Die Provinz New South Wales nimmt weite Teile des Südostens von Australien ein. Der Bundesstaat ist mit einer Fläche von knapp über 800.000 Quadratkilometern mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Allein die Küstenlinie misst 2.137 Kilometer. Über weite Strecken ist sie mit Sandstränden gesegnet. Text: Ralf Johnen

New South Wales ist vor allem bekannt für Sydney, wo mehr als die Hälfte der knapp acht Millionen Einwohner leben. Während die Metropole bei Besuchern aus Europa hoch im Kurs steht, sind weite Teile des Staates nahezu unbekannt. Vor allem der Süden des Bundessstaats eignet sich perfekt für einen Road Trip, der zu unbekannten Seitens Australiens führt.

Unbekannte Schönheit New South Wales

Ralf Johnen

Reisezeit und Klima. Die Küste von New South Wales dehnt sich über mehrere Klimazonen aus. Der Norden ist subtropisch geprägt, im Süden herrscht ein gemäßigt maritimes Klima. Die Sommer in Sydney sind mit Durchschnittswerten um die 27 Grad warm bis sehr warm, wobei bei Hitzewellen auch Spitzenwerte von 40 Grad erreicht werden. Auch in den kältesten Monaten (Juni, Juli) kühlt es nachts nur selten auf weniger als 10 Grad ab. Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt 19,8 Grad. Doch Vorsicht: im Meer leben Haie.

Psst! Australien anders erleben

New South Wales ist im Prinzip ein Ganzjahresreiseziel, im australischen Winter allerdings haben einige Restaurants und Hotels geschlossen. Viele Besucher kommen während der Wal-Saison, die sich von September bis November erstreckt, wenn Tausende Buckelwale von den australischen Gewässern in die kühle Arktis migrieren.

Anreise. Die Anreise nach Sydney dauert um die 24 Stunden, Tickets kosten je nach Saison und Vorausbuchungszeitraum ab 1.000 Euro aufwärts. Die Strecke wird unter anderem von Qantas (mit Umsteigen in Dubai), Etihad (mit Umsteigen in Abu Dhabi) und Emirates (Umsteigen in Dubai) bedient. Weiter in Richtung Süden geht es mit Regional Express nach Merimbula, One-Way-Tickets kosten ab 120 Euro. Mit dem Auto beträgt die Distanz zur Grenze mit Victoria etwas mehr als 500 Kilometer. Aus diesem Grunde (und um Überführungsgebühren zu vermeiden) kann es bei einem Road Trip günstiger sein, auch den Hinweg mit dem Mietwagen zurückzulegen.

Mietwagen. Mittelklassewagen kosten über Auto Europe (www.autoeurope.com) inklusive aller Nebenkosten und Versicherungen um die 200 Euro pro Woche. Achtung: In Australien herrscht Linksverkehr. Wer die Küste in Richtung Berge verlässt, sollte sich vorab gut informieren. Im Outback von New South Wales wird es sehr einsam. Die Distanzen sind groß und die touristische Infrastruktur ist deutlich weniger ausgeprägt.

Urlauben in New South Wales

Sydney. Wer nach New South Wales reist, landet mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlich in Sydney. Die Metropole darf man sich natürlich nicht entgehen lassen. Drei bis vier Tage sind Pflicht – am besten direkt nach der Ankunft, um die Reisestrapazen und die Zeitumstellung nicht mit auf den Road Trip zu nehmen.

Sydney

Dan Freeman

Das ikonische Opernhaus, die atemberaubende Harbour Bridge (die man auch besteigen kann), die Royal Botanical Gardens und nicht zuletzt die unzähligen Geschäfte, bieten allein im Central Business District ausreichend Unterhaltung. Ein herrliches Hotel für diese Zwecke ist das QT Sydney , wo jedes noch so kleine Detail neu interpretiert wird. Highlight ist der interaktive Aufzug, der Musik je nach aktueller Flirtlage spielt. Wer eine Kostprobe von den Qualitäten australischen Seafoods haben möchte, kann die Opera Bar (operabar.com.au) an der Außenseite des Sydney Opera House and Opera Bar besuchen, wo eine fulminante Platte mit fangfrischen Meerestieren aufgefahren wird.

Die Südostküste. Mehr als 500 Kilometer trennen Sydney von der Grenze zum Bundesstaat Victoria. Dabei handelt es sich überwiegend um dünn besiedeltes Gebiet mit kleinen Hafenstädtchen. Während eines Trips von Eden über Merimbula und Bermagui bis hoch nach Sydney zeigt Australien ein ganz anderes Gesicht, als in den üblichen Katalogen.

Auf dem Princess Highway durch New South Wales

Ralf Johnen

Dabei folgt die Route dem Princes Highway, der auf einer Strecke von mehr als 2.200 Kilometern Port Augusta, Adelaide, Melbourne und Sydney miteinander verbindet. Was die Region eint, ist eine überraschend gute Küche.

