Kärnten ist das südlichste Bundesland Österreichs, es grenzt im Süden an Italien und Slowenien. Die vielen Seen laden im Sommer zum Wassersport ein, im Winter kann man in zahlreichen Skigebieten über die Hänge sausen. Rund eine halbe Million Menschen lebt in den größten Städten Klagenfurt, Villach, St. Veit, Spittal an der Drau und Wolfsberg sowie in kleineren Ortschaften. Text: Verena Wolff

Visa. Wer nach Österreich fährt, sollte einen gültigen Personalausweis in der Tasche haben.

Anreise. Kärnten ist aus allen Richtungen rasch zu erreichen. Mit dem Auto: von Norden über Salzburg und die A10 Tauernautobahn, dabei geht es durch den Katschberg – und den Tauerntunnel. Direktflüge nach Klagenfurt am Wörthersee starten unter anderem in Hamburg, Berlin, Köln und Wien.

Klima. Der Lage im Alpen-Adria-Raum verdankt Kärnten sein mediterranes Klima und die überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden. Während die Sommer oft sehr warm werden können – so dass die vielen Seen eine gute Erfrischung bieten, gibt es im Winter zahlreiche Möglichkeiten zum Skifahren und Snowboarden. Um die 30 Skigebiete in Kärnten und Osttirol haben rund 800 schneesicheren Pistenkilometer.

Unterwegs in Kärnten: Blick vom Ufer auf denFaaker See

Verena Wolff

Übernachtungstipps: gut schlafen in Kärnten

Unterkunft. Vom Campingplatz bis zum Schlosshotel in Velden am mondänen Wörthersee gibt es in Kärnten alle Arten von Unterkünften, die man sich nur wünschen kann – oft mit sterne- oder haubenprämierter Küche. Der Karnerhof am Faaker See ist so ein Beispiel, 4-Sterne-Superior mit breitem Angebot für Familien, Paare und Wellnessfans. Direkt am Seeufer gelegen, mit eigenem Strand. Die Götzlstube, das à-la-carte-Restaurant im Haus, bekommt seit Jahren vom Gourmetführer Gault Millau zwei Hauben, 16 Punkte gab es bei der letzten Bewertung.

In Pörtschach am Wörthersee gibt es eine der Institutionen in Kärnten: das Werzer’s. Das Haus hat nicht nur Tradition, sondern auch ein eigenes Badehaus, das vor ein paar Jahren renoviert wurde und nun ein perfekter Platz zum Chillen ist.

Am Ossiacher See bietet Gerhard Satran in seiner Stiftsschmiede auch ein paar traumhaft gelegene Zimmer an – Familienanschluss und hervorragende Verpflegung inklusive.

Gericht in der Stiftsschmiede in Kärnten

Verena Wolff

Im Gailtal ist das Angebot etwas dünner als an den sehen – ein Highlight aber ist »das daberer« in Dellach. Ein Biohotel, das seit vier Generationen in der Hand der Familie Daberer ist und vor allem den Gästen gefallen dürfte, die eine außergewöhnliche, aber bodenständige Unterkunft suchen.

Reisezeit. Die ideale Zeit zum Wandern und Radfahren ist von März bis Oktober, für Skifahrer und Skitourengeher von Dezember bis in den Frühling hinein. Sonnenanbeter finden von Mai bis Ende September meist perfekte Bedingungen.

Must-do: Pyramidenkogel, Alpe-Adria-Weg, Weissensee

Sehenswürdigkeiten. In Österreichs südlichstem Bundesland gibt es eine Menge zu entdecken – in der Natur, in den Städten und in Sachen Kultur. Ein Ausflug zum Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel ist nicht nur eine schöne Wanderung, sondern gibt auch einen guten Ausblick über den Wörthersee und in die Region.

Unterwegs in Kärnten: Blick von der Pyramidenkogel auf den Wörthersee

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Abwärts geht’s wahlweise mit einer wilden Rutsche im Inneren des Turms. Wer es etwas stiller mag, kann einen entspannten Tag im Badehaus in Millstatt verbringen. Es ist den alten Badehäusern nachempfunden, aber komplett energieeffizient neu gebaut. Mit direktem Zugang zum mystischen See.

Fahrradfahrer können sich auf den Alpe-Adria-Radweg begeben – die komplette Route führt von Villach bis nach Grado. Im Nationalpark Hohe Tauern beginnt der Alpe-Adria-Trail, den man bis an die Obere Adria bewandern kann.

