Grüne Berglandschaften, verträumte Bauerndörfer, wilde Küsten und sanfte Buchten. Das Baskenland schreibt längst mit anderen Attributen regelmäßig Schlagzeilen. Dazu kommen bezaubernde Städte wie Bilbao oder San Sebastian mit jeder Menge Kultur und Reizen, die vor allem durch den Magen gehen. Denn an Pintxos, Tschakolí und Rioja kommt man ebensowenig vorbei wie an erfrischend guter und erschwinglicher Spitzengastronomie. Text: Andreas Dauerer

Einreise. Spanien gehört zur EU. Deshalb reicht es für deutsche Staatsangehörige, den Personalausweis oder Reisepass mitzuführen.

Anreise. Die Lufthansa fliegt mehrmals täglich etwa von Frankfurt und München aus nach Bilbao. Tochter Eurowings bedient die Strecke ab Düsseldorf. Natürlich kann man auch mit eigenen Auto nach Nordspanien fahren. Dann ist man vor Ort flexibler. Ansonsten empfiehlt es sich einen Mietwagen zu nehmen. Die Distanzen sind relativ kurz und die Landschaften sehenswert.

Perfekt schlafen im Baskenland

Unterkunft. Bilbao: Hotel Miró. Designhotel mit Blick auf das Guggenheim. 50 Zimmer, davon 3 Junior und 2 Master Suiten. Doppelzimmer kosten ab ca. 150 Euro pro Nacht.

Region Rioja: Für das Hotel Marques del Riscal wurde Frank Gehry engagiert, der ein spektakuläres Haus mitten im Weinanbaugebiet gebaut hat. 43 Zimmer. Doppelzimmer ab ca. 300 Euro pro Nacht.

San Sebastian: Hotel Maria Cristina. Während der Filmfestspiele kann man hier auch auf sehr bekannte treffen. Insgesamt 136 Zimmer, davon 28 Suiten. Doppelzimmer ab ca. 200 Euro pro Nacht.

Sprache. Im Baskenland wird, na klar, auch Baskisch gesprochen. Die isolierte Sprache ist eine offizielle regionale Amtssprache. Alle Basken sprechen aber natürlich auch Spanisch und mitunter gutes Englisch, vor allem in den Touristik-Hochburgen.

Am besten von Juni bis September

Klima. Das nordspanische Klima ist mit dem in Deutschland und seinen Küstenregionen vergleichbar. Die Sommermonate sind angenehm warm und trocken, der Frühling und Herbst zeigen sich etwas kühler und es fällt auch mehr Regen. Im Winter kann es bis hinunter zur Atlantikküste schon einmal schneien.

 

Reisezeit. Die Hauptsaison geht von Juni bis September. Dann sind die Temperaturen mit einem Mittel von etwa 25 Grad ideal, um draußen aktiv zu sein. Im Oktober und November kühlt es ein wenig ab und auch die Niederschläge nehmen zu. Dafür sind dann aber auch weniger Besucher unterwegs und nicht immer alle Restaurants und Unterkünfte bieten ganzjährig ihre Dienste an. Hier muss man abwägen. Gleiches gilt für die Schultermonate April und Mai, die mit etwas Glück, sehr schön sein können.

Küste Baskenland

Andreas Dauerer

Fortbewegung. Wer nicht mit dem Miet- oder eigenen Auto unterwegs ist, kann auch öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Überregional sind das vor allem Züge der EuskoTren, vor allem zwischen Bilbao und San Sebastián, und der renfe, welche das Hinterland über Vitoria-Gasteiz, Miranda de Ebro wieder mit Bilbao verbindet. Daneben gibt es Überlandbusse, die an den verschiedenen Terminals in den größeren Städten halten.

Geld. Man bezahlt wie in Deutschland mit dem Euro.

In Pinxto-Bars und auf Weingütern schlemmern

Essen. Gutes Essen ist landauf, landab vorhanden und recht einfach zu finden, deshalb wäre es hier etwas unfair, nur einige wenige zu nennen. Von der Pintxo-Bar über einfache Restaurants und Weingüter bis hin zur Hochgastronomie, einfach ausprobieren.

Kulinarik im Baskenland

Andreas Dauerer

Beim Guide Michelin kann man sich bequem alle Sternerestaurants anzeigen lassen.

Sehenswürdigkeiten. Bilbao: Das Guggenheim Museum von Frank Gehry ist ein Muss.

