Serbiens Hauptstadt, gelegen am Zusammenfluss der Save und der Donau, ist die größte City Südosteuropas – rund 1,7 Millionen Menschen leben in der Metropolregion. Neben der sehenswerten Altstadt lockt vor allem das Nachtleben. Text: Frank Störbrauck

Einreise. Wer als Deutscher in die Republik Serbien (Republika Srbija) einreisen möchte, benötigt lediglich einen Personalausweis. Ein Reisepass tut es natürlich auch. Am Flughafen Belgrad werden bei der Einreise die Dokumente geprüft. Wichtig ist, dass alle Reisedokumente gültig sein müssen. Abgelaufene Ausweise werden nicht anerkannt.

Mit Lufthansa, Air Serbia oder Austrian Airlines nach Belgrad

Anreise. Lufthansa fliegt von Frankfurt und München nonstop nach Belgrad, zum Teil bis zu zweimal täglich zum dortigen Nikola-Tesla-Airport. Die Flugzeit beträgt offiziell eine Stunde und 50 Minuten – oft dauert es aber nur 90 Minuten.

Ebenfalls am Start ist Air Serbia. Sie bedient den Flughafen in Belgrad von Frankfurt, Berlin-Tegel, Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg. Ryanair bietet zweimal wöchentlich Verbindungen von Düsseldorf-Weeze und Berlin-Schönefeld nach Nis in Südserbien an.

Wem diese Verbindungen nicht passen, sollte einen Blick auf Austrian Airlines werfen. Österreichs größte Fluglinie fliegt bis zu 18-mal pro Woche von Wien-Schwechat nach Belgrad. Von folgenden deutschen Flughäfen gibt es Umsteigeverbindungen: Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart, München und Leipzig-Halle.

Nikola-Tesla-Flughafen in Belgrad

saiko3p/Shutterstock.com

Natürlich kann man auch mit dem Zug nach Belgrad reisen. Von München geht’s via Wien und Budapest in rund 15 Stunden nach Belgrad.

Dinar am Geldautomat, W-Lan im Hotel und Restaurant

Sprache. Landessprache ist Serbisch. Wer des Kyrillischen nicht mächtig ist, sollte nicht verzagen: Viele Hinweise sind auch mit lateinischen Buchstaben beschildert. Junge Serben, vor allem in Belgrad, sprechen gut Englisch. Überraschend häufig kommt man aber auch mit Deutsch zurecht – den serbischen Gastarbeitern in Deutschland sei Dank. Wer Russisch spricht, könnte damit auch gut zurechtkommen.

Geld. In Serbien wird in Dinar bezahlt. 1 Euro sind derzeit 118 Serbische Dinar. Am besten besorgt man sich das Geld an einem der zahlreichen Geldautomaten in der Stadt. Um gleich eine der wichtigsten Fragen zu beantworten: Ist Belgrad billig? Für Westeuropäer schon. Egal ob Hotel, Restaurant oder Nachtclub: Fast alles ist um die Hälfte günstiger als bei uns.

WLAN. Leider ist das EU-Roaming in Serbien derzeit nicht möglich. Wer keinen Extra-Tarif für das Land buchen möchte, sollte Ausschau nach WLAN-Netzen halten. In vielen Hotels, Restaurants und Einkaufszentren geht das ziemlich unproblematisch. Oft sogar ohne Passwort.

Good night: Square Nine, Metropol und Radisson Blu Old Mill

Übernachtung. Platzhirsch in der Belgrader Hotellerie ist das Square Nine Hotel Belgrade (Studentski trg 9, 11000 Belgrad) in der Innenstadt. Das Fünf-Sterne-Hotel  bietet Parkettböden und Holzvertäfelungen, Betten der Marke Treca de Paris und Bettwäsche von Pratesi. Das WLAN ist selbstredend gratis, ebenso die Nutzung des Luxus-Spas.  Für alle, die Sightseeing-Touren unternehmen wollen, ist das Hotel ideal; es ist gleich an der populären Fußgängerzone und Einkaufsstraße Kneza Mihailova beheimatet und nur wenige Meter von der Festung Kalemegdan entfernt.  Mitglied bei Leading Hotels of the World. Preis pro Nacht fürs Zimmer ab rund 170 Euro.

Günstiger, dafür aber wohl das bekannteste Hotel der Stadt, ist gleich um die Ecke am Tašmajdan Park zu finden: das Metropol Palace (69 Bulevar Kralja Aleksandra). Das der Luxury Collection zugehörige Fünf-Sterne-Haus kann vor allem mit den Prominenten auftrumpfen, die hier schon einmal genächtigt haben. So zum Beispiel Alfred Hitchcock, Brigitte Bardot, Neil Armstrong, Jack Nicholson und Kirk Douglas. Aufgrund seiner Größe ist das Hotel allerdings recht wuselig und zuweilen voller Touristen und Geschäftsleute. Plus: sehr großes Indoor-Schwimmbad und ziemlich opulentes Frühstücksbüfett. Preis pro Nacht fürs Zimmer ab rund 100 Euro.