Diese Stationen lohnen

Eden. Das Dorf hat rund 3.000 Einwohner und wird von einer Halbinsel begrenzt. Hier befinden sich der Killer Whale Trail und das Killer Whale Museum. Von der Aussichtsplattform des örtlichen Leuchtturms sind die Meeressäuger manchmal zu sehen.

Merimbula. Der beschauliche Ort mit seinen 3.500 Einwohnern liegt an einem gleichnamigen See, der sowohl von einem Fluss wie auch vom Meer gespeist wird. An der Südseite breitet sich ein makelloser Sandstrand mit einer Länge von rund acht Kilometern aus. Auf dem See werden Austern gezüchtet. Einer der Züchter ist Brett Weingarth, der während einer Bootstour als Captain Sponge in die Geheimnisse seines Geschäfts einweiht.

aptain Sponge und die Sydney Rock Oyster

Ralf Johnen

Besondere Aufmerksamkeit genießt die köstliche Sydney Rock Oyster, die nur in New South Wales gedeiht. Ein hübsches Domizil ist das Coast Resort Merimbula mit schicken Appartements in Strandnähe. Ein gediegenes Frühstück mit Blick auf den Hafen gibt es im Waterfront Café.

Landschaften wie wachgeküsst

Bermagui. Es lohnt ein Stopp an der Horseshoe Bay in Bermagui. An dem neun Kilometer langen Strand trifft man kaum einen Menschen, die tosende Brandung zieht höchstens ein paar Surfer an. In den Hügeln oberhalb der Strandes lockt das Restaurant Long Time No Sea mit tollen Gerichten und hervorragender Aussicht. Zuweilen hoppelt eine Kolonie Kängurus vorbei. Im Ort selbst buhlt der Blue Pool um Aufmerksamkeit, ein Naturpool, den das temperamentvolle Meer ohne menschliches Zutun mit Wasser füllt. Am idyllischen Hafen gibt es herrliches selbstgemachtes Eis in der Bermagui Gelati Clinic. Schroffe Felsen und dichter Wald schließlich sind die Hauptmerkmale von Murunna, einem spektakulären Küstenwanderweg.

Narooma. Ein wunderbar verschlafener Hafenort, der wie aus der Zeit gefallen scheint.

Ort Narooma in New South Wales

Ralf Johnen

Eine stilechte Übernachtungsmöglichkeit ist das Whale Motor Inn, ein cooles Retro-Motel, das einem ehemaligen Surfweltmeister gehört. Noch im Ort startet der Mill Bay Boardwalk, wo Spaziergänger oft einen Blick auf Rochen werfen können. Ganz in der Nähe befindet sich ein Instagram-Favorit: Ein Felsen mit einem Lock, das in etwa die Umrisse Australiens besitzt. Besonders beliebt ist der Schuss bei Sonnenaufgang.

Klick: Känguru-Selfie

Pebbly Beach. Eine unverzichtbare Attraktion für alle Nicht-Australier: Dieser Strand ist Teil eines Nationalparks und er wird von Kängurus bewohnt, die nicht sonderlich scheu sind.

Känguru am Pebbly Beach

Ralf Johnen

Hier kann man Stunden verbringen und sich auf die Suche nach dem perfekten Foto machen.

Jervis Bay. Einblicke in den australischen Urwald gestatte das Paperbark Camp, ein sogenanntes Glamping-Domizil in wunderbarer Natur nahe eines Flussufers. Nachts kann es schon mal vorkommen, dass Opossums über das Zeltdach huschen. In Huskisson an der Jervis Bay können sich Freunde maritimen Lebens an Bord eines Bootes begeben, das Begegnungen mit Delfinen und Walen verspricht. Auch landschaftlich hat die Exkursion einiges zu bieten. Im Jervis Bay Nationalpark schließlich wartet der White Sands Walk auf Besucher. Der Sand gehört zu den hellsten weltweit.

Kölsch schmeckt auch in Australien

Weitere Einblicke in die immer besser werdende kulinarische Kultur Australiens erlaubt ein Besuch bei Cupitt’s Winery & The Vineyard Kitchen in Ulladulla. Auf einem imposanten Anwesen in den Hügeln wird nicht nur eigener Wein zur Verkostung angeboten, sondern auch hausgemachter Käse. Kurios für Biertrinker: Der Braumeister des Anwesen braut ein Kölsch, ohne auch nur einmal in seinem Leben ein Bier aus Köln getrunken zu haben. Überraschende Erkenntnis: es schmeckt. Eine tolle Unterkunft ist Bannisters by the Sea in Mollymook, wo die Aussicht von den Zimmern direkt aufs Meer hinausgeht.

Berry. Als letzter Haltepunkt vor dem Großraum Sydney wartet das Städtchen Berry, das für australische Verhältnisse »historisch« ist, weil hier noch Häuser aus dem 19. Jahrhundert stehen. Fast genauso nostalgisch ist der landesweit bekannte Donut Van (73 Queen Street), wo seit 55 Jahren kringelförmiges Gebäck serviert wird. Lecker!

Hilfreiche Webseiten. www.visitnsw.com, www.sydney.com, www.australia.com/de-de

 

 

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