Bunte Kolonialhäuser, tropische Strände und afrikanische Einflüsse prägen Salvador da Bahia wie kaum eine andere Stadt Brasiliens. Zwischen Pelourinho, Karneval und Meeresküste zeigt sich das Land von seiner lebendigsten Seite. Doch welche Orte lohnen sich wirklich – und worauf sollten Reisende achten?

Must-see: Pelourinho und Leuchtturm Farol da Barra

Grob gesagt gilt: Die meisten Sehenswürdigkeiten von Salvador da Bahia liegen in der Altstadt. Diese ist in zwei Bereiche unterteilt: die Cidade Alta (Oberstadt) und die Cidade Baixa (Unterstadt). Zu den wichtigsten Anlaufpunkten für Besucher zählen der historische Stadtteil Pelourinho in der Oberstadt sowie der einige Kilometer entfernte Stadtteil Barra in der Unterstadt.

Im kopfsteingepflasterten Pelourinho reihen sich pastellfarbene Kolonialbauten, prächtige Kirchen, kleine Geschäfte und charmante Restaurants aneinander. Das Viertel gilt als eines der schönsten und fotogensten Ziele der Stadt.

Pelourinho, Altstadt in Salvador, Bahia

Foto: Samuel Ericksen/Shutterstock.com

Barockkirche Igreja e Convento de São Francisco nach Dach-Einsturz weiterhin geschlossen

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Salvadors zählt die Barockkirche Igreja e Convento de São Francisco. Der Kirchen- und Klosterkomplex gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des brasilianischen Barocks und als eines der wichtigsten historischen Bauwerke Bahias. Berühmt ist vor allem das opulente, mit Blattgold verzierte Kircheninnere. Zahlreiche Engel-, Vogel- und Ornamentdarstellungen schmücken die Wände und Altäre. Sehenswert ist auch der Kreuzgang des Klosters mit seinen kunstvoll bemalten Azulejo-Fliesen, die biblische Szenen und moralische Lehren darstellen.

Seit dem Einsturz eines Teils der Kirchendecke am 5. Februar 2025 ist die Igreja e Convento de São Francisco für Besucher geschlossen. Bei dem Unglück kam eine 26-jährige Touristin ums Leben, mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Inzwischen laufen umfangreiche Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten. Nach aktuellem Stand dürfte die Restaurierung mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Mit einer Wiedereröffnung wird derzeit frühestens 2029 gerechnet. Wer Salvador besucht, kann den historischen Komplex derzeit nur von außen besichtigen.

Fundação Casa de Jorge Amado, Elevador Lacerda und Ausflug nach Barra

Wer in die Literaturgeschichte Bahias eintauchen möchte, sollte die Fundação Casa de Jorge Amado (Largo do Pelourinho 49/51) besuchen. Das Museum widmet sich Leben und Werk des wohl bekanntesten brasilianischen Schriftstellers, Jorge Amado, dessen Romane weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt wurden.

Zu den weiteren Höhepunkten im Pelourinho zählt der Elevador Lacerda. Der historische Aufzug verbindet seit 1873 die Ober- mit der Unterstadt und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 72 Metern. Die Fahrt bietet schöne Ausblicke auf die Allerheiligenbucht. Der Elevador Lacerda ist längst nicht nur eine Touristenattraktion, sondern gehört auch für viele Einwohner zum Alltag.

Elevador Lacerda Aufzug Salvador Bahia

Foto: Frederick Millett/Shutterstock.com

Eine Alternative zum Elevador Lacerda ist die Fahrt mit der Plano Inclinado Gonçalves. Die historische Standseilbahn aus dem Jahr 1874 verbindet die Ober- mit der Unterstadt auf besonders steiler Strecke. Der Eingang befindet sich am Ende der Praça da Sé in der Nähe der drei bunten Skulpturen.

Im Pelourinho haben zudem zahlreiche Tanz- und Capoeira-Schulen ihren Sitz. Wer tiefer in die afrobrasilianische Kultur eintauchen möchte, kann einen Percussion-Kurs bei Bira Santos besuchen und dabei die für Bahia typischen Rhythmen kennenlernen.

