In New York gibt es Bars wie Sand am Meer. Aber einige von ihnen sind gar nicht so leicht zu finden – mit Absicht. Mal benötigt man ein Passwort, mal muss man im Keller oder hinter einer Seitentür suchen. Aber bei diesen modernen Speakeasys lohnt sich das Aufstöbern.

The Back Room

Willkommen im New York der 1920er. Willkommen im letzten echten Speakeasy der Stadt: The Back Room. Eröffnet zu Zeiten der Prohibition, hat die versteckte Bar im Lower East Side von Manhattan nichts ihres Charmes der vergangenen 100 Jahre verloren. Früher trafen sich Ganoven wie Lucky Luciano oder Meyer Lansky hier, beredeten Geschäfte, tranken illegal Alkohol und lauschten fetzigen Jazzklängen. Heute besuchen zwar keine stadtbekannten Verbrecher die Bar, dafür werden die Drinks zur Tarnung nach wie vor in Kaffeetassen serviert und an Montagabenden spielen Live-Bands Musik der Goldenen Zwanziger. Die alte Holzbar und die Kronleuchter sind original erhalten, aber auch die übrige Einrichtung in der schummrig beleuchteten Bar ist so authentisch, dass man sich augenblicklich in die Zeit von Fitzgerald und Co. zurückversetzt fühlt.

Der Eingang zum The Back Room befindet sich auf der Northolk Street 102 hinter einer weißen, unscheinbaren Tür mit einem Schild „Lower East Side Toy Company“. An Montagabenden wird ein Passwort zur geheimen Bar verlangt, das vorher auf der Facebook-Seite bekannt gegeben wird.

The Back Room war früher nicht ohne Grund versteckt: Die Bar war ein echtes Speakeasy!

Foto: Troy Hahn

Informationen zu einer geführten Tour durch die versteckten Bars und ehemalige Speakeasys der Lower East Side finden Sie hier.

Fig. 19

Schon die Adresse dieser Bar macht stutzig: 131 ½ Chrystie Street. Glücklicherweise muss man durch keine Wände rennen, wie wir es von Gleis 9 ¾ kennen, um zu ihr zu gelangen. Eine schlichte Tür im Gebäude der schönen The Lodge Gallery in der Lower East Side (131 Chrystie Street) gewährt Eintritt. Die Bar ist zugleich gemütlich und klassisch eingerichtet: ein alter Dielenboden, Backsteinwände, eine dunkle Theke aus Massivholz und glitzernd-baumelnde Kronleuchter. Serviert werden Cocktails, ein Dutzend Klassiker und Exotisches stehen zur Auswahl. Am Wochenende kann es voll werden, also lieber früh oder besonders spät vorbeischauen.

Versteckt hinter einer Kunstgallerie liegt diese schicke Bar, Figure 19.

Foto: Fig. 19

Employees Only

2004 verwirklichten fünf Cocktail-Liebhaber aus Belgrad, Sarajevo, New Orleans und New York ihren Traum. Mit Employees Only schenkten die Männer dem West Village eine der besten Cocktailbars der Stadt. Die vielfach preisgekrönten Cocktails werden vorne an der Bar serviert, der Raum ist edel-schick im Art-Deco-Stil eingerichtet. Im hinteren Raum befindet sich das Restaurant. Köchin Julia bekocht die Gäste leidenschaftlich mit allerlei Köstlichkeiten, die vielfältige Speisekarte weist südeuropäische Einflüsse aus ihrer Heimat Kroatien auf. Wer nichts von dem schicken Schuppen weiß, läuft schnell mal vorbei – nur ein kleines Logo auf der grünen Markise weist auf den Geheimtipp auf der Hudson Street hin.

Im Employees Only kann man ausgezeichnet essen und auch Cocktails schlürfen.

