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Delta baut seine Business Class um. Auf dem brandneuen Airbus A350-1000 debütiert Anfang 2027 die nächste Generation der Delta One Suite. Auch die bisher etwas vernachlässigte A330-200/300-Flotte bekommt endlich Türen an den Sitzen. Was das für Reisende ab Frankfurt, München und Berlin bedeutet.

Zehn Jahre Kundenfeedback, zwei Jahre Designarbeit, über eine Milliarde Dollar Investitionsvolumen: Delta inszeniert den Rollout seiner neuen Business Class mit dem ganzen Pathos, den ein US-Carrier aufbringen kann. Am Ende geht es aber um etwas sehr Greifbares: mehr Platz zum Schlafen, größere Bildschirme, ordentliche Kopfhörer-Kopplung per Bluetooth  und, man höre und staune, eine Selbstbedienungs-Snackbar für Business-Gäste.

Was ist neu in der Delta One Business Class?

Das Flaggschiff der neuen Kabine ist die nächste Generation der Delta One Suite, entwickelt mit dem nordirischen Sitzhersteller Thompson Aero. Sie debütiert auf der Airbus A350-1000, Deltas neuem und größtem Langstreckenflugzeug, das Anfang 2027 in Dienst gestellt wird.

Konfiguration der Delta One

Konfiguration der Delta One. I Foto: Delta

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Längere Liegefläche: Das Flachbett hat nun knapp zwei Meter Streckmaß. Endlich auch etwas für 1,90-Meter-Geschäftsreisende mit Schlafbedürfnis.

Pillow-Top-Auflage: Eine zusätzliche weiche Schicht über dem ohnehin schon memory-foam-gepolsterten Sitz. Kombiniert mit der bestehenden Bettwäsche von Missoni (oh la la!) soll das laut Delta »den unvergleichlichen Schlaf in 10.000 Metern Höhe« liefern. Wir schauen uns das gern mal an!

Richtig gemütlich dank Pillow Top Auflage in der Delta Business Class Suite One

Richtig gemütlich dank Pillow Top Auflage in der Delta Business Class Suite One I Foto: Delta

24-Zoll-Bildschirm in 4K-QLED: Deltas bisher größter Screen, Bluetooth-fähig für eigene Kopfhörer – ein Feature, das die Lufthansa auf ihrer Allegris-Kabine ebenfalls bietet, bei vielen Mitbewerbern aber immer noch fehlt.

Kabellose Ladestation: in einer Stein-Einlage auf der Konsole, plus USB-C und internationale Steckdosen.

Knock, knock! Es gibt ein Türchen! Schiebetür an jeder Suite, sowie das beliebte Schiebefenster zwischen den Mittelsitzen. Offen für gemeinsam Reisende, geschlossen für alle anderen Lebenslagen.

Snackbar für Naschkatzen:  Ein dauerhaft geöffneter Selbstbedienungstresen am Eingang der Delta One-Kabine ist ein Highlight. Wer nachts wach ist, während andere schlafen, muss nicht mehr nach dem Kabinenpersonal klingeln, sondern schlurft einfach selbst hin. Eine Idee, die man sich bei der »Q-Suite Pantry« von Qatar Airways oder der »Onboard Lounge« von Emirates abgeschaut haben dürfte.

Die Snackbar in der neuen Business Class von Delta.

Die Snackbar in der neuen Business Class von Delta. I Foto: Delta

Auch der A330 wird aufgehübscht

Parallel zur A350-1000 investiert Delta in ein Nose-to-Tail-Refresh seiner  A330-200/300-Flotte und das ist für Europareisende vermutlich die relevantere Nachricht. Denn diese Flugzeuge fliegen heute schon, und sie waren bisher das schwächste Glied im Delta-One-Portfolio: Business-Class-Sitze ohne Türen, kleinere Screens, ältere Innenausstattung.

Das ändert sich jetzt. Die A330-200/300 bekommt erstmals Suiten mit Schiebetür, neuer Sitzsteuerung, Wireless Charging, USB-C und einem neuen Kabinen-Lichtkonzept. Delta rechnet damit, dass bis 2030 rund 90 Prozent aller Delta-One-Plätze Suiten mit Schiebetür sein werden.

Der Sitz in der Business Class der Delta One.

Der Sitz in der Business Class der Delta One.I Foto: Delta

Für wen ist das ab Deutschland relevant?

Delta fliegt ab Deutschland drei Flughäfen in den USA direkt an: Von Frankfurt (FRA) nach Atlanta, Detroit und New York-JFK, ab München (MUC) nach Atlanta und Detroit sowie von Berlin (BER) nonstop nach JFK. Auf all diesen Routen kommt heute die aktuelle Delta-One- bzw. Delta-One-Suite-Generation zum Einsatz, meist auf A330-900neo, A350-900 oder 767.