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Salvadors zählt auch der Leuchtturm Farol da Barra. Hinter dem Leuchtturm führen Felsen hinunter zur Bucht, wo Einheimische und Besucher baden, entspannen oder picknicken. Besonders beliebt ist der Ort zum Sonnenuntergang, wenn die Sonne über der Allerheiligenbucht versinkt. Romantisch ist die Kulisse allemal, allerdings selten menschenleer.

Leuchtturm im Barra, Salvador

Foto: windwalk/Shutterstock.com

Kommunikation, Währung und Klima

Eine schlechte Nachricht für alle, die kein Portugiesisch sprechen: Die Verständigung kann mitunter schwierig werden. Während in Rio de Janeiro oder São Paulo zumindest vereinzelt Englisch gesprochen wird, sind Fremdsprachenkenntnisse in Salvador deutlich weniger verbreitet. Es lohnt sich daher, vor der Reise einige grundlegende portugiesische Wörter und Redewendungen zu lernen. Wer länger in der Stadt bleibt und tiefer in die Sprache eintauchen möchte, findet in Salvador zahlreiche Sprachschulen. Zentral im Stadtteil Barra liegen beispielsweise BrazilLink, Instituto Cultural Idioma und Tagarela. Für einen einwöchigen Gruppenkurs werden je nach Schule meist zwischen 150 und 200 Euro fällig.

Stadtstrand in Salvador da Bahia bei Sonnenschein

Foto: Patino/ Shutterstock.com

Die brasilianische Währung ist der Real (BRL). Ein Real entspricht 100 Centavos. Der Wechselkurs schwankt teils deutlich. Vor einer Reise empfiehlt sich daher ein Blick auf den aktuellen Kurs. Beim Bezahlen zeigt sich Brasilien überraschend modern: Kreditkarten werden nahezu überall akzeptiert, häufig sogar für sehr kleine Beträge. Das ist praktisch, denn in Geschäften und Restaurants fehlt mitunter passendes Wechselgeld. Wer mit Karte bezahlt, wird häufig gefragt, ob die Zahlung als »débito« (Debitkarte) oder »crédito« (Kreditkarte) erfolgen soll. Für die meisten Reisenden aus Deutschland ist »crédito« die richtige Wahl.

Handy-Nutzung: mit eSIM-Karte am einfachsten

Die WLAN-Abdeckung in Salvador ist insgesamt gut, auch wenn die Verbindung nicht überall besonders schnell ist. In Hotels, Cafés, Bars und Restaurants steht Gästen meist kostenloses WLAN zur Verfügung. Häufig ist das Netzwerk passwortgeschützt; das Passwort erhält man auf Nachfrage beim Personal.

Wer auch unterwegs online bleiben möchte, kann eine lokale SIM-Karte kaufen oder – deutlich unkomplizierter – vor der Reise eine eSIM installieren. Letztere lässt sich bequem online aktivieren und funktioniert vor Ort ausgesprochen gut.

Lokale Prepaid-SIM-Karten sind zwar weiterhin erhältlich, die Registrierung kann jedoch je nach Anbieter unterschiedlich schwierig ausfallen. Manche Mobilfunkunternehmen akzeptieren den Reisepass, andere verlangen zusätzlich eine CPF-Nummer. Wer sich nicht mit den Besonderheiten des brasilianischen Mobilfunkmarktes beschäftigen möchte, fährt mit einer eSIM meist am einfachsten.

Frau tippt auf Handy

Foto: Paul Hanaoka

Übernachten in Salvador: Diese Stadtteile bieten sich an

Wer einige Tage oder sogar Wochen in Salvador da Bahia verbringen möchte, steht schnell vor der Frage: In welchem Viertel sollte man übernachten? Die Antwort hängt vor allem von den eigenen Interessen ab. Wer tief in die Geschichte und Kultur der Stadt eintauchen möchte, ist im Pelourinho gut aufgehoben. Das historische Zentrum bietet zahlreiche Hotels und Pousadas, eine große Auswahl an Restaurants sowie kurze Wege in die benachbarte Innenstadt rund um das Einkaufszentrum Lapa.

