Die Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) hat die »International Tourism Highlights« veröffentlicht. Der Bericht zeigt, dass weltweit immer mehr Menschen verreisen, fast überall auf der Welt steigt die Zahl der Urlaubsgäste. Einige Länder aber legen besonders stark zu.

Jubel bei den Tourismus-Verantwortlichen in Frankreich: Laut des International Tourism Highlights-Berichts der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) war Frankreich 2018 das meistbesuchte Touristenziel der Welt. Sage und schreibe 89 Millionen Menschen besuchten das Land. Dicht dahinter: Spanien mit 83 Millionen und die USA mit 80 Millionen Besuchern. So weit, so wenig überraschend. Denn: Das Spitzentrio führt seit Jahren die Liste an.

Keine Bewegung also an der Spitze. Wohl aber auf den hinteren Rängen, wo sich Länder tummeln, die man nicht unbedingt auf den Schirm hat, wenn es um die nächste Urlaubsreise geht. Auch dazu liefert der International Tourism Highlights-Bericht interessante Fakten. Hier die fünf »Nischenländer«, die im vergangenen Jahr prozentual am stärksten wuchsen.

Platz 5: Uganda – Gorilla-Safaris und Kultur

Wer an Uganda denkt, denkt vermutlich in erster Linie an Gorilla-Safaris. Damit scheint das Land tatsächlich immer mehr Leute anzulocken. Ist ja auch ziemlich einzigartig.

Gorilla im Dschungel in Uganda

Francesco Ungaro

Rund 1.850.000 Menschen verbrachten laut dem UNWTO-Bericht 2018 in dem Land ihren Urlaub. Das sind fast 32 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Erfolgsgeschichte könnte in den nächsten Jahren durchaus weitergehen, wenn auch auf anderem Terrain. So will das Uganda Tourism Board die Angebote für Kulturreisende vergrößern. Im Fokus stehen dabei Musik, Kunst und Handwerk. Menschenrechtler allerdings beobachten das Land mit Argusaugen: Das Land gerät wegen seiner extrem homophoben Politik international immer wieder in die Schlagzeilen.

Platz 4: Ägypten – Baden am Roten Meer

Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs der russischen Airline Kogalymavia im Oktober 2015, mutmaßlich verursacht durch einen Terrorakt, brachen die Urlauberzahlen in Ägypten ein. Doch davon hat sich das Land mittlerweile erholt: 11.346.000 Touristen besuchten Ägypten 2018. Das ist ein Plus von 36,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Touristische Highlights des Landes sind die Hauptstadt Kairo, die Grabbauten von Gizeh, die antiken Anlagen von Luxor, der Tempel von Abu Simbel, die Flusskreuzfahrten auf dem Nil und die Badeworte rund um Hurghada und Scharm el-Scheich.

Giza Necropolis Ägypten

Martin Widenka

Sein bestes Touristenjahr hatte Ägypten 2010. Damals besuchten 14 Millionen Menschen das Land.

Platz 3: Iran – Schub durch Visa-Erleichterungen und Rial-Absturz

Allen Diskussionen über die Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA zum Trotz: Dank eines vereinfachten Visumverfahrens und eines Wertverlusts des iranischen Rials (vor allem ab dem Frühjahr 2018) sind Reisen in den Iran für Besucher aus dem Ausland einfacher und erschwinglicher geworden.

Nasir al-Mulk Mosque in Shiraz, Iran

Steven Su

Das sieht man auch an den Zahlen: Die Islamische Republik begrüßte laut dem UNWTO-Bericht zu den International Tourism Highlights 2018 7.295.000 Touristen; das ist ein Plus von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele Touristen aus Deutschland reisen mit Spezialveranstaltern in den Iran. So haben unter anderem Gebeco, Studiosus und Marco Polo das besonders bei Kulturinteressierten populäre Land im Portfolio.

Platz 2: Ecuador – Quito und Galapagos-Inseln

2018 begrüßte Ecuador 2.429.000 Besucher. Das sind 51 Prozent mehr als 2017. Während die Mehrheit auf dem Festland blieb, um die Hauptstadt Quito oder die Nebelwälder der Anden zu erkunden, besuchten rund 275.000 Reisende die berühmten Galapagos-Inseln – ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber 2017.

Meerechse auf den Galapagos-Inseln in Ecuador

Simon Matzinger

Die hohe Popularität der Inseln ist der Regierung in Quito allerdings ein Dorn im Auge. Seit dem 1. November vergangenen Jahres gelten strenge Regeln für den Besuch der Insel. Doch damit nicht genug: Auch wird derzeit diskutiert, die Eintrittsgebühr von aktuell 100 auf 200 US-Dollar zu verdoppeln. Auch die schweren Unruhen im Oktober 2019 lassen daran zweifeln, ob sich die Erfolgsgeschichte 2019 fortsetzen wird.

Platz 1: Tadschikistan – Touristenmagnet Pamir Highway

431.000 Besucher verzeichnete Tadschikistan im Jahr 2017. Ganz ordentlich für das noch so unbekannte Land im Kaukasus.

International Tourism Highlights: Pamir Highway in Tadschikistan

Daniel Cartin

2018 aber explodierten die Zahlen: 1.250.000 Ankünfte standen am Ende auf dem Papier. Ein irrer Zuwachs von über 190 Prozent – das schaffte kein anderes Land der Welt. Der Grund: Die Regierung erklärte 2018 zum »Jahr des Tourismus« und lockerte die Visabeschränkungen. Und, was gibt es zu sehen? Nun, die Hauptstadt Duschanbe ist die kulturelle und architektonische Schatzkammer des Landes – viele Touristen landen erst einmal hier. Der Pamir Highway, einer der höchst gelegenen befestigten Fernstraßen der Welt, ist allerdings die Touristenattraktion schlechthin in Tadschikistan.

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