Sie ist die Mutter aller Landstraßen: die 1926 eröffnete Kultstraße Route 66. Sie führt durch die abgelegenen Staaten im Südwesten der USA und verband einst die Industrie von Chicago mit dem verheißungsvollen Kalifornien. Eine ihrer schönsten Strecken? In Arizona!

Durch acht Bundesstaaten verläuft sie – das längste originale Teilstück der Route zieht sich durch Flagstaff entlang der Städte Kingman und Seligman in Arizona. In den 1950er Jahren entstanden überall kleine Restaurants, Tankstellen und Motels, die für viele bis heute den Charme der Route 66 in Arizona ausmachen. Sogar eine Fernsehserie wurde 1960 nach ihr benannt.

Im Laufe der Zeit wurde die Motherroad für den aufkommenden Tourismus zu eng und der Verkehr verlagerte sich auf den naheliegende Interstate Highway. Kaum aber, dass die ersten Route-66-Schilder abmontiert waren, entstand ein neuer Kult um die Straße der Sehnsucht. Dazu hat nicht zuletzt der Film »Easy Rider« von 1969 beigetragen, in dem der Highway zum Symbol der Freiheit und des amerikanischen Traums wird. Hier flüchten die Hauptdarsteller Peter Fonda und Dennis Hopper auf ihren Harley-Davidson-Motorrädern vor den Konventionen des konservativen Amerikas. Und noch heute sind auf dem inzwischen zum nationalen Kulturerbe erklärten National Historic Highway am häufigsten Motorradfahrer anzutreffen. Die Anziehungskraft ist ungebrochen.

Ein einsamer Biker düst gen Oatman auf der Route 66 in Arizona.

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Über 600 Kilometer lang ist die Route 66 in Arizona

Selbst wer noch keine Maschine hat, kann sie sich ganz bequem bei Peter Fischer, einem nach Flagstaff ausgewanderten Deutschen, leihen. Seine Firma »Eagle Rider« bietet die Maschinen für 140 US-Dollar pro Tag an. Damit lassen sich die über 600 Kilometer in Arizona wunderbar genießen.

Die Route beginnt mit dem Grenzübergang von New Mexico nach Arizona, von wo es nur wenige Kilometer bis zur Stadt Holbrook sind, über der 1912 ein Meteorit explodierte. Ein Ereignis, dessen Spuren im Meteor Crater noch heute zu sehen sind. Besonders das Wigwam Village Motel, das zum Schlafen in  Tipis einlädt, ist einen Besuch wert. Wenig später folgt das beschauliche Winslow, das durch den Song »Take it Easy« der Country-Rocker »The Eagles« bekannt wurde. Besucher sollten sich ein Foto im Hotel »La Posada« mit seiner Inneneinrichtung nicht entgehen lassen.

Vorbei geht es auf der Route 66 in Arizona an einer Tankstelle, vor der zwei überdimensionale Indianerpfeile, die Twin Arrows, im Boden stecken – dem ein oder anderen aus dem Film »Forrest Gump« bekannt. Im Anschluss leuchtet das Ortsschild von Flagstaff auf, dem Tor zum Grand Canyon, auf 2.000 Metern Höhe gelegen. Das älteste Hotel der Stadt, das Weatherford Hotel, bietet fantastisches Dinner im »Charly’s Pub and Grill«. Und im Museum Club, einer Bar im Western-Stil, kann anschließend zu Livemusik getanzt werden.

In Seligman bietet sich Filmkulisse pur, hier ist der Charme der Route 66 besonders erhalten geblieben.

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Must-see: Williams, Seligman, Kingman und Oatman

Easy geht der Weg für alle Rider weiter in den kleinen Ort Williams mit seinen zwei Bahnhöfen. Von hier dampft der historische Grand Canyon Railway los; eine Tour, die sich am besten nach einem kräftigen Frühstück im »Cruiser’s Café 66« genießen lässt.

Danach steht Seligman auf der Fahrtenroute. Zum Verweilen lädt hier zum Beispiel das »Snow Cab Drive-In« ein, wo „Cheeseburger mit Cheese“ serviert werden. Auch der Souvenirladen gegenüber, »Delgadillo’s Route 66 Gift Shop«, ist einen Besuch wert. Der Besitzer des früheren Friseursalons Angel Delgadillo ist der Gründer der Arizona Route 66 Association. Er gilt als Vorreiter für alle Route-66-Vereinigungen.

Weiter gen Westen lässt es sich vor Peach Springs ungewöhnlich einkehren. Im The Cave Motel Room nächtigt man in 60 Metern Tiefe in einer riesigen Höhle. Es gibt weder Feuchtigkeit noch Tiere in der Millionen Jahre alten Höhle, dafür stehen auf Holzplattformen Hotelzimmer, inklusive Fernseh-Ecke und Schallplatten-Spieler.

Als nächste Station erreichen die Straßenbezwinger Kingman. Dort, im »Kingman’s Powerhouse Visitor Center«, sollten Gäste das ausgezeichnete Route 66 Museum besuchen. Besucher werden mit allerlei toller Exponaten durch die spannende Geschichte der Straße geführt. Wer Hunger hat, stärkt sich anschließend im Retro-»Diner Mr. D’z« mit landestypischen Kleinigkeiten.

Mr. D's Diner in Kingman ist ein Muss auf einer Tour der Route 66 durch Arizona.

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Burros in Oatman, Bootsausflug in Topock

In Oatman schließlich streunen Packesel an den farbenfrohen Gebäuden des kleinen Ortes vorbei. Die wilden Esel, »Burros« genannt, waren einst Packesel, die ihre Besitzer nach dem Ende des Goldrausches freiließen. In dem historischen Oatman Hotel von 1902 verbrachten Clark Gable und Carole Lombard ihre Flitterwochen.

Kurz bevor man Arizona auf der Route 66 gen Kalifornien verlässt, passiert man das Städtchen Topock. Am Colorado River gelegen, ist die Stadt ideal für einen Bootsausflug. Über die weiße Old Trails Arch Bridge heizten schon Peter Fonda und Dennis Hopper für die Eröffnungsszene des Kultfilms Easy Rider.

Die Magie der Route 66 in Arizona – Straße der Sehnsucht und Symbol des Aufbruchs und der Mobilität – hält bis heute an. Ein Entziehen ist zwecklos.

Gen Norden unterwegs? Hier sind unsere Tipps für den Roadtrip auf der Route 66 im Bundesstaat Illinois. Und wenn ihr euch die gesamte Strecke vorgenommen habt, dann schaut doch mal bei unseren Highlights der Route 66 vorbei.

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