Die meisten Besucher zieht es allerdings ans Meer. Besonders beliebt ist der Stadtteil Barra. Zwischen dem Praia do Porto da Barra und dem Morro do Cristo finden sich zahlreiche Hotels, Pousadas, Cafés und Restaurants. Barra zählt gemeinsam mit Graça und Vitória zu den wohlhabendsten Vierteln Salvadors. Dank der hohen Besucherzahlen und einer vergleichsweise starken Polizeipräsenz gilt die Gegend als eine der sichereren Adressen der Stadt.

Ebenfalls beliebt ist Rio Vermelho. Das Viertel gilt als Zentrum des Nachtlebens und lockt mit zahlreichen Bars, Livemusik-Lokalen und Clubs. Besonders rund um den Largo de Santana herrscht bis spät in die Nacht reger Betrieb.

Wer es ruhiger mag, sollte sich nach einer Unterkunft in Itapuã oder in der Nähe des Praia do Flamengo umsehen. Beide Gegenden liegen etwas abseits der touristischen Zentren und punkten mit schönen Stränden sowie einer entspannteren Atmosphäre.

Drohnenaufnahme vom Praia do Flamengo in Salvador, Brasilien

Foto: More Human/Shutterstock.com

Hoteltipps für Salvador da Bahia

Eines vorweg: Im Januar und Februar liegen die Hotelpreise in Salvador deutlich über dem Jahresdurchschnitt. Dann herrscht Hochsaison, und insbesondere rund um den Karneval steigen die Übernachtungspreise kräftig an. Wer nicht gezielt wegen des Karnevals anreist, findet in anderen Monaten meist deutlich günstigere Angebote.

Eine der besten Adressen im historischen Zentrum ist das Fera Palace Hotel. Das traditionsreiche Vier-Sterne-Haus befindet sich am Rand der Altstadt. Die Umgebung wirkt stellenweise etwas rau und wenig glamourös, doch davon ist im Hotel selbst nichts zu spüren. Das neunstöckige Gebäude überzeugt mit stilvollem Design, großzügigen Zimmern und viel Liebe zum Detail.

Das Highlight ist die Dachterrasse mit Bar, Swimmingpool und weitem Blick über die Allerheiligenbucht. In der Nebensaison beginnen die Zimmerpreise bei etwa 200 Euro pro Nacht.

Adresse: Rua Chile 20, Centro Histórico, Salvador, Bahia, 40020-000.

Wer es etwas luxuriöser mag, sollte einen Blick auf die Villa Bahia werfen. Das Boutiquehotel liegt mitten im historischen Zentrum von Salvador und erstreckt sich über zwei restaurierte Kolonialhäuser. Die Zimmer sind mit 28 bis 40 Quadratmetern vergleichsweise großzügig geschnitten und überzeugen mit viel Liebe zum Detail: Himmelbetten, hohe Decken und traditionelle Holzpaneele sorgen für ein stilvolles Ambiente. Im Innenhof lädt ein kleiner Swimmingpool zum Entspannen ein. Geleitet wird das Haus von einem französischen Hotelier. Je nach Saison liegen die Preise für eine Übernachtung meist zwischen 150 und 200 Euro.

Adresse: Largo do Cruzeiro de São Francisco 16/18, Pelourinho, Salvador.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt die Villa Encantada im Stadtteil Praia do Flamengo. Die LGBTQ-freundliche Pousada wurde 2022 vom Hamburger Theatermacher, Schauspieler und Regisseur Corny Littmann eröffnet, der sich damit einen lang gehegten Traum erfüllte. Nur wenige Gehminuten vom Praia do Flamengo entfernt bietet das kleine Haus elf Zimmer, einen liebevoll gestalteten Innenhof mit Pool und einen außergewöhnlich persönlichen Service. Je nach Saison sind Zimmer bereits ab etwa 40 bis 45 Euro pro Nacht erhältlich.

Adresse: Rua Pasquale Magnavita 12, Quadra 14, Praia do Flamengo, Salvador.

Pool und Innenhof der Pousada Villa Encantada in Salvador

Foto: Pousada Villa Encantada

Moqueca probieren! Ein Muss in Salvador da Bahia

Der prägende Einfluss auf die Küche Bahias stammt – wenig überraschend angesichts der Geschichte der Region – aus Afrika. Besonders häufig kommen drei Zutaten zum Einsatz: Kokosmilch, Paradieskörner (eine pfefferähnliche Gewürzsorte) und Azeite de Dendê, ein aus den Früchten der Ölpalme gewonnenes Öl.