Foto: Emilie Baltz

Angel’s Share

Eingereiht zwischen einer japanischen Bäckerei und einem japanischen Supermarkt, führt eine Treppe hoch zum ebenso japanischen Restaurant Village Yokocho. Es schmeckt köstlich, ist authentisch und empfehlenswert. Aber kaum ein Besucher weiß, dass sich hinter der unscheinbaren Tür zur Linken in dem wuseligen Restaurants noch ein weiterer Geheimtipp New York Citys befindet: die versteckte Bar Angel’s Share. Sie ist klein, deswegen wird nur Gruppen bis zu vier Personen Eintritt gewährt. Ein riesiges Gemälde ziert den Raum, die Getränkeauswahl ist limitiert, die oft ungewöhnlichen Cocktails schmecken ausgezeichnet.

Der Eingang befindet sich im Restaurant Village Yokocho in der 1. Etage in der 8 Stuyvesant Street im East Village in Manhattan. Wegen des großen Andrangs gibt es noch einen zweiten, noch versteckteren Raum im  Sharaku auf der 14 Stuyvesant Street, gleich die Straße runter.

Das Angel's Share liegt versteckt hinter einer kleinen Tür in einem japanischen Restaurant.

Foto: David Papworth/Flickr.com

La Esquina

Auf einer geschäftigen Straße in SoHo befindet sich an einer Straßenecke das La Esquina. Was von außen lediglich aussieht wie ein mexikanischer Take-Away-Taco-Shop, ist Innen zusätzlich eine Bar mit Live-Musik und ausgezeichnetem Tequila. Und im Keller wird in schicker und doch gemütlicher Atmosphäre diniert, auch zum Mittagessen hat das hippe La Esquina für Tacos & Co geöffnet. Es wird allerdings empfohlen, besonders für abends, zu reservieren.

Draußen werden Tacos-To-Go verkauft, drinnen lädt ein Restaurant und eine Bar zum Bleiben ein.

Foto: La Esquina

Hotel Delmano

Nein, das Hotel Delmano in Williamsburg ist keine Hotelbar. Von außen unscheinbar, fast zu übersehen, reihen sich in der stilvollen kleinen Bar hinter der Theke die Flaschen und abends die Gäste auf den wenigen Sitzplätzen davor. Die zweiseitige Cocktail-Menükarte bietet Klassiker und Kreationen des Hauses, dazu werden nach Belieben Austern und andere kleine Happen serviert. Außerdem gibt es eine lange Weinkarte. Die 2007 eröffnete Bar ist sehr entspannt, Brooklyn-Style eben.

Vorne ist die Bar großräumig und hell, hinten schließen einige verwinkelte Räume an.

Foto: Hotel Delmano

The Campbell Bar

Okay, geheim ist The Campbell Bar schon lange nicht mehr. Aber die Location ist nach wie vor beeindruckend. Dieses Frühjahr hat die Cocktail-Lounge nach Renovierung wieder eröffnet. In der Grand Central Station gelegen – ja ein wenig muss man suchen, bis man den Eingang findet. Die Räumlichkeiten dienten früher als Büro von John Campbell, einem Millionär des Jazz Age. Eine hohe Decke, handbemalte Wände und eine in Szene gesetzte Theke: Die dunkel beleuchtete Lounge versprüht Atmosphäre. Eine kleine Terrasse lädt an warmen Tagen nach draußen ein, The Campell Bar hat auch schon zum Mittagessen geöffnet. Abends kann man nicht nur Cocktails schlürfen, es gibt auch eine Weinauswahl und verschiedene kleinere und größere Snacks werden serviert.

In der Grand Central Station versteckt liegt die The Campbell Bar.

Foto: The Campbell Bar

Lantern’s Keep

Wer am Iroquois Hotel zwischen der 5th und der 6th Avenue vorbeischlendert und die Lampe an der Fassade leuchten sieht, der sollte innehalten. Und sich fragen: Vielleicht noch einen Drink? Denn das Licht zeigt an, die Lantern’s Keep – welch passender Name – hat geöffnet. Die kleine Bar befindet sich hinter der Hotellobby in einem schicken Salon im Belle-Époque-Stil. Die Cocktails sind nicht ganz so günstig, aber lohnenswert. Da nur wenige Sitzplätze an den runden Tischen vorhanden sind, sollte man früh oder sehr spät kommen. Auch kleine Snacks können bestellt werden.

Auf einen Drink in eine der geheimen Bars in New York?

Foto: Fig.19

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