Wahrscheinlich liegt es an der Größe, dass man das Haschemitische Königreich Jordanien nicht immer ganz genau verorten kann. Zu Unrecht. Denn der kleine Landstrich, eingerahmt von Israel und Palästina im Westen, Syrien im Norden, dem Irak und Saudi-Arabien im Osten, hat so viel mehr zu bieten. Neben dem Höhepunkt der Ruinenstadt Petra sind es vor allem die verschiedenen Wadis, die Touristen in das überaus gastfreundliche Land locken. Aber auch, wer einmal im Toten Meer schwimmen oder im Roten Meer schnorcheln möchte, kann das in Jordanien tun. Text: Andreas Dauerer

Visum. Für die Einreise benötigt man einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Sie erhalten es direkt bei der Einreise am Flughafen. Ab Ausstellung ist das Visum zwei Monate lang gültig und erlaubt die einmalige Einreise. Kostenpunkt ca. € 17. Für eine mehrmalige Einreise muss das Visum bei der Jordanischen Botschaft in Berlin beantragt werden. Es kostet derzeit ca. € 41.

Jordanien-Flagge

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Anreise. Die Royal Jordanian fliegt täglich außer Dienstag von Frankfurt nach Amman, dreimal wöchentlich von Berlin und zweimal von München in die jordanische Hauptstadt. Täglich bedient auch die Lufthansa diese Strecke von Frankfurt aus.

Übernachtungstipps für Jordanien

Unterkunft. In Amman gibt es eine Handvoll Luxushotels. Eine Übersicht gibt es hier. In Feynan im Dana-Biosphärenreservat ist es die wunderbare Feynan Wilderness Ecolodge. Nicht nur, dass man hier wegen dem geringen CO2-Ausstoß und der cleveren Einbindung der lokalen Bevölkerung gut schlafen kann, auch der beeindruckende Sternenhimmel und das gute Essen tun ein Übriges, um sich hier rundum wohlzufühlen. Wer sich die bedeutendsten Ruinen in Petra ansehen und später seinen Urlaub am Strand in Aqaba ausklingen lassen möchte, der kann beides in den Mövenpick-Häusern tun. In Petra liegt das Hotel besonders günstig quasi am Eingang der Ruinen ‒ DZ in der Junior Suite ab € 230. Das Aqaba Tala Bay Resort liegt direkt am Strand ca. 15 Minuten Taxifahrt von Aqaba Stadt entfernt – DZ ab € 160 im Standardzimmer.

Sprache. In Jordanien wird Arabisch gesprochen. Dennoch kommt man mit Englisch im ganzen Land relativ gut durch.

Klima. Im Nordwesten herrscht weitgehend mediterranes Klima mit warmen, trockenen Sommern und feuchten, milden Wintern, wo es in den Bergen sogar zu Frost und Schneefall kommen kann. In Akaba am Roten Meer liegen die Temperaturen dagegen zwischen 15 und 33 Grad, sodass man hier quasi das ganze Jahr über baden kann. Im Osten und Süden herrscht dagegen kontinentales Wüstenklima. Tagsüber kann es sehr heiß, nachts aber auch kalt werden. So kommen ganzjährige Temperaturschwankungen von 13 bis über 40 Grad zustande.

Am besten zwischen April und Mai oder Oktober und November

Reisezeit. Bei weitgehend warmen Temperaturen wird der Regen zum zentralen Klimafaktor. Die Regenzeit liegt im Winter zwischen November und März. Es bieten sich also April bis Mai sowie Oktober und November am besten für Reisen nach Jordanien an. Ab November jedoch muss man auf eine üppige Vegetation verzichten. Wer nur im Roten Meer baden möchte, der findet von Mai bis September ideale Bedingungen.

Fortbewegung. Jordanien lässt sich ganz einfach mit dem Mietwagen bereisen. Die Straßen sind in gutem Zustand und die Beschilderung zumeist auch in Englisch vorhanden. Eine ordentliche Straßenkarte erhalten Sie in der Regel auch vom Verleiher.

Geld. Der Jordanische Dinar liegt derzeit bei 0,97 zum Euro. Am einfachsten ist die Bargeldabhebung am Automaten mit Kredit- oder EC-Karte. Dollar oder Euro tauscht man besten direkt bei der Einreise an den Wechselstuben am Flughafen.