Alle drei Zutaten spielen auch in der Moqueca eine zentrale Rolle. Der traditionelle Eintopf wird je nach Variante mit Fisch oder Meeresfrüchten zubereitet und enthält zudem Paprika, Zwiebeln, Tomaten und Koriander. Kaum ein Gericht ist so eng mit Bahia verbunden wie die Moqueca. Entsprechend steht sie auf den Speisekarten zahlreicher Restaurants in Salvador und der gesamten Region.

Allerdings unterscheiden sich die Preise teils erheblich. In den gehobenen Restaurants von Pelourinho, Barra oder Rio Vermelho werden für eine große Moqueca mitunter mehr als 200 Reais fällig. Abseits der touristischen Zentren ist das Gericht häufig schon für 50 bis 80 Reais erhältlich.

Moqueca - ein brasilianisches Gericht aus Kokosmilch mit Fisch und Paprika

Foto: Rafael Bauer/ Shutterstock.com

Als Beilage werden in Bahia häufig Reis und Maniok serviert. Die stärkehaltige Wurzelknolle gehört zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln Brasiliens und findet sich in zahlreichen Gerichten wieder.

Acarajé und Caipirinha: Typisch Bahia!

Ein kulinarisches Wahrzeichen Salvadors ist Acarajé. Die frittierten Bällchen aus Augenbohnen werden traditionell aufgeschnitten und mit verschiedenen Zutaten gefüllt, etwa mit Garnelen, Salat oder scharfen Saucen. Verkauft werden sie meist von den sogenannten Baianas, Frauen in weißen Kleidern, die zu den bekanntesten Symbolfiguren der Stadt gehören. Acarajé hat seine Wurzeln in der afrobrasilianischen Kultur und spielt auch in den Traditionen der Religion Candomblé eine wichtige Rolle. An vielen Plätzen und Straßenecken Salvadors duftet es bereits von Weitem nach dem frisch in Dendê-Öl ausgebackenen Snack.

Unbedingt probieren sollte man auch die »sucos«, frisch gepresste Fruchtsäfte. Sie gehören in Salvador zum Alltag und stehen in nahezu jedem Restaurant auf der Karte. Ob Orange, Limette, Papaya, Melone, Karotte oder Passionsfrucht – die Auswahl ist riesig, und die Säfte werden meist direkt nach der Bestellung zubereitet.

Auch Caipirinha-Liebhaber kommen auf ihre Kosten. Der brasilianische Nationalcocktail ist in Bars und Restaurants allgegenwärtig und kostet häufig nur zwischen 20 und 30 Reais. Besonders beliebt sind die zahlreichen Happy-Hour-Angebote, die viele Lokale am späten Nachmittag und frühen Abend anbieten.

Restaurant-Tipps zum Schmausen in Salvador da Bahia

Zu den besten Adressen für bahianische Küche zählt Casa de Tereza. Das stilvoll eingerichtete Restaurant im bohemischen Stadtteil Rio Vermelho wird von der renommierten Köchin Tereza Paim geführt und verbindet traditionelle Gerichte Bahias mit modernen Einflüssen. Kunst, Kultur und Gastronomie gehen hier eine besondere Verbindung ein. Die Qualität der Speisen ist hervorragend, die Preise bewegen sich allerdings im oberen Segment.

Adresse: Rua Odilon Santos 45, Rio Vermelho, Salvador.

Ebenfalls sehr empfehlenswert ist Cuco Bistrô im Pelourinho. Das Restaurant kombiniert nordostbrasilianische und mediterrane Einflüsse und ist insbesondere für seine Fisch- und Meeresfrüchtegerichte bekannt. Auch gegrilltes Fleisch, hausgemachte Pasta und kreative Cocktails stehen auf der Karte. Dank seiner Lage am Largo do Cruzeiro de São Francisco eignet sich das Lokal hervorragend für eine Mittagspause oder ein Abendessen nach einem Rundgang durch die Altstadt. Besonders schön sitzt man auf der Terrasse mit Blick auf das Treiben im historischen Zentrum.

