Nicht nur milde Temperaturen und die faszinierende landschaftliche Vielfalt machen Guernsey zu der perfekten Destination für eine Auszeit. Es locken Strände für erholsame oder aktive Strandurlaube, Anlaufstellen für unvergessliche kulinarische Genussreisen, Wander- und Radstrecken, entlang derer man die vielseitige Natur, atemberaubende Blütenpracht und historische Sehenswürdigkeiten von Guernsey, Herm, Sark und Alderney erkunden kann. Mehr Tipps haben wir in unserem Reise-Guide Guernsey zusammengestellt.

Anreise. Mit dem Flugzeug: Guernsey wird ganzjährig angeflogen, mit Umstieg beispielsweise in London-City oder London-Gatwick. Direktflüge sind erstens rar gesät, zweitens gibt es sie nur in den Sommermonaten. Dann fliegt airberlin zwischen Ende April und Ende September ab Düsseldorf und Stuttgart jeweils samstags nonstop nach Guernsey. Hin- und Rückflüge sind ab 229 Euro zu bekommen. Das airberlin-Service-Center ist 24 Stunden aus dem deutschen Festnetz zum Ortstarif erreichbar: Tel. 030 3434 3434. Weitere Direktflüge gibt es auf die Nachbarinsel Jersey, wohin auch Lufthansa Direktverbindungen anbietet. Informationen und Buchungen auch über das Lufthansa-Reservierungsbüro: Tel. 069 86 799 799.

Mit der Fähre: Eine Autofährverbindung besteht ab St. Malo (Bretagne) mit Condor Ferries (Highspeed-Katamarane). Die Fahrt dauert etwas über zwei Stunden und verkehrt fast täglich. Auch Fahrten aus Poole (Dorset, etwa drei Stunden) und Portsmouth (etwa sieben Stunden) sind möglich, ebenso verkehrt Condor zwischen den größeren Kanalinseln. Ab Carteret, Dilette und Granville in der Normandie verkehrt das Unternehmen Manche IÎes Express im Sommer mit Personenfähren. Neben Guernsey werden auch die anderen Kanalinseln angelaufen.

Unterkunft. Das Drei-Sterne-Boutiquehotel Ziggurat liegt zentral über dem Market Square auf halber Höhe der Constitution Steps. Das noch junge, inhabergeführte Haus hat sich auf die Fahne geschrieben, sich durch guten Service, eine angenehme Atmosphäre und persönliche Ansprache von den großen Kettenhotels zu unterscheiden. Es verfügt über 14 Zimmer vom Einzelzimmer bis zum »Loft Room Luxe«, von denen elf Balkone oder Terrassen haben. Außerdem gibt es eine Lounge und eine stylische Bar. Die Küche des ausgezeichneten Restaurants (im Außenbereich mit großer Terrasse und drei gemütlichen Strandhäuschen für jeweils bis zu sechs Personen) ist marokkanisch-orientalisch geprägt. Ein Doppelzimmer fängt bei ca. 125 € pro Nacht an, inkl. Frühstück und Steuern. Auf den vorgelagerten Inseln empfehlen sich auf Herm das White House Hotel, auf Sark das Stocks Hotel und La Sablonnerie. Das sind einerseits die einzigen geöffneten Häuser am Platz, andererseits sind sie bedingungslos zu empfehlen.

Sprache. Englisch. Es existiert auch ein spezieller Guernsey-Dialekt, der durch das »Dgèrnésiais« oder »Patois« beeinflusst wurde, die traditionelle, altnordisch-normannisch geprägte französische Sprache der Insel. Letzere wird aber kaum noch gesprochen. Bis 1948 war Französisch die offizielle Amtssprache, wird inzwischen aber nur noch als Verwaltungssprache verwendet. Dementsprechend kommt man mit Französisch nicht mehr sehr weit auf Guernsey.

Währung. Das Guernsey-Pfund ist vom Wert her deckungsgleich mit dem britischen. Man sollte jedoch aufmerksam sein. Die von der Insel herausgegebenen eigenen Banknoten und Münzen sind ausschließlich auf Guernsey gültig und ansonsten lediglich noch auf Jersey in Gebrauch. Man kann beim Bezahlen darum bitten ‒ soweit genug vorhanden ‒ das Wechselgeld in britischen Pfund Sterling zu erhalten. Zahlungen mit EC-Karten und Kreditkarten sind ebenfalls so gut wie überall möglich. Der Euro wird teilweise in größeren Geschäften akzeptiert. Wer Geld am Automaten ziehen möchte, sollte darauf achten, ob der Bankautomat ausschließlich über Inselwährung verfügt, da es auch Automaten gibt, die über beide Währungen verfügen und die Auswahl zuweilen verwirrend ist. Die Münzen sind übrigens schöne Sammlerstücke, da auf ihnen traditionelle Produkte wie Krebse, Kühe, Tomaten und Freesien abgebildet sind.

