Meran war jahrhundertelang die Hauptstadt Tirols und ist heute eine der bedeutendsten Kurstädte in den Alpen. Hotspots für Besucher sind die Laubengasse, das Steinachviertel und die noch erhaltenen Stadttore. Und sonst? Wir verraten, was man sich in Meran angesehen haben sollte.

Zunächst einmal ein paar Sätze zu einem Pfund, mit dem Meran besonders wuchern kann: dem Klima. Meran liegt auf nur 320 Metern Höhe und ist von bis zu 3.000 Meter hohen Bergen umgeben. Das schafft ein mediterranes Sommer-, aber auch ein äußerst angenehmes Herbstklima. Dazu scheint an 300 Tagen im Jahr die Sonne, das kann sich sehen lassen! Kein Wunder also, dass die nach Bozen zweitgrößte Stadt Südtirols seit Jahrzehnten ein populäres Ziel für Urlauber ist.

Wahrzeichen der Stadt: das Kurhaus

Es ist das Wahrzeichen Merans und eines der schönsten Gebäude Südtirols: Das im Jugendstil erbaute Kurhaus an der Kurpromenade.

Kurhaus in Meran

Marion Lafogler/IDM

Viele Touristen schwirren herbei, um sich das Haus einmal anzusehen und ein paar Fotos zu schießen. Es
besteht aus zwei Teilen: einem im historischen Stil aus 1874 und einem neueren Teil, der von 1912
bis 1914 hinzugefügt wurde. Die bedeutendste Veränderung an der Außenfassade war der Vorbau. Auf vier Säulen wurden tanzende Mädchenfiguren angebracht.

Besonders beliebte Motive sind die Kuppel, die große Terrasse und die Grazien am Dach. Aber auch ein Besuch im Inneren lohnt. Das hübsche Foyer mit elegantem Treppenaufgang entzückte schon so manchen Besucher. Highlight aber ist der Kursaal mit den Deckenmalereien und den Jugendstil-Ornamenten. Für die Meraner allerdings ist das Haus nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein populärer Veranstaltungsort.

Nun aber ein Wermutstropfen: Das Kurhaus ist leider meist nicht öffentlich zugänglich. Es steht euch nur im Rahmen von Veranstaltungen offen. Damit ihr nicht vor verschlossenen Türen steht, solltet ihr am besten eine Veranstaltung im Kursaal oder Pavillon des Fleurs besuchen. Eine Alternative ist die Teilnahme an einer Führung durch das Kurhaus. Diese werden allerdings nur in unregelmäßigen Abständen abgehaltenen. Sie sind dennoch der beste Weg, um die sehenswerten Räumlichkeiten des Gebäudes kennenzulernen.

Therme Meran: einmal entspannen, bitte!

Es gibt Hotels, die bieten Gästen einen Pool. Und dann gibt es Hotels wie das Hotel Therme Meran, das seinen Gästen im SkySpa einen Infinitypool mit Innen- und Außenpools und drei Whirlpools bietet. Nicht nur das: Im Gardenspa gibt es außerdem einen Innen- und Außenspa. Wem das nicht reicht: Das Hotel Therme Meran bietet darüber hinaus als einziges Hotel in Meran seinen Gästen den direkten Zugang zur Therme Meran. Dort findet man 25 Pools. Ziemlich viele Orte zum Planschen, hmm?

Wasser-Außenbecken Therme Meran

Helmuth Rier/Therme Meran

Das Wasser kommt tief aus dem Vigiljoch, direkt aus dem Berginneren, ist vom Gestein in zehntausenden Jahren gefiltert und mit Radon, Fluor und seltenen Metallen angereichert worden – und gelangt aus einem 1.200 Meter langen Stollen in die Therme. Die Therme Meran liegt an der wohl schönsten Piazza der Stadt, direkt am Fluss Passer, gegenüber dem Kurhaus und keine drei Gehminuten von der Laubengasse entfernt.

Klein, aber äußerst stilvoll: das Imperial Art Hotel Meran

Im Imperial Art Hotel Meran gibt‘s zwar nur 12 Zimmer, aber so hat das stylische Kuscheldomizil im Zentrum sogleich einen Superlativ zu bieten: Das kleinste Hotel der Stadt wurde gestaltet von kreativen Querdenkern, jedes Zimmer individuell designt – in Holz, weiß oder Metall, mit Balkonen, Terrassen oder Whirlpools. Zu klein fürs ausgiebige Badevergnügen? Kein Problem: Wer im Imperial Art übernachtet, für den ist der Eintritt in die nur eine Minute entfernte Therme Meran gratis.