Adresse: Largo do Cruzeiro de São Francisco 6, Centro Histórico, Salvador.

 

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Strände: Große Auswahl in Salvador!

An den Stränden Salvadors spielt sich ein großer Teil des öffentlichen Lebens ab. Hier wird gebadet, Sport getrieben, gegessen, getrunken und bisweilen auch einfach nur flaniert. Der bekannteste Stadtstrand ist der Praia do Porto da Barra im Stadtteil Barra. Besonders an Wochenenden und Feiertagen kann es dort allerdings sehr voll werden. Liegestühle und Sonnenschirme lassen sich in der Regel für wenig Geld mieten.

Wer es etwas authentischer mag und vor allem auf Einheimische treffen möchte, sollte den Praia de Piatã, den Praia do Corsário oder den Praia da Boa Viagem besuchen. Deutlich entspannter geht es meist auch an den Stränden im Norden der Stadt zu.

Zu den schönsten Stränden Salvadors zählen der Praia do Flamengo und der Praia de Itapuã. Beide liegen in der Nähe des Flughafens und bieten lange Sandstrände, Palmen und deutlich mehr Platz als die beliebten Buchten rund um Barra. Vor allem der Praia do Flamengo gilt als gute Wahl für alle, die einen klassischen Strandtag mit Baden, Spaziergängen und einem Mittagessen direkt am Meer verbinden möchten.

Leuchtturm von Itapua nahe Salvador da Bahia

Foto: Helissa Grundemann/ Shutterstock.com

Schön gelegen sind auch die Strände im Stadtteil Costa Azul rund um den Jardim de Alah Beach. In dem kleinen gepflegten Park kann man sich tagsüber im Freien sogar eine Massage gönnen. Mehrere Masseurinnen bieten ab circa neun Uhr bis Sonnenuntergang für 100 Reais eine einstündige Massage an.

Vorsicht beim Baden im Meer!

Wer im Meer baden möchte, sollte vorab einen Blick auf die aktuelle Wasserqualität werfen. Das Institut für Umwelt und Wasserressourcen des Bundesstaates Bahia (Inema) überprüft die Strände Salvadors jede Woche und veröffentlicht regelmäßig Berichte zur Badewasserqualität. Die Einstufung erfolgt nach den Vorgaben des brasilianischen Umweltrats CONAMA.

Vor allem nach starken Regenfällen kommt es immer wieder vor, dass einzelne Strandabschnitte vorübergehend als ungeeignet zum Baden eingestuft werden. Ursache sind meist Abwässer und Verunreinigungen, die über Flüsse, Kanäle und Entwässerungssysteme ins Meer gelangen. Besonders in der Nähe von Flussmündungen, Abwasserauslässen und Regenwasserkanälen ist Vorsicht geboten.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vor einem Strandtag die aktuellen Inema-Meldungen prüfen und nach starken Regenfällen einige Tage mit dem Baden warten. Das Inema veröffentlicht die Messergebnisse wöchentlich und stellt sie auch über die App »Vai Dar Praia« zur Verfügung.

Sicherheit: Augen auf!

Das Thema Sicherheit spielt in Brasilien eine wichtige Rolle – auch in Salvador. Besucher bemerken schnell, dass viele Wohnhäuser durch hohe Mauern, Gitter oder Sicherheitssysteme geschützt sind. In den touristischen Vierteln wie Pelourinho und Barra ist zudem eine starke Polizeipräsenz sichtbar. Auch viele Geschäfte, Einkaufszentren und Banken setzen auf eigenes Sicherheitspersonal.

Was bedeutet das für Reisende? Vor allem eines: Aufmerksamkeit. Salvador gehört zu den faszinierendsten Städten Brasiliens, gleichzeitig kommt es wie in vielen Großstädten des Landes immer wieder zu Diebstählen und Raubüberfällen. Panik ist deshalb fehl am Platz, ein gewisses Maß an Vorsicht jedoch sinnvoll.

Der Autor dieses Reiseführers hat Salvador und andere brasilianische Städte mehrfach besucht und dabei überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Dennoch empfiehlt es sich, einige grundlegende Sicherheitsregeln zu beachten. Wer Wertgegenstände nicht offen zur Schau stellt, nachts abgelegene Gegenden meidet und sich über die örtlichen Gegebenheiten informiert, kann die Stadt in der Regel entspannt erkunden.