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Klima & Reisezeit. Durch den Golfstrom kann im Sommer mit einer durchschnittlichen Temperatur von 20 °C gerechnet werden. Das Klima ist ganzjährig mild; der kälteste Monat ist der Februar mit durchschnittlich 6 °C. Schnee ist selten und bleibt noch seltener liegen. Die Wetterlage kann sich allerdings zu allen Jahreszeiten sehr schnell ändern, und man sollte immer für Regen und Sturm gerüstet sein.

Restaurants. Le Nautique. Wer den immensen Reichtum an Meeresfrüchten, mit dem Guernsey aufwartet, in angemessenen schickem Ambiente mit Blick auf den Hafen genießen möchte, kommt am Restaurant des leutseligen Exil-Schwaben Günter Botzenhardt an den Quay Steps nicht vorbei. Tipp: Die »Seafood Grillade« für £23.50 bestellen – da werden mindestens vier verschiedene Sorten fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte aufgetischt.

The Cornerstone. Authentisches Pub-Essen zu kleinen Preisen in netter Atmosphäre – das bietet das Pub-Restaurant mit der Adresse 2 La Tour Beauregard in St. Peter Port. Außerdem ist der Pub einer von zweien auf der Insel, wo es die Craft-Biere und Real Ales der örtlichen White Rock Brewery gibt. Unbedingt ausprobieren.

Trinkgeld. In Pubs wird kein Trinkgeld erwartet, ebenso wenig wie in Hotelbars, außer man wird direkt am Tisch bedient. In Restaurants sind 10% üblich, soweit auf der Rechnung kein Trinkgeld (»service charge«) ausgewiesen wird.

Die Milch der Guernsey-Kühe ist besonders lecker

Souvenirs. Es gibt nicht nur den Jersey von der gleichnamigen Insel – es gibt auch den Guernsey von der gleichnamigen Insel. Ursprünglich ein etwas kratziger Wollpullover für Seemänner, sind natürlich längst auch andere Kleidungsstücke wie Mützen und Schals mit dem speziellen Strickmuster im Angebot. Im Fabrikverkauf von Le Tricoteur in Rocquaine Bay kann man dem kleinen Team um Inhaber Neil Sexton bei der Arbeit zuschauen – und natürlich auch das eine oder andere der traditionsreichen Kleidungsstücke erstehen.

Hedge Veg. Überall in den ländlichen Teilen der Insel kann man mit etwas Glück eine frisch gefüllte »Hedge Veg« entdecken. Eine Art Selbstbedingungsladen, der direkt am Straßenrand steht. Einfach bedienen und den zu zahlenden Betrag in die Kiste legen. Von Obst und Gemüse über selbst gemachte Marmeladen bis hin zu Dekoartikeln ist so einiges vertreten.

Guernsey Butter. So seltsam es klingen mag: Ausgewanderte Guernseyaner nehmen bei jedem Heimatbesuch ein paar Pfund von der guten Butter mit, die aus der Milch der Guernsey-Kühe hergestellt wird. Gibt’s in jedem Supermarkt.

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Kulinarik-Veranstaltungen. Nicht umsonst gilt Guernsey als eine Insel für Feinschmecker, so genannte »Foodies« – das schlägt sich in etlichen einschlägigen Veranstaltungen nieder. Das International Food Festival Ende September mit zahlreichen Einzel-Veranstaltungen wie dem großen Grillen am Pier, dem »Big Guernsey Market«, bei dem es sogar Gin & Tonic aus eigener handwerklicher Produktion gibt, und einem eigenen Festival für Kinder ist sicher das größte und bekannteste. Nicht zu verachten ist auch das Sark Foraging Weekend, ebenfalls Ende September, an dem ein Experte für Nahrungssuche in freier Wildbahn zeigt, wie viel Nahrhaftes sich unter Hecken, auf Wildwiesen und entlang der Küste auftreiben lässt. Das Tennerfest ist jedem kulinarisch Begeisterten auf den Kanalinseln ein Begriff. Seit 2001 bieten dabei die Restaurants im Herbst ausgewählte Menüs zu einem festen Preis an. Besucher und Inselbewohner haben so die Möglichkeit, für wenig Geld (etwa zwischen 13 und 25 €) neue Restaurants kennenzulernen. Für einen aktuellen Überblick über alle Veranstaltungen, auch die zahlreichen »Farmers Markets«, empfiehlt sich die alle paar Monate erscheinende Broschüre »Things to see & do in Guernsey, Herm, Sark and Alderney«, die es in der Touristinformation gibt (siehe unten).