Imperial Art Hotel Meran

Imperial Art Hotel Meran

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Hier geben sich Natur und Kunst ein besonderes Stelldichein: Seit zwei Jahrzehnten präsentieren die Gärten von Schloss Trauttmansdorff bei Meran über 80 Gartenlandschaften aus aller Welt mit zahlreichen sehenswerten Erlebnisstationen (zehn Künstlerpavillons, eine spektakuläre Aussichtsplattform von Matteo Thun, eine »Botanische Unterwelt« und ein »Garten für Verliebte«).

Gärten im Schloss Trauttmansdorff in Meran

Gärten von Schloss Trauttmansdorf/Alexander Pichler

Die Gärten sind in vier Themenbereiche aufgeteilt: Die Waldgärten zeigen Miniaturwälder aus Amerika und Asien, die Sonnengärten Landschaftsbilder des Mittelmeerraums, die Wasser- und Terrassengärten Gartenräume mit Treppen und Wasserläufen. Die Landschaften Südtirols schließlich gewähren Einblicke in die ursprüngliche heimische Pflanzenwelt.

Aufgrund ihrer Erscheinung und Gestaltung wurde die 2001 eröffnete Anlage bereits 2005 zum schönsten Garten Italiens gekürt. Die Gärten sind aber nicht der einzige Grund, warum ihr hier einmal vorbeischauen solltet. Inmitten der Gärten thront nämlich Schloss Trauttmansdorff: Wo einst Kaiserin Elisabeth von Österreich den Winter verbrachte, lockt heute das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus, kurz »Touriseum«. Es erzählt von 200 Jahren alpiner Tourismusgeschichte. Beeindruckend sind auch die Ausblicke auf Meran und die Südtiroler Bergwelt, die sich aus der Lage der Gärten in einem Amphitheater mit einem Höhenunterschied von über 100 Metern ergeben.

Ausblickplattform Schloss Trauttmansdorff Meran

Gärten von Schloss Trauttmansdorf/Marion Gelmini

Wer den Besuch der Gärten von Schloss Trauttmansdorff mit der Besichtigung der weltgrößten und wohl auch ältesten Weinrebe abrunden will, der fährt rund 15 Kilometer in den Ort Prissian weiter. Dort breitet sich am Fuße von Schloss Katzenzungen das Laubdach der etwa 350 Jahre alten Versoaln-Rebe über eine Fläche von 300 Quadratmetern aus. Ein ähnlich hohes Alter weist nur eine Rebe im slowenischen Maribor auf. 2006 übernahmen die Gärten von Schloss Trauttmansdorff die Patenschaft für die Versoaln-Rebe.

Weinbaumuseum und Weinverkostung

Südtirol und Wein? Das passt perfekt. Wer noch mehr über die Weinanbaukultur in Südtirol erfahren möchte, sollte sich zum Schloss Rametz begeben. Es beherbergt vier große Säle und eine Ausstellung von Geräten für die Weinkultur. Die Ausstellung enthält auch Werkzeuge für den Getreideanbau und die Verarbeitung von Korn.

Die Cantina Merano zählt zu Südtirols besten Genossenschaftskellereien mit etwa 380 Mitgliedswinzern und insgesamt nur 260 Hektar Rebfläche. In den Weingütern wird individuell, von Hand und mit Liebe zum Detail produziert. Wer sich davon einmal überzeugen möchte, sollte sich zu einer Verkostung in die Önothek begeben. Hier genießen Vinophile ihren Weißburgunder oder Lagrein in Merans angesagtester Aperitivo-Location: auf der Bistro-Terrasse am Thermenplatz.

Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte und Palais Mamming Museum

Ebenfalls einen Besuch wert ist das Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte im Schloss Tirol.