Wer nicht unbedingt in der Innenstadt übernachten muss, für den sollte das Radisson Blu Old Mill (Bulevar vojvode Mišića, Beograd 11000) erste Wahl sein. Das in einer ehemaligen Dampfmühle untergebrachte Vier-Sterne-Haus ist nur zweieinhalb Kilometer von der Innenstadt entfernt – was aber schon das einzige Manko des Hauses ist. Stilvolle Innenarchitektur und exzellenter Service machen das Haus zur ersten Wahl für alle, die auf ein top Preis-Leistungsverhältnis setzen. Einen ausführlichen Artikel über das Hotel gibt es hier. Preis pro Nacht fürs Zimmer ab rund 70 Euro.

Executive Suite im Radisson Blu Old Mill Hotel

Radisson BLU Hotel Belgrade

Lecker speisen

Restaurants. Supermarket Talas (Kej Oslobodenja 37, Belgrad). Auch wenn der Name der Lokalität irritiert: Hier handelt es sich um ein Restaurant. Das Essen ist recht ordentlich, neben Salaten kann man hier die eine oder andere serbische Spezialität ordern. Lecker: der Käsekuchen mit Blaubeeren. Ideal auch, um nur einen Kaffee zu trinken und dabei das Treiben auf der Promenade im Stadtteil Zermun zu beobachten.

Iris New Balkan Cuisine (Sarajevska 54, Belgrad). Wer den versteckten Eingang des Restaurants und den Weg in den ersten Stock gefunden hat, wird überrascht sein: Hier ist eines der besten Restaurants der Stadt zu Hause. Serviert wird eine Haute-Cuisine-Küche auf hohem Niveau mit Zutaten aus der Region. Ziemlich junges Team.

Iris New Balkan Cuisine Restaurant in Belgrad

Frank Störbrauck

Endorfin (Braće Jugovića 3, Belgrad). Restaurant mit leckeren Gerichten, recht lauter Musik und ziemlich jungen und junggebliebenen Gästen im Zentrum der Stadt.

Must see: Kalemegdan und die ulica Knez Mihailova

Sehenswürdigkeiten. Auf zur Belgrader Festung! Gemeinsam mit dem Park Kalemegdan bildet sie ein Open-Air-Museum sondergleichen. Und das auf einer Fläche von rund 60 Hektar. Hier kann man einige Sehenswürdigkeiten bestaunen, die Zeugnis von der Antike bis zur Gegenwart ablegen – so zum Beispiel die Statue der Sieger, das Militärmuseum inklusive Panzern, der Uhrturm und die Rosenkirche. Vom Kalemegdan aus hat man einen sensationellen Blick auf die Mündung von Save und Donau, Zemun und Neu-Belgrad.

Ausblick vom Kalemegdan in Belgrad

Frank Störbrauck

Vom Kalemegdan aus geht es weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit: der ulica Knez Mihailova, Belgrads ein Kilometer langer Fußgängerzone. Hier kann man stundenlang shoppen gehen oder sich einfach nur einen Kaffee gönnen und das Treiben auf der Straße beobachten. Architekturfans konzentrieren sich auf die vielen Gebäude aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Besonders hübsch anzusehen sind die städtische Bibliothek (Nr. 56), einige Bürgerhäuser (Nr. 46, 48, 50) und die Akademie der Wissenschaften und Künste (Nr. 35).

Die Kirche des heiligen Sava

Die schönste Kirche der Stadt befindet sich auf dem Vračar-Hügel im gleichnamigen Stadtteil: die Kirche des heiligen Sava. Die imposante Kathedrale im neobyzantinischen Stil ist die größte orthodoxe Kirche auf dem Balkan. Ein paar Zahlen gefällig? 68 Meter Höhe, 91 Meter Länge und 81 Meter Breite. Mehr als 10.000 Menschen finden in ihr Platz. Für Serben ist die Kathedrale ein besonders geschichtsträchtiger Ort, da hier die Türken Ende des 16. Jahrhunderts die sterblichen Überreste des heiligen Sava – er war der erste serbische Erzbischof – verbrannt hatten.

Kirche des heiligen Sava in Belgrad

Frank Störbrauck

Auf den Spuren des serbischen Königshauses kann man im Dedinje-Palast und im Weißen Palast (Beli Dvor) wandeln. Auch Tito nutzte ab 1944 das Gelände als Residenz. Auf das rund 135 Hektar große Gelände gelangt man allerdings nur, wenn man sich angemeldet hat. Thronfolger Alexander II lebt heute mit seiner Familie im Königlichen Hof, einer faszinierenden Villa im serbisch-byzantinischen Stil. Mit etwas Glück schaut er vorbei!

Ebenfalls eine Reise in die Verganenheit ist es, den Stadtteil Zermun zu besuchen. Was wird geboten? Einladende Fischrestaurants an der Donau-Promenade und pittoreske Gassen. Wer noch Kraft hat, klettert hinauf auf den Janos-Hunyadis-Turm und genießt anschließend einen Blick auf die Donau – und Belgrad natürlich. Auch schön hier: der Sandstrand Lido auf der Großen Kriegsinsel, ein Naturschutzgebiet.