Schleckermäuler und Leseratten willkommen

Persönliche Tipps. Für Schleckermäuler: Das köstliche Vanilleeis aus der fettreichen Milch der Guernsey-Kühe schmeckt überall lecker, aber besonders mundet es nach einer Wanderung oder einem Spaziergang entlang der Küste von Herm im Kiosk des beinahe karibisch anmutenden Shell Beach. Nicht zu verachten sind auch die Tasty Walks, eine Reihe von 18 Wandertouren mit Audio-Guide, die die Schönheiten der Landschaft mit netten Einkehrmöglichkeiten kombiniert.

Für Leseratten: Um Victor Hugo kommt man auf Guernsey nicht herum. Der französische Schriftsteller schrieb hier im Exil einen Teil seines Kanalinsel-Romans »Die Arbeiter des Meeres« und hat vielerorts seine Spuren hinterlassen. Am deutlichsten natürlich in seinem Wohnhaus Hauteville House, das der Stadt Paris gehört und ein sehenswertes Museum ist. In der Priaulx Library, wo zu Hugo geforscht wird, gibt es immer wieder kleine Ausstellungen zu seiner Person, auf Sark ist sogar eine Höhle nach ihm benannt.

Für Gartenfreunde: Unweit der »Seigneurie«, dem Herrenhaus des Insel-Chefs von Sark, liegt eine wunderschöne und teils symmetrische Gartenanlage, zu der auch ein Irrgarten für Kinder und einige historische Objekte (Geschütze, alte Telefonzelle) gehören.

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Mit Vollspeed über die Insel? Um Gottes Willen!

Besser nicht. Man hält sich besser an das Tempolimit. Die Höchstgeschwindigkeit liegt auf Guernsey bei 56 km/h (35 mph). Auf manchen Straßen ist sie sogar noch geringer, da die Straßen sehr eng und kurvenreich sein können. Vorsicht: Auf den »Ruettes tranquilles« liegt die maximale Geschwindigkeit sogar bei nur 24 km/h (15 mph), außerdem genießen hier Fußgänger, Radfahrer und Reiter jederzeit Vorfahrt vor Autos.

Trotz verlockend großem Tidenhub sollte man nicht weit auf das Watt hinaus laufen. Wer sich für eine Wanderung entscheidet, sollte sich in der Touristinformation informieren, einen Gezeitenkalender mitnehmen und am besten von einem Führer begleitet werden. Geführte Wanderungen bietet beispielsweise die Bailiwick of Guernsey Guild for Accredited Guides an, auf Sark gibt es ebenfalls solche Guided Walks. Unvorsichtiges Baden sollte man vermeiden, da die Strömung sehr gefährlich sein kann.

Urlaubslektüre. Keine Frage: Victor Hugos »Die Arbeiter des Meeres«, das das harte Leben der Küstenfischer beschreibt, ist ein absolutes Muss. Von der Steinformation, in der das Schiff »Durande« im Buch feststeckt, existiert zwar kein 1:1-Original, doch vor Herm gibt es eine ähnlich aussehende, die den Schriftsteller inspiriert haben soll.

Reiseführer. MERIANmomente Kanalinseln Jersey, Guernsey. Mit diesem Guide entdeckt man Jersey und Guernsey zugleich. Dank Klappkarten und zusätzlich herausnehmbarer Extrakarte fällt die Orientierung leicht. In fünf groben Rubriken (Entdecken, Erleben, Erkunden, Touren auf den Kanalinseln, die Kanalinseln erfassen) vermittelt MERIANmomente alles Wissenswerte rund um die Inseln. Dabei dürfen Tipps von Einheimischen, Hintergründe wie etwa zur deutschen Besatzung und den Gezeiten nicht fehlen. Erschienen im handlichen Format, 160 Seiten, ISBN: 978-3-8342-1695-3, € 14,99,

Infos. Die offizielle Website des Fremdenverkehrsamtes ist www.visitguernsey.com, in Teilen ist sie auch auf deutscher Sprache verfügbar. Die Seite ist extrem ausführlich und deckt das gesamte Spektrum der möglichen Aktivitäten ab, dort kann man auch Prospekte herunterladen oder bestellen. Die Touristinformation vor Ort findet sich an der North Esplanade von St. Peter Port, Telefon + 44 (0) 1481 723552.

 

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