Die ganz neue A350-1000-Suite wird also frühestens 2027 im regulären Einsatz auf Transatlantikrouten auftauchen, und auch dann zunächst auf ausgewählten Strecken. Wer in den kommenden Monaten ab Deutschland fliegt, bekommt das aktuelle Produkt. Zwar solide, aber eben nicht das, was jetzt vorgestellt wurde.

Tipp für Buchende

Wer vor Abflug wissen möchte, was ihn erwartet, wirft einen Blick in den Sitzplan der Delta-Buchungsmaske (Suiten mit Tür sind dort erkennbar) oder gleicht den eingesetzten Flugzeugtyp mit einschlägigen Seatmap-Datenbanken ab. Bei Umsteigeverbindungen über Paris-Charles-de-Gaulle oder Amsterdam-Schiphol – Deltas Joint-Venture-Partner Air France und KLM – lohnt der Vergleich ebenfalls, denn dort sind die Business-Class-Produkte nicht identisch.

 

Häufige Fragen

Ab wann fliegt die neue Delta One Suite?

Die nächste Generation der Delta One Suite debütiert Anfang 2027 auf dem neuen Airbus A350-1000. Zunächst wird sie auf ausgewählten Langstrecken zum Einsatz kommen; der vollständige Rollout über die Flotte dauert mehrere Jahre. Parallel dazu modernisiert Delta seine A330-200/300-Flotte und stattet sie erstmals mit Suiten inklusive Schiebetür aus.

Von welchen deutschen Flughäfen fliegt Delta in die USA?

Delta bedient aktuell drei deutsche Flughäfen nonstop: Frankfurt (FRA) nach Atlanta, Detroit und New York-JFK, München (MUC) nach Atlanta und Detroit sowie Berlin (BER) nach New York-JFK. Über das Joint Venture mit Air France und KLM lassen sich zusätzlich bequeme Routings via Paris-Charles-de-Gaulle oder Amsterdam-Schiphol buchen.

Bekomme ich auf meinem Flug ab Deutschland schon die neue Suite?

In den meisten Fällen nein. Ab Frankfurt, München und Berlin fliegt Delta derzeit mit dem Airbus A330-900neo, A350-900 und der Boeing 767 – also mit dem aktuellen Delta One- bzw. Delta One Suite-Produkt. Die ganz neue A350-1000-Suite ist ab 2027 zu erwarten und wird zunächst nicht flächendeckend eingesetzt. Wer wissen möchte, was konkret an Bord ist, wirft einen Blick in den Sitzplan der Delta-Buchungsmaske oder gleicht den Flugzeugtyp mit Seatmap-Datenbanken ab.

Was unterscheidet die neue Suite vom aktuellen Produkt?

Die wichtigsten Neuerungen: ein längeres Flachbett mit knapp zwei Metern Streckmaß, eine Pillow-Top-Auflage über dem Memory-Foam-Sitz, ein 24-Zoll-4K-QLED-Bildschirm mit Bluetooth-Kopplung, kabelloses Laden in einer Stein-Einlage auf der Konsole, eine Schiebetür an jeder Suite sowie ein neu gestaltetes Bedienfeld mit taktilen Elementen.

Was hat es mit der Snackbar auf sich?

Delta richtet in der Delta One-Kabine einen durchgehend geöffneten Selbstbedienungstresen ein – auf dem A350-1000 am Haupteingang, auf dem A330-200/300 im vorderen Kabinenbereich. Wer zwischen den Servicezeiten Hunger hat oder schlicht nachts wach ist, kann sich selbst bedienen, ohne die Crew zu rufen.

Was ändert sich für Reisende in Premium, Comfort und Main?

Auch abseits der Suite investiert Delta: Neu designte Sitze in Delta Comfort und Delta Main bieten einen Zoll mehr Beinfreiheit und eine praktische Ablage an der Rückenlehne. Alle Sitze an Bord – unabhängig von der Klasse – bekommen Memoryschaum-Polster, USB-C und internationale Steckdosen sowie den neuen größeren 4K-QLED-Bildschirm mit Bluetooth.

Gibt es barrierefreie Features?

Ja. In Abstimmung mit dem Advisory Board on Disability & Accessible Travel hat Delta neue Accessibility-Features integriert: eine taktile Sitzsteuerung nach dem Vorbild von Luxusfahrzeugen, ertastbare Elemente in den Lavatories sowie pro Flugzeug eine dedizierte barrierefreie Toilette mit mehr Platz für Reisende mit eingeschränkter Mobilität.

Wie positioniert sich Delta im Wettbewerb?

Delta hat bereits 2017 als erster US-Carrier eine reine Suite-Business-Class eingeführt – die Konkurrenz zog erst vier Jahre später nach. Bis 2030 sollen rund 90 Prozent aller Delta One-Plätze Suiten mit Schiebetür sein. Im Transatlantik-Wettbewerb stehen Produkte wie Lufthansa Allegris, British Airways Club Suite und Air France Business dagegen.