Sehenswürdigkeiten. Jordanien ist reich an Sehenswürdigkeiten, wobei die Felsenstadt Petra alles andere überragt.

Joranien: Petra

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In der Hauptstadt Amman sollte man die Al-Hussein- und Abdallah-Moschee gesehen haben. Wer sich dem orientalischen Alltag behutsamer nähern möchte, tut dies am besten bei einem Besuch der Zitadelle, in deren Geschichte sich Römer, Byzantiner und der arabische Klan der Umayyaden eingetragen haben. Von dort oben aus hat man den schönsten Blick auf das über sieben Hügel brandende Häusermeer und das riesige Halbrund des Theaters. Auch die moderne Malik-Abdullah-Moschee oder das Archäologische Museum lohnen einen Besuch.

Wandern in den Wadis

Wanderwillige sollten sich in die zahlreichen Wadis aufmachen. Das bekannteste ist wohl das Wadi Rum östlich von Aqaba, das man jedoch nicht nur per pedes, sondern auch gut mit dem Jeep oder auf dem Rücken von Kamelen erkunden kann. Durch den Zugang zum Toten Meer im Norden und dem Roten Meer im Süden bietet das Land allerdings auch jede Menge für jene Urlauber, die ein wenig die Seele am Wasser baumeln lassen wollen.

Persönlicher Tipp. Im Wadi Mujib wandert man entlang eines Flusslaufes vorbei an steil aufstrebenden Felswänden und bizarren, ausgewaschenen Formationen. Ein wenig Kondition und Geschick werden vorausgesetzt, um den Weg zu meistern, da man einige Stellen nur mithilfe von Seilen bewerkstelligen kann. Belohnt wird man dann mit einer Erfrischung am Wasserfall samt Naturpool.

Trinkgeld. Jordanien ist ein Bakschisch-Land ‒ wenn Sie also mit einer Dienstleistung zufrieden sind, dann zeigen Sie das dann auch durch ein großzügigeres Trinkgeld. Zehn Prozent sind, ähnlich wie in Deutschland, in der Regel angemessen. Bei Guides und Fahrer sollten Sie mit € 2 bis 3 pro Tag und Person rechnen, im Taxi wird der Fahrpreis hingegen nur aufgerundet.

Gewürze und Kräuter für daheim

Souvenirs. Beliebte Mitbringsel sind Beauty-Produkte mit dem Salz aus dem Toten Meer. Die gibt es überall zu kaufen, für ganz Spätentschlossene dann auch noch am Flughafen bei der Abreise. Wer Gewürze und Kräuter zum Kochen benötigt, der wird auf jedem Markt fündig werden.

Jordanien: Gewürz-Basar

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Datteln, frische Minze, Nüsse in allen Variationen oder auch Kräutermischungen mit Thymian und Sesam passen wunderbar auf die heimische Pizzakreation. Ansonsten kann auch ein handgeknüpfter Teppich aus der Region von Madaba oder ein kunstvoll gestickter Kissenbezug ein nettes Andenken aus dem Urlaub sein.

Besser nicht. Nachts Auto zu fahren, kann gefährlich werden. Gerade außerhalb der Städte können unbeleuchtete Fahrzeuge, Tiere oder Menschen auf der Fahrbahn zu einem großen Ärgernis werden.
Homosexualität ist illegal, öffentliche Zuneigungsbekundungen sollte man tunlichst unterlassen. Generell sollte man seine Kleidung und sein Verhalten in der Öffentlichkeit den Gepflogenheiten und religiösen Gegebenheiten anpassen.

Tipps: Reiseführer und Veranstalter

Reiseführer. Individualisten sei der Reise-Know-how „Jordanien” ans Herz gelegt. Er erschien Ende 2013 in der 6. aktualisierten Auflage. Mit seinen 384 Seiten ist er ein unverzichtbarer Begleiter vor und während der Reise. Reise-Know-How Verlag, € 21,90.

Veranstalter. Der Veranstalter Djoser Reisen bietet eine zehntägige Reise an, die zu den beeindruckendsten Orten des Königreichs führt. Die Rundreise wird ab rund 1400 Euro angeboten. Inbegriffen sind alle Flüge, Transfers und Übernachtungen inklusive Frühstück.

Infos. Allgemeine Infos zu Jordanien und den vielfältigen Möglichkeiten im Land erhält man beim Fremdenverkehrsamt.

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