Meran war jahrhundertelang die Hauptstadt Tirols und ist heute eine der bedeutendsten Kurstädte in den Alpen. Hotspots für Besucher sind die Laubengasse, das Steinachviertel und die noch erhaltenen Stadttore. Und sonst? Wir verraten, was man sich in Meran angesehen haben sollte.

Zunächst einmal ein paar Sätze zu einem Pfund, mit dem Meran besonders wuchern kann: dem Klima. Die bevorzugte Lage – auf nur 320 Metern Seehöhe gelegen, aber rundherum von Zwei- und sogar Dreitausendern umgeben – schafft ein mediterranes Sommer-, aber auch ein äußerst angenehmes Herbstklima. Dazu scheint an 300 Tagen im Jahr die Sonne, das kann sich sehen lassen! Kein Wunder also, dass die nach Bozen zweitgrößte Stadt Südtirols seit Jahrzehnten schon ein populäres Ziel für Urlauber ist.

Wahrzeichen der Stadt: das Kurhaus

Es ist das Wahrzeichen Merans und eines der schönsten Gebäude Südtirols: Das im Jugendstil erbaute Kurhaus an der Kurpromenade.

Kurhaus in Meran

Marion Lafogler/IDM

Viele Touristen schwirren herbei, um sich das Haus einmal anzusehen und ein paar Fotos zu schießen. Besonders beliebte Motive sind die Kuppel, die große Terrasse und die Grazien am Dach. Aber auch ein Besuch im Inneren lohnt. Das hübsche Foyer mit elegantem Treppenaufgang entzückte schon so manchen Besucher. Highlight aber ist der Kursaal mit den Deckenmalereien und den Jugendstil-Ornamenten. Für die Meraner allerdings ist das Haus nicht nur ein besuchenswerter Hingucker, sondern auch ein populärer Veranstaltungsort.

Therme Meran: einmal entspannen, bitte!

Es gibt Hotels, die bieten Gästen einen Pool. Und dann gibt es Hotels wie das Hotel Therme Meran, das seinen Gästen im SkySpa einen Infinitypool mit Innen- und Außenpools und drei Whirlpools bietet. Nicht nur das: Im Gardenspa gibt es außerdem einen Innen- und Außenspa. Wem das nicht reicht: Das Hotel Therme Meran bietet darüber hinaus als einziges Hotel in Meran seinen Gästen den direkten Zugang zur Therme Meran. Dort findet man 25 Pools. Ziemlich viele Orte zum Planschen, hmm?

Wasser-Außenbecken Therme Meran

Helmuth Rier/Therme Meran

Das Wasser kommt tief aus dem Vigiljoch, direkt aus dem Berginneren, ist vom Gestein in zehntausenden Jahren gefiltert und mit Radon, Fluor und seltenen Metallen angereichert worden – und gelangt aus einem 1.200 Meter langen Stollen in die Therme. Die Therme Meran liegt an der wohl schönsten Piazza der Stadt, direkt am Fluss Passer, gegenüber dem Kurhaus und keine drei Gehminuten von der Laubengasse entfernt.

Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Hier geben sich Natur und Kunst ein besonderes Stelldichein: Seit zwei Jahrzehnten präsentieren die Gärten von Schloss Trauttmansdorff bei Meran über 80 Gartenlandschaften aus aller Welt mit zahlreichen sehenswerten Erlebnisstationen (zehn Künstlerpavillons, eine spektakuläre Aussichtsplattform von Matteo Thun, eine »Botanische Unterwelt« und ein »Garten für Verliebte«).

Gärten im Schloss Trauttmansdorff in Meran

Gärten von Schloss Trauttmansdorf/Alexander Pichler

Die Gärten sind in vier Themenbereiche aufgeteilt: Die Waldgärten zeigen Miniaturwälder aus Amerika und Asien, die Sonnengärten Landschaftsbilder des Mittelmeerraums, die Wasser- und Terrassengärten Gartenräume mit Treppen und Wasserläufen. Die Landschaften Südtirols schließlich gewähren Einblicke in die ursprüngliche heimische Pflanzenwelt.

