Keine Frage: In Holland genießt das Königshaus Oranien-Nassau einen hohen Stellenwert. Seine prunkvolle Geschichte begeistert und beflügelt die Phantasie vieler Menschen. Wer sich in Holland auf die Spuren des Königshauses begeben will, wird an vielen Orten des Landes fündig. Wir stellen fünf bekannte und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten in Den Haag, Delft, Apeldoorn, Breda und Leeuwarden vor, die ganz besonders zu einer Entdeckungsreise durch die »Königlichen Niederlande« einladen.

Erste Adresse: die königliche Residenz Den Haag

An jedem dritten Dienstag im September blickt die Nation nach Den Haag. Einerseits sind die Szenen, die sich dort anlässlich des »Prinsjesdag« (Prinzentag) abspielen, vielen Menschen in Holland schon längst vertraut, andererseits begeistern sie jedes Jahr aufs Neue: die königliche Kutschfahrt und die Balkonszene. Der König hält sodann die Thronrede und erläutert die Leitlinien der Politik für das kommende Jahr – ein Höhepunkt im Kalender der Niederlande.

Wer sich auf die Spuren der »Königlichen Niederlande« begeben möchte, muss freilich nicht bis September kommenden Jahres warten. In vielen Orten in dem Land, und ganz besonders in Den Haag, locken das ganze Jahr über Paläste, Grabmäler, historische Plätze und Monumente, die die reiche Geschichte des Hauses Oranien-Nassau dokumentieren. In Den Haag gibt es sogar eine königliche Wanderroute, auf der ihr wandeln könnt. Sie führt unter anderem entlang des Paleis Noordeinde, dem Arbeitsplatz des Königs, des Winterpalastes von Königin Emma, dem heutigen Museum Escher in het Paleis, dem Paleis Kneuterdijk, wo König Willem II und seine Frau Anna Paulowna wohnten, und entlang verschiedener Monumente, Kirchen und Gärten. Und wer weiß, vielleicht habt ihr Glück, und ihr erblickt König Willem-Alexander oder seine Gemahlin Königin Máxima sogar persönlich!

Hofteich,Binnenhof und Mauritshuis in Den Haag

Hofteich mit Binnenhof und Mauritshuis in Den Haag, Foto: NBTC

Unser Tipp: Flaniert unbedingt auch über die Lange Voorhout. Das ist eine wunderschöne Prachtstraße mit vielen majestätisch anmutenden Gebäuden. Spaziert bis zum Palais Escher in het Paleis, dem ehemaligen Wohn- und Arbeitspalast von Königin Emma, und erlebt eine Reise in die Vergangenheit. Anschließend überquert ihr die Straße und gönnt euch einen Kaffee und ein Stück Kuchen im edlen Hotel des Indes.

Apropos Reise: Seit neuestem könnt ihr auch den Königlichen Wartesaal im Bahnhof Hollands Spoor besichtigen. Der Saal bietet einen einzigartigen Einblick in die Reisegeschichte der Königsfamilie. Diese Perlen waren lange Zeit für die Öffentlichkeit verborgen, wurden aber nach einer Restaurierung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Delft: Wo der »Vater der Niederlande« residierte

Delft ist ein kleines Schätzchen, pardon, Städtchen, in der Provinz Südholland. Viele Besucher sind einfach nur entzückt von dem pittoresken Stadtbild und dem tollen Flair, das hier herrscht. Aber auch Fans des Königshauses pilgern regelmäßig her. Grund dafür ist vor allem das Museum Prinsenhof. Wilhelm von Oranien, der Vater der Niederlande, fand 1572 in dem Gebäude Schutz vor den spanischen Herrschern und leistete von hier aus Widerstand gegen die Besatzer. Ihr seid neugierig geworden? In den kommenden Monaten lohnt sich ganz besonders ein Besuch des Prinsenhofs, denn noch bis zum 3. März 2019 könnt ihr dort die Ausstellung »Wilhelm von Oranien ist hier!« bestaunen. Die Ausstellung widmet sich in allen Facetten des Lebens des berühmten »Papa der Nation«.

