhaltet keinen Zugang zum »Boneyard«. 10 US-Dollar pro Person werden dafür zusätzlich zum Museumseintritt (22,50 US-Dollar für Erwachsene) fällig. Tickets werden vor Ort an der Tram-Boarding-Station verkauft (nur Kartenzahlung). Eine Buchung vorab ist nicht möglich, Tickets sind limitiert und werden nach dem Prinzip »first come, first served« vergeben. Für Gruppen kann eine private Tram Tour gebucht werden, ebenfalls nur auf dem Museumsgelände.

Die angegebenen Eintrittspreise und Informationen zur Tram Tour entsprechen dem Stand Mai 2026. Da sich Preise und Verfügbarkeiten ändern können, empfiehlt es sich, vor dem Besuch die offizielle Website des Pima Air & Space Museums zu besuchen.

Hunderte Flugzeuge auf Friedhof Boneyard in Arizona

Foto: travelview/Shutterstock.com

Erst eine Fahrt mit dem Bus, dann ab ins Museum

Nach oder vor der Tram Tour empfiehlt sich der Besuch des Museums. 400 ausgestellte Flugzeuge aus allen Epochen der amerikanischen Luft- und Raumfahrt versprechen weitere unterhaltsame Eindrücke, darunter Ikonen wie der Wright Flyer, die Lockheed SR-71 Blackbird und eine Boeing 787 Dreamliner. Das Museum erstreckt sich über 80 Hektar und bietet sechs große Ausstellungshallen, davon drei mit Schwerpunkt Zweiter Weltkrieg.

Falls während des Besuchs plötzlich Filmschaffende auftauchen, bitte nicht erschrecken: Das Gelände steht bei Regisseuren hoch im Kurs. Viele bekannte Filme, wie etwa der Blockbuster »Transformers – Die Rache« oder die Actionkomödie »Harley Davidson & The Marlboro Man« mit Mickey Rourke, wurden unter anderem auf dem »Boneyard«-Gelände gedreht.

Es empfiehlt sich, mindestens einen halben Tag für den Besuch einzuplanen, da das Areal sehr weitläufig ist. Der Eintritt fürs Museum umfasst den Zugang zu den Haupthangars, drei Zweiter-Weltkrieg-Hangars, der Dorothy Finley Aerospace Gallery, der Arizona Aviation Hall of Fame, dem 390th Memorial Museum sowie dem Außengelände mit mehr als 400 Flugzeugen und 125.000 Artefakten.

Das Pima Air & Space Museum ist von Oktober bis Mai täglich (außer an Feiertagen wie Thanksgiving und Weihnachten) von 9 bis 17 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 15 Uhr. Von Juni bis September wiederum öffnet das Museum täglich von 9 bis 15 Uhr, der letzte Einlass erfolgt dann um 13.30 Uhr. Aufgrund der Hitze in Tucson empfiehlt sich ein Besuch am Vormittag, besonders in den Sommermonaten. Bequeme Schuhe und Sonnenschutz sind ratsam, da das Außengelände weitläufig ist.

Für diejenigen, die den »Boneyard« nicht vor Ort erleben können, hält das Pima Air & Space Museum auf seiner Website virtuelle Einblicke und Informationen über die Flugzeugsammlung bereit. Auch Luftbilder und Dokumentationen im Internet gewähren einen Eindruck von der beeindruckenden Größe des »Boneyards«.

Warum Tucson als Flugzeug-Friedhof so geeignet ist

Warum aber wurde ausgerechnet Tucson für den Flugzeug-Friedhof auserkoren? Die rund 600.000 Einwohner zählende Stadt in der Sonora-Wüste Arizonas ist vor allem bekannt für ihre meterhohen Kakteen.

Kakteen in der Region um die Stadt Tucson in Arizona

Foto: Frankie Lopez

Und für ihre Trockenheit. Regen ist hier ein Fremdwort. Das war in den USA schon nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt, als man einen Abstellplatz für Tausende Militärflugzeuge suchte. Schnell war klar: Die Gegend rund um Tucson mit ihrer klimatischen und landschaftlichen Beschaffenheit ist geradezu perfekt, um die Maschinen zu parken. Es ist trocken und heiß, und die Temperaturschwankungen halten sich in Grenzen. Auch der harte, alkalische Boden der Region, der Natrium, Kalzium und Magnesium enthält, ist optimal. So können die Flugzeuge hin und her transportiert werden, ohne dass Wege oder Straßen gepflastert oder geteert werden müssen.

Oldtimer statt Flugzeug-Legenden: der Hidden Valley Auto Parts

Wer von der morbiden Atmosphäre der ausrangierten Flieger angesprochen wurde und Lust auf weitere Oldtimer hat, für den gibt es nur zwei Fahrtstunden entfernt einen weiteren Höhepunkt in der Wüste: »Hidden Valley Auto Parts«. Das ist der größte Autofriedhof der USA. Kilometerlang stehen hier über 10.000 Klassiker in Reih und Glied. Und das Beste: Die sind sogar käuflich. Die amerikanischen Straßenkreuzer, überwiegend Modelle aus den 50er- bis 70er-Jahren, sind ein Abenteuerspielplatz für Liebhaber und Tüftler.

Der Autofriedhof Hidden Valley Auto Parts liegt etwa zwei Autostunden nordwestlich von Tucson in der Nähe von Casa Grande, ebenfalls in Arizona. Öffnungszeiten und weitere Infos sind auf der offiziellen Website des Hidden Valley Auto Parts verfügbar.