Aufgrund ihrer Erscheinung und Gestaltung wurde die 2001 eröffnete Anlage bereits 2005 zum schönsten Garten Italiens gekürt. Die Gärten sind aber nicht der einzige Grund, warum ihr hier einmal vorbeischauen solltet. Inmitten der Gärten thront nämlich Schloss Trauttmansdorff: Wo einst Kaiserin Elisabeth von Österreich den Winter verbrachte, lockt heute das Südtiroler Landesmuseum für Tourismus, kurz »Touriseum«. Es erzählt von 200 Jahren alpiner Tourismusgeschichte. Beeindruckend sind auch die Ausblicke auf Meran und die Südtiroler Bergwelt, die sich aus der Lage der Gärten in einem terrassierten Amphitheater mit einem Höhenunterschied von über 100 Metern ergeben.

Ausblickplattform Schloss Trauttmansdorff Meran

Gärten von Schloss Trauttmansdorf/Marion Gelmini

Weinbaumuseum, Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte und Palais Mamming Museum

Südtirol und Wein? Das passt perfekt. Wer mehr über die Weinanbaukultur in Südtirol erfahren möchte, sollte sich zum Schloss Rametz begeben. Es beherbergt vier große Säle und eine Ausstellung von Geräten für die Weinkultur. Die Ausstellung enthält auch Werkzeuge für den Getreideanbau und die Verarbeitung von Korn.

Ebenfalls einen Besuch wert ist das Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte im Schloss Tirol.

Schloss Tirol in Meran

Angelika Schwarz/IDM Südtirol

Der Gang durchs Museum führt von der Vorburg zum Tempel, wo die Baugeschichte der Burg und die archäologischen Funde thematisiert werden. Weiter geht’s es über die Krypta, in der die Frage »Was bleibt von der Geschichte?« gestellt und von einer – scheinbar wahllosen – Anordnung von Funden aus sechs Jahrhunderten beantwortet wird. Vom Rittersaal, in dem auch Feiern und Konzerte stattfinden, gelangt man zur Kapelle und zum Kaisersaal, wo die mittelalterliche Gesellschaft vorgestellt wird und besondere Exponate der neuen Sammlung von Schloss Tirol gezeigt werden. Im Ostpalas schließlich wird Landesgeschichte aus dem Blickwinkel der Rechtsgeschichte, im Mushaus Schloss und Land Tirol im 19. Jh. präsentiert. Im überdachten Küchenhof gibt es Einblicke in den mittelalterlichen Alltag auf der Burg.

Last but not least lockt das Palais Mamming Museum. Es präsentiert die Sammlungen des Stadtmuseums Meran – und ist seit 2015 im restaurierten Barockpalais am Pfarrplatz untergebracht.

Palais Mamming Museum Meran Festsaal

Palais Mamming Museum

Die Schausammlung bietet einen Überblick über die historische Entwicklung der Stadt. Der Rundgang startet mit der Ur- und Frühgeschichte und streift alle Lebensbereiche, um mit der modernen Kunst zu enden. Was allerdings den besonderen Reiz dieser eigenwilligen Sammlung ausmacht, sind einige außergewöhnliche Exponate – darunter eine ägyptische Mumie und die sudanesische Waffensammlung des Abenteurers Slatin Pascha, eine Schreibmaschine Peter Mitterhofers und eine Totenmaske Napoleons.

Shopping und Bummeln auf der Laubengasse

Ein großes Vergnügen ist es, durch die Laubengasse mit ihren über 200 Geschäften und Gasthäusern zu schlendern.

Laubengasse in Meran

Kurverwaltung Meran/Alex Filz

Wie hier ein perfekter Tag aussieht? Nun, vormittags könnt ihr entlang des Flusses mit den immergrünen Palmen, Lorbeer und Libanonzedern als »Weggefährten« flanieren, nachmittags die »Marende« (den typisch Südtiroler Imbiss aus Schüttelbrot, Speck, Kaminwurzen, Essiggurken und Rotwein) genießen und danach auf der Laubengasse shoppen wie Gott in Südtirol.

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