Rakija für die Daheimgebliebenen

Souvenirs. Wer typische Kulinarik aus Serbien mit nach Hause bringen möchte, sollte einen Rakija ins Gepäck legen. Der Obstbrand wird im ganzen Land gern getrunken, besonders beim geselligen Zusammensein. Am populärsten ist der Zwetschgen-Rakija, der sogenannte Sliwowitz. Kunstfreunde sollte einen Tagestrip nach Kovačica erwägen. Das Dorf in der Vojvodina ist die Heimat der naiven Malerei. Zahlreiche Künstler laden nach Hause ein. Dort kann man sich von den Kunstwerken überzeugen – und eins kaufen.

Naive Malerei in Kovačica in Serbien

Frank Störbrauck

Persönlicher Tipp. Am Nachmittag zum Hotel Moskau (Тerazije 20, Belgrad) gehen, sich in den Salon setzen, ein Stück Kuchen und einen Kaffee bestellen und den Duft der Jugendstil-Vergangenheit atmen.

Wer keine Lust hat, die Stadt allein zu erkunden und/oder kein Geld für eine Führung hat, kann an der City Center Free Walking Tour teilnehmen. Wie der Name schon andeutet, ist die Tour kostenlos.  Treffpunkt ist täglich um 10:30 und 14:00 Uhr (im Sommer auch um 18 Uhr) am Platz der Republik. Die Führung dauert rund zweieinhalb Stunden.

Beste Reisezeit: Spätsommer oder Herbst

Bloß nicht …

… die gleichen Nichtraucherschutzgesetze wie bei uns erwarten. In Serbien wird gequalmt, was das Zeug hält. Und zwar auch in Cafés, Bars – und sogar Restaurants.

… die Stadt im tiefen Winter oder Sommer besuchen. Die Winter können verdammt kalt, die Sommer unerträglich heiß werden. Besser: im Frühling oder Herbst vorbeischauen. Tagelanger Sonnenschein bei Temperaturen um die 20 Grad ist beispielsweise im Oktober keine Seltenheit.

… glauben, die Strahinjica-Bana-Straße im Zentrum der Stadt sei repräsentativ für Belgrad. Sie ist Hotspot der Schickeria, die (Neu-)Reichen und Schönen kommen her, um sich die Klinke in die Hand zu geben. Viele Belgrader spotten über die Frauen, die angeblich in viel zu engen Kleidern und viel zu hohen Pumps über die Straße flanieren. Vom Silicon Valley spricht man gar – eine Anspielung auf die große Oberweite und die doch sehr auffälligen Lippen der Damen hier.

Bar in der Strahinjica-Bana-Straße in Belgrad

Frank Störbrauck

… astronomische Preise für die Taxifahrt bezahlen. Klar, wer kein Serbisch spricht, hat schlechte Karten und fällt sofort als Ausländer auf. Daher am besten vor Beginn der Fahrt klären, wie viel die Tour kosten wird.

… in einer Kneipe mit Fußballfans eine Diskussion darüber beginnen, ob Roter Stern oder FK Partizan der bessere Belgrader Fußballclub sei. Es sei denn, man steht auf stundenlange Monologe …

… als Vegetarier ein Restaurant-Paradies erwarten. Die serbische Küche ist ziemlich Fleischberg-lastig.

In guten Händen mit dem Serbien-Reiseführer von Trescher

Infos. Reiseführer über Serbien sind rar gesät – wer in den Buchhandel geht, geht vermutlich leer aus. Aber keine Sorge: Es gibt welche. Einen guten Reiseführer hat der Trescher Verlag herausgegeben: Serbien – von Brigitta Gabriela Hannover Moser. Auf sage und schreibe 540 Seiten präsentiert die Autorin sachkundig alle Sehenswürdigkeiten des Landes.

Hinzu kommen wertvolle Informationen über Land und Leute, Persönlichkeiten der Vergangenheit und der Gegenwart sowie über die Geschichte Serbiens. Jedes der Kapitel beleuchtet zu Beginn das Zentrum der Region und arbeitet sich von dort zu den interessanten Orten durch – inklusive eines Infoteils mit Angaben zu Übernachtung, Restaurants, Museen und Shoppinggelegenheiten. Einen breiten Raum nimmt die Vorstellung der vielen prähistorischen Stätten und Klöster des Landes ein – wer daran nicht interessiert ist, dürfte vielleicht ob der vielen Informationen darüber erschlagen sein.

Aber auch wer in die Hauptstadt Belgrad reist und mit wichtigen Infos versorgt sein möchte, sei der Reiseführer ans Herz gelegt – auf mehr als 60 Seiten wird die Hauptstadt beleuchtet.

Serbien – Natur und Kultur zwischen Vojvodina und Balkangebirge 4., vollkommen überarbeitete und erweiterte Auflage 2017, 540 Seiten, komplett in Farbe, 250 Fotos, 46 Stadtpläne und Übersichtskarten, farbige Klappkarten, ISBN 978-3-89794-351-3, 19,95 Euro.

Informationen über Serbien erteilt die Nationale Tourismus-Organisation Serbiens.

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