Zehn Jahre Kundenfeedback, zwei Jahre Designarbeit, über eine Milliarde Dollar Investitionsvolumen: Delta inszeniert den Rollout seiner neuen Business Class mit dem ganzen Pathos, den ein US-Carrier aufbringen kann. Am Ende geht es aber um etwas sehr Greifbares: mehr Platz zum Schlafen, größere Bildschirme, ordentliche Kopfhörer-Kopplung per Bluetooth und, man höre und staune, eine Selbstbedienungs-Snackbar für Business-Gäste.
Was ist neu in der Delta One Business Class?
Das Flaggschiff der neuen Kabine ist die nächste Generation der Delta One Suite, entwickelt mit dem nordirischen Sitzhersteller Thompson Aero. Sie debütiert auf der Airbus A350-1000, Deltas neuem und größtem Langstreckenflugzeug, das Anfang 2027 in Dienst gestellt wird.
Konfiguration der Delta One. I Foto: Delta
Konfiguration der Delta One. I Foto: Delta
Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
Längere Liegefläche: Das Flachbett hat nun knapp zwei Meter Streckmaß. Endlich auch etwas für 1,90-Meter-Geschäftsreisende mit Schlafbedürfnis.
Pillow-Top-Auflage: Eine zusätzliche weiche Schicht über dem ohnehin schon memory-foam-gepolsterten Sitz. Kombiniert mit der bestehenden Bettwäsche von Missoni (oh la la!) soll das laut Delta »den unvergleichlichen Schlaf in 10.000 Metern Höhe« liefern. Wir schauen uns das gern mal an!

Richtig gemütlich dank Pillow Top Auflage in der Delta Business Class Suite One I Foto: Delta
24-Zoll-Bildschirm in 4K-QLED: Deltas bisher größter Screen, Bluetooth-fähig für eigene Kopfhörer – ein Feature, das die Lufthansa auf ihrer Allegris-Kabine ebenfalls bietet, bei vielen Mitbewerbern aber immer noch fehlt.
Kabellose Ladestation: in einer Stein-Einlage auf der Konsole, plus USB-C und internationale Steckdosen.
Knock, knock! Es gibt ein Türchen! Schiebetür an jeder Suite, sowie das beliebte Schiebefenster zwischen den Mittelsitzen. Offen für gemeinsam Reisende, geschlossen für alle anderen Lebenslagen.
Snackbar für Naschkatzen: Ein dauerhaft geöffneter Selbstbedienungstresen am Eingang der Delta One-Kabine ist ein Highlight. Wer nachts wach ist, während andere schlafen, muss nicht mehr nach dem Kabinenpersonal klingeln, sondern schlurft einfach selbst hin. Eine Idee, die man sich bei der »Q-Suite Pantry« von Qatar Airways oder der »Onboard Lounge« von Emirates abgeschaut haben dürfte.

Die Snackbar in der neuen Business Class von Delta. I Foto: Delta
Auch der A330 wird aufgehübscht
Parallel zur A350-1000 investiert Delta in ein Nose-to-Tail-Refresh seiner A330-200/300-Flotte und das ist für Europareisende vermutlich die relevantere Nachricht. Denn diese Flugzeuge fliegen heute schon, und sie waren bisher das schwächste Glied im Delta-One-Portfolio: Business-Class-Sitze ohne Türen, kleinere Screens, ältere Innenausstattung.
Das ändert sich jetzt. Die A330-200/300 bekommt erstmals Suiten mit Schiebetür, neuer Sitzsteuerung, Wireless Charging, USB-C und einem neuen Kabinen-Lichtkonzept. Delta rechnet damit, dass bis 2030 rund 90 Prozent aller Delta-One-Plätze Suiten mit Schiebetür sein werden.

Der Sitz in der Business Class der Delta One.I Foto: Delta
Für wen ist das ab Deutschland relevant?
Delta fliegt ab Deutschland drei Flughäfen in den USA direkt an: Von Frankfurt (FRA) nach Atlanta, Detroit und New York-JFK, ab München (MUC) nach Atlanta und Detroit sowie von Berlin (BER) nonstop nach JFK. Auf all diesen Routen kommt heute die aktuelle Delta-One- bzw. Delta-One-Suite-Generation zum Einsatz, meist auf A330-900neo, A350-900 oder 767.
Die ganz neue A350-1000-Suite wird also frühestens 2027 im regulären Einsatz auf Transatlantikrouten auftauchen, und auch dann zunächst auf ausgewählten Strecken. Wer in den kommenden Monaten ab Deutschland fliegt, bekommt das aktuelle Produkt. Zwar solide, aber eben nicht das, was jetzt vorgestellt wurde.
Tipp für Buchende
Wer vor Abflug wissen möchte, was ihn erwartet, wirft einen Blick in den Sitzplan der Delta-Buchungsmaske (Suiten mit Tür sind dort erkennbar) oder gleicht den eingesetzten Flugzeugtyp mit einschlägigen Seatmap-Datenbanken ab. Bei Umsteigeverbindungen über Paris-Charles-de-Gaulle oder Amsterdam-Schiphol – Deltas Joint-Venture-Partner Air France und KLM – lohnt der Vergleich ebenfalls, denn dort sind die Business-Class-Produkte nicht identisch.