Wer den fast 12 Kilometer langen fjordähnlichen Weissensee von allen Seiten bestaunen will, dem sei die »Große Seerunde« ans Herz gelegt. In rund vier Stunden schafft man die anspruchsvolle über 30 Kilometer lange Tour – nicht vergessen darf man dabei allerdings das Stehenbleiben und Aussichtgenießen. Etwa bei der »Mühlwand«, die einen unbeschreiblichen Ausblick auf den Ostteil des Sees bietet. Zeit nehmen sollte man sich auch für eine der zahlreichen Einkehrmöglichkeiten auf dieser Tour, etwa auf der Bodenalm, wo die Hüttenwirte Michaela und Wolfgang Fercher köstlichen Almkäse produzieren oder auf der urigen »Alm hinterm Brunn«.

Unterwegs in Kärnten: Fähre am Weissensee

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Abkürzen ist auf dieser – wie auch vielen anderen Touren am Weissensee – übrigens nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Möchte man zum Beispiel nur die halbe Seerunde machen, kann man den Rückweg bequem per Schiff antreten. Egal ob man die Schifffahrt von Beginn an eingeplant hat oder nicht, Mountainbiker und ihre Ausrüstung sind auf dem Schiff bestens aufgehoben. Besonders empfehlenswert ist dabei eine Bootsfahrt mit der »Alpenperle«, dem ersten Elektrohybridschiff Österreichs. Das Fahrgastschiff gleitet dank E-Motor geräusch- und vibrationslos über den See.

Auch auf dem Wasser kann man sich vergnügen: etwa beim Tauchen oder auf dem Genussfloß am Weissensee  oder beim Paddeln im Schilfgürtel des Faaker Sees. Und für Kinder: Der Burgbau Friesach – hier wird mit den Möglichkeiten gebaut, wie es sie im Mittelalter gab.

Restaurants. Kärnten ist die erste Slow-Food-Travel-Destination der Welt – gute Restaurants, die mit erstklassigen Zutaten arbeiten, gibt es also an vielen Orten. Am Ossiacher See kocht Gerhard Satran in seiner Stiftsschmiede Fisch. In allen Variationen und nahezu ausschließlich. In einer Ecke des Restaurants steht ein steinerner Holzofen und ein alter Herd, dort wird alles zubereitet. Je nach Marktlage, immer frisch und mit mancher überraschenden Kombination.

Leckereien in St. Daniel

Ingeborg Daberer macht in St. Daniel die unvergleichlichen Kärntner Kasnudln. Auf der Speisekarte des Gasthofs Grünwald stehen sie täglich. Und jedes Jahr im Oktober lädt sie zum »Nudl Kudl Mudl“« quasi einem Festival für die Kasnudl. Dann gibt es Dutzende Sorten mit teils exotischen Füllungen. Auch beim Bärenwirt in Hermagor werden originelle Kreationen aus Fisch den Gailtaler Alpen, Gemüse von heimischen Bauern und Fleisch von zufriedenen Tieren aus dem Talaufgetischt. Und wer noch ein Eis braucht, bekommt das bei Elisabeth Neuwirth auf dem Hof in Goderschach – oder in einem Restaurant oder Café, das von Lissis »kuhlem Bauerneis« beliefert wird.

Besser nicht: Einfach nur essen gehen. Viele Bäcker, Köche und Höfe bieten an, bei und mit ihren zu ernten, kochen oder backen. Auf dem Jörigshof kann man zum Beispiel buttern und Frischkäse selber herstellen. Und ein paar gute Tricks und Tipps haben die Profis natürlich auch.

Souvenirs: Was in Kärnten produziert, gebacken, geräuchert wird, ist auch ein gutes Mitbringsel: Schinken, Brot, Gebäck.

Zu Besuch bei Herwig Ertl

Persönlicher Tipp: Wer die Köstlichkeiten Kärntens kennenlernen und probieren möchte, aber keine Zeit für einen Urlaub in der Region hat, sollte ein paar Stunden bei Herwig Ertl in Kötschach-Mauthen einplanen. In seiner Edelgreißlerei hat er die schmackhaftesten Produkte, die in Kärnten hergestellt werden. Ein paar schräge Ideen und allerlei gute Tipps, die die Geschmacksnerven auf Trab halten. Dieser Feinkostladen ist ein echtes Erlebnis.

Infos: Das offizielle Tourismusportal von Österreichs südlichstem Bundesland bietet exzellente Informationen zur Vorbereitung einer Reise. Wer sich speziell für die Alpe-Adria-Küche und die Slow-Food-Travel-Destination interessiert, findet hier zahlreiche Informationen.

 

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