Kinder im Prinsenhof in Delft

Kinderführung im Prinsenhof Delft, Foto: NBTC

Neben dem Museum sind in Delft noch zahlreiche weitere interessante Orte zu sehen, die einen Bezug zum niederländischen Königshaus haben. In der Nieuwe Kerk (Neue Kirche) sind Mitglieder des Königshauses bestattet, und in der Oude Kerk wurde die umstrittene Hochzeit von Prinz Johan Friso (dem verstorbenen Bruder des heutigen Königs Willem-Alexander) und der bürgerlichen Mabel Wisse Smit zelebriert.

Breda: Wo alles begann

Wir schrieben das Jahr 1403, als Graf Engelbert I. von Nassau-Dillenburg Johanna von Polanen aus Breda zum Hochzeitsaltar führte – es war die Basis für das Haus Oranien-Nassau, dem Könighaus der Niederlande. Wenn ihr heute durch die Stadt flaniert, könnt ihr noch einige Spuren aus der damaligen Zeit entdecken. Allen voran die Kirche Grote Kerk (Große Kirche) aus dem 15. Jahrhundert, welche durch die Nassaus gebaut wurde. Schön anzusehen sind auch die Stadtpaläste, von denen einige sehr beeindruckend sind. In einem dieser Stadtpaläste könnt ihr sogar übernachten: im Hotel Nassau Breda nämlich.

Großer Markt in Breda

Großer Markt in Breda, Foto: NBTC

Sehenswert in Breda ist auch der Begijnhof, eine herrlich ruhige Oase inmitten der Stadt, und das Stedelijk Museum Breda, das euch viele Informationen, Objekte und Gemälde über die Vorfahren von Wilhelm I. von Oranien zeigt.

Apeldoorn: die Sommerresidenz des Könighauses

Vor fünf Jahren war Apeldoorn wieder einmal im Mittelpunkt der Königspresse: Jaime Bernardo Prinz von Bourbon-Parma trat mit seiner Viktoria vor den Hochzeitsaltar und begrüßte dabei das niederländische Königshaus. Dass Apeldoorn im Zusammenhang mit dem Königshaus so viel Aufmerksamkeit zuteilwird, ist heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Denn in dem barocken Schloss Het Loo wohnen seit 1975 keine Mitglieder des niederländischen Königshauses mehr. Heute ist Het Loo ein Museum, das zeigt, wie die Oranier hier 300 Jahre lang lebten und arbeiteten.

Paleis Het Loo

Schloss Het Loo, Foto: Maarten van de Biezen

Allerdings ist das Museum derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Ein Besuch lohnt sich aber trotzdem, denn die Gärten, Stallungen und Restaurants sind weiterhin geöffnet.

Royal Friesland: Leeuwarden ehmalige Hofresidenz

Als Statthalter König Willem III. kinderlos stirbt, gibt es einen Kampf um seine Nachfolge. Am Ende setzte die friesische Linie von Nassau das Haus Oranje-Nassau fort. Der damalige friesische Statthalter Johan Willem Friso wurde der erste Prinz von Oranje, doch er ertrank 1711 bei Moerdijk und somit wurde sein Sohn Willem Carel Hendrik Friso, der wenige Wochen dem Tod seines Vaters geboren wurde, (Wilhelm IV.), der neue Prinz von Oranje.

Zentrum in Leeuwarden

Straßenszene in Leeuwarden, Foto: NBTC

1747 beriefen ihn die verschiedenen Regionen in der niederländischen Republik zum Erbstatthalter der Vereinigten Niederlande und verlegten damit die friesische Statthalter-Familie von Leeuwarden nach Den Haag. Damit endete die Zeit von Leeuwarden als Hofresidenz, obwohl die Mutter von Wilhelm IV., Maria Louise von Hessen-Kassel, besser bekannt als Marijke Meu, dort bis zu ihrem Tod im Jahr 1765 lebte. Heute können Besucher noch auf diversen Spuren der friesischen Nassaus wandeln: etwa im Prinsentuin (Prinzengarten), Stadhouderlijk Hof (heute ein Hotel), den Kirchen Waalse Kerk und Grote Kerk, und den Königlichen Ställen.

Weitere Informationen über das königliche Holland findet ihr hier.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?