Beim Genuss edler Tropfen hat sich schon so mancher Weinliebhaber zu poetisch-literarischen Höhenflügen aufgeschwungen. Doch in der Regel befinden sich die feinen Reben dann bereits verarbeitet im Glas und nicht mehr als sonnengereifte Früchte am Rebstock. Anders im Calvenschlössl im Herzen des Vinschgau. Text: Susanne Wess

Denn im Calvenschlössl begleitet den naturliebenden Besucher die Poesie vom ersten bis zum letzten Rebstock, und zwar auf einer literarischen Weinbergswanderung mit Winzerin Hilde Van den Dries. Die aus Antwerpen stammende Weinbauerin hat ursprünglich in der Automobilbranche gearbeitet, bis ihr Vater auf einem Urlaub im Oberen Vinschgau ein kleines Haus am Rande eines  Felsvorsprungs entdeckte: das Calvenschlössl. Die Familie kaufte das Haus und das umliegende Land, und seit 2003 ist Hilde nun Winzerin auf einem knapp vier Hektar großen Weingut und baut gemeinsam mit ihren Eltern an den Steilhängen in naturnaher Weise pilzresistente Weine, sogenannte PIWIs, an. Bis auf 1340 Meter ragt der Weingart Marienberg am gleichnamigen Kloster hinauf. Es ist somit der höchste Weinberg Europas .

Im Einklang mit der Natur

Respektvoller Umgang mit Fauna und Flora ist für Hilde Van den Dries oberstes Gebot. Und so hegt und pflegt sie nicht nur ihre Reben, sondern auch die Gräser, Kräuter, Blumen und allerlei Beeren, die auf dem Weingut dank selbst angesetzter Kräuterjauche bestens gedeihen. Ihre Leidenschaft drückt die Winzerin in Poesie und philosophischen Gedanken aus, an denen sie ihre Besucher auf gemeinsamen literarischen Weinbergswanderungen teilhaben lässt.

Hilde van den Dries vom Calvenschlössl mit Gast

Susanne Wess

Und so begleitet Hilde die Gäste etwa von Mals, vorbei an der alten Pfarrkirche, querfeldein über Wiesen und Felder ins Dörfchen Burgeis und hinauf zum Kloster Marienberg. Auf dem Weg hält die zierliche Winzerin hier und da inne und trägt ein selbst geschriebenes Märchen, Gedichte und poetische Gedanken etwa von Johann Gottfried Herder oder von Goethe zum Wein und Natur vor. Gut 600 Höhenmeter gilt es bis zu den Weinbergen des Calvenschlössl zu bewältigen. Doch die Anstrengung lohnt sich, und zwar nicht nur wegen Hildes kleiner literarischer Einlagen. Am Ende eines erlebnisreichen Tages in der Natur, die Hilde auch Uvalandia (Traubenland) nennt, gibt es eine Verkostung ihrer edlen Tropfen, bei schönem Wetter auf der Terrasse des Weinguts ansonsten im rustikalen Weinkeller.

Leckeres Weinbergsmenü im Garberhof

Am Abend folgt dann ein weiteres Highlight: Klaus Pobitzer, befreundeter Hotelier und Gastgeber im Wellness-Resort Garberhof, kredenzt ein Weinbergsmenü mit regionalen Spezialitäten wie etwa hausgemachten Kräutertagliatelle mit Vinschger Lammragout oder in Cabernet Cortis geschmorte Rindswange, Spargel und Sellerie-Kartoffelpüree. Natürlich werden dazu die Weine vom Calvenschlössl, wie etwa der goldgelbe Sari aus Solaris-Trauben oder ein tiefroter Cabernet Cortis kredenzt und mit klangvollen Worten erklärt.

Und wer beim Wandern auf den Geschmack gekommen ist und selbst erfahren möchte, wie Naturwinzerin Hilde Van den Dries im Weinberg arbeitet, kann sich als Freiwilliger für die Lese melden, sich gemeinsam mit den vierbeinigen Helfern Gina, Leila und Cornelius die Arbeit versüßen und von den vollreifen Früchtchen naschen. Ein sicher berauschendes Erlebnis für alle Sinne!

Erntehelfer im Calvenschlössl

Susanne Wess

Weitere Informationen über das Calvenschlössl gibt es hier, über das Resort Garberhof hier.

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