Straßen im Viertel von Pelourinho in Salvador da Bahia

Foto: LeoKleemann/ Shutterstock.com

Salvador da Bahia: Diese Sicherheitstipps sollte man beachten

• Eine Unterkunft in einer zentralen und gut angebundenen Gegend wählen. So lassen sich viele Wege zu Fuß zurücklegen, ohne nachts lange Strecken durch wenig belebte Viertel zurücklegen zu müssen.

• Wichtige Dokumente wie Reisepass, größere Bargeldbeträge und andere Wertsachen im Hotelsafe aufbewahren. Wer mit einer teuren Kamera oder auffälligem Schmuck reist, sollte diese Gegenstände nur dann mitnehmen, wenn sie tatsächlich benötigt werden.

• Nach Einbruch der Dunkelheit einsame Straßen und Gassen meiden. Das gilt auch für Teile des historischen Zentrums. Im Zweifel ist ein kleiner Umweg über belebte Straßen die bessere Wahl. Für längere Strecken bieten sich Uber oder offizielle Taxis an.

• Auf unauffällige Kleidung achten. Salvador ist eine entspannte Stadt, in der sich viele Menschen leger kleiden. Shorts, T-Shirts, Sportkleidung und Flip-Flops fallen kaum auf.

• Nur so viel Bargeld mitnehmen, wie tatsächlich benötigt wird. Da Kartenzahlungen in Brasilien nahezu überall akzeptiert werden, sind größere Bargeldbeträge meist nicht erforderlich.

• Für den Strandbesuch nur das Nötigste einpacken. Wertgegenstände sollten möglichst im Hotel bleiben. Wer ins Wasser geht, lässt Handys, Geldbörsen oder Schmuck am besten gar nicht erst unbeaufsichtigt am Strand zurück.

Menschen spazieren am Strand von Salvador in Brasilien

Foto: Simon Mayer/Shutterstock.com

Wer mehr über die Etikette in Brasilien erfahren möchte, klickt bitte hier.

Mitbringsel. Kleine Keramik-Statuen einer Frau in Bahia, die auf einer Fensterbank mit einem Sehnsuchtsblick ruht, ist nur einer der Schätze, die ihr mit nach Hause bringen könnt. Es werden außerdem viele Naive-Malerei-Bilder verkauft – Geschmackssache! Sehr hübsch, allerdings auch sehr schwer: ein Moqueca-Pot!

Schwarze Frauenfigur guckt aus Fenster in einem Souvenir-Shop in Salvador in Bahia, Brasilien

Foto: Valentina De Menego/Shutterstock.com

Anreise mit dem Flieger

Die Zahl der europäischen Fluggesellschaften mit Direktverbindungen nach Salvador ist überschaubar. Viele Reisende müssen über die brasilianischen Drehkreuze São Paulo oder Rio de Janeiro weiterfliegen, was die Reisezeit spürbar verlängert.

Deutlich komfortabler sind die wenigen Nonstopverbindungen zwischen Europa und Salvador. Die portugiesische Fluggesellschaft TAP Air Portugal verbindet Salvador ganzjährig mit ihrem Drehkreuz in Lissabon. Von dort bestehen zahlreiche Anschlussmöglichkeiten nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Auch Air Europa fliegt ohne Zwischenstopp zwischen Madrid und Salvador. Zudem bietet Air France eine Direktverbindung zwischen Paris und Salvador an.

Die Flugpreise schwanken je nach Saison, Buchungszeitpunkt und Ferienzeiten erheblich. Wer mehrere Monate im Voraus bucht und bei den Reisedaten flexibel ist, findet häufig deutlich günstigere Tarife als in der Hochsaison rund um Weihnachten, Neujahr und den Karneval.

Flugzeug der Airline TAP Portugal in der Luft

Foto: Marc Najera

Der internationale Flughafen von Salvador, der Aeroporto Internacional de Salvador Deputado Luís Eduardo Magalhães, liegt rund 25 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Für eine Millionenstadt fällt der Flughafen vergleichsweise überschaubar aus, was die Orientierung erleichtert und meist für kurze Wege sorgt. Kostenloses WLAN steht den Passagieren zur Verfügung. Wie an den meisten brasilianischen Flughäfen gilt auch hier ein generelles Rauchverbot innerhalb des Terminalgebäudes.

Im Abflugbereich finden Reisende verschiedene Geschäfte, Cafés und Restaurants. Das Angebot reicht von Souvenirs über Modeartikel bis hin zu Snacks und warmen Speisen. Die Preise liegen allerdings häufig über dem Niveau vieler Lokale in der Stadt.

Wer günstiger essen oder trinken möchte, sollte sich zur Ankunftsebene begeben. Dort nimmt man den linken Ausgang, überquert die Straße und findet mehrere kleine Imbisse mit Sitzgelegenheiten. Die Preise liegen deutlich unter denen im Terminal. Wer vor dem Abflug noch eine Kleinigkeit essen oder trinken möchte, kann hier oft spürbar Geld sparen.

Fahrt in die Innenstadt

Am günstigsten gelangt man mit der Metro ins Zentrum – in Brasilien noch immer eine Seltenheit. Vom Flughafenterminal führt allerdings kein direkter Fußweg zur Station Aeroporto. Stattdessen verkehrt etwa alle zehn Minuten ein Shuttlebus zwischen Flughafen und Metrostation. Die Fahrt dauert je nach Verkehr rund sieben bis zwölf Minuten. Von der Metrostation Aeroporto benötigt die Linie 2 etwa 30 Minuten bis ins Zentrum. Wer bis zur zentral gelegenen Station Lapa fahren möchte, muss an der Station Acesso Norte von der Linie 2 in die Linie 1 umsteigen.

Alternativ stehen öffentliche Busse, Taxis, private Transferdienste und Uber zur Verfügung. Gerade Uber hat sich in Brasilien als unkomplizierte und preiswerte Option etabliert. Die App ist weit verbreitet, die Wartezeiten sind meist kurz. Je nach Tageszeit und Verkehr kostet eine Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt in der Regel zwischen 50 und 100 Reais. Für ein Taxi werden meist 100 bis 150 Reais fällig. Private Transferdienste bewegen sich in einem ähnlichen Preisbereich.

Wer einen Transfer im Voraus buchen möchte, kann dies beispielsweise über das Unternehmen Alltour tun. Allerdings ist eine Online-Buchung über die Website für Ausländer mitunter schwierig, da häufig eine brasilianische Steuernummer (CPF) abgefragt wird. In diesem Fall empfiehlt sich eine Reservierung per E-Mail an receptivo@alltour.com.br.

Infos. Weitere Informationen über Salvador gibt es auf der Website von Visit Brasil.

 

Häufige Fragen

Wie viele Tage sollte man für Salvador da Bahia einplanen?

Für einen ersten Besuch sind vier bis fünf Tage ideal, um Pelourinho, den Farol da Barra sowie die Viertel Rio Vermelho und Itapuã kennenzulernen. Wer Ausflüge in die Umgebung plant oder die Stadt in entspannterem Tempo erleben möchte, sollte eine Woche oder länger einplanen.

Wann ist die beste Reisezeit für Salvador?

Als besonders angenehm gelten die Monate September bis Februar mit wenig Regen und Temperaturen zwischen 25 und 32 Grad. Wer den Karneval erleben möchte, reist im Februar oder März, muss dann aber mit deutlich höheren Preisen rechnen.

Wie heiß ist es in Salvador?

Salvador hat tropisches Klima mit Temperaturen zwischen 22 und 34 Grad das ganze Jahr über. Besonders von November bis März kann die hohe Luftfeuchtigkeit die Hitze deutlich verstärken, weshalb eine Unterkunft mit Klimaanlage von vielen Reisenden als angenehm empfunden wird.

Lohnt sich ein Besuch während des Karnevals?

Ja, sofern das Spektakel riesiger Straßenumzüge mit Trios Elétricos reizt – der Karneval von Salvador zählt neben Rio zu den größten der Welt. Unterkünfte und Flüge sollten jedoch viele Monate im Voraus gebucht werden, da Hotels während der Karnevalszeit meist ausgebucht und die Preise deutlich höher sind.