Must-see im Baskenland: das Guggenheim Museum Bilbao

Andreas Dauerer

Und bei aller architektonischer Schönheit, sollte man sich auch Zeit für die hervorragenden Ausstellungen nehmen. Für eine Führung empfiehlt sich eine vorherige Anmeldung. Dazu noch die Altstadt mit dem Mercado de la Ribera und die gotische Kathedrale des heiligen Jakob. Architekturinteressierte sollten auch in den Untergrund und die Metro-Haltestellen ansehen. Sir Norman Foster wurde für die Planung engagiert und nicht nur die Eingänge sind sehenswert.

San Sebastian: Hinauf auf den Igualdo Berg. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Concha, den schönsten Stadtstrand der Welt und das restliche San Sebastián. Unten geht es dann entweder zur Concha, um zu entspannen, oder in die Altstadt. Dort probiert man sich am besten von Bar zu Bar und Pintxo zu Pintxo jene tapasähnlichen Köstlichkeiten, die für die Basken die Welt bedeuten. Naja, fast.

Sehenswert ist auch der »El Peine del Viento«, der Windkamm, des baskischen Architekten und Künstlers Eduardo Chillida.

Kunst im Baskenland: El Peine del Viento

Andreas Dauerer

Die drei Eisenskulpturen durchkämmen den Wind. Das gibt einen einzigartigen Sound. Achtung, die im Boden eingelassenen Löcher können schon mal ordentlich Wasser nach oben pusten, selbst wenn kein Wal darunter ist.

Geheimtipp Vitoria-Gasteiz

Persönlicher Tipp. Vitoria-Gasteiz. Die kleine Stadt, ca. 65 Kilometer südlich von Bilbao, ist vor allem für zwei Dinge bekannt: den grünen Gürtel und die Kathedrale Santa Maria. Ersterer erlaubt es den Bewohnern in nur rund 20 Minuten im Grünen zu sein, da sich der Gürtel rund um die Stadt ausbreitet. Birdwatching kann man hier ebensogut machen wie Radfahren. In ca. 32 Kilometern hat man die Runde um Vitoria geschafft.

In letzterer heißt es: Baustelle, Besuch ausdrücklich erwünscht. Seit 2000 wird in der Kathedrale gebaut, das Wahrzeichen der Stadt wurde aber nie geschlossen. Jetzt kann man mit Helm zu den frühen Anfängen und Ausgrabungen der Kirche im Keller, über die restaurierte Sakristei bis hinauf zum Turm steigen und dabei den Archäologen noch bei der Arbeit zuschauen. Ken Follet gefiel die Kathedrale nebst Historie so gut, dass daraus das Buch »Die Tore der Welt«, dem Nachfolger der »Die Säulen der Erde«, entstand.

Trinkgeld. Wird gerne gesehen, vor allem, wenn man mit dem Service zufrieden ist. Ähnlich wie in Deutschland gibt man bis 10 Prozent.

Kulinarik zum Mitnehmen für Zuhause

Souvenirs. Lebensmittel sind stets ein willkommenes Mitbringsel und lassen unter Umständen den Urlaub kurz noch einmal aufleben. Egal ob Idiazábal-Käse, Chorizos oder eingelegte Sardellen; mittlerweile kann man sich eigentlich alles vakuumieren lassen und bequem mitnehmen. Leichter, aber schwer im Gepäck, wiegt da die Weinflasche, aber wer Platz hat, sollte auch sie in Erwägung ziehen.

Mitbringsel aus dem Baskenland: eine Weinflasche

Andreas Dauerer

Ein weiterer Klassiker ist die Boina, die typische Baskenmütze, die man sicher an jedem Markt findet.

Besser nicht. Die Basken sind sehr stolz auf ihre autonome Gemeinschaft und ihr kulturelles Erbe. Man sollte sie keinesfalls mit den Katalanen vergleichen oder gar verwechseln.

Reiseführer. Ein guter Begleiter ist der »CityTrip San Sebastián und Bilbao« aus dem Reise Know-How Verlag. Dazu gibt es einen praktischen Faltplan und neuerdings auch eine Web-App für das Smartphone. Preis: 11,95 Euro. Für Outdoor-Freunde empfiehlt sich der Wanderführer »Baskenland: Euskadi, Navarra und Französisches Baskenland«. Der Führer beschreibt insgesamt 50 Touren durch das Baskenland. Preis: 14,90 Euro.

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