In Lissabon lässt sich ein herbstlicher Städtetrip mit landestypischer Literatur verbinden, denn die portugiesische Hauptstadt bietet viele literarische Sehenswürdigkeiten. Besucher können auf den Spuren von Fernando Pessoa und José Saramago in Lissabon wandeln. Und dabei wunderbar andere Aspekte der Stadt entdecken.

Fernando Pessoa gilt nicht nur als einer der wichtigsten Lyriker Portugals, sondern zählt auch weltweit zu den bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. 1888 in Lissabon geboren, war Pessoa zu Lebzeiten noch wenig bekannt – erst über 40 Jahre nach seinem Tod im Jahre 1935 wurde seine wichtigste Prosa-Arbeit, das Buch der Unruhe (Livro Do Desassossego), veröffentlicht. Heute ist Fernando Pessoa nicht mehr aus der portugiesischen Hauptstadt wegzudenken. Im Viertel Chiado haben Besucher die Gelegenheit, sowohl sein Geburtshaus am Lago de São Carlos zu besichtigen, als auch verschiedenen Stationen in Pessoas Leben nachzugehen. Gegenüber des Geburtshauses liegt das Opernhaus, das gelegentlich von Pessoas Vater besucht wurde, der als Musikkritiker tätig war.

Wo Pessoa am liebsten einen Kaffee trank

Das Lieblingscafé des Schriftstellers, das A Brasileira, ist ebenfalls nicht weit entfernt. Vor dem traditionellen Caféhaus erinnert heute eine lebensgroße Bronzestatue an den berühmten Stammgast. Sie lädt dazu ein, an einem bronzenen Cafétisch sitzend, für ein Foto neben ihm Platz zu nehmen. Stammgast war Pessoa auch im traditionellen Café Martinho da Arcada am Praça do Comércio. Hier soll der Lyriker nach Feierabend regelmäßig an seinem Werk geschrieben haben. Noch heute steht im Innern des noblen Restaurants ein kleiner Tisch, der dem berühmten Sohn Lissabons gewidmet ist.

Pessoas letztes Wohnhaus (1920-1935) liegt im Stadtteil Campo de Ourique und ist als kleines Kulturmuseum für Besucher geöffnet. Das Casa Fernando Pessoa zeigt Stücke aus dem Privatbesitz des Lyrikers, wie seine Schreibmaschine, Brille und Notizbücher, sowie die persönliche Bibliothek des Autors in digitalisierter Form. Eine Besichtigung ist selbstständig oder auch mit einer geführten Tour möglich. Der Eintritt kostet drei Euro pro Erwachsenem. Das ehemalige Wohnhaus Pessoas ist heute zudem ein Ort der Begegnung, an dem Seminare, Ausstellungen und Workshops stattfinden.

Auf den Spuren von José Saramago im Kloster

Auch José Saramago, portugiesischer Romancier, Lyriker und Essayist, hat in Lissabon seine Spuren hinterlassen. Dem Nobelpreisträger für Literatur, Autor von Romanen wie „Das Evangelium nach Jesus Christus” (1991) oder „Die Stadt der Blinden” (1995), ist eine eigene Foundation gewidmet. Die privat gegründete Fundação José Saramago im Stadtteil Alfama zeigt auf mehreren Etagen die Werke des Autors in verschiedenen Sprachen. Außerdem erzählt sie Besuchern sein Leben, auch anhand privater Schriften. Angeschlossen an die Foundation ist zudem ein kleiner Museumsshop. Der Eintritt beträgt pro Person drei Euro, Kinder bis zwölf Jahre und Senioren ab 65 Jahre haben kostenfreien Eintritt. Die Foundation ist Montag bis Samstag von zehn Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Ebenfalls auf Saramagos Spuren wandeln Literaturfans im Kloster Palácio Nacional de Mafra, das, in der Gemeinde Mafra gelegen, zu einem Ausflug in Lissabons Region einlädt. Das Franziskanerkloster ist Gegenstand des wohl bekanntesten Romans des Portugiesen »Das Memorial« (1982) und die größte Schloss- und Klosteranlage Portugals. Der barocke Bau wurde in einer Bauzeit von 13 Jahren zwischen 1717 und 1730 errichtet und bietet Platz für über 300 Mönche. Heute können Besucher hier unter anderem die Basilika, Bibliothek, Apotheke, den Krankensaal für Mönche sowie die königlichen Gemächer besichtigen und ein Museum zeigt sakrale Kunst. Tickets gibt es für sechs Euro.

Weitere Informationen über Fernando Pessoa und José Saramago in Lissabon unter: www.visitlisboa.com

 

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