Schloss Tirol in Meran

Angelika Schwarz/IDM Südtirol

Der Gang durchs Museum führt von der Vorburg zum Tempel, wo die Baugeschichte der Burg und die archäologischen Funde thematisiert werden. Weiter geht’s es über die Krypta, in der die Frage »Was bleibt von der Geschichte?« gestellt und von einer – scheinbar wahllosen – Anordnung von Funden aus sechs Jahrhunderten beantwortet wird. Vom Rittersaal, in dem auch Feiern und Konzerte stattfinden, gelangt man zur Kapelle und zum Kaisersaal, wo die mittelalterliche Gesellschaft vorgestellt wird und besondere Exponate der neuen Sammlung von Schloss Tirol gezeigt werden. Im Ostpalas schließlich wird Landesgeschichte aus dem Blickwinkel der Rechtsgeschichte, im Mushaus Schloss und Land Tirol im 19. Jh. präsentiert. Im überdachten Küchenhof gibt es Einblicke in den mittelalterlichen Alltag auf der Burg.

Last but not least lockt das Palais Mamming Museum. Es präsentiert die Sammlungen des Stadtmuseums Meran – und ist seit 2015 im restaurierten Barockpalais am Pfarrplatz untergebracht.

Palais Mamming Museum Meran Festsaal

Palais Mamming Museum

Die Schausammlung wirft einen Blick auf den geschichtlichen Werdegang der Stadt. Von der Ur- und Frühgeschichte bis hin zur zeitgenössischen Kunst reicht der Überblick. Reizvoll sind einige außergewöhnliche Exponate. So sind eine Totenmaske Napoleons, eine ägyptische Mumie, die sudanesische Waffensammlung und eine Schreibmaschine Peter Mitterhofers zu sehen.

Shopping und Bummeln auf der Laubengasse

Wie in Meran ein perfekter Tag aussieht? Nun, vormittags kann man entlang des Flusses flanieren. Entlang des Weges stehen Palmen, Lorbeer und Libanonzedern in Reih und Glied und zaubern eine hübsche Kulisse ins Stadtbild. Wenn am Nachmittag der Hunger ruft, sollte man die »Marende« probieren. Noch nie gehört? Das ist ein typisch Südtiroler Imbiss. Er besteht aus Schüttelbrot, Speck, Kaminwurzen, Essiggurken und Rotwein. Aber natürlich nicht irgendein Rotwein, sondern einen Vernatsch.

Ein großes Vergnügen ist es, anschließend durch die Laubengasse mit ihren über 200 Geschäften und Gasthäusern zu schlendern. Die Gasse verbindet den Kornplatz mit dem Pfarrplatz und hat schon Jahrhunderte auf dem Buckel. Schon im Mittelalter galt die Gasse als Zentrum der Stadt. Die Fassaden der Häuser, die hier stehen, stammen aus verschiedenen Stilepochen. Typisch sind die Erker und Torbögen.

Am oberen Ende der Lauben finden Besucher eine hübsche St.-Nikolaus-Kirche. Sie ist eines der ersten rein gotischen Baudenkmäler Tirols. Sie beherbergt viele wertvolle Fresken, eine hübsche Fensterrose über dem Spitzbogenportal, Glasfenster aus der Spätgotik sowie interessante Skulpturen und Bilder.

Laubengasse in Meran

Kurverwaltung Meran/Alex Filz

Zwischen der Pfarrkirche, dem Passeirer Tor und dem rechten Passerufer liegt das Stadtviertel Steinach. Es bildete zu Zeiten der Grafen von Tirol den Stadtkern. Im 13. Jahrhundert wurde hier mit dem Stadtbau begonnen. Viele der gut erhaltenen Bauten erinnern noch heute an den ursprünglichen Charakter der Stadt. Besonders in der Nähe des ehemaligen Restaurants Santer Klause am Passeirer Tor ist das spürbar.

Auf den Spuren von Sissi

Merans berühmtester Gast verweilte vor sehr, sehr langer Zeit in der Stadt: Kaiserin Elisabeth von Österreich – besser bekannt als »Sissi«. Immerhin viermal war in zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Besuch in der Kurstadt. Wer neugierig ist, was sie denn in der Stadt so getrieben hat, für was sie sich interessierte, kann auf dem Sissi-Weg auf ihren Spuren wandeln.

Der Sissi-Weg verbindet die Gärten von Schloss Trauttmansdorff mit dem Stadtzentrum. Insgesamt elf Stationen liefern Infos über ihre Aufenthalte. Dazu zählen neben Schloss Trauttmansdorff als Startpunkt auch die Schlösser Pienzenau und Rubein. Anschließend geht es zum Ansitz Reichenbach und über den Brunnenplatz nach Schloss Rottenstein. Am Hotel Bavaria geht der Weg Richtung Steinerner Steg weiter.

Nach der Wandelhalle auf der Winterpromenade geht es schließlich zu Merans berühmteste Huldigung an die österreichische Monarchin: dem 1903 errichteten Sissi-Denkmal im Elisabeth-Park, ganz in der Nähe der Postbrücke.

Sissi-Denkmal in Meran

Karl Allen Lugmayer/Shutterstock.com

Wer mehr Infos über den Sissi-Weg benötigt, sollte kurz bei der Kurverwaltung Meran vorbeischauen. Sie hält ein Infoblatt zum Weg bereit.

Spaziergang am Samstagmorgen

Gern Frühaufsteher? Dann aufpasst: Im Rahmen von »Early Bird« kann man die Natur im Meraner Stadtzentrum erkunden und dabei nützliche Gesundheitstipps von einem Experten erhalten. Der Rundgang startet immer samstags um 7:30 Uhr. Treffpunkt: die Sissi-Statue im Elisabeth-Park. Die Teilnahme am Spaziergang ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Mit der Seilbahn zum Vigiljoch

Der Ausflug zum Vigiljoch, der Ruhesuchende auf knapp 1.500 Meter Höhe in ein üppig bewachsenes Naturschutzgebiet bringt, ist in wenigen Minuten per Seilbahn erreichbar. Hier gibt’s Lärchenwälder und Blumenwiesen mit Alpenrosen, Berganemonen, Fingerhut oder blau leuchtendem Enzian zu bewundern. Es gibt sogar Orchideen. Auf dem Biotop Schwarze Lacke sind seltene Moor- und Sumpfpflanzen zu finden. Das kristallklare Wasser, das als Meraner Mineralwasser abgefüllt wird, entspringt hier. Und auch das schmerzlindernde, leicht radioaktive Thermalwasser, das für die Kuranwendungen in der Therme Meran verwendet wird, stammt ebenfalls aus den kilometerlangen Rohren.

nahaufnahe von blumen in meraner bergen

Lanaregion.it/Maike Descher

Südtiroler Leckereien und Souvenirs zum Mitnehmen

Wer Meran verlässt, ohne sich in den zahlreichen Genussoasen der Stadt mit Köstlichkeiten für zu Hause einzudecken, wird es ganz sicher bereuen. Denn die Auswahl der regionalen und nationalen Gourmet-Shops ist groß. Zu den Highlights zählen Siebenförcher und der Pasta Shop unter den Lauben, Delikatessen Ausserer am Pfarrplatz und Pur Südtirol im Meraner Kurhaus. Bei Letzterem finden sich ausschließlich lokale Erzeugnisse, unter anderem von der bäuerlichen Qualitätsmarke »Roter Hahn«. Tipp: Von Mitte März bis Mitte Oktober gastiert außerdem samstags von 9 bis 13 Uhr der Meraner Markt in der Oberen Freiheitsstraße.

Von April bis Ende Oktober kann man sich darüber hinaus auf dem Meraner Markt eindecken. Auf der Freiheitsstraße in der Nähe des Sandplatzes lockt der Markt immer samstags mit Südtiroler Leckereien und Souvenirs. Neben Lebensmitteln wie Speck- und Wurstwaren, Käse, Gemüse, Getreide und Obst bieten Kunsthandwerker ihre Produkte an. Taschen, Hüte, Schuhe, Gebrauchsgegenstände, Accessoires, Schmuck und viele andere Objekte gibt es hier »Made in Südtirol« zu kaufen.

Souterrain des Pur Südtirol im Meraner Kurhaus

IDM Südtirol/Alex Filz

Sterneküche im Restaurant Sissi

Andrea Fenoglios Hommage an Merans berühmteste Touristin ließe dem Namen nach auf barocken Prunk und pompöse Outfits schließen; nichts dergleichen aber finden Feinschmecker vor, wenn sie im Restaurant Sissi Platz nehmen. Stattdessen diniert man zwischen zeitlosen Jugendstil-Klassikern, einen Dresscode gibt es ohnehin nicht. Vielmehr fokussiert sich der Koch, der seinen Michelinstern seit 2009 hält, auf die Passion fürs Produkt, authentische Gastfreundschaft und eine Weinkarte mit mehr als 500 Posten. 3-Gänge-Menü für 105 Euro.

Meraner Sternekoch Andrea Fenoglio vom Restaurant Sissi

Restaurant Sissi/